Schweizer Achter holt am zweiten Wettkampftag wieder Silber

European Rowing Championships
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Schweizer Achter holt am zweiten Wettkampftag wieder Silber

Artikel - Schweizer Achter holt am zweiten Wettkampftag wieder Silber

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Nach den drei Medaillengewinnen vom Samstag, ging es für die Coupe-Mannschaften am Sonntagmorgen von Neuem los. Ein heftiger, böiger Wind, meist von der Seite, sorgte auf der Regattabahn von Hazewinkel (Belgien) für anspruchsvolle Ruderbedingungen.

Nach den drei Medaillengewinnen vom Samstag, ging es für die Coupe-Mannschaften heute von Neuem los. Ein heftiger, böiger Wind, meist von der Seite, sorgte auf der Regattabahn von Hazewinkel (Belgien) für anspruchsvolle Ruderbedingungen. In den Vorläufen vom Vormittag griffen diejenigen Boote besonders an, welche gestern die kleinen Finals zu bestreiten hatten oder ihre Nationen noch keine Medaillen gewinnen konnten. Das bekamen auch die Schweizer Boote zu spüren.

Das Schweizer Team gewann heute eine Silbermedaille. Somit stehen für die Schweiz insgesamt vier Medaillen (3 Silber, 1 Bronze) am Coupe de la Jeunesse 2017 zu Buche. Für den Medaillengewinn war erneut der Junioren-Achter besorgt, welcher sich am Vormittag im Vorlauf sicher für das Finalrennen qualifizierte. Das Achter-Finale war dann ein regelrechtes Highlight der Regatta. Auf den ersten 1000 Metern ging ein platzartiger Schauerregen über die sechs Finalisten nieder. Die Boote lagen alle nahe beieinander. Grossbritannien, Frankreich, Tschechien und Schweiz fuhren so dicht zusammen, dass der Kommentator bei Streckenhälfte meldete, dass bei jedem Zug ein anderes Boot die Bugspitze in Front habe. Erfreulich war, dass in diesem Medaillenrennen auch der Schweizer Achter (Samira Benli, Gian-Luca Jenni, Filippo Ammirati, Eric von Bodungen, Tim Roth, Silvan Rölli, David Kuylen, Marino Kerler und Tobias Fürholz) stark fuhr. Beflügelt vom gestrigen Resultat, setzte der Schweizer Achter gar dazu an, in diesem Rennen die Goldmedaille zu holen. Der Schlusssprint musste in diesem spannenden Rennen um den Tagessieg entscheiden. Nachdem die Schweizer den gestrigen Sieger aus Tschechien in die Schranken zu weisen wussten, kamen auf der anderen Seite die Briten nochmals kräftig auf und vermochten am Schweizer Boot vorbeizuziehen. Die ersten vier Boote erreichten die Ziellinie nur durch 1.8 Sekunden getrennt. Grossbritannien gewann 0.59 Sekunden vor dem Schweizer Achter, welcher seinerseits fünf Hundertstelsekunden vor dem tschechischen Boot ins Ziel kam. Entsprechend gross war die Freude über das gelungene Rennen und die erreichte Silbermedaille bei der Schweizer Mannschaft.

Nicht ganz so erfreulich verlief der Tag für die übrigen Schweizer Boote. Resultierten am ersten Wettkampftag am Samstag insgesamt acht Finalqualifikationen, so schauten heute noch deren fünf Finalplätze raus. Enttäuschend war sicher, dass der Vierer-ohne Junioren (Maximilien Chervaz, Filippo Braido, Kai Schätzle, Felician Bossart) – am Samstag noch mit der Silbermedaille für das gute Rennen ausgezeichnet, heute Vormittag im Vorlauf den Finaleinzug verpasste. „Wir haben nie ins Rennen gefunden, vielleicht wollten wir einfach zu viel“, bilanzierte Schlagmann Felician Bossart nach dem 8. Schlussrang vom Sonntag. Der Zweier-ohne mit Sam Amstutz und Martin Arbter zeigte einen sicheren Vorlauf, war dann jedoch im Finalrennen, das bei ganz böigen Verhältnissen stattfand, zu stark mit sich selber und den Ruderbedingungen beschäftigt, so dass sich die Mannschaft verkrampfte und nicht die erwartete Bootsgeschwindigkeit entwickeln konnte. Amstutz/Arbter ruderten heute auf den 5. Rang. Erneut im vierten Rang klassierte wurde der Juniorinnen-Doppelzweier Sarah McErlean und Sabrina Anthonipillai. Fabien Donzelli erzielte im Skiff Junioren wie schon am Vortag den fünften Rang. Ebenfalls Fünfter wurde der Juniorinnen-Doppelvierer mit Alina Berset, Anne-Sophie Leunig, Estelle Pfitzer und Margaux Oural. Die Mannschaft qualifizierte sich im Vorlauf über die Zeit für das Finalrennen. Für den Junioren-Doppelzweier Vincent Huehn/Janis Stoffel resultierte trotz guter Ausgangslage dank eines Vorlaufssiegs, der sechste Rang. Die Mannschaft zog im A-Final in guter Ausgangslage im Spitzentrio liegend auf der ersten Streckenhälfte einen „Krebs“, verlor dadurch den Anschluss ans Rennen und fiel damit aus der Entscheidung. Skifferin Vivienne Niedermann gelang heute der Einzug in den A-Final nicht mehr, gewann dafür den B-Final. Der Junioren-Doppelvierer mit Yannou Kronenberg, Emanuel Poncioni, Oliver Kehrli und Matthew Wang konnte sich um einen Platz auf den neunten Schlussrang vorarbeiten.

Der 33. Coupe de la Jeunesse 2017 in Hazewinkel sah erstmals 13 Nationen am Start. Der tschechische Ruderverband, als jüngstes Coupe-Mitglied in Hazewinkel erstmals am Start, hatte mit seinen Booten einen sehr guten Einstand und trägt zur weiteren Erhöhung des Wettkampflevels am Coupe de la Jeunesse bei. 12 von 13 Nationen vermochten mindestens eine Medaille zu gewinnen. Dominierende Nation war Grossbritannien. Die Briten vermochten sowohl bei den Juniorinnen und Junioren die Gesamtwertung zu gewinnen und sammelten auch mit Abstand die meisten Medaillen. Der Gewinn der Coupe-Trophäe war die logische Konsequenz. Mit vier Medaillen und insgesamt 13 Finalplatzierungen erreichte die Schweizer Mannschaft ein gutes Ergebnis und die SRV-Verbandszielsetzung. Der Schweizer Junioren-Achter vermochte in Hazewinkel besonders zu entzücken und lieferte vier ausgezeichnete Rennen ab. Mit 30 selektionierten Athletinnen und Athleten in neun Booten war die Schweizer Mannschaft auch quantitativ gross.

Der nächste Coupe de la Jeunesse findet vom 27.-29. Juli 2018 in Cork (Irland) statt.

Hazewinkel, 30. Juli 2017/cs.