Gold, Gold, Bronze und Bronze: vier EM-Medaillen an der EM in Glasgow

European Rowing Championships
European Rowing Championships

Gold, Gold, Bronze und Bronze: vier EM-Medaillen an der EM in Glasgow

Artikel - Gold, Gold, Bronze und Bronze: vier EM-Medaillen an der EM in Glasgow

glasgow7
Jeannine Gmelin und Michael Schmid sind Europameister. Gmelin ist erstmals Europameisterin, während Michael Schmid seinen Vorjahrestitel verteidigte. Roman Röösli im Männer-Einer und Patricia Merz/Frédérique Rol in leichten Frauen-Doppelzweier gewinnen Bronzemedaillen.

Jeannine Gmelin gewinnt im Fraueneiner ihren ersten Europameistertitel. Seinen EM-Titel erfolgreich verteidigt hat Michael Schmid im Leichtgewichtseiner. Mit einer Bronzemedaille im Männereiner kehrt Roman Röösli aus Schottland zurück. Frédérique Rol / Patricia Merz errangen im leichten Doppelzweier ebenfalls Bronze. Mit dem fünften Rang musste sich indessen der Doppelzweier der offenen Kategorie mit Barnabé Delarze und Nico Stahlberg begnügen. 2x Gold und 2x Bronze: Der Verband SWISS Rowing kehrt mit einer Rekordzahl von vier EM-Medaillen aus Schottland heim.

Ein hartes Stück Arbeit war’s für Jeannine Gmelin im Fraueneiner. Keines ihrer besten Rennen der Saison. Aber eine «Championne» macht es aus, wenn man auch die Rennen gewinnen kann, welche nicht von vornherein wie geplant verlaufen. Paroli bot Jeannine Gmelin in erster Linie die Österreicherin Magdalena Lobnig, ähnlich wie beim zweiten Weltcuprennen der Saison in Linz. «Ich tat mich mit der zweitägigen Rennpause zwischen Vorlauf und Final offenbar schwerer als erwartet», analysierte Jeannine Gmelin nach dem Rennen. «Eine gewisse Aggressivität fehlte – das fiel mir auch im Endspurt auf.» Nichtsdestotrotz setzte sie sich noch vor der Streckenhälfte an die Spitze und distanzierte die Österreicherin am Ende um 1.47 Sekunden. Nach dem Weltmeistertitel 2017 in Sarasota (Florida/USA) holte sich Jeannine Gmelin heute in Glasgow erstmals auch den Titel als Europameisterin. «Wie alles, was man zum ersten Mal erlebt, ist auch dieser EM-Titel ein spezielles Gefühl.» Ihr nächstes Ziel: Die Titelverteidigung ihres WM-Titels in fünf Wochen in Bulgarien. 

EM-Titelverteidigung erfolgreich geglückt
Michael Schmid war als EM-Titelverteidiger im Leichtgewichtseiner der «Homme à battre» und spürte das auch. «Einen Titel zu verteidigen ist schon speziell», sagte er nach dem geglückten Unterfangen. «Meine eigene Erwartungshaltung war natürlich auch entsprechend hoch.» Vom Start weg setzte er sich an die Spitze. An seine Fersen heftete sich der Italiener Martino Goretti – und liess bis ins Ziel nicht locker. Auf den letzten 500 Metern konnte sich Michael Schmid noch vom Italiener lösen und ihn mit einem Vorsprung von 1.37 Sekunden auf den zweiten Rang verweisen.

Dank Aufholjagd zu  EM-Bronze
Keinen Zweifel an seinen EM-Ambitionen hatte Roman Röösli im Männereiner aufkommen lassen, der seinen Vorlauf wie auch Halbfinal gewonnen hatte. Darum kam es eher überraschend, dass er heute im Final nicht recht aus dem Startblock zu kommen schien. «Irgendwie war ich weniger explosiv wie meine Konkurrenten», bilanzierte er im Ziel. Von Anfang an fand er sich auf dem 5. Zwischenrang wieder. «Ich musste mental sofort umstellen, weil das Rennen überhaupt nicht so lief, wie ich es mir vorgestellt hatte.» Nachdem er den Schalter umgelegt hatte, packte Roman Röösli auf den letzten 500 Metern seinen Endspurt aus und schob sich mit wuchtigen Schüben schliesslich als Dritter über die Ziellinie. 

Kampfgeist bis hinter die Ziellinie
Bis nach der 1000-Meter-Marke lagen Frédérique Rol und Patricia Merz im Final des leichten Frauendoppelzweiers an dritter Stelle. «Der Rhythmus war gut, wir hatten noch Reserven», sagte Patricia Merz. Dann schoben sich die Weltmeisterinnen aus Rumänien an ihnen vorbei und versuchten, sich von den Schweizerinnen abzusetzen. Dies liessen Rol/Merz nicht auf sich sitzen und schraubten die Schlagzahl nochmals einen Zacken höher. Kurz vor der Ziellinie lagen die Rumäninnen immer noch eine Bugballlänge vorne. Aber Frédérique Rol und Patricia Merz schafften es, sie mit ihrem fantastischen Endspurt noch abfangen und sich Bronze zu sichern. «Wir wussten ehrlich gesagt zuerst nicht, ob es noch gereicht hat. Unser Jubel war darum umso schöner», so die beiden unisono.

Nicht für einen Podiumsplatz reichte es dem Doppelzweier der offenen Kategorie mit Barnabé Delarze und Nico Stahlberg. Sie lagen früh im Rückstand, hatten mit dem welligen Wasser Mühe und schafften es nicht, den Abstand zu den führenden Booten zu verkürzen. Sie wurden schliesslich Fünfte. Nachdem diese Formation zum ersten Mal international am Start stand, ist der fünfte Rang im EM-Final ein Achtungserfolg, auf dem es aufzubauen gilt.

Schon früher am Morgen hatten Julian Müller / Andri Struzina im leichten Doppelzweier den C-Final gewonnen. Dieser Sieg bedeutet für die Nachwuchscrew insgesamt den 13. EM-Rang. Das mit Entschlossenheit geruderte Rennen entschädigte teilweise dafür, dass dem Boot im Hoffnungslauf der letzte Kick gefehlt hatte.  

Noch nie konnte der Verband SWISS ROWING mit vier Medaillen von einer Europameisterschaft heimreisen. SRV-Direktor Christian Stofer zieht darum eine entsprechend positive Bilanz: «Zwei Mal Gold und zwei Mal Bronze verteilen sich auf verschiedene Boots- und Gewichtsklassen, was die Breite unseres Kaders unterstreicht. Diese Medaillen motivieren die Athletinnen und Athleten für das nun folgende WM-Trainingslager. Der Saisonhöhepunkt mit der WM in Plovdiv steht noch aus.»


Resultate Sonntag, 05.08.2018

Frauen Einer
Final:
1. Jeannine Gmelin (SUI) 7:31,15
2. Magdalena Lobnig (AUT) 7:32,62 3. Diana Dymchenko (UKR) 7:32,67 4. Kiri Tontodonati (ITA) 7:44,95 5. Aikaterini Nikolaidou (GRE) 7:47,71 6. Mette Petersen (DEN) 7:50,82

Männer Einer 
Final:

1. Kjetil Borch (NOR) 6:49,95 2. Mindaugas Griskonis (LTU) 6:50,68 3. Roman Röösli (SUI) 6:52,06 4. Natan Wegrzycki-Szymczyk (POL) 6:53,53 5. Marko Marjanovic (SRB) 6:53,54 6. Vladislav Ryabcev (RUS) 7:00,50


Männer Einer Leichtgewichte
Final:
1. Michael Schmid (SUI) 6:54,93
2. Martino Goretti (ITA) 6:56.30 3. Samuel Mottram (GBR) 6:57,18 4. Lars Wichert (GER) 7:00,21 5. Luka Radonic (CRO) 7:02,80 6. Peter Galambos (HUN) 7:03,87

Frauen Doppelzweier Leichtgewichte
Final: 

1. Ilse Paulis / Marieke Keijser (NED) 6:57,35 2. Joanna Dorociak / Weronika Deresz (POL) 6:58,39 3. Frédérique Rol / Patricia Merz (SUI) 7:00,36 4. Gianina-Elena Beleaga / Ionela-Livia Cozmiuc (ROU) 7:00,58 5. Federica Cesarini / Valentina Rodini (ITA) 7:05,26 6. Francesca Rawlins / Eleanor Piggott (GBR) 7:08,34

Männer Doppelzweier 
Final:

1. Hugo Boucheron / Matthieu Androdias (FRA) 6:10,21 2. Marian-Florian Enache / Ioan Prundeanu (ROU) 6:10,71 3. Jack Beaumont / Harry Leask (GBR) 6:10,84 4. Mateusz Biskup / Miroslaw Zietarski (POL) 6:11,33 5. Barnabé Delarze / Nico Stahlberg (SUI) 6:18,66 6. Romano Battisti / Simone Martini (ITA) 6:18,83

Männer Doppelzweier Leichtgewichte
C-Final:
1. Julian Müller / Andri Struzina (SUI) 6:26,64
2. Ioannis Marokos / Ninos Nikolaidis (GRE) 6:28,43 3. Mattias Johansson / Filip Nilsson (SWE) 6:33,89 4. Nazar Lifshitc / Anton Kuranov (RUS) 6:37,73 5. Jaka Malesic / Marko Bolha (SLO) 6:39,27

Glasgow, 5. August 2018/vdg