World Rowing Shanghai Sprints: Zwei Medaillen für Salome Ulrich und Fabienne Schweizer

Fabienne Schweizer und Salome Ulrich (beide Seeclub Luzern) haben bei der Premiere der World Rowing Shanghai Sprints gleich zweimal Edelmetall gewonnen. Im Frauen-Doppelzweier und im Mixed-Achter standen die beiden Schweizerinnen auf dem Podest. Das World Team, für das Schweizer und Ulrich in Shanghai an den Start gingen, entschied zudem die Teamwertung für sich.


🔗 Resultate World Rowing Shanghai Sprints
 

Das neue Rennformat von World Rowing führte acht internationale Teams mit insgesamt 88 Athletinnen und Athleten zu einem zweitägigen Wettkampf mitten im Stadtzentrum von Shanghai zusammen. Auf dem Programm standen K.-o.-Rennen über 500 Meter im Einer, Doppelzweier und Mixed-Doppelzweier sowie im Mixed-Achter. Für Schweizer und Ulrich, die Bronzemedaillengewinnerinnen der WM 2026 im Frauen-Doppelzweier, bot der Anlass nicht nur die Möglichkeit, sich in ungewohnten Rennbedingungen mit internationaler Konkurrenz zu messen, sondern auch die Gelegenheit, ihre erfolgreichen Auftritte im Doppelzweier und zusätzlich im Mixed-Achter fortzusetzen.

Im Frauen-Doppelzweier knüpften Schweizer und Ulrich an ihre WM-Leistung an und sicherten sich auch in Shanghai Bronze. Nur im Halbfinalduell unterlagen sie den Irinnen. Im Rennen um die Bronzemedaille trafen sie dann die ideale Linie und gewannen gegen Rumänien. Damit beendeten sie den Wettkampf wie an der WM hinter Irland und den Niederlanden auf dem dritten Platz.

Im Mixed-Achter schafften Schweizer und Ulrich den Sprung in den Final. Dort fehlte dem World Team am Ende nur wenig zum Sieg: Das deutsche Boot setzte sich knapp durch, während das World Team die Silbermedaille gewann. In der abschliessenden Teamwertung zahlte sich die ausgeglichene Leistung des World Teams aus – es sicherte sich den Gesamtsieg vor den weiteren eingeladenen Teams.

Sprintformat mit besonderen Herausforderungen
Die Rennen in Shanghai stellten die Athletinnen und Athleten vor ungewohnte Herausforderungen. Neben der kurzen Distanz und dem K.-o.-Modus sorgte insbesondere die Streckenführung für zusätzliche Spannung: Die 500-Meter-Strecke führte um eine Flusskurve und unter zwei Brücken hindurch. Für die auf 2000 Meter spezialisierten Ruderinnen und Ruderer bedeutete dies eine deutliche Umstellung.
Eine weitere Besonderheit waren die Boote: Diese wurden vom Veranstalter gestellt. Die Teams konnten damit nicht auf ihre gewohnten und individuell eingefahrenen Boote zurückgreifen.

Neues Rennformat vor urbaner Kulisse
Mit den Shanghai Sprints will World Rowing den internationalen Rennkalender um ein kompaktes und mediengerechtes Format erweitern. Die Veranstaltung soll künftig jährlich im Rahmen der Head of Shanghai River Regatta stattfinden und ist zunächst bis 2030 geplant.
Eingeladen wurden sieben Nationen mit Teams von jeweils elf Athletinnen bzw. Athleten. Grundlage für die Auswahl waren die Resultate an den Weltmeisterschaften 2025. Zum Teilnehmerfeld gehörten die Niederlande, Grossbritannien, Rumänien, Irland, die USA, Deutschland und Gastgeber China.

Das achte Team war das World Team. Es setzte sich aus Athletinnen und Athleten der bestplatzierten Kleinboot-Crews der Weltmeisterschaften 2025 zusammen, die nicht bereits über ein Nationalteam eingeladen worden waren. Vertreten waren Griechenland, Litauen, Neuseeland, Frankreich, Serbien und die Schweiz.

Mehr als nur Wettkampf
Neben dem zweitägigen Wettkampf umfasste das Programm verschiedene Teamaktivitäten und eine grosse Eröffnungsfeier mit mehreren Aufführungen. Damit boten die Shanghai Sprints den Athletinnen und Athleten neben dem sportlichen Wettbewerb auch Gelegenheit für Begegnungen und den Austausch innerhalb der internationalen Rudercommunity.

 

Fabienne Schweizer: « Es war so ein tolles Wochenende. Wir haben so viele Leute kennen gelernt. Vor allem natürlich unter den Athletinnen und Athleten und ganz besonders bei uns im World Team, wo die Verbindung natürlich nochmal enger war. Wir haben mit Leuten geredet, mit denen wir sonst wohl nie ins Gespräch gekommen wären an einem Wettkampf. So haben wir auch einige neue Freundschaften geschlossen. 

Die Rennen waren ganz schön knackig. Man brauchte dafür nicht nur Power. Die Herausforderung begann schon bei den Booten. Die wurden ja vom Veranstalter gestellt und wir mussten sie zuerst mal selbst richtig für uns einstellen. Diese Boote haben etwas anders reagiert als unsere Boote. Darauf mussten wir mit unserer Technik reagieren. Auf der Strecke musste man dann dir richtige Linie wählen, weil es schon recht kurvig war.»

Salome Ulrich: «Nach drei Wochen nicht zusammen im Boot nach der WM war es im Doppelzweier toll, dass es auf Anhieb gleich wieder harmoniert hat. Es hat richtig Spass gemacht. Im Halbfinal im Doppelzweier hatten wir ein paar Steuerprobleme. Die Aussenbahn hat eine etwas grössere Kurve als die andere. Zwar war der Abstand der Startpodeste angepasst wie in der Leichtathletik, aber das hat den Nachteil nicht ganz ausgeglichen. Hier haben wir auf der Aussenbahn dann Freundschaft mit der ein paar Bojen geschlossen. Im B-Final haben wir dann unsere beste Linie getroffen und damit Bronze gewonnen. 

Im Mixed Achter mit dem World Team heute haben wir uns dann ein bisschen herangetastet unter anderem mit unserer Steuerfrau, die kein Englisch konnte, es dann aber auch super gemacht hat. Im Achter haben wir es dann in den Final geschafft und sind hier – wieder auf der Aussenbahn – Zweite hinter Deutschland geworden. Wir sind mega stolz drauf, was wir mit dem Team erreichen konnten. Sechs verschiedene Rudernationen einfach so zusammenzuwürfeln und so zusammenzubringen, das hat gefegt. Und Power, Wille und Teamwork waren effektiv da.»

Foto: World Rowing


Sarnen, 27. September 2026 / NS

 

World Rowing Shanghai Sprints vom 26./27. September 2026 (World Rowing)