Sicherheit im Rudersport

Sicherheit hat im Rudersport und generell auf den Schweizer Gewässern zu jeder Zeit oberste Priorität. Rudern ist ein sicherer Sport, sofern die Naturgesetze, die Verkehrsregeln auf dem Wasser und das eigene Leistungsvermögen richtig eingeschätzt werden. SWISS ROWING bemüht sich gemeinsam mit den angeschlossenen Clubs, ein sicheres Trainings- und Freizeitumfeld für alle Alters- und Leistungsklassen zu gewährleisten.

 

Die goldenen Regeln der Sicherheit

Eigenverantwortung und Ausbildung

Jedes Mitglied im Boot trägt Verantwortung für sich, die Crew und das Material. Die Steuerleute und die Obleute im Boot müssen über die nötige Reife und Ausbildung verfügen, um das Boot sicher zu führen und die Wetterlage korrekt einzuschätzen. Anfängerinnen und Anfänger sollen Gewässer nur in Begleitung von erfahrenen Clubmitgliedern oder Instruktoren befahren.


Sichtbarkeit und adäquate Ausrüstung

Rudereinheiten finden oft in den frühen Morgenstunden oder in der Abenddämmerung statt. Eine mangelnde Sichtbarkeit ist eine der häufigsten Unfallursachen.

  • Bekleidung: Bei diffusen Lichtverhältnissen ist helle, reflektierende Oberbekleidung in Neonfarben für alle Crewmitglieder empfohlen.
  • Beleuchtung: Bei Fahrten vor Sonnenaufgang, nach Sonnenuntergang sowie bei Nebel oder unsichtigem Wetter muss jedes Boot zwingend mit einem rundum sichtbaren, weissen Haltelicht ausgerüstet sein.
  • Rettungswesten: Das Mitführen einer zertifizierten Rettungsweste pro Bootsinsasse ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei Wassertemperaturen unter zehn Grad oder bei Fahrten auf Fliessgewässern ist das Tragen von ohnmachtsicheren Rettungswesten für alle Personen an Bord dringend empfohlen.


Vortrittsregeln auf Schweizer Gewässern

Auf den Schweizer Seen und Flüssen regelt die Schweizerische Binnenschifffahrtsverordnung den Verkehr. Ruderboote gehören zur Kategorie der Muskelkraftboote. Es gilt folgende strikte Vortrittshierarchie:

  1. Kursschiffe, Blaulichtschiffe und grosse Passagierschiffe haben immer absoluten Vortritt.
  2. Segelboote unter Segeln haben Vortritt vor Ruderbooten.
  3. Ruderboote haben Vortritt vor Motorbooten und Segelbooten, die unter Motor laufen.
  4. Gegenüber anderen Muskelkraftbooten wie Kanus oder Stand-up-Paddlern gilt die Regel der gegenseitigen Rücksichtnahme, wobei das wendigere Boot ausweicht.

 

Verhalten bei Wetterrisiken und im Notfall

Sturmwarnung und Gewitter

Die Sturmwarnleuchten an den Schweizer Seen sind ein verbindliches Aufforderungssignal.

  • Starkes Blinklicht mit rund 40 Aufblitzen pro Minute: Bedeutet Vorsicht und signalisiert die Vorwarnung eines Starkwindereignisses. Crews sollten die Nähe des Ufers suchen und die Wetterentwicklung genau beobachten.
  • Schnelles Blinklicht mit rund 90 Aufblitzen pro Minute:  Sturmwarnung. Es besteht unmittelbare Gefahr. Die Fahrt ist sofort abzubrechen und der nächste sichere Hafen oder Uferabschnitt anzusteuern.
  • Gewitter: Bei aufziehenden Gewittern und Blitzschlaggefahr ist das Wasser unverzüglich zu verlassen. Gewitter sind auf dem See sind besonders gefährlich, da offene Boote keinen Schutz vor Blitzschlag bieten und das Wasser als sehr guter Leiter den Strom weitreichend verteilt.


Wichtigste Regel bei Kenterungen: Das Boot ist der beste Rettungskörper. Verlassen Sie das Boot nach einer Kenterung niemals, um an Land zu schwimmen. Die Distanz zum Ufer wird optisch fast immer unterschätzt. Bleiben Sie beim Boot, klammern Sie sich daran fest und machen Sie lautstark auf sich aufmerksam.

 

Weiterführende Dokumente

🔗 Sicherheits-Kit für Ruderer
🔗 SWISS ROWING Safety Norm A4 DE
🔗 SWISS ROWING Safety Norm A4 FR
🔗 SWISS ROWING Safety Norm A4 IT