Beach Sprint EM/JEM in La Línea: Junges Team behauptet sich
Am zweiten und finalen Tag der diesjährige Europameisterschaften im Beach Sprint Rowing standen neben den nachzuholenden Knockouts im Mixed Doppelzweier auch sämtliche Finalläufe in allen Kategorien an – vom Viertelfinal bis zum A-/B-Final. Die Bedingungen am Strand von La Línea nahe Gibraltar waren dafür erneut ideal. Das Top-Resultat aus Schweizer Sicht erzielte Yannick Raschle im Solo der Männer mit Rang fünf.
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Bei Sonne, angenehm warmen Temperaturen und zunächst nur leichtem Wind machten sich am Morgen noch drei Schweizer Crews für ihre Rennen parat. Darin trafen die zum Teil noch sehr jungen Athletinnen und Athleten – unterstützt von ihren beiden Boat Handlern Pamela Weishaupt und Martino Goretti – dann durchweg auf starke Konkurrenz.
Rennberichte nach Kategorie (chronologisch)
Mix Doppelzweier (CMix2x)
Die erste K.O.-Runde im Mixed Doppelzweier der offenen Kategorie war wegen einer Rennverzögerung vom gestrigen Abend auf den heutigen Morgen verlegt worden. Das betraf aus Schweizer Sicht das Duo Arielle Berner und Florian Deléglise (beide Lausanne Sports Section Aviron). Die beiden hatten damit heute im dritten Duell des Tages gegen Litauen anzutreten. Damit traf die sehr junge Crew, die letztes Jahr noch beim Nachwuchswettbewerb Coupe de la Jeunesse im Einsatz war, auf ein sehr erfahrenes Team. Dominykas Jancionis und Martyna Kazlauskaite sind die amtierenden Weltmeister in dieser Bootsklasse und seit Jahren auf Elitelevel im Classic und Beach Sprint Rowing aktiv. Schon beim Sprint auf dem Sand war die Litauerin etwas schneller und mit einer hohen Schlagzahl und kräftigen Schlägen setzte sie sich zusammen mit ihrem Partner dann auch auf dem Wasser weiter vom Schweizer Boot ab. Die beiden Schweizer investierten alles und fuhren ein gutes Rennen, konnten aber mit der engen Linie und dem aggressiven Tempo der starken Konkurrenz noch nicht mitgehen. So resultierte am Ende Rang 15 an dieser EM (24 Teams).
Junior Solo (CJM1x)
Im Einer der Junioren vertrat Tim Gisler (Seeclub Sempach) die Schweiz heute in der Runde der besten acht. In dem Duell um den Einzug in den Halbfinal trat er gegen den Ungarn Adam Moor an. Das Rennen startete sehr gut für Gisler, der beim Sprint auf dem Sand auf Augenhöhe war mit dem Ungarn und nach einem flüssigen Einstieg ins Boot auch die ersten Schläge gleichauf war. Dann allerdings ein plötzlicher Stopp – Abbruch de Rennens wegen eines technischen Fehlers beim Start. Für beide Ruderer hiess es wenden und zurück an die Startlinie. Beim zweiten Mal kam Gisler dann nicht so flüssig weg wie beim ersten Anlauf. Schon nach den ersten Schlägen im Boot lag er hinter Moor zurück. Mit kräftigen Schlägen setzte sich der Ungar dann weiter ab. Bei der Wende driftete Gisler zusätzlich etwas weiter von der Boje weg und damit wurde der Rückstand endgültig zu gross, um ihn bei einem fehlerfreien Rückweg von Moor noch einmal wettzumachen. Dieser gelang dem Ungarn, was Gisler damit aus dem Wettbewerb ausscheiden liess. Tim Gisler beendet seinen ersten internationalen Einsatz für SWISS ROWING bereits mit Rang acht (21 Starter).
Männer Solo (CM1x)
Ebenfalls mit dem Viertelfinal ging der Wettbewerb heute für Yannick Raschle (Ruderclub Erlenbach) im Männer-Einer weiter. Der Erlenbacher, der schon im Jahr zuvor an der EM im Viertelfinal stand, traf heute auf den damaligen Silbermedaillengewinner aus Spanien, Ander Martin, der 2025 auch an der WM noch Silber gewann. Strandsprint und Einstieg ins Boot verliefen flüssig für den Erlenbacher. Die ersten Schläge ruderte der Spanier aber dann mit mehr Aggressivität und einer höheren Frequenz, womit er sich vom Schweizer absetzen konnte. Auf die Wende zu sah es so aus, als käme Raschle mit einem etwas effizienteren Schlag und einem guten Bootslauf wieder an den Spanier heran. Die Wende gelang ihm dann allerdings nicht so eng und schnell wie am Vortag. Hier verlor er wieder wertvolle Meter, die er gegen den hochmotivierten Lokalmatador, trotz eines engagierten Rennens bis zum letzten Schritt, nicht mehr aufholen konnte. Auch Yannick Raschle schloss die EM mit einem starken fünften Rang ab (30 Starter).
Fazit Pamela Weishaupt, Cheftrainerin & Teamleiterin: "Unser Team war ja sehr jung und grösstenteils auch unerfahren. Alle Aktiven haben ihr Potential aber voll eingebracht und eine gute Lernkurve gezeigt. Es muss uns ja darum gehen, Interessierte zu fördern und eine Breite in diesem Sport zu schaffen. Die besten Skills zeigen dabei jetzt schon diejenigen, die sich auch im Club mit Beach Sprint Rowing befassen und entsprechende Wettkämpfe bestreiten. Es braucht neben den physiologischen Voraussetzungen unbedingt auch Erfahrung in dieser Disziplin – speziell im Rudern auf dem Meer. Anders als im Flachwasserrudern lässt sich das Boot hier weniger kontrollieren. Man muss lernen, es mit den Wellen tanzen zu lassen."
Sarnen, 17. September 2026 / NS