EM Varese: Claire Ghiringhelli gewinnt erneut Bronze
Am zweiten Finaltag der Ruder-Europameisterschaften konnte SWISS ROWING die zweite Medaille feiern. Pararuderin Claire Ghiringhelli errang wie schon 2025 in Plovdiv Bronze. Aurelia-Maxima Janzen und Kai Schätzle fuhren im Skiff jeweils auf den sechsten Rang. Verbandsdirektor Christian Stofer zieht eine positive Bilanz nach diesen Titelkämpfen.
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Der Wettkampftag begann mit einer Rennverschiebung aufgrund eines drohenden Gewitters. Das Gewitter blieb aus, brachte aber immerhin vorübergehend etwas kühlere Luft nach Varese. Knapp 90 Minuten später als geplant ging Claire Ghiringhelli in ihr Rennen. Unbeeindruckt von diesen Umständen überzeugte der Schweizer Trumpf im Pararudern erneut. Nach dem Sieg auf dem Rotsee vor wenigen Wochen holte sich Ghiringhelli zum zweiten Mal die EM-Bronzemedaille.
Kai Schätzle und Aurelia-Maxima Janzen hatten im Einer jeweils schon mit der Qualifikation für den A-Final den Beweis geliefert, unter den Besten ihres Fachs zu sein. Beide schlossen die Regatta heute auf dem sechsten Rang ab.
Fazit Christian Stofer, Direktor SWISS ROWING: «Die Gesamtbilanz dieser Europameisterschaften ist für SWISS ROWING positiv. Sieben von acht Booten haben es in den A-Final geschafft. Wobei das absolute Highlight natürlich der Gewinn der Goldmedaille durch den Frauen-Doppelvierer war – aus meiner Sicht eine sehr beeindruckende Leistung. Lisa und Flavia Lötscher, Célia Dupré und Nina Wettstein haben zwei sehr reife Rennen gezeigt. Sie haben sich nie aus der Ruhe bringen lassen, eine präzise Technik präsentiert und beide Rennen in einem souveränen Rhythmus bestritten. Am Schluss konnten sie sogar noch einmal zusetzen.
Dank Claire Ghiringhelli gab es auch noch eine zweite Medaille im Pararudern, die die gute Bilanz des Teams abrundet.
Wir haben aber auch noch gewisse Baustellen gesehen bei Booten, die hier nicht im Bereich der Erwartungen abgeschlossen haben. Bis zu den Weltmeisterschaften haben wir jetzt noch Zeit, daran zu arbeiten. Insgesamt war die EM eine interessante Standortbestimmung auf dem Weg zur WM. Um sich dafür den Feinschliff zu holen, trainiert das Team in den kommenden drei Wochen wieder in Sarnen.»
RENNBERICHTE (in chronologischer Reihenfolge)
PR1 Frauen-Einer
1.UKR, 2. NED, 3. SUI, 4. SWE, 5. CZE, 6. POL
Im Para-Einer der Frauen gab es mit der Ukrainerin Anna Shermet eine Topfavoritin auf den Sieg. Sie hatte bereits das Bahnverteilungsrennen am Freitag gewonnen. Im Final liess Shermet ebenfalls zu keinem Zeitpunkt Zweifel an ihrer Form aufkommen. Von Beginn an setzte sie sich an die Spitze des Feldes und baute ihren Vorsprung über die Strecke kontinuierlich aus. Claire Ghiringhelli (Società Canottieri Locarno) versuchte, sich an die Fersen der Niederländerin Eva Mol zu heften, hinter der sie im Vorrennen am Freitag den dritten Rang belegt hatte. Das gelang ihr auch sehr gut. Der Abstand auf Mol betrug nie viel mehr als drei Sekunden, doch die Niederländerin behauptete ihre Position konsequent. Mit ihrer Taktik verteidigte Ghiringhelli auch deutlich die dritte Position gegenüber den Ruderinnen aus Schweden, Tschechien und Polen.
Frauen-Einer
1.GBR, 2. SRB, 3. LTU, 4. UKR, 5. BEL, 6. SUI
Auch im Frauen-Einer war mit einem Favoritinnensieg zu rechnen gewesen. Lauren Henry aus Grossbritannien hatte sowohl den Vorlauf als auch den Halbfinal in souveräner Manier gewonnen. Dahinter allerdings hatten sich die Platzierungen unter den weiteren Finalistinnen in den vorherigen Läufen mehrfach verschoben.
Zu Beginn des Finals übernahm erneut Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone) die Initiative. Beinahe eine Bootslänge konnte sie sich kurzzeitig vor ihre Kontrahentinnen schieben. Die erfahrenen Ruderinnen aus Litauen, Grossbritannien und Serbien gingen aber bald vorbei. Janzen hielt sich über die Streckenmitte auf der vierten Position und hatte die Belgierin sowie die Ukrainerin hinter sich. Im dritten Streckenviertel forcierte Henry das Tempo und zog von Viktorija Senkute und Jovana Arsić weg. Gleichzeitig wurde auch die Distanz der drei auf Janzen grösser. Während sich an der Reihenfolge der drei Erstplatzierten nichts mehr änderte, musste die Schweizerin im Zielsprint schliesslich auch noch die Belgierin und die Ukrainerin vorbeiziehen lassen.
Männer-Einer
1.GER, 2. AIN, 3. GRE, 4. ROU, 5. BEL, 6. SUI
Der Final im Männer-Einer ähnelte zu einem wesentlichen Teil dem Final am Weltcup in Luzern. Neben Kai Schätzle (SC Luzern) hatten sich auch der Sieger von Luzern, Oliver Zeidler, sowie der unter neutraler Flagge startende Zweite Yauheni Zalaty qualifiziert. Zusätzlich stand auch der letztjährige Weltmeister Stefanos Ntouskos aus Griechenland an der Startlinie. Ergänzt wurde das Feld durch den überraschenden Halbfinalsieger aus Rumänien, Mihai Chiruta, und den Belgier Tristan Vandenbussche.
Unumstrittener Favorit des Rennens war der Deutsche Oliver Zeidler. Dahinter allerdings war nach den Vorergebnissen ein halbwegs offenes Rennen zu erwarten.
Nach einem schnellen Start aller Boote schob sich erwartungsgemäss der Deutsche in Führung. Schätzle behauptete sich vorerst in einem Pulk der übrigen Ruderer. Aus diesem Pulk konnten sich nach der Streckenhälfte Ntouskos und Zalaty befreien. Im Endspurt schob sich mit einer ähnlichen Energieleistung wie im Halbfinal der Rumäne Chiruta an das Führungstrio heran. Doch ihm gelang es nicht, noch einen der Medaillenanwärter zu überholen. In der Schlussposition liegend addierten sich für Schätzle schliesslich die Sekunden auf die Vorderen. Neuer Europameister wurde Oliver Zeidler vor Zalaty und dem Griechen. Schätzle kam als Sechster ins Ziel.
Varese, 2. August 2026 / NS