„No-Billag-Initiative“ schadet dem Schweizer Rudersport

Am 4. März stimmt das Schweizer Stimmvolk über die No-Billag-Initiative ab. Die Initiative will die Gebühren für Radio und Fernsehen in der Schweiz abschaffen und die Sendekonzessionen an den Meistbietenden versteigern.

Die SRG und 34 private Radio- und Fernsehstationen könnten ihre Aktivitäten nicht mehr über Gebühren finanzieren. Das hätte auch negative Auswirkungen auf den Schweizer Rudersport.

Der Vorstand des Schweizerischen Ruderverbandes sieht den Schweizer Rudersport durch die Inhalte der No-Billag-Initiative als direkt betroffen an und setzt sich gemäss seinen Statuten für die Interessen des Schweizer Rudersports ein.

Die SRG deckt mit ihren Radio- und Fernsehprogrammen die grosse Sportvielfalt der Schweiz ab. Der Service public hat die Aufgabe, den Sport in seiner gesamten Breite abzubilden und damit zur Verankerung in der Gesellschaft beizutragen. In den vergangenen Jahren berichtete sie über rund 100 Sportarten, auch über den Schweizer Rudersport. Dadurch bietet die SRG auch Sportarten mit wenig Medienpräsenz eine Plattform. Für private Anbieter rentiert dies nicht. Mit der Übertragung von Sportveranstaltungen leisten Radio und Fernsehen eine direkte und indirekte Unterstützung für Veranstaltungen, Sportverbände und Sportvereine.

Sportevents, auch die LUCERNE REGATTA, sind auf die SRG als Host Broadcaster angewiesen

Die SRG produziert viele grosse und auch kleinere Sportveranstaltungen in der Schweiz, von der Tour de Suisse über Athletissima bis zur LUCERNE REGATTA. Die Produktion durch die SRG ist für internationale Spitzenanlässe überlebenswichtig, denn keine TV-Präsenz bedeutet weniger Verbreitung und Beachtung, was wiederum zu weniger Einnahmen durch Werbung und Sponsoring führt.
Die Sicherstellung der alljährlichen professionellen Live-Produktion der Weltcup-Finalrennen auf dem Rotsee durch die SRG als Host Broadcaster (Produktion des weltweiten Sendesignals) ist für die Durchführung und den Erfolg der LUCERNE REGATTA ganz zentral. Ohne Host Broadcaster können Weltcup-Rennen auf dem Rotsee nicht mehr durchgeführt werden oder wären zumindest hochgradig gefährdet. Die SRG ist somit eine wichtige und langjährige Partnerin der LUCERNE REGATTA und des SRV. Andreas Bucher, OK-Präsident der LUCERNE REGATTA meint denn auch: „Die Live-Produktion von Sportveranstaltungen in einer Naturarena wie dem Rotsee erfordert viel Erfahrung und ist mit einem hohen Aufwand verbunden, welche unter rein kommerziellen Gesichtspunkten kaum zu finanzieren ist. Die Finanzierung der LUCERNE REGATTA ohne Service public wäre in Zukunft schlicht nicht mehr machbar.“

Bei der Übertragung von Events legt die SRG den Schwerpunkt auf die Schweizer Sportlerinnen und Sportler, bei nationalen wie internationalen Sportereignissen. Das ist wichtig für die Schweiz, denn unsere «Sportheldinnen» und «Sporthelden» sind Vorbilder für die nächste Generation.
Und: Grosse Sportereignisse wecken Emotionen, stiften Identität und verbinden über einzelne Landesteile hinaus.  

Freundliche Grüsse
SCHWEIZERISCHER RUDERVERBAND
Stéphane Trachsler, Präsident
Christian Stofer, Direktor

PS: Der Schweizerische Ruderverband nimmt grundsätzlich nicht Stellung zu politischen Themen, aber gemäss seinen Statuten setzt er sich für die Interessen des Rudersports in der Gesellschaft ein. In diesem Falle sieht er sich als direkt Betroffener in der Position, klar aufzeigen zu müssen, dass eine Annahme der Initiative direkte Auswirkungen auf den Schweizer Rudersport, insbesondere auch die Live-Übertragung der LUCERNE REGATTA auf dem Rotsee hätte.

(Foto: Bernhard Marbach)