WM Linz: Zwei Vorlaufsiege – sechs Boote direkt im Viertelfinal

WM Linz: Zwei Vorlaufsiege – sechs Boote direkt im Viertelfinal

Artikel - WM Linz: Zwei Vorlaufsiege – sechs Boote direkt im Viertelfinal

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Guter Schweizer Auftakt: Jeannine Gmelin im Fraueneiner und Jan Schäuble im Leichtgewichtseiner gewannen ihren Vorlauf heute in souveräner Manier. Vier weitere Schweizer Boote holten sich mit jeweils einem zweiten Rang ebenfalls einen direkten Startplatz im Viertelfinal.

Der Vierer-ohne muss am Dienstag den Umweg über den Hoffnungslauf antreten. 

>> Bilder Swiss Rowing Team vom Sonntag, 25. August 2019 in Linz-Ottensheim

Bei heissen Temperaturen um dreissig Grad und hoher Luftfeuchtigkeit startete das SWISS ROWING Team heute Sonntag erfolgreich in die WM-Woche. Sieben von acht Booten standen im Einsatz, sechs konnten sich direkt für die Viertelfinals qualifizieren.

Jeannine Gmelin zum WM-Auftakt mit Vorlaufsieg

Im Fraueneiner haben sich im vorolympischen Jahr insgesamt 39 Nationen eingetragen. In Jeannine Gmelins Vorlauf kamen darum nur die ersten beiden Boote direkt in Viertelfinal. Entsprechend setzte sich zuerst einmal die Chinesin Yan Jiang in Szene und übernahm vom Start weg die Spitzenposition. Das beunruhigte Jeannine Gmelin aber überhaupt nicht. Sie legte nach und übernahm noch vor der 1000-Meter-Marke die Führung. Bis ins Ziel konnte sie die Chinesin in einem kontrollierten Rennen um über vier Sekunden distanzieren. «Das war ein guter Auftakt in die WM-Woche», zeigte sich Jeannine Gmelin zufrieden. «Auf dieser Leistung kann ich für die nächsten drei Rennen aufbauen.»

Chinas Weckruf an Röösli / Delarze

Auch im Vorlauf des Männer-Doppelzweiers sollte China eine entscheidende Rolle spielen. Es kam zu einem spannenden Direktvergleich zwischen Roman Röösli / Barnabé Delarze und den Chinesen, die sowohl beim Weltcup in Poznan als auch in Rotterdam nur knapp die Qualifikation für den A-Final verpasst hatten. China – inzwischen bekannt für schnelle Starts - schoss auch heute sofort aus dem Startblock. Röösli / Delarze konterten und lagen nach 500 Metern nur 33 Hundertstel dahinter auf dem zweiten Zwischenrang. 62 Hundertstel Rückstand waren es nach 1000 Metern. Trotzdem gab sich Barnabé Delarze nach dem Rennen selbstkritisch: «Es lief uns nicht nach Plan. Hoffentlich war das unser Weckruf und wir können unser Level im Viertelfinal steigern.» Denn auf der zweiten Streckenhälfte baute China seinen Vorsprung noch aus. Röösli / Delarze belegten den zweiten Rang und qualifizierten sich für den Viertelfinal. «Wir wissen jetzt, was wir verbessern müssen», sagte Roman Röösli.

Leichtgewichte überzeugten

Beeindruckend war, was der erst 19-jährige Jan Schäuble zum WM-Auftakt in Linz im Leichtgewichtseiner ablieferte. Er holte sich den Vorlaufsieg und die direkte Qualifikation für den Viertelfinal. Im Abstand von gerade mal einer Sekunde passierten die ersten vier Boote die 500-Meter-Marke. Jan Schäuble lag auf dem dritten Zwischenrang. «Das Rennen war auf den ersten 1000 Metern um einiges enger als ich erwartet hatte», gab er nach dem Rennen zu. «Plötzlich aber merkte ich, dass der erste Platz drin liegen könnte.» Also drehte er kurz vor Streckenhälfte auf und übernahm unerschrocken die Spitze. Danach setzte er sich Ruderschlag um Ruderschlag ab, kontrollierte das Rennen von vorne und ruderte schliesslich mit guten zwei Längen Vorsprung auf den US-Amerikaner Tyler Nase ins Ziel. 

Souverän war auch der Auftritt von Frédérique Rol und Patricia Merz. Sie qualifizierten sich mit ihrem zweiten Rang im leichten Doppelzweier hinter den Europameisterinnen aus Weissrussland ebenfalls direkt für den WM-Viertelfinal. Die Schweizerinnen lagen vom Start weg auf dem zweiten Zwischenrang. Kurz nach Streckenhälfte steigerten sie ihre Schlagzahl auf 36 Schläge pro Minute und testeten ihren langen Endspurt. «Wir versuchten einfach unseren Rennplan durchzuziehen», erklärte Patricia Merz nach dem Rennen. «Dazu gehörte auch der Endspurt.» Schon die ganze Saison feilen die beiden an ihrer Spurtfähigkeit auf den letzten 750 Metern. Fast wäre es ihnen noch gelungen die Weissrussinnen abzufangen. Im Ziel trennte sie nur noch eine halbe Bootslänge vom Vorlaufsieg.

Einen überzeugenden ersten gemeinsamen Auftritt auf Top-Niveau zeigten Fiorin Rüedi und Andri Struzina im leichten Doppelzweier. «Wir wollten zeigen, dass mit uns zu rechnen ist», bilanzierte Andri Struzina. Sofort nach dem Startsignal hefteten sich die Schweizer an die Fersen der favorisierten Iren und passierten die 500-Meter-Marke mit acht Zehntel Rückstand auf dem zweiten Zwischenrang. Die in Führung liegenden Iren hielten den Vorsprung zum Schweizer Boot konstant, während Rüedi / Struzina ebenso konstant das drittplatzierte dänische Boot auf Distanz halten konnte. «Wir sind in etwa dort, wo wir es uns vorgestellt hatten. Das gibt uns ein gutes Gefühl.» Mit ihrem zweiten Rang im Vorlauf qualifizierten sich die Schweizer direkt für den Viertelfinal. 

Vierer-ohne: Zweite Chance im Hoffnungslauf

Der Vierer-ohne mit Joel Schürch, Augustin Maillefer, Paul Jacquot und Markus Kessler musste sich in seinem Vorlauf einem hochkarätig besetzten Feld stellen. Hinzu kam, dass sich nur das Siegerboot direkt für den Halbfinal qualifizierte. Die Hürde lag hoch. Die starken Briten liessen sich nicht zwei Mal bitten und ruderten einem Start-Ziel-Sieg entgegen, während sich das Schweizer Boot bis zur 1500-Meter-Marke hinter Deutschland und Neuseeland lange auf dem vierten Zwischenrang halten konnte. Auf dem dritten Streckenviertel zog Frankreich an den Schweizern vorbei und verwies sie schliesslich auf Rang Fünf. Am Dienstagvormittag rudert der Schweizer Vierer-ohne nun im Hoffnungslauf um den Einzug in den Halbfinal. Auch dort werden nur die ersten beiden Boote weiterkommen. 

Last but not least – Nico Stahlberg im Einer auf Kurs

Nico Stahlberg stand heute im Männereiner als letztes Schweizer Boot im Einsatz. Ihm gelang mit dem zweiten Rang hinter dem Norweger Kjetil Borch ebenfalls die direkte Qualifikation für den Viertelfinal. Nach 500 Metern lag Nico Stahlberg zwar noch auf dem dritten Zwischenrang, was nicht für ein direktes Weiterkommen gereicht hätte. Das Boot aus Mexiko überholte Stahlberg indessen noch vor der 1000-Meter-Marke. Während der Mexikaner dem raschen Start Tribut zollen musste, setzte Nico Stahlberg dem Norweger nach, ruderte entschlossen und stark dem Ziel entgegen. Er klassierte sich souverän auf dem zweiten Schlussrang. 

Der Frauen-Doppelzweier der offenen Kategorie mit Sofia Meakin und Pascale Walker bestreitet seinen Vorlauf erst morgen Montag.  

Ruder-WM Linz-Ottensheim (Ö)
Resultate Vorläufe Sonntag, 25.08.2019:

Offene Gewichtsklasse
Frauen Einer (W1x)
1. Jeannine Gmelin (SUI) 7:52.39 (=> Viertelfinal)
2. Yan Jiang (CHN) 7:56.97 3. Svetlana Germanovich (KAZ) 8:15.61 4. Alejandra Alonso (PAR) 8:35.71

Männer Einer (M1x)
1. Kjetil Borch (NOR) 6:59.25 2. Nico Stahlberg (SUI) 7:03.24 (=> Viertelfinal) 3. Juan Carlos Cabrera (MEX) 7:18.58 4. Vladislav Yakovlev (KAZ) 7:20.80 5. Rohit Kumar (IND) 7:23.90 6. Dara Alizadeh (BER) 7:36.65

Männer Doppelzweier (M2x)
1. Liang Zhang / Zhiyu Liu (CHN) 6:31.11 2. Roman Röösli / Barnabé Delarze (SUI) 6:35.10 (=> Viertelfinal) 3. Bradley Betts / Mzwandile Sotsaka (RSA) 6:43.70 4. Aleksandr Matveev / Nikita Eskin (RUS) 6:51.66 5. Sikmeet Singh / Swarn Singh Singh (IND) 6:54.35

Männer Vierer-ohne (M4-)
1. Grossbritannien 6:02.62 2. 2. Deutschland 6:05.06 3. Frankreich 6:06.49 4. Neuseeland 6:07.17 5. Schweiz (Joel Schürch, Augustin Maillefer, Paul Jacquot, Markus Kessler) 6:11.24 (=> Hoffnungslauf) 6. Ägypten 6:26.82

Leichtgewichte
Männer Einer (LM1x)
1. Jan Schäuble (SUI) 7:19.19 (=> Viertelfinal)
2. Tyler Nase (USA) 7:24.45 3. Milos Stanojevic (SRB) 7:37.82 4. Gary O’Donovan (IRL) ) 8:06.49 5. Richard Vanco (SVK) 8:59.95

Frauen Doppelzweier (LW2x)
1. Alena Furman / Anastasiia Ianina (BLR) 7:11.34 2. Frédérique Rol / Patricia Merz (SUI) 7:13.07 (=> Viertelfinal) 3. Sophia Krause / Katrin Thoma (GER) 7:27.68 4. Laura Arndorfer / Louisa Altenhuber (AUT) 7:30.41 5. Olga Svirska / Evita Bole (LAT) 7:42.46

Männer Doppelzweier (LM2x)
1. Paul O’Donovan / Fintan McCarthy (IRL) 6:28.02 2. Fiorin Rüedi / Andri Struzina (SUI) 6:31.76 (=> Viertelfinal) 3. Alexander Modest / Emil Espensen (DEN) 6:34.01 4. Mitsuo Nishimura / Yuki Ikeda (JPN) 6:41.66 5. Bhagwan Singh / Arvind Singh (IND) 6:48.09