Vier Schweizer Boote im EM-Final

Vier Schweizer Boote im EM-Final

Artikel - Vier Schweizer Boote im EM-Final

Mit ihrem Sieg im Halbfinal qualifizierten sich Jeannine Gmelin im Einer sowie Rol / Merz im leichten Doppelzweier eindrücklich für den A-Final. Zudem holten sich Röösli / Delarze im Männer-Doppelzweier und Sofia Meakin im Leichtgewichtseiner einen Finalplatz.

Jeannine Gmelin wurde ihrer Favoritenrolle im EM-Halbfinal heute gerecht. Sie startete schnell und überraschte damit ihre Konkurrentinnen. «Ich ging zwar nicht mit dem Ziel ins Rennen, auf den ersten Metern schon zu führen», erklärte sie nach dem Rennen. «Aber ich konnte heute umsetzen, woran ich in den letzten Wochen trainiert hatte.» Gmelins Start-Ziel-Sieg war eine Demonstration und unterstrich eindrücklich ihre Ambitionen im A-Final von morgen, wo sie auf die amtierende Weltmeisterin Sanita Puspure aus Irland treffen wird. «Ich freue mich riesig auf den morgigen Final.» 

Mit einem langen und unwiderstehlichen Endspurt auf den letzten 500 Metern gewannen auch Frédérique Rol und Patricia Merz im Doppelzweier der Leichtgewichte ihren Halbfinal. Bei der 500-, 1000- und 1500-Meter-Marke lagen die Italienerinnen stets vorne, Rol/Merz lauerten auf Rang Zwei. Dann drehten die beiden Schweizerinnen auf. Patricia Merz: «Dank unserem guten Rhythmus können wir unseren Endspurt inzwischen kontrolliert ausführen.» Unter lautem Jubel und begleitet von vielen Kuhglocken setzten sie sich direkt vor den Zuschauertribünen an die Spitze und verwiesen die Italienerinnen auf den zweiten Rang. «Das tolle Publikum bringt eine positive Energie ins Boot.»

Schneller Start zeigte Wirkung

Mit Spannung erwartet worden war auch der Halbfinal im Doppelzweier der offenen Gewichtsklasse. «Wir waren gewarnt.» Roman Röösli und Barnabé Delarze wussten um die guten Boote im Teilnehmerfeld und planten einen schnellen Start. Dieser gelang. Nach 500 Metern lagen die Schweizer in Führung. «Dass die Polen uns vor der Streckenhälfte überholten, machte uns nicht nervös», sagte Röösli nach dem Rennen. Bug an Bug mit dem polnischen Boot ging es über die Strecke. Auch die 1500-Meter-Marke passierten die Polen mit einem hauchdünnen Vorsprung. Auf der Aussenbahn startete Rumänien einen gefährlichen Spurt. Das Boot aus Deutschland, das die Schweizer vor zwei Wochen in Duisburg noch geschlagen hatte, konnte hingegen nicht mehr zusetzen. Röösli/Delarze holten sich den zweiten Rang hinter den Polen und die Qualifikation für den A-Final. 

Zudem feierte die junge Genferin Sofia Meakin im Hoffnungslauf des Leichtgewichtseiners einen unangefochtenen Start-Ziel-Sieg. «Heute war ich deutlich entspannter und spürte, wie meine Ruderschläge ruhiger und stärker waren.» Auch sie holte sich mit diesem souveränen Rennen die verdiente Finalqualifikation. 

Fünf Boote in den B-Finals

Zwei harte Rennen standen auf dem Tagesprogramm von Nico Stahlberg im Einer. Nachdem er am frühen Morgen souverän eine Runde weitergekommen war, wurde er im Halbfinal schliesslich Fünfter und rudert morgen um die Ränge 7-12. «Ich kam zwar gut ins Rennen und konnte Druck machen», bilanzierte er nach dem Halbfinal. 500 Meter vor dem Ziel rissen seine Konkurrenten aber ein Loch auf, das er nicht mehr zu schliessen vermochte. 

Der junge Zentralschweizer Jan Schäuble schaffte im Leichtgewichtseiner keinen erneuten Exploit. Bis zur 1000-Meter-Marke ruderte er zwar auf dem dritten Zwischenrang, der für die Finalqualifikation gereicht hätte. Aber der Kroate auf der Bahn direkt neben ihm arbeitete sich kontinuierlich vom fünften auf den dritten Rang vor. Schäuble konnte nicht kontern und wurde Vierter.

Der Vierer-ohne mit Augustin Maillefer, Paul Jacquot, Joel Schürch und Markus Kessler verpasste den A-Final ebenfalls knapp, nachdem sich das Boot lange auf dem 3. Rang halten konnte. Die Ukraine schob sich auf den letzten 500 Metern noch an den Schweizern vorbei. 

Die beiden Doppelvierer – besetzt mit vielversprechenden Nachwuchsruderinnen und -ruderern – sammelten in ihren heutigen Rennen wertvolle Rennerfahrung, konnten aber in ihrem Halbfinal (M4x) resp. Hoffnungslauf (W4x) noch nicht mit der Weltelite mithalten.  

Zwei Schweizer Boote absolvierten heute den C-Final. Fiorin Rüedi und Julian Müller gewannen den C-Final in einem vollen Teilnehmerfeld und holten sich damit den 13. EM-Rang im leichten Doppelzweier. Nachdem sie sich gestern um nur 6 Hundertstelsekunden nicht für den Halbfinal qualifizieren konnten, zeigten sie heute mit ihrem Sieg ein versöhnliches Resultat. Auch Pascale Walker und Valérie Rosset hatten im Frauen-Doppelzweier den Halbfinal um gerade mal 9 Hundertstel verpasst. Im heutigen C-Final wurden sie Zweite und ruderten somit auf den 14. EM-Gesamtrang. Die EM-Siebten des vergangenen Jahres hatten sich mehr vorgenommen.  

 

Resultate vom Samstag, 01.06.2019:

Frauen 
Einer (W1x)
Halbfinal:
1. Jeannine Gmelin (SUI) 7:27.98 (=> A-Final) 2. Lisa Scheenaard (NED) 7:29.41 3. Magdalena Lobnig (AUT) 7:30.12 4. Victoria Thornley (GBR) 7:37.41 5. Marie Jacquet (FRA) 7:47.97 6. Lovisa Claesson (SWE) 8:00.53

Doppelzweier (W2x)
C-Final:
1. Mette Petersen / Luise Lund Hansen (DEN) 7:12.34 2. Pascale Walker / Valérie Rosset (SUI) 7:16.83 (14. EM-Rang)

Doppelvierer (W4x)
Hoffnungslauf:
1. Niederlande 6:20.14 2. Ukraine 6:20.66 3. Grossbritannien 6:23.81 4. Rumänien 6:27.09 5. Frankreich 6:31.48 6. Schweiz (Eline Rol, Lisa Lötscher, Jana Nussbaumer, Fabienne Schweizer) 6:35.20 (=> B-Final)

Einer Leichtgewichte (LW1x)
Hoffnungslauf:
1. Sofia Meakin (SUI) 7:47.41 (=> A-Final) 2. Anastasia Lebedeva (RUS) 7:51.74 3. Ondiz Lekubarri Diaz (ESP) 7:56.65 4. Marion Colard (FRA) 8:02.07 5. Yulia Narivonchik (MDA) 8:07.99

Doppelzweier Leichtgewichte (LW2x)
Halbfinal: 
1. Frédérique Rol / Patricia Merz (SUI) 6:55.47 (=> A-Final) 2. Valentina Rodini / Giulia Mignemi (ITA) 6:55.92 3. Giannina-Elena Beleaga / Ionela-Livia Cozmiuc (ROU) 6:56.25 4. Ilse Paulis / Martine Veldhuis (NED) 6:56.56 5. Juliane Rasmussen / Christina Pultz (DEN) 7:14.90 6. Lydia Heaphy / Denise Walsh (IRL) 7:18.75


Männer

Einer (M1x)
Viertelfinal:
1. Stef Broenink (NED) 6:59.18 2. Kristian Vasilev (BUL) 7:00.20 3. Nico Stahlberg (SUI) 7:02.26 (=> Halbfinal) 4. Thibaut Verhoeven (FRA) 7:11.52 5. Aleksandar Filipovic (SRB) 7:13.60 6. Mindaugas Griskonis (LTU) 8:01.13
Halbfinal:
1. Oliver Zeidler (GER) 6:50.76 2. Sverri Nielsen (DEN) 6:50.99 3. Ondrej Synek (CZE) 6:56.16 4. Thomas Barras (GBR) 6:57.16 5. Nico Stahlberg (SUI) 6:57.49 (=> B-Final) 6. Kristian Vasilev (BUL) 7:30.00

Doppelzweier (M2x)
Halbfinal:
1. Fabian Baranski / Miroslaw Zietarski (POL) 6:09.48 2. Roman Röösli / Barnabé Delarze (SUI) 6:10.58 (=> A-Final) 3. Marian-Florian Enache / Ioan Prundeanu (ROU) 6:11.02 4. Time Ole Naske / Stephan Krüger (GER) 6:13.85 5. Saulius Ritter / Dovydas Nemeravicius (LTU) 6:19.38 6. Jordi Jofre Senciales / Ruben Padilla (ESP) 6:55.93

Doppelvierer (M4x)
Halbfinal:
1. Niederlande 5:41.18 2. Italien 5:44.27 3. Norwegen 5:45.36 4. Polen 5:47.49 5. Estland 5:57.33 6. Schweiz (Linus Copes, Scott Bärlocher, Kai Schätzle, Pascal Ryser) 6:19.30 (=> B-Final)

Vierer-ohne (M4-)
Halbfinal:
1. Grossbritannien 5:52.32 2. Polen 5:53.94 3. Ukraine 5:55.64 4. Schweiz (Augustin Maillefer, Paul Jacquot, Joel Schürch, Markus Kessler) 5:56.83 (=> B-Final) 5. Rumänien 6:01.11 6. Serbien 6:02.79

Einer Leichtgewichte (LM1x)
Halbfinal:
1. Peter Galambos (HUN) 6:58.90 2. Rajko Hrvat (SLO) 7:03.63 3. Luka Radonic (CRO) 7:07.92 4. Jan Schäuble (SUI) 7:12.80 (=> B-Final) 5. Milos Stanojevic (SRB) 7:15.97 6. Ask Jarl Tjoem (NOR) 7:44.19

Doppelzweier Leichtgewichte (LM2x)
C-Final:
1. Fiorin Rüedi / Julian Müller (SUI) 6:29.83 (13. EM-Rang) 2. Petros Gkaidatzis / Antonios Papakonstantinou (GRE) 6:30.98 3. Thibault Colard / Pierre Houin (FRA) 6:32.53 4. Stanislav Kovalov / Igor Khmara (UKR) 6:33.55 5. Alexandr Tufanyuk / Aleksandr Bogdashin (RUS) 6:33.57 6. Marjan Nikolovski / Marjan Vlakjeski (MKD) 7:30.82