U19-EM Brandenburg (D): Bronzemedaille im Junioren-Skiff
Artikel - U19-EM Brandenburg (D): Bronzemedaille im Junioren-Skiff
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>> Bilder Finals vom 24. Mai 2026 (Detlev Seyb/Maren Derlien)
Kenner begegnen der Regattastrecke auf dem Beetzsee in Brandenburg (D) in der Regel mit grossem Respekt. Nicht selten wird sie von starkem Wind heimgesucht. Kaum etwas davon war am gestrigen Vorlauftag zu sehen. Der Wind hatte im Wesentlichen Pause und zeigte sich von seiner sanften Seite.
Am Finaltag allerdings meldete er sich zurück und sorgte in Form von Schiebewind für äusserst schnelle Zeiten. Das unruhige Wasser stellte zwar eine zusätzliche Herausforderung dar, brachte aber trotzdem Rennen hervor, die unter die schnellsten gehören, welche je im U19-Bereich gefahren wurden.
Einer
Remy Christ (Seeclub Biel) legte schon am ersten Tag vor. Als erster aus dem Schweizer Team bestritt er am Samstagmorgen seinen Vorlauf und setzte hier den Massstab. Christ ergriff von Beginn an die Initiative und kontrollierte das Rennen von der Spitze aus. Gegenüber dem Ruderer aus Deutschland, der in München den Finallauf vor Christ abschliessen konnte, liess der Bieler diesmal nichts anbrennen und ging auch als erster über die Ziellinie.
Im Halbfinal schien ihm diese Energieleistung zunächst anzumerken zu sein. Lange lag er auf der vierten Position, die nicht A-Final-berechtigt gewesen wäre. Vor ihm ruderten neben dem Deutschen auch noch der griechische Ruderer und ein Independent Neutral Athlete. Auf dem letzten Streckenviertel allerdings drehte der Schweizer noch einmal richtig auf und sicherte sich hinter dem Griechen den zweiten Rang.
Im Final kam es dann zu einem Show-down zwischen vier Booten, angeführt vom griechischen Ruderer. Ganz knapp dahinter reihte sich Christ zusammen mit den Ruderern aus Norwegen und Belgien auf. Während der Grieche seine Führung behaupten konnte, gab es dahinter einen spannenden Schlagabtausch, der den Schweizer noch 500 Meter vor dem Ziel knapp auf der vierten Position sah. Doch schon in den beiden Rennen zuvor hatte er gezeigt, dass er spurtstark ist und das spielte er auch jetzt wieder aus. Ganz am Ende schob er sich noch am Belgier vorbei und sicherte sich so mit wenigen Zehnteln Vorsprung hinter dem Griechen und dem Norweger die Bronzemedaille.
Remy Christ: «Ich habe die Regatta als sehr tolle Erfahrung erlebt. Sie war super organisiert und die Infrastruktur war top. Ich habe Rennen um Rennen genommen und hatte sehr Spass daran, meine Limits auszutesten. Die Rennen selbst haben mir grossen Spass gemacht, nicht zuletzt wegen der tollen Schweizer Fans.»
Olivia Leunig (Seeclub Küsnacht) packte im Verlauf der Regatta ebenfalls ihre Chance. Im Vorlauf und im Halbfinal des Juniorinnen-Einers ging sie das Rennen besonnen an und reihte sich zuerst im Bereich des dritten Rangs ein. Jeweils auf der zweiten Streckenhälfte demonstrierte sie dann ihre Stärke und schob sich in die zweite Position. Ihr Endspurt brachte sie zuletzt sogar beide Male auch noch an die Führende heran, im Fall des Vorlaufs eine unabhängige Athletin, im Halbfinal an die deutsche Ruderin. Damit sicherte sich Leunig gegenüber dem Vorjahr nun den A-Finaleinzug in dieser sehr stark besetzten Bootsklasse.
Im Final lief es der Küsnachterin dann nicht ganz nach Wunsch. Ihre bisherige Taktik, das Rennen in Lauerposition anzugehen, brachte sie im starken Mitwind schnell in eine defensive Position. An der Spitze reihten sich unterdessen vier Boote nahezu auf einer Linie auf. Diese trieben sich im Bord-an-Bord-Kampf gegenseitig vorwärts. Die Italienerin, eine unabhängige neutrale Athletin und die Griechin setzten sich so gemeinsam von den weiteren beiden Booten ab. Nach der Hälfte der Strecke lag Leunig noch auf dem fünften Rang, doch auch diesen musste sie schliesslich an eine weitere neutrale Athletin abgeben. Auf dem letzten Streckenabschnitt forcierten die Vorderen das Tempo sogar noch einmal. Am Ende setzte sich in einem der schnellsten Rennen, das es im Juniorinnen-Einer je gegeben hat, die Italienerin vor einer neutralen Athletin und der Ruderin aus Griechenland durch.
Vierer ohne
Der Vorlauf im Vierer ohne der Junioren hatte mit den Rumänen einen Hauptdarsteller, von Beginn an deutlich machte, dass man für einen Laufsieg an ihm vorbei muss. Doch dahinter entwickelte sich ein spannender Kampf um den zweiten Rang. In diesen waren die Schweizer zusammen mit den Italienern und einem unabhängigen Team verwickelt. Nach einem Ausflug in Richtung Bojenkette drohten Luca Krauser, Tim Weber, Nicolas Favre und Tino Herrmann (alle Basler Ruder-Club) etwas an Boden zu verlieren. Doch sie fingen sich wieder und überquerten schliesslich als dritte die Ziellinie. Mit der schnellsten Zeit der weiteren Platzierten lösten aber auch sie das Ticket für den A-Final.
Im A-Final lag das Team vom Basler Ruderclub damit auf der Aussenbahn. In diesem Rennen waren es dann überraschenderweise nicht die Rumänen auf der Mittelbahn, die den Ton angaben. Vielmehr waren es die Boote aus Deutschland, Italien und Frankreich, die sich um die Podestplätze stritten. Die Rumänen reihten sich früh zwischen ihnen und den Schweizern ein. Somit waren die Ränge vier bis sechs frühzeitig vergeben. Am Ende brachten die vier Basler den fünften Rang vor einem Boot mit Individual Neutral Athletes nach Hause.
Doppelvierer
In den Doppelvierern ging es ebenfalls spannend zur Sache. Sämtliche Läufe in dieser Bootsklasse zählten zu den engsten und damit spannendsten Rennen der Regatta. Bei den Juniorinnen gelang es Tanya Brendle (Ruderclub Cham), Anouk Lüthi (Solothurner Ruderclub), Eliora Camp (Société Nautique Genève) und Lilly Eggenschwiler (Seeclub Wädenswil) im Vorlauf, sich bis zur Streckenhälfte unter den ersten drei Booten zu behaupten und sich dann in die zweite und direkt finalberechtigte Position zu schieben.
Im A-Final setzte sich zunächst ein Boot auf der Aussenbahn in Szene. Die Ruderinnen aus Deutschland preschten an die Spitze des Feldes. Dahinter positionierten sich Tschechien, Rumänien und Polen, die nach Streckenhälfte praktisch gleichauf lagen. Das Schweizer Boot lag bereits eine gute Bootslänge dahinter. Im Folgenden schoben sich die Vorjahres-Siegerinnen aus Polen unaufhaltsam in Front. Auch die Deustschen Frauen wurden schliesslich noch vom Podest verdrängt und belegten schliesslich vor der Schweiz den vierten Rang.
Im Vorlauf erwischte der Schweizer Junioren-Doppelvierer mit David Bisang (See-Club Zug), Alexander Bodmer (Grasshopper Club Zürich), Jonas Fröhndrich (Ruderclub Thalwil) und Lucas Jordil (Seeclub Richterswil) den engsten der drei Läufe. Hinter den Booten aus Polen, einem neutralen Team und den Italienerinnen fuhren sie – mit allen vier Booten innerhalb von gut einer guten Bootslänge – auf den vierten Rang. Über die Zeit rückten jedoch alle fünf Boote dieses Laufs in den Halbfinal weiter.
Im Halbfinal ging es dann erneut eng zu, diesmal mit einem weniger guten Ausgang. Gleich drei Boote überquerten hinter Deutschland und Tschechien innerhalb von nur sieben Zehnteln die Ziellinie. Nur die ersten, die Kroaten, konnten sich damit den Einzug in den A-Final sichern.
Das gleiche Bild wie in den vorangegangenen Läufen zeigte sich schliesslich im B-Final. Wieder ging es bis zur Ziellinie sehr eng zu. Die Schweizer kämpften lange Zeit um eine der vorderen Positionen. Im Schlussspurt reichte es schliesslich für Rang vier – und damit Gesamtrang zehn – hinter einem neutralen Boot, Belgien und Italien.
Sarnen, 24. Mai 2026 / NS