Sieben Schweizer Boote rudern um den Finaleinzug auf dem Rotsee
Insgesamt rudern am Samstag an der LUCERNE REGATTA sieben Schweizer Boote im Halbfinal um den Einzug in die Finalrennen.
Bildergalerie LUCERNE REGATTA vom Freitag, 08.07.2022 (Fotograf: Detlev Seyb)
Hoffnungsläufe LUCERNE REGATTA vom Freitag, 08.07.2022 (Fotograf: Detlev Seyb)
Eine leichte Bise sorgte heute auf dem Luzerner Rotsee bei angenehm sommerlichen Temperaturen für schnelle Vorläufe. «Für den Rotsee waren das doch recht anspruchsvolle Bedingungen», sagte Jeannine Gmelin nach ihrem Vorlaufsieg im Frauen-Einer. Kurz vor der Streckenhälfte übernahm sie die Spitze von der Chinesin Ling Zhang und brachte die Führung 1000 Meter später komfortabel ins Ziel. «Ein solider Mittelteil reichte mir heute, um die Sache im Vorlauf klar zu machen. Ich freue mich darauf, am Samstag im Halbfinal einen Gang raufzuschalten und etwas mehr aufs Gaspedal zu drücken.»
Im gleichen Vorlauf wie Jeannine Gmelin belegte Salome Ulrich den sechsten Rang, was den Umweg über den Hoffnungslauf bedeutete. Erst am Donnerstagmittag war klar geworden, dass ihr Boot, der Frauen-Doppelvierer, coronabedingt nicht am Start stehen würde. Salome Ulrich, die im Gegensatz zu ihren Teamkolleginnen in den letzten zwei Wochen nicht von einer Corona-Infektion zurückgeworfen worden war, wechselte kurzfristig in den Frauen-Einer. Im Hoffnungslauf drehte sie auf, klassierte sich mit einem starken und langen Endspurt auf dem zweiten Rang und qualifizierte sich damit für den Halbfinal.
Männer-Doppelvierer: Über den Hoffnungslauf in den Halbfinal
Der Männer-Doppelvierer konnte zwar heute beim Weltcup – ebenfalls coronabedingt - nicht in Original-Besetzung starten, musste aber wenigstens seine Teilnahme nicht absagen. Für den erkrankten Schlagmann Kai Schätzle nahm der Leichtgewichtsruderer Jan Schäuble im Boot Platz. Im Vorlauf verpassten Jan Schäuble, Patrick Brunner, Nils Schneider und Dominic Condrau als Viertplatzierte zwar die direkte Halbfinal-Qualifikation. «Für uns war der Vorlauf ein Wurf ins kalte Wasser», sagte Jan Schäuble. «Das Rennen zeigte uns, dass die Grundlagen für ein sehr schnelles Boot da sind, aber es uns noch an Konsistenz fehlt.» Ein zweites Rennen bot der Crew indessen die Gelegenheit, die Abläufe im Boot nochmals in Renntempo durchzugehen. Die Schweizer steigerten sich, hielten die Pace hoch und bedrängten das ganze Rennen hindurch die in Führung liegenden Deutschen, die sich mit 0,37 Sekunden Vorsprung ins Ziel retten konnten. Damit rudert auch das Schweizer Grossboot am Samstag um den Einzug in den A-Final. «Im Hoffnungslauf haben wir eine deutliche Antwort gegeben und sind ein konstanteres Rennprofil gefahren. Für den Halbfinal ist unser Ziel noch besser zusammenzuarbeiten und ein Finalplatz zu ergattern», schloss Jan Schäuble.
Männer-Doppelzweier der Leichtgewichte: «Mindestziel Halbfinal erreicht.»
Raphaël Ahumada und Andri Struzina starteten schnell in den heutigen Vorlauf. Die Franzosen setzten sich sofort an die Spitze. Die Schweizer behielten ihrerseits stets Tuchfühlung mit den Franzosen und liessen den Rückstand nie auf zwei Sekunden anwachsen. Der zweite Rang mit grossem Vorsprung vor Australien reichte für die direkte Halbfinal-Qualifikation. «Wir hatten einige gute Schläge zum Anfang, konnten das gute Gefühl aber nicht vollends mitnehmen», sagte Raphaël Ahumada. Die beiden fanden die Bedingungen anspruchsvoll und sehen hier noch Entwicklungspotenzial. «Wir wissen nun, was wir noch besser machen können und freuen uns darauf, diese Punkte im Halbfinal umzusetzen», fügte Andri Struzina an.
Zweier-ohne: Im zweiten Anlauf per Attacke in den Halbfinal
Im Vorlauf des Zweiers ohne Steuermann kam auf dem Rotsee nur der Sieger direkt in den Halbfinal. Jonah Plock und Maurin Lange merkten alsbald, dass der erste Rang ausser Reichweite lag und belegten den dritten Rang. «Uns war bewusst, dass wir den Weg über den Hoffnungslauf machen mussten, denn das gesamte Teilnehmerfeld in unserer Bootsklasse hier in Luzern ist sehr stark», erklärte Jonah Plock nach dem Rennen. Im Hoffnungslauf attackierten die beiden vom Start weg und hefteten sich an das führende Boot aus Japan. Bug an Bug ging es über die Strecke. Die Schweizer bedrängten Japan insbesondere mit einem langen Endspurt und holten als Zweite verdient den Startplatz im Halbfinal vom Samstag. «Es ist schön, wenn ein Spurt klappt, jedoch müssen wir an unserer Pace dazwischen noch arbeiten», sagte Maurin Lange.
Leichtgewichtseiner: Eline Rol und Olivia Nacht kämpften sich in den Halbfinal
Die Tage vor der Weltcup-Regatta waren insbesondere für Olivia Nacht von vielen Unsicherheiten geprägt gewesen, nachdem sie coronabedingt einige Trainingseinheiten auf dem Rotsee verpasst hatte. Im Vorlauf wurde sie Fünfte. Eline Rol, immer noch mit Blessuren von einem Rennradunfall, klassierte sich in ihrem Vorlauf auf dem vierten Rang. Beide nahmen aber im jeweiligen Hoffnungslauf Fahrt auf. Olivia Nacht attackierte auf den letzten 300m das Boot aus Frankreich und schob sich hinter Tschechien auf den zweiten Platz vor. Eline Rol fuhr ebenfalls ein souveränes Rennen, platzierte sich früh unter den besten drei und fuhr auf den dritten Rang. Beide rudern am Samstag im Halbfinal um den Finaleinzug.
In einem starken Teilnehmerfeld von 32 Booten ruderte Scott Bärlocher im Vorlauf des Männer-Einers auf den dritten Rang und qualifizierte sich für den Viertelfinal vom Nachmittag. In diesem lieferte er sich harte Duelle mit dem Israeli Dani Fridman und dem Franzosen Hugo Boucheron, belegte schliesslich aber den fünften Rang. Er wird am Samstagvormittag den C-Final um die Ränge 13-18 rudern. Ebenfalls im C-Final fahren am Samstag Fabienne Schweizer und Nina Wettstein. Im Frauen-Doppelzweier bestreiten die beiden die zweite Weltcup-Regatta. Sowohl im Vorlauf als auch im Hoffnungslauf ruderte das Duo auf den fünften Rang.
Resultate Weltcup III, LUCERNE REGATTA, Freitag, 08.07.2022
Frauen Einer (W1x)
Vorlauf
1. Jeannine Gmelin (SUI) 07:36.86 (=> Halbfinal); 2. Ling Zhang (CHN1) 07:41.23; 3. Zifeng Wang (CHN2) 07:45.87; 4. Beatriz Cunha Tavares Cardoso (BRA) 07:50.35; 5. Audrey Feutrie (FRA) 07:53.20; 6. Salome Ulrich (SUI) 07:58.74 (=> Hoffnungslauf)
Hoffnungslauf
1. Jovana Arsic (SRB) 07:37.43; 2. Salome Ulrich (SUI) 07:41.96 (=> Halbfinal); 3. Viktorija Senkute (LTU) 07:42.74; 4.
Beatriz Cunha Tavares Cardoso (BRA) 07:48.16; 5. Kirstyn Goodger (NZL) 07:49.23; 6. Georgie Gleeson (AUS) 07:51.23
Frauen Doppelzweier (W2x)
Vorlauf
1. Simona Radis / Ancuta Bodnar (ROM) 06:45.82; 2. Stefania Gobbi / Kiri Tontodonati (ITA1) 06:48.98; 3. Jenny Marie Rorvik / Thea Helseth (NOR) 06:51.35 ; 4. Pia Greiten / Frauke Hundeling 07:05.75; 5. Fabienne Schweizer / Nina Wettstein (SUI) 07:10.10 (=> Hoffnungslauf)
Hoffnungslauf
1. Greite Pia / Hundeling Frauke Fabienne (GER) 06:54.41 2. De Filippis Linda / Buttignon Stefania (ITA) 06:56.71;3. Guhse Judith / Gutfleisch Lisa (GER) 06:57.81; 4. Vandenbroek Grace / Bolinger Elisa (CAN) 07:00.97; 5. Schweizer / Nina Wettstein (SUI) 07:03.70 (=> C-Final); 6. Nishihara Kana / Sakakibara Haruna (JPN) 07:11.78
Frauen Einer Leichtgewichte (LW1x)
Vorlauf 1
1. Imogen Grant (GBR) 07:33.46; 2. Silvia Crosio (ITA) 07:40.39; 3. Kristyna Neuhortova (CZE) 07:46.17; 4. Eline Rol (SUI1) 07:53.44 (=> Hoffnungslauf); 5. Aura Forsberg (FIN) 08:06.48
Vorlauf 3
1. Kenia Lechuga (MEX) 07:35.65: 2. Kirsten McCann (RSA) 07:38.97; 3. Susannah Duncan (FRA) 07:41.23; 4. Georgis Nesbitt (AUS) 07:43.78; 5. Olivia Nacht (SUI2) 07:47.71 (=> Hoffnungslauf)
Hoffnungslauf1
1. Kristyna Neuhortova (CZE) 07:37.09; 2. Olivia Nacht (SUI2) 07:37.76 (=> Halbfinal); 3.Susannah Duncan (FRA) 07:38.75; 4. Sonia Baluzzo Chiaruzzo (ARG) 07:44.14
Hoffnungslauf 2
1. Phaedra Van Der Molen (NED) 07:38.45; 2. Georgia Nesbitt (AUS) 07:40.54; 3. Eline Rol (SUI1) 07:43.07 (=> Halbfinal); 4. Khadija Krimi (TUN) 07:46.94; 5. Aura Forsberg (FIN) 08:07.24
Männer Einer (M1x)
Vorlauf
1. Luca Rambaldi (ITA) 07:01.72; 2. Callum Dixon (GBR2) 07:02.88; 3. Scott Bärlocher (SUI) 07:05.42 (=> Viertelfinal); 4. Jannis Romanowski (GER1) 07:05.77; 5. Simon Keenan (AUS1) 07:06.50
Viertelfinal
Graeme Thomas (GBR) 06:55.20; 2. Trevor Jones (CAN) 06:56.56; 3. Hugo Boucheron (FRA) 06:59.98; 4. Dani Fridman (ISR) 07:01.72; 5. Scott Bärlocher (SUI) 07:03.19 (=> C-Final); 6. Mmbudzeni Masutha (RSA) 07:17.80
Männer Zweier ohne Steuermann (M2-)
Vorlauf
1. Milos Vasic / Martin Mackovic (SRB) 06:22.29; 2. Javier Garcia Ordonez / Jaime Canalejo Pazos (ESP) 06:45.19; 3. Jonah Plock / Maurin Lange (SUI) 06:46.92 (=> Hoffnungslauf); 4. Takumi Shiga / Sho Fukuta (JPN2) 06:51.61; 5. Bernardo Boggian / Alef Da Rosa Fontoura (BRA) 07:00.11
Hoffnungslauf
1. Ryuta Arakawa / Yoshihiro Otsuka (JPN) 06:32.86; 2. Jonah Plock / Maurin Lange (SUI) 06:34.17 (=> Halbfinal); 3 Tom Tewes / Mark Hinrichs (GER) 06:37.79; 4. Erling Oeyasaeter / Mathias Foyner Wie (NOR) 06:39.78; 5. Vangelys Reinke / David Faria Souza Pereira (BRA) 06:47.82
Männer Doppelvierer (M4x)
Vorlauf
1. Rumänien 05:39.09; 2. Italien 05:44.28; 3. Litauen 05:47.25; 4. Schweiz (Jan Schäuble, Patrick Brunner, Nils Schneider, Dominic Condrau) 05:49.35 (=> Hoffnungslauf)
Hoffnungslauf
1. Deutschland 05:45.98; 2. Schweiz (Jan Schäuble, Patrick Brunner, Nils Schneider, Dominic Condrau) 05:46.35 (=> Halbfinal); 3. Belgien 05:49.05; 4. Grossbritannien 05:53.35
Männer Doppelzweier Leichtgewichte (LM2x)
Vorlauf
1. Ferdinand Ludwig / Hugo Beurey (FRA) 06:17.77; 2. Raphaël Ahumada / Andri Struzina (SUI) 06:20.56 (=> Halbfinal); 3. Hamish Harding / Redmond Matthews (AUS) 06:28.19; 4. Christopher Stockley / Matthew Robert George Dunham (NZL) 06:29.95; 5. Ricardo Daniel De La Rosa Vanegas / Rafael Alejandro Mejia Gutierrez (MEX) 06:30.64
Startzeiten Schweizer Boote am Samstag, 09.07.2022
C Finals
9:25 Uhr W2x Fabienne Schweizer / Nina Wettstein
9:50 Uhr M1x Scott Bärlocher
Halbfinals
10:15 Uhr LW1x Olivia Nacht (SUI2); Eline Rol (SUI1)
10:45 Uhr M2- Jonah Plock / Maurin Lange
11:45 Uhr W1x Jeannine Gmelin (SUI1); Salome Ulrich (SUI2)
12:15 Uhr LM2x Raphael Ahumada / Andri Struzina
12:39 Uhr M4x Jan Schäuble / Patrick Brunner / Nils Schneider / Dominic Condrau
08.07.2022 / vdg / 19.10 Uhr