Mindestens sieben Boote im EM-Halbfinal

Mindestens sieben Boote im EM-Halbfinal

Artikel - Mindestens sieben Boote im EM-Halbfinal

Der Einstieg in die Europameisterschaften auf dem Luzerner Rotsee ist dem SWISS ROWING Team gelungen. Mindestens sieben Boote rudern im EM-Halbfinal. Morgen finden noch ein Viertelfinal und zwei Hoffnungsläufe statt.

Jeannine Gmelin liess heute im Vorlauf des Fraueneiners keinen Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen. Nicht als Schnellstarterin bekannt, überliess sie die Führung anfänglich der Dänin Fie Udby Erichsen. Nach den ersten 500 Metern aber überholte sie die Dänin und gab ihre Führung nie mehr ab. «Das war ein Auftakt nach Mass», sagte die amtierende Europameisterin im Ziel. Ihre grössten Widersacherinnen auf dem Weg zur EM-Titelverteidigung warten aber erst noch. Dazu gehören die irische Weltmeisterin Sanita Puspure, die WM-Dritte Magdalena Lobnig aus Österreich und die Britin Victoria Thornley. 

Ebenfalls ein Vorlaufsieg gelang Frédérique Rol und Patricia Merz im leichten Doppelzweier. Bis zur 1000-Meter-Marke lag das Boot aus Grossbritannien zwar noch vorne. Der Rhythmus der Schweizerinnen stimmte indessen von Anfang an. «In der zweiten Hälfte konnten wir Schlag für Schlag angreifen», erklärte Frédérique Rol. Bei 1500 Metern lagen sie bereits in Führung. Auch wenn das britische Boot bis zur Ziellinie hartnäckig blieb, konnten Rol/Merz ihre Konkurrentinnen um eine Sekunde distanzieren. «Für den Halbfinal liegt noch mehr drin», so die Ansage von Frédérique Rol. 

Zweiter Rang aus Vernunft

Der Vorlauf im Doppelzweier der offenen Kategorie verlief für die Vize-Weltmeister Roman Röösli und Barnabé Delarze grösstenteils nach Wunsch. «Der Start funktionierte gut und auch mit den ersten 1000 Metern sind wir zufrieden», bilanzierte Roman Röösli. Als sich das britische Boot nach der 1500-Meter-Marke an den Schweizern vorbeischob, entschlossen sich Röösli/Delarze für eine Güterabwägung. «Natürlich wollten wir gewinnen. Aber gleichzeitig war es sinnvoll, nicht allzu viel Energie zu verbrauchen, die wir in den nächsten zwei Tagen noch brauchen werden.» Etwas Benzin blieb damit noch im Tank. «So können wir nochmals etwas zulegen.»

Einen souveränen Vorlauf ruderte Nico Stahlberg im Einer, der hinter dem Deutschen Oliver Zeidler den zweiten Rang belegte. Stahlberg lag bis nach der Streckenhälfte auf dem dritten Rang. Danach überholte er den Belgier Pierre De Loof und verteidigte den zweiten Rang erfolgreich bis ins Ziel. «Der Belgier war sehr schnell gestartet», war Nico Stahlberg aufgefallen. «Ich wusste aber, dass ich mit meinem Streckenschlag an ihm vorbeifahren kann.» Der zweite Rang bedeutet erst mal die Qualifikation für den Viertelfinal. Insgesamt kämpfen 25 Skiffiers um den Finaleinzug. 

Einen vielversprechenden Eindruck hinterliess der Vierer ohne Steuermann, zumal das Schweizer Boot Riemennationen wie Frankreich und Rumänien hinter sich liess. Mit ihrem dritten Rang qualifizierten sich Augustin Maillefer, Paul Jacquot, Joel Schürch und Markus Kessler direkt für den Halbfinal.

Gerade mal neun Hundertstelsekunden trennten Pascale Walker und Valérie Rosset am Ende von der Halbfinalqualifikation im Doppelzweier der offenen Kategorie. Sie mussten für ein Weiterkommen im Hoffnungslauf den dritten Rang belegen. Das polnische Boot machte den beiden aber auf den letzten Metern einen Strich durch die Rechnung und sorgte für einen Fotofinish, der zu Ungunsten der Schweizerinnen ausfiel. Sie rudern am Samstag im C-Final.

Ebenfalls in den C-Final verwiesen wurde der leichte Doppelzweier der Männer. Nach dem Vorlauf mussten Fiorin Rüedi und Julian Müller den Umweg über den Hoffnungslauf antreten. Dort wollten die beiden ihre Chance packen. Bis zur 1500-Meter-Marke führte das Duo. Dann griffen die Boote aus Österreich, der Slowakei und Portugal an. Die Schweizer wehrten sich nach Kräften. Ein Ruderfehler kurz vor der Ziellinie drückte aufs Tempo. Gerade mal sechs Hundertstelsekunden trennten sie schliesslich vom angestrebten dritten Rang und der Halbfinalqualifikation.

Beide Doppelvierer, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen, konnten sich im Vorlauf nicht direkt für den Halbfinal qualifizieren. Linus Copes, Scott Bärlocher, Kai Schätzle und Pascal Ryser platzierten sich im Hoffnungslauf als U23-Boot in einem spannenden Schlussspurt auf dem dritten Rang und erkämpften sich inmitten der Weltelite die Halbfinalqualifikation. Der Hoffnungslauf des Frauendoppelvierers mit Eline Rol, Lisa Lötscher, Fabienne Schweizer und Jana Nussbaumer findet erst am Samstag statt.  

Vielversprechende Premiere 

Mit seinem zweiten Rang im Vorlauf des Leichtgewichtseiners schaffte die Schweizer Nachwuchshoffnung Jan Schäuble eine beeindruckende Premiere in der Elite. Nach 500 Metern lag der 19-Jährige zwar noch auf dem dritten Rang, arbeitete sich aber kontinuierlich auf den zweiten Platz vor, den er für eine direkte Halbfinalqualifikation benötigte. Dabei wurde er einzig vom Italiener Martino Goretti geschlagen, dem EM-Zweiten des vergangenen Jahres. Bei den Frauen wurde Sofia Meakin im Vorlauf Dritte und bestreitet morgen den Hoffnungslauf.

Resultate vom Freitag, 31.5.2019:

Frauen 

Einer (W1x)

Vorlauf:

1. Jeannine Gmelin (SUI) 7:32.07 (=> Halbfinal) 2. Fie Udby Erichsen (DEN) 7:36.37 3. Lovisa Claesson (SWE) 7:40.63 4. Marie Jacquet (FRA) 7:43.83 5. Clara Guerra (ITA) 7:48.95 6. Anna Markulinova (SVK) 7:55.98

Doppelzweier (W2x)

Vorlauf:

1. Simona Geanina Radis / Nicoleta-Ancuta Bodnar (ROU) 7:04.46 2. Anneta Kyridou / Aikaterini Nikolaidou (GRE) 7:07.21 3. Stefania Gobbi / Stefania Buttignon (ITA) 7:07.47 4. Emily Craig / Madeleine Arlett (GBR) 7:08.21 5. Pascale Walker / Valérie Rosset (SUI) 7:27.47 (=> Hoffnungslauf)

Hoffnungslauf:

1. Elodie Ravera-Scaramozzino / Helene Lefebvre (FRA) 7:04.08 2. Emily Craig / Madeleine Arlett (GBR) 7:05.31 3. Martyna Radosz / Krystyna Lemanczyk-Kobrzelak (POL) 7:06.83 4. Pascale Walker / Valérie Rosset (SUI) 7:06.92 (=> C-Final) 5. Mette Petersen / Luise Lund Hansen (DEN) 7:10.80

Doppelvierer (W4x)

Vorlauf:

1. Deutschland 6:14.08 2. Niederlande 6:15.47 3. Ukraine 6:18.00 4. Schweiz (Eline Rol, Lisa Lötscher, Jana Nussbaumer, Fabienne Schweizer) 6:39.53 (=> Hoffnungslauf am SA)

Einer Leichtgewichte (LW1x)

Vorlauf:

1 Federica Cesarini (ITA) 7:44.23 2. Leonie Pieper (GER) 7:45.32 3. Sofia Meakin (SUI) 7:52.98 (=> Hoffnungslauf am SA) 4. Mathilde Persson (DEN) 7:58.66 5. Yulia Narivonchik (MDA) 8:15.14

Doppelzweier Leichtgewichte (LW2x)

Vorlauf: 

1. Frédérique Rol / Patricia Merz (SUI) 6:57.58 (=> Halbfinal) 2. Imogen Grant / Eleanor Piggott (GBR) 6:58.61 3. Lydia Heaphy / Denise Walsh (IRL) 7:14.55 4. Natalia Miguel Gomez / Rocio Lao Sanchez (ESP) 7:32.79 5. Alice Ekros / Emma Fredh (SWE) 7:39.07


Männer

Einer (M1x)

Vorlauf:

1. Oliver Zeidler (GER) 6:48.71 2. Nico Stahlberg (SUI) 6:54.54 (=> Viertelfinal) 3. Pierre De Loof (BEL) 6:59.02 4. Onat Kazakli (TUR) 7:01.66 5. Aleksandar Filipovic (SRB) 7:11.06

Doppelzweier (M2x)

Vorlauf:

1. Graeme Thomas / John Collins (GBR) 6:20.16 2. Roman Röösli / Barnabé Delarze (SUI) 6:20.52 (=> Halbfinal) 3. Jan Hajek / Jan Cincibuch (CZE) 6:44.74 4. Spyridon Kalentzis / Stefanos Ntouskos (GRE) 6:49.09 5.Anders Backeus / Eskil Borgh (SWE) 7:06.43

Doppelvierer (M4x)

Vorlauf:

1. Italien 5:43.00 2. Russland 5:45.26 3. Frankreich 5:48.25 4. Schweiz (Linus Copes, Scott Bärlocher, Kai Schätzle, Pascal Ryser) 6:01.05 (=> Hoffnungslauf) 5. Moldawien 6:27.40

Hoffnungslauf:

1. Estland 5:51.95 2. Litauen 5:53.56 3. Schweiz (Linus Copes, Scott Bärlocher, Kai Schätzle, Pascal Ryser) 5:54.06 (=> Halbfinal) 4. Moldawien 5:54.75 5. Tschechien 5:54.93

Vierer-ohne (M4-)

Vorlauf:

1. Grossbritannien 5:53.73 2. Weissrussland 5:55.88 3. Schweiz (Augustin Maillefer, Paul Jacquot, Joel Schürch, Markus Kessler) 5:56.59 (=> Halbfinal) 4. Rumänien 5:57.59 5. Frankreich 6:12.10

Einer Leichtgewichte (LM1x)

Vorlauf:

1. Martino Goretti (ITA) 7:05.54 2. Jan Schäuble (SUI) 7:06.73 (=> Halbfinal) 3. Eleftherios Konsolas (GRE) 7:18.26 4. Filip Nilsson (SWE) 7:21.81 5. Dinis Costa (POR) 7:28.09 6. Gary O’Donovan (IRL) 7:34.73

Doppelzweier Leichtgewichte (LM2x)

Vorlauf:

1. Manel Balastegui / Rodrigo Conde Romero (ESP) 6:17.81 2. Alexander Modest / Emil Espensen (DEN) 6:18.09 3. Fiorin Rüedi / Julian Müller (SUI) 6:25.12 (=> Hoffnungslauf) 4. Miroslav Vrastil Jr. / Jiri Simanek (CZE) 6:28.07 5. Alexandr Tufanyuk / Aleksandr Bogdashin (RUS) 6:29.52 6. Petros Gkaidatzis / Antonios Papakonstantinou (GRE) 6:33.69

Hoffnungslauf:

1. Matthias Taborsky / Julian Schoberl (AUT) 6:20.24 2. Peter Zelinka / Marek Reznak (SVK) 6:20.33 3. Afonso Costa / Pedro Fraga (POR) 6:20.92 4. Fiorin Rüedi / Julian Müller (SUI) 6:20.98 (=> C-Final) 5. Alexandr Tufanyuk / Aleksandr Bogdashin (RUS) 6:30.08 6. Marjan Nikolovski / Marjan Vlakjeski (MKD) 7:24.97

Die Startzeiten am Samstag, 1.6.2019:

09.48h M1x; Männer Einer, Viertelfinal (Nico Stahlberg)
10.18h W2x; Frauen Doppelzweier, C-Final (Pascale Walker / Valérie Rosset)
10.42h LM2x; Männer Doppelzweier Leichtgewichte, C-Final (Fiorin Rüedi / Julian Müller)
12.04h M2x; Männer Doppelzweier, Halbfinal (Roman Röösli / Barnabé Delarze)
12.11h LW1x; Frauen Einer Leichtgewichte, Hoffnungslauf (Sofia Meakin)
12.32h LM1x; Männer Einer Leichtgewichte, Halbfinal (Jan Schäuble)
13.47h LW2x; Frauen Doppelzweier Leichtgewichte, Halbfinal (Frédérique Rol / Patricia Merz)
14.22h M4-; Männer Vierer ohne Steuermann, Halbfinal (Augustin Maillefer, Paul Jacquot, Joel Schürch, Markus Kessler)
14.29h W1x; Frauen Einer, Halbfinal (Jeannine Gmelin)
14.43h M1x; Männer Einer, Halbfinal (voraussichtlich mit Nico Stahlberg)
14.57h W4x; Frauen Doppelvierer, Hoffnungslauf (Eline Rol, Lisa Lötscher, Fabienne Schweizer, Jana Nussbaumer)
15.04h M4x; Männer Doppelvierer, Halbfinal (Linus Copes, Scott Bärlocher, Kai Schätzle, Pascal Ryser)