«Gut, dass uns die Konkurrenz wahrnimmt»

«Gut, dass uns die Konkurrenz wahrnimmt»

Artikel - «Gut, dass uns die Konkurrenz wahrnimmt»

Im Männer-Doppelzweier gehören Roman Röösli und Barnabé Delarze zu den WM-Mitfavoriten. Nach einer nahezu makellosen Saison mit EM-Silber, zwei Weltcup-Siegen und dem Sieg im Gesamt-Weltcup möchten die beiden in Linz bei der Medaillenvergabe erneut ein Wort mitreden.

Mit Linz verbinden Roman Röösli (SC Sempach) und Barnabé Delarze (Lausanne Sports Aviron) einen ihrer gemeinsamen Erfolge aus frühen Ruderjahren. 2013 wurden die beiden gemeinsam mit Nico Stahlberg und Augustin Maillefer im Doppelvierer U23-Weltmeister. Nun kehrt Barnabé Delarze erstmals wieder auf dem Seitenarm der Donau zurück. «Ich freue mich darauf und hoffe, dass wir auf dieser Strecke ungeschlagen bleiben», sagt der Waadtländer selbstbewusst.

Etwas frischer sind die Erinnerungen von Roman Röösli, zumal er im vergangenen Jahr beim Weltcup in Linz im Doppelzweier mit Nico Stahlberg den dritten Rang holte. «Linz ist eine faire Anlage. Es gibt zwar Leute, die von Strömungen auf gewissen Bahnen reden. Ich habe diese aber bisher nicht wahrgenommen.» 

«Altes Ehepaar»

Seit rund acht Jahren rudern Roman Röösli und Barnabé Delarze auf Kaderstufe in verschiedenen Bootsformationen immer wieder erfolgreich zusammen. So belegten sie bereits 2011 an der Junioren-WM in Eton (GB) im Doppelzweier den vierten Rang. Nach den Olympischen Spielen in Rio (7. Rang im Doppelvierer) startete der Verband das aktuelle Olympia-Projekt im Doppelzweier, bei dem die beiden erneut aufeinandertrafen. «Das Projekt verlief nicht immer nach Plan», erinnert sich Delarze. «An der WM 2017 ruderten wir nicht gut. Zudem verpasste ich 2018 wegen einer Rückenverletzung die erste Saisonhälfte.» Im August 2018 war die Zeit schliesslich wieder reif für das Duo Röösli / Delarze, welches sich nach so vielen gemeinsamen Jahren im Rudersport inzwischen wie ein altes Ehepaar verhält: Man versteht sich blind, geht sich gelegentlich auf die Nerven, weiss den anderen zu schätzen und lässt ihm darum seine Eigenheiten. 

«Alte Hasen»

Heute gehören die beiden mit 25 (Delarze) und bald 26 Jahren (Röösli) auf den internationalen Regattaplätzen zu den «alten Hasen», zu den Routiniers, die auf Top-Niveau konsequent abliefern, wofür jeder Ruderer viele Jahre investiert. An der WM in Plovdiv 2018 waren die beiden soweit. In jedem Rennen konnten sie sich steigern und holten im Final mit einem unwiderstehlichen Endspurt Silber. «Es war der Lohn unserer konstanten Arbeit und der Beweis für unsere Entwicklung», sagt Barnabé Delarze. Das Selbstbewusstsein im Boot ist gross. Die Ambitionen sind es auch. Roman Röösli fühlt sich in der Rolle des Mitfavoriten wohl, relativiert aber: «Jedes Rennen fängt bei null an.» Barnabé Delarze fügt an: «Das Feld ist sehr eng. Alle Top-Boote können gewinnen. Aber es ist sicher gut, dass uns die Konkurrenz wahrnimmt. Den grössten Druck machen wir uns ohnehin selber.»