EM Varese: Fünf Boote im A-Final, zwei weitere in den Halbfinals
Am ersten Regattatag sorgte der Frauen-Doppelvierer an den Europameisterschaften auf dem Lago di Varese für das Schweizer Highlight. Lisa Lötscher, Flavia Lötscher, Célia Dupré und Nina Wettstein gewannen ihren Vorlauf nicht nur souverän, sondern stellten gleichzeitig die schnellste Zeit des gesamten Feldes auf. Ebenfalls direkt für den Halbfinal qualifizierte sich Kai Schätzle mit einem Vorlaufsieg im Männer-Einer. Auch der Zweier-ohne der Männer und der Frauen sowie der Frauen-Doppelzweier lösten die Tickets für die A-Finals.
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(Video-Livestream für A-Finals, Livetracker und Resultate)
Die A-Finals am Samstag und Sonntag (1./2. August) werden auch im Schweizer Fernsehen SRF übertragen:
Samstag ab 10.30 Uhr auf SRF zwei und der SRF App
Sonntag ab 11:00 Uhr auf SRF zwei, später auf SRF info sowie in der Sport App
Nach mehreren Wochen im Trainingslager zeigte sich das Team von SWISS ROWING bereit für die Rückkehr auf die internationale Regattabühne. Der Lago di Varese präsentierte sich dafür an diesem Vorlauftag mit leichtem Mitwind und sommerlichen Temperaturen von seiner schnellen Seite. Den Auftakt machten die Bahnverteilungsrennen der Para-Ruderinnen im Einer, ehe in sämtlichen olympischen Bootsklassen die Vorläufe ausgetragen wurden. Insgesamt standen acht Schweizer Boote am Start.
Für den emotionalen Höhepunkt aus Schweizer Sicht sorgte der Frauen-Doppelvierer. Vor lautstarker Unterstützung an der Strecke setzte sich das Quartett über die Strecke eindrucksvoll von der Konkurrenz ab und unterstrich mit der Bestzeit beider Vorläufe seine Ambitionen für das Finalrennen. Ebenfalls überzeugend präsentierte sich Kai Schätzle, der sein Rennen kontrolliert gewann und direkt in den Halbfinal einzog. Auch die weiteren Schweizer Crews trafen auf stark besetzte Vorläufe, qualifizierten sich jedoch dank ihrer Zeiten auch für den A-Final oder den Halbfinal.
Rennberichte (in chronologischer Reihenfolge)
VORLÄUFE
Frauen-Einer
1. GBR, 2. UKR, 3. SUI, 4. ITA, 5. SLO // 6. FIN
Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone) bekam es bereits im Vorlauf mit der Topfavoritin Lauren Henry aus Grossbritannien zu tun. Wie schon in den bisherigen Saisonrennen eröffnete die Schweizerin das Rennen mutig und hielt über die ersten 500 Meter den Kontakt zur Britin. Erst im zweiten Streckenviertel konnte sich Henry entscheidend absetzen. Dahinter entwickelte sich ein spannender Zweikampf um den zweiten direkten Halbfinalplatz. Die Ukrainerin Kateryna Dudchenko arbeitete sich zunächst an Anna Sarah Sophie Souwer und wenig später auch an Janzen vorbei. Henry und Dudchenko qualifizierten sich direkt für den Halbfinal, Janzen schaffte als Drittplatzierte im schnellsten Vorlauf des Feldes ebenfalls den Einzug in die nächste Runde.
Männer-Einer
1. SUI, 2. GRE, 3. HUN, 4. SLO // 5. AUT, 6. CRO
Kai Schätzle (SC Luzern) traf in seinem Vorlauf auf den amtierenden Weltmeister Stefanos Ntouskos. Zunächst setzte der Grieche die Akzente, doch Schätzle übernahm schon bald die Führung. Anschliessend kontrollierte der Luzerner das Rennen mit konstant hohem Tempo und liess Ntouskos bis ins Ziel nicht mehr entscheidend herankommen. Mit einem überzeugenden Vorlaufsieg sicherte sich Schätzle den direkten Einzug in den Halbfinal.
Frauen-Zweier ohne Steuerfrau
1. GER, 2. CZE, 3. SUI
Olivia Roth (Grasshopper Club Zürich) und Sofia Meakin (Club d'Aviron Vésenaz) trafen in ihrem Vorlauf auf die Medaillen-favorisierten Boote aus Deutschland und Tschechien. Während sich die beiden Spitzenteams über die gesamte Distanz ein enges Duell lieferten, reihten sich die Schweizerinnen in dem Drei-Boote-Feld auf Rang drei ein. Dank ihrer Zeit reichte dieses Resultat für die Qualifikation in den A-Final.
Männer-Zweier ohne Steuermann
1. ROU, 2. GRE, 3. SUI, 4. GBR // 5. GER, SWE (DNS)
Patrick Brunner (Seeclub Sempach) und Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona) fanden zunächst etwas schwer ins Rennen und passierten die erste Zwischenzeit auf Rang vier. Auf der zweiten Streckenhälfte arbeiteten sie sich dann aber konsequent bis auf Platz zwei vor. Erst auf den letzten Metern mussten sie sich noch dem griechischen Boot geschlagen geben, das eine Aufholjagd vom letzten Rang aus lanciert hatte. Als Drittplatzierte des schnelleren Vorlaufs qualifizierten sich Brunner und Plock dennoch souverän für den A-Final.
Frauen-Doppelzweier
1. AIN, 2. LTU, 3. SUI, 4. GBR // 5. ITA
Salome Ulrich und Fabienne Schweizer (beide Seeclub Luzern) positioniertes sich in ihrem Lauf früh auf Rang drei und verteidigten diese Position über die gesamte Renndistanz. Während sich an der Spitze zunächst Litauen und später die unter neutraler Flagge startenden Tatsiana Klimovich und Alena Furman durchsetzten, hielten die Schweizerinnen ihre direkte Konkurrenz jederzeit auf Distanz. Mit der schnellsten Zeit aller Drittplatzierten sicherten auch sie sich einen Platz im A-Final.
Frauen-Doppelvierer
1. SUI, 2. GER, 3. ROU, 4. POL // AIN
In dieser Bootsklasse wurde vorab allseits ein Duell um den Titel zwischen den beiden Rudernationen Grossbritannien und Deutschland vorausgesagt, die abwechselnd die Weltcups gewonnen hatten. Für das Schweizer Boot liessen sich nach den bisherigen Saisonresultaten ohne Medaillen nur Aussenseiterchancen auf die Bronzemedaille ausrechnen. Doch diese Prognose durchkreuzten Lisa Lötscher (Seeclub Luzern), Flavia Lötscher (Seeclub Luzern), Célia Dupré (Club d’Aviron Vésenaz) und Nina Wettstein (Seeclub Stäfa) mit ihrem Auftritt im Vorlauf heute.
Gemeinsam mit Deutschland und Rumänien gestalteten die Schweizerinnen die erste Rennhälfte ausgeglichen. Kurz nach der 500-Meter-Marke erhöhten sie das Tempo entscheidend und setzten sich Schlag für Schlag von ihren Konkurrentinnen ab. Im Ziel betrug der Vorsprung auf Deutschland rund eine Bootslänge. Mit der schnellsten Vorlaufzeit aller Boote setzten die Schweizerinnen ein deutliches Ausrufezeichen und empfahlen sich eindrücklich für die Medaillenentscheidung.
Männer-Doppelvierer
1. POL, 2. ROU // 3. ITA, 4. SUI, 5. EST
Maurin Lange (Seeclub Luzern), Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges), Bojan Reuffurth (Seeclub Zug) und Donat Vonder Mühll (Grasshopper Club Zürich) bekamen es mit den favorisierten Italienern sowie den starken Booten aus Polen und Rumänien zu tun. Das Feld sortierte sich bereits früh, die Schweizer hielten sich hinter Italien auf Rang vier. Zwar gelang es ihnen, das Tempo bis ins Ziel hochzuhalten, für den Einzug in den A-Final reichte die Zeit jedoch nicht. Überraschend scheiterte auch Gastgeber Italien an der Qualifikation. Der Sieg ging an die wiedererstarkten Polen, die in Luzern noch den Einzug in den A-Final verpasst und sich hinter den Schweizern platziert hatten. Der zweite A-Finalplatz ging an Rumänien.
PRELIMINARY RACES
PR1 Frauen-Einer
1. UKR, 2. NED, 3. SUI, 4. SWE, 5. CZE, 5. POL
Im Para-Einer der Frauen, in dem sechs Boot gemeldet sind, wurde heute ein Bahnverteilungsrennen durchgeführt. Dieses ging deutlich zugunsten der Topfavoritin aus der Ukraine, Anna Shermet, aus. Claire Ghiringhelli (Società Canottieri Locarno) meldete mit Rang drei hinter der Niederländerin Eva Mol aber ebenfalls ihre Medaillenambitionen an. Sie verteidigte diese Position deutlich gegenüber den Ruderinnen aus Schweden, Tschechien und Polen.
Varese, 31. Juli 2026 / NS