EM Glasgow: Drei weitere Boote im EM-Final

European Rowing Championships
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EM Glasgow: Drei weitere Boote im EM-Final

Artikel - EM Glasgow: Drei weitere Boote im EM-Final

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In den Halbfinals an der EM in Glasgow erreichten drei Schweizer Boote das Finale von morgen Sonntag. Ihre Vorläufe gewonnen haben Roman Röösli im Männer-Einer sowie Michael Schmid im leichten Einer. Der Doppelzweier mit Nico Stahlberg und Barnabé Delarze wurden Dritte.

Mit seinem Sieg im Halbfinal und Einzug in den Skiff-Final versetzte sich Roman Röösli in eine vielversprechende Ausgangslage. EM-Titelverteidiger im Leichtgewichtseiner Michael Schmid liess sich im Halbfinal von einer technischen Panne der Startanlage nicht ablenken und sicherte sich im nachgeholten Rennen ebenfalls mit einem Sieg den Finalplatz. Der dritte Rang im Halbfinal reichte Barnabé Delarze / Nico Stahlberg im Doppelzweier für die Finalqualifikation. Mit fünf Booten in den A-Finals freut sich SWISS ROWING auf einen spannenden Finaltag morgen Sonntag.

>> Bilder EM Glasgow vom Sa, 4. August 2018 (Bilder: D. Seyb, SWISS ROWING)

«Ganz so einfach war es heute nicht – wegen des Seitenwinds», bilanzierte Roman Röösli nach seinem Halbfinal im Einer. Vom Start weg setzte sich der Weissrusse Dzianis Mihal an die Spitze und setzte ein hohes Tempo an, für das er später büssen würde. Roman Röösli blieb vorerst auf dem zweiten Zwischenrang in Lauerstellung und griff nach der 1500-Meter-Marke an, als der Weissrusse Ermüdungserscheinungen zeigte. Gleichzeitig erhöhte aber auch der Russe Vladislav Ryabcev seine Schlagzahl. Röösli setzte sich an die Spitze und hielt das Tempo konstant hoch. «Ich konnte im Streckenschlag bis ins Ziel durchziehen und musste den Endspurt heute noch nicht auspacken. Da liegt morgen sicher noch einiges drin.» 

Technische Panne der Startanlage beim Leichtgewichtseiner
Einer Geduldsprobe wurden heute sechs Halbfinalisten im Leichtgewichtseiner unterzogen. Darunter auch EM-Titelverteidiger Michael Schmid. «Da bist Du am Start bereit, alles stimmt, Deine Anspannung ist perfekt, der See flach – und dann passiert sowas», fasste Schmid seine Gemütslage nach der technischen Panne zusammen. Der sogenannte Startschuh gab die Boote nicht frei und beschädigte sie auf deren Unterseite. Alle Boote des Laufs wurden danach in Windeseile repariert, so dass der Halbfinal mit dreistündiger Verspätung nachgeholt werden konnte. Leider herrschte inzwischen heftiger Mit- und Seitenwind, der die zweite Streckenhälfte zur Herausforderung machte. «Ich wusste, dass die ersten 750 Meter ruhiger waren und wollte unbedingt vorne liegen, wenn der schwierigere Teil kommt.» Michael Schmid siegte im Halbfinal und rechnet morgen mit einem engen Final. Vor allem vor dem Briten Samuel Mottram, der ihn im Vorlauf geschlagen hat, will er auf der Hut sein. «Ich werde alles daransetzen, den EM-Titel zu verteidigen.»

Schwanensee für den Doppelzweier - mit glücklichem Ausgang
Während Bojen den Ruderern als Orientierungspunkte dienen, gehören Schwäne auf der Regattastrecke zu den eher unberechenbaren Hindernissen. Barnabé Delarze und Nico Stahlberg setzten auf den letzten 200 Metern ihres Halbfinals gerade zum Endspurt an, als ein Schwan ihre Bahn querte. Beide trafen mit einem ihrer Ruder in vollem Tempo das arme Tier, was das Boot massiv abbremste. «Wir mussten praktisch nochmals volle Fahrt aufnehmen», sagte Nico Stahlberg nach dem Rennen. Dass dies umgehend gelang und sie trotz diesem Zwischenfall den für die Finalqualifikation nötigen dritten Rang verteidigen konnten, zeugt von der grossen Rennroutine der beiden Ruderer. «Der Schwan lebt noch.» Bestätigten beide unisono. Barnabé Delarze mit einem Lachen: «Wenn die FISA morgen die Schwäne vom Wasser bringt, steht einem guten Finalrennen nichts mehr im Weg. Wir sind bereit.»

Versöhnlicher Abschluss in den B-Finals
Vor den Halbfinals hatten früher am Morgen zwei weitere Schweizer Boote ihren B-Final absolviert. Um die Ehre und eine gute Schlussplatzierung ging es im Rennen des Frauendoppelzweiers mit Valérie Rosset und Pascale Walker. Nur zwei Boote standen am Start: Schweiz und Griechenland. Kopf an Kopf ging es über die gesamte Strecke hart auf hart. Bis ins Ziel verschafften sich aber Rosset / Walker eine Länge Vorsprung und besiegten das griechische Boot damit zum dritten Mal an dieser EM. Insgesamt klassiert sich das Duo auf dem 7. EM-Rang.

Das sich im Aufbau befindliche Olympiaprojekt im Vierer-ohne mit Joel Schürch, Paul Jacquot, Benjamin Hirsch und Markus Kessler machte an der EM von Lauf zu Lauf Wasser gut und wurde heute für seine Fortschritte mit dem vierten Rang belohnt. Im Schlussspurt kämpfte sich der Vierer-ohne sogar noch ganz nah an den dritten Rang heran. Die Weissrussen behielten den Bugball im Ziel aber um 23 Hundertstelsekunden vorne. Damit schliesst der Vierer-ohne die EM auf dem 10. Gesamtrang ab. Das Fazit des SRV-Direktors Christian Stofer: «Es ist lohnenswert, das Projekt weiter zu verstärken und weiter zu verfolgen»

Mit den heutigen Finalisten stehen insgesamt fünf Schweizer Boote in den A-Finals von morgen Sonntag. In drei Einer-Finals, sowohl in der offenen Kategorie wie auch bei den Leichtgewichten, gehören Jeannine Gmelin, Roman Röösli und EM-Titelverteidiger Michael Schmid zu den Top-Favoriten. Medaillenchancen haben aber auch Frédérique Rol / Patricia Merz im leichten Doppelzweier und Barnabé Delarze / Nico Stahlberg im Doppelzweier der offenen Gewichtsklasse. «Man hat heute mit dem technischen Problem am Start gesehen, dass immer etwas dazwischenkommen kann», gibt Christian Stofer zu bedenken. «Aber grundsätzlich sind wir mit fünf Booten gut positioniert für den «Big Sunday». Alle Boote brauchen eine Leistungssteigerung, um bei der Medaillenvergabe involviert zu sein.»

Das EM-Ruderprogramm für Sonntag, 05.08.2018 (Schweizer Zeit):
C-Final:
10.59h Männer Doppelzweier Leichtgewichte (Julian Müller / Andri Struzina) 

Finals:
12.15h Männer Einer Leichtgewichte (Michael Schmid)
12.45h Frauen Doppelzweier Leichtgewichte (Frédérique Rol / Patricia Merz)
13.00h Männer Doppelzweier (Barnabé Delarze / Nico Stahlberg)
13.15 Männer Einer (Roman Röösli)
13.30 Frauen Einer (Jeannine Gmelin)

Resultate Samstag, 03.08.2018
Männer Einer 
Halbfinal:
1. Roman Röösli (SUI) 6:57,24
(Finalqualifikation) 2. Vladislav Ryabcev (RUS) 6:57,96 3. Natan Wegrzycki-Szymczyk (POL) 6:59,00 4. Dzianis Mihal (BLR) 7:00,03 5. Kristian Vasilev (BUL) 7:02,60 6. Anders Backeus (SWE) 7:09,50

Männer Einer Leichtgewichte
Halbfinal:
1. Michael Schmid (SUI) 6:57,06
(Finalqualifikation) 2. Martino Goretti (ITA) 7:00,26 3. Lars Wichert (GER) 7:01,96 4. Rajko Hrvat (SLO) 7:05,79 5. Spyridon Giannaros (GRE) 7:12,75 6. Jury Shchelokov (RUS) 7:15,83

Männer Doppelzweier 
Halbfinal:

1. Jack Beaumont / Harry Leask (GBR) 6:19,66 2. Mateusz Biskup / Miroslaw Zietarski (POL) 6:19,73 3. Barnabé Delarze / Nico Stahlberg (SUI) 6:25,71 (Finalqualifikation) 4. Christos Stergiakas / Ioannis Kalandaridis (GRE) 6:29,14 5. Max Appel / Stephan Riemekasten (GER) 6:30,53 6. Aleksander Bedik / Igor Djeric (SRB) 7:04,44

Frauen Doppelzweier
B-Final: 
1. Valérie Rosset / Pascale Walker (SUI) 7:10,07
(gesamt 7.) 2. Sofia Asoumanaki / Athina-Maria Angelopoulou (GRE) 7:12,16 

Männer Vierer-ohne
B-Final:

1. Deutschland 6:06,66 2. Österreich 6:07,66 3. Weissrussland 6:09,15 4. Schweiz (Joel Schürch, Paul Jacquot, Benjamin Hirsch, Markus Kessler) 6:09,38 (gesamt 10.) 5. Serbien 6:12,08 6. Litauen 6:18,49