Drei Schweizer Boote im B-Final

Drei Schweizer Boote im B-Final

Artikel - Drei Schweizer Boote im B-Final

Nach dem ersten Tag der Halbfinals rudern Frédérique Rol und Patricia Merz im leichten Doppelzweier, der Vierer-ohne mit Joel Schürch, Augustin Maillefer, Paul Jacquot und Markus Kessler sowie Jan Schäuble im Leichtgewichtseiner im B-Final der Ruder-WM in Linz.

Morgen Freitag können sich noch Jeannine Gmelin im Fraueneiner und Roman Röösli / Barnabé Delarze im Doppelzweier für den A-Final qualifizieren.

Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Tokio geht es an der Ruder-WM in Linz in den Halbfinals um viel mehr als «nur» um einen Startplatz im Medaillenrennen der weltbesten sechs Boote. Denn die A-Final-Qualifikation bedeutet automatisch ein Olympia-Quotenplatz.

Im leichten Doppelzweier, der einzigen olympischen Bootsklasse für Leichtgewichte, wurde entsprechend mit harten Bandagen gekämpft. Frédérique Rol und Patricia Merz starteten fulminant mit 48 Ruderschlägen pro Minute in ihren Halbfinal. «Es war eines unserer besten Rennen überhaupt», sagte Patricia Merz im Ziel. «Wir konnten das umsetzen, was wir uns nach dem Viertelfinal vorgenommen hatten und waren von Anfang an dabei.» Der schnelle Start reichte zunächst für den dritten Zwischenrang hinter Frankreich und Neuseeland. Kurz vor der 1000-Meter-Marke schoben sich aber die Europameisterinnen aus Weissrussland an Rol / Merz vorbei und rissen eine Lücke auf, welche die Schweizerinnen bis ins Ziel nicht mehr schliessen konnten. Sie wurden Vierte und rudern somit am Samstagvormittag, 11.36 Uhr, im B-Final. Das Siegerboot des B-Finals sichert sich den letzten Olympia-Quotenplatz, der an dieser WM noch für die Leichtgewichte vergeben wird. «Klar sind wir enttäuscht, dass es heute noch nicht gereicht hat. Aber das Rennen gibt uns viel Vertrauen, dass wir den Olympia-Quotenplatz am Samstag holen können.»

Vierer-ohne: Olympia-Quotenplatz weiterhin in Reichweite

Die Ausgangslage für die A-Final-Qualifikation im Vierer-ohne war für Joel Schürch, Augustin Maillefer, Paul Jacquot und Markus Kessler von Anfang an anspruchsvoll. «Ziel war es, am Start an den Favoriten dran zu bleiben», erklärte Schlagmann Joel Schürch nach dem Rennen. Gesagt, getan. Dem Team gelang der beste Start in dieser Saison. Zuerst lag das Schweizer Boot auf dem vierten Zwischenrang. «Im Gegensatz zum Hoffnungslauf vor zwei Tagen fanden wir danach aber nicht in einen sauberen Streckenschlag.» Während sich an der Spitze die favorisierten Riemennationen Grossbritannien, Rumänien und Italien absetzen konnten, schlossen die Niederländer und Serben von hinten zum Schweizer Boot auf. Joel Schürch: «Uns fehlte noch etwas die Coolness und Erfahrung unseren Rhythmus zu finden, selbst wenn die Konkurrenz drückt.» Kurz vor der 1000-Meter-Marke zogen die Niederländer an den Schweizern vorbei. 500 Meter später überholten auch die Serben. Der Riemenvierer kämpft nun am Samstag um 12.00 Uhr im B-Final um einen Olympia-Quotenplatz. Zwei Startplätze werden dann noch an die ersten beiden Boote vergeben. Joel Schürch: «Wir wissen, was wir bis dahin verbessern können und haben nichts zu verlieren.»

Jan Schäuble: «B-Final ist ein Erfolg»

Mit erst 19 Jahren war Jan Schäuble heute der Youngster im Halbfinal des leichten Einers. «Es war ein schnelles Rennen», fasste er nach dem Rennen zusammen. «Ich machte kleine Fehler, was Dir natürlich keiner durchgehen lässt.» Die Routiniers aus Italien (Martino Goretti), Ungarn (Peter Galambos) und Australien (Sean Murphy) konnten sich vom Start weg leicht absetzen. Schäuble blieb auf der ersten Streckenhälfte noch auf Tuchfühlung zu den Spitzenbooten. «Bei 1000 Metern versuchte ich wirklich alles, um an den Australier heranzukommen. Dieser hielt mich aber gekonnt in Schach und überholte später sogar noch den Ungaren.» Schäuble selber verlor noch das Fernduell über mehrere Bahnen hinweg mit dem Polen (Milosz Jankowski) und wurde Fünfter. «Der B-Final ist für mich ein Erfolg. Ich bin jung und motiviert und werde nun «all in» gehen.» Der B-Final findet morgen Freitag um 10.22 Uhr statt.

In der Ausscheidung um die C- respektive D-Finalrennen belegten Nico Stahlberg im Männereiner, Sofia Meakin / Pascale Walker im Frauen-Doppelzweier und Fiorin Rüedi / Andri Struzina im leichten Doppelzweier jeweils den vierten Rang. Diese drei Boote werden alle die D-Finals um die Ränge 19-24 bestreiten.  

Morgen Freitag kämpfen schliesslich noch Jeannine Gmelin im Fraueneiner und der Männer-Doppelzweier mit Roman Röösli und Barnabé Delarze im Halbfinal um den Einzug in den A-Final (Rennprogramm am Ende des Bulletins).  

Citations en français:

Frédérique Rol (Double poids léger)
« Nous avons pu améliorer ce que nous voulions depuis les quarts de finale et faisons une course solide et aggressive. Trois bateaux étaient aujourd'hui plus rapides que nous mais il reste une place pour Tokyo en finale B et on va tout faire pour aller la chercher ! »

Augustin Maillefer (Quatre sans barreur)
« On a essayé d’en donner plus et d’être encore plus agressif que lors du repêchage pour passer en finale A mais nous avons perdu notre rythme imposant pour un coup plus court et moins efficace. En finale B, en laissant notre agressivité s’exprimer à partir de notre coup dominant, toutes les nations seront à notre portée. »

 

Resultate Donnerstag, 29.08.2019:

Halbfinals A/B
Männer Leichtgewichte (LM1x)

1. Martino Goretti (ITA) 6:49.4 2. Sean Murphy (AUS) 6:51.35 3. Peter Galambos (HUN) 6:52.12 4. Milosz Jankowski (POL) 6:56.33 5. Jan Schäuble (SUI) 7:06.22 (=> B-Final) 6. Gary O’Donovan (IRL) 7:34.01

Frauen Doppelzweier Leichtgewichte (LW2x)
1. Jackie Kiddle / Zoe McBride (NZL) 6:48.49 2. Alena Furman / Anastasia Ianina (BLR) 6:51.31 3. Claire Bove / Laura Tarantola (FRA) 6:52.17 4. Frédérique Rol / Patricia Merz (SUI) 6:53.60 (=> B-Final) 5. Jennifer Casson / Jill Moffat (CAN) 6:56.24 6. Georgia Nesbitt / Sarah Pound (AUS) 6:59.92

Männer Vierer-ohne (M4-)
1. Rumänien 5:47.70 2. Grossbritannien 5:47.93 3. Italien 5:51.73 4. Serbien 5:54.03 5. Niederlande 5:56.65 6. 
Schweiz (Joel Schürch, Augustin Maillefer, Paul Jacquot, Markus Kessler) 6:00.66 (=> B-Final)

Halbfinals C/D
Frauen Doppelzweier (W2x)

1. Pia Greiten / Leonie Menzel (GER) 6:52.91 2. Ievgeniia Dovhodko / Daryna Verkhogliad (UKR) 6:55.55 3. Jovana Arsic / Milica Slijepcevic (SRB) 6:59.55 4. Sofia Meakin / Pascale Walker (SUI) 7:01.42 (=> D-Final) 5. Yariulvis Cobas Garcia / Aimee Hernandez Delgado (CUB) 7:07.31

Männer Einer (M1x)
1. Kristian Vasilev (BUL) 6:45.92 2. Dani Fridman (ISR) 6:46.51 3. Thibaut Verhoeven (FRA) 6:49.14 4. Nico Stahlberg (SUI) 6:49.24 (=> D-Final) 5. Onat Kazakli (TUR) 6:56.21 6. Kevin Meador (USA) 7:00.98

Männer Doppelzweier Leichtgewichte (LM2x)
1. Nicholas Trojan / Andrew Campbell Jr. (USA) 6:17.40 2. Matthias Taborsky / Julian Schöberl (AUT) 6:18.00 3. Zak Lee-Green / Jamie Copus (GBR) 6:18.73 4. Fiorin Rüedi / Andri Struzina (SUI) 6:21.10 (=> D-Final) 5. Antonios Papakonstantinou / Petros Gkaidatzis (GRE) 6:21.89 6. Marek Reznak / Peter Zelinka (SVK) 6:30.67

Das weitere WM-Rennprogramm:

Freitag, 30.08.2019
09.45h; LM2x (Rüedi / Struzina); D-Final 
10.22h; LM1x (Schäuble); B-Final
11.40h; M2x (Röösli / Delarze); Halbfinal A/B
12.50h; W1x (Gmelin); Halbfinal A/B

Samstag, 31.08.2019
09.48h; W2x (Meakin / Walker); D-Final
11.36h; LW2x (Rol / Merz); B-Final
12.00h; M4- (Schürch, Maillefer, Jacquot, Kessler); B-Final

Sonntag, 01.09.2019
10.30h; M1x (Stahlberg); D-Final
13.56h; M2x (Röösli / Delarze); evtl. A-Final
14.27h; W1x (Gmelin); evtl. A-Final