Barnabé Delarze: «Mein Lieblingsboot ist das schnellste Boot»

Barnabé Delarze: «Mein Lieblingsboot ist das schnellste Boot»

Artikel - Barnabé Delarze: «Mein Lieblingsboot ist das schnellste Boot»

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Mit seiner WM-Silbermedaille gemeinsam mit Roman Röösli im Doppelzweier gelang dem Lausanner Barnabé Delarze etwas, was in der Geschichte des Schweizer Rudersports noch keiner geschafft hat: Er holte auf jeder Leistungsstufe - Junior, U23 und Elite - je eine WM-Medaille.

Anfang Woche kehrte die Schweizer Delegation mit drei Silbermedaillen von der Ruder-WM in Plovdiv zurück. Barnabé Delarze ist der erste Schweizer Ruderer, der sowohl an einer Junioren-WM, U23-WM wie nun auch auf der Elite-Stufe WM-Medaillen gewinnen konnte. Grund genug, bei Barnabé nachzufragen. Barnabé Delarze ist Student, Mitglied bei Lausanne Sports, Section Aviron und wird als Zeitmilitär-Spitzensportler von der Schweizer Armee unterstützt. 

Barnabé, Du bist der erste Schweizer, dem dieser «Hattrick» auf allen drei Leistungsstufen gelungen ist. In wie fern war Dir das bewusst, bevor wir Dich für das Interview befragt haben?
Das ist mir nicht aufgefallen, aber cool zu hören! Mein Ziel ist es, in jedem Zeitpunkt und in jeder Kategorie, in welcher ich rudere, der Beste zu sein und Medaillen zu gewinnen. Das ist die Erwartung an mich und das Team. Was vor mir passiert ist, ist für mich irrelevant. Ich schreibe meine eigene Geschichte und weiss, was ich kann. Einzig habe ich gehört, dass es offenbar die erste Elite-Medaille bei den Männern seit der Ära Xeno Müller ist.

2012 gab es Bronze an der Junioren-WM im Doppelzweier mit Damien Tollardo. Was ist Deine spontane Erinnerung an das Finalrennen von damals, das ja ebenfalls in Plovdiv stattfand? 
Es fühlte sich ähnlich an wie jetzt. Es war meine allererste WM-Medaille und die erste Juniorenmedaille im Scull-Bereich seit langem. Es zeigte damals, dass es uns «kleinen Schweizern» möglich war, erfolgreich gegen die grossen Rudernationen zu fahren. Die Silbermedaille jetzt bei der Elite hat für mich eine ähnliche Bedeutung, aber auf einer höheren Stufe. 

2013 und 2014 war es U23-WM-Gold im Doppelvierer. Welcher der beiden Titel ist Dir mehr präsent?
Die beiden Titel sind für mich ganz unterschiedlich. 2013 holte die Schweiz soviel ich weiss zum ersten Mal eine U23-Medaille im Doppelvierer. Wir zeigten, dass wir es können. Ein WM-Titel fühlt sich natürlich noch viel grossartiger an, weil Du alle geschlagen hast. 2014 ging es dann eher um die Bestätigung und die Titelverteidigung. Nur Gold konnte uns zufriedenstellen. Ich erinnere mich an das Gefühl als Sieger im Ziel: Erleichterung. 

Jetzt also Silber an der WM in Plovdiv. Wie ordnest Du diese WM-Silbermedaille ein, nach dem Du wegen einer Rückenverletzung erst Mitte Juli beim Weltcup-Final in Luzern Dein erstes internationales Rennen der Saison bestreiten konntest?
Ich trainiere schon sehr lange und kenne meinen Körper inzwischen recht gut. Ich wusste, dass ich wieder fit genug war. Die Arbeit mit Headcoach Edouard Blanc war wichtig, um mit Roman im Boot Fortschritte zu machen. Das Ziel war stets eine Medaille zu holen. Wir haben es bewiesen.

Was sind Deine nächsten Pläne? Ferien? 
Ich bin ein Bewegungsmensch. Darum freue ich mich, jetzt nach der WM wieder andere Sportarten zu betreiben. Das geniesse ich jetzt neben der Uni in vollen Zügen. Ich werde noch für vier Tage nach Santorini (Griechenland) reisen, die eine oder andere Party besuchen, Fun Events und den XRow bestreiten, endlich mal wieder Kollegen treffen. Es gibt viel zu tun. Darauf freue ich mich!

In welcher Bootsformation würdest Du gerne die nächste Saison / Rennen um einen Olympia-Quotenplatz bestreiten?
Mein Lieblingsboot ist das schnellste Boot! Die Bootsklasse ist mir egal. Mein Ziel ist es, im Boot mit den grössten Medaillenchancen zu sitzen. Dafür brauche ich sehr gute Resultate an den internen Tests. Schliesslich entscheidet der Coach. Ich vertraue ihm, dass er die beste Wahl trifft. 

Das Interview mit Barnabé Delarze führte Jolanda van de Graaf.