5 Schweizer Boote rudern auf dem Rotsee um Medaillen

5 Schweizer Boote rudern auf dem Rotsee um Medaillen

Artikel - 5 Schweizer Boote rudern auf dem Rotsee um Medaillen

Raphaël Ahumada und Jan Schäuble blieben im LM2x auch am zweiten Renntag der LUCERNE REGATTA ungeschlagen und rudern am Sonntag um eine Medaille. Auch Andrin Gulich und Roman Röösli haben sich als Halbfinalzweite im M2- für das Medaillenrennen qualifiziert.

Drei weitere Boote stehen in den Finals der besten sechs Boote: Claire Ghiringhelli im Para-Einer sowie die beiden Schweizer Doppelvierer der Männer und Frauen.


Bildergalerie LUCERNE REGATTA, Samstag, 25.05.2024 (Fotos: Detlev Seyb / Maren Derlien) 


Der zweite Renntag auf dem Luzerner Rotsee überzeugte mit perfekten Ruderbedingungen bei angenehmen Temperaturen.

Leichtgewichts-Doppelzweier: Erstmals die Weltmeister aus Irland geschlagen
Die Auslosung wollte es, dass die Schweizer Europameister Raphaël Ahumada und Jan Schäuble und die irischen Weltmeister Paul O’Donovan und Fintan McCarthy heute im Halbfinal schon vor dem grossen Showdown vom Sonntag aufeinandertreffen sollten. Die Schweizer nahmen am Start das Heft denn auch sofort in die Hand und führten das Rennen vor Norwegen an. «Wir sind mit dem Rennen sehr zufrieden und machten am Start einiges besser als noch im Vorlauf», ordnete Jan Schäuble ein. Die Iren, bekannt für mässige Starts und starke Finishs, liessen sich vom schnellen Start der Schweizer nicht irritieren, machten Meter um Meter wett und setzten sich kurz nach der Streckenhälfte an die zweite Position.

Ab hier ging es um die Vorherrschaft auf dem Rotsee. Jan Schäuble: «Die zweite Streckenhälfte gelang uns heute richtig gut.» Raphaël Ahumada und Jan Schäuble gaben sich keine Blösse, wussten sie doch um die Spurtstärke der Iren. Im WM-Final 2023 hatten sie diese schmerzlich zu ihren Ungunsten erleben müssen. Diesmal aber liessen sich die Schweizer auf den letzten 300 Rennmetern die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und feierten den zweiten Start-Ziel-Sieg innerhalb von zwei Tagen. Mit diesem Sieg qualifizierte sich das Schweizer Duo für den Rotsee-Final und mindestens genauso wichtig: Damit schlugen die Schweizer die Dominatoren aus Irland zum ersten Mal überhaupt. «Das war für uns ein wichtiger Schritt auf unserem Weg an die Olympischen Spiele in Paris», schloss Jan Schäuble. Das Publikum wartet nun gespannt auf den nächsten Schlagabtausch zwischen den beiden Weltklasse-Booten im Finalrennen vom Sonntag.

Zweier ohne Steuermann: Souveräner Finaleinzug in der Rolle der Jäger
Die Auslosung führte auch im Zweier ohne Steuermann die Schweizer Weltmeister bereits im Halbfinal mit den Europameistern aus Grossbritannien zusammen. Andrin Gulich und Roman Röösli machten wahr, was sie in Sachen Startschlägen tags zuvor versprochen hatten. «Uns gelang der Start heute ausgezeichnet», bestätigte Andrin Gulich nach dem Rennen. «Wir ruderten sofort mit an der Spitze.» Nach 500 Rennmetern fehlten lediglich 0,86 Sekunden auf die Briten Oliver Wynne-Griffith und Tom George.

Auch bei Halbzeit lag ein Sieg der Schweizer noch in Reichweite, zumal der Rückstand lediglich 1,97 Sekunden betrug. «Für uns war jedoch im Vornherein schon klar», so Andrin Gulich, «sollten sich die Briten im dritten Streckenabschnitt absetzen können, würden wir nicht um Biegen und Brechen mitgehen.» Prompt bauten die Europameister im dritten Streckenviertel ihren Vorsprung aus. Die Schweizer folgten ihrer eigenen Vorgabe und sicherten sich mit dem souveränen zweiten Rang die Qualifikation für das Finalrennen. «Wir sind nun bereit für ein tolles Ruderfest am Sonntag und werden unseren Teil dazu beitragen», freute sich Andrin Gulich auf den Rotsee-Finaltag.

Fraueneiner: Aurelia-Maxima Janzen rudert am Sonntag um die Ränge 7-12
Aurelia-Maxima Janzen stellte sich im Halbfinal unter anderem der Weltmeisterin Karolien Florijn aus den Niederlanden und der WM-Dritten Tara Rigney aus Australien. Die Niederländerin führte das Rennen zwar erwartungsgemäss vom Start weg an, wurde aber über die gesamte Strecke von der Australierin bedrängt. Aurelia-Maxima Janzen lag nach dem ersten Streckenviertel auf dem dritten Rang.

Während sich die Niederlande und Australien vorneweg gegenseitig über die Strecke jagten, rissen sie noch vor der Streckenhälfte eine Lücke auf die Verfolgerinnen auf. Dahinter kämpften Aurelia-Maxima Janzen, die Litauerin Ieva Adomaviciute sowie die Deutschen Alexandra Foester und Juliane Faralisch um den letzten Finalplatz. Alexandra Foester ging als Siegerin aus diesem Vierkampf hervor. Die 20-jährige Aurelia-Maxima Janzen belegte den sechsten Rang und rudert am Sonntag im B-Final um die Ränge 7-12.

Vierer-ohne verpasste trotz packendem Rennen den A-Final
Lange sah es im heutigen Hoffnungslauf gut aus für den Schweizer Riemenvierer. Pech nur, dass in diesem Rennen nur die ersten beiden Boote in den Final weiterkamen. Kai Schätzle, Patrick Brunner, Tim Roth und Joel Schürch konnten sich nach einem schnellen Start direkt an Frankreich1 anhängen, das wie die Feuerwehr losgeprescht war. Nach 500 Metern lagen die Schweizer auf dem finalberechtigten zweiten Rang mit einem Rückstand von 0,87 Sekunden. Gerade mal 0.09 Sekunden später überquerten jedoch die Niederlande die Abschnittsmarke.

Bug an Bug mit den Niederländern ging es über den zweiten Streckenviertel. Bei Halbzeit lag Frankreich immer noch um 0,51 Sekunden vorne. Die Niederlande und die Schweiz hatten derweil die Plätze getauscht. Nach der Streckenhälfte erhöhten die Niederländer den Druck und liessen auch Frankreich hinter sich. Während sich Frankreich1 auf den letzten Rennmetern den Spitzenplatz zurückeroberte, konnten die Schweizer das Boot aus den Niederlanden nicht mehr abfangen und wurden als Drittplatzierte in den B-Final verwiesen.

Claire Ghiringhelli ruderte im Para-Einer heute das zweite Rennen des Regatta-Wochenendes. Als Drittplatzierte hinter Israel und der Ukraine qualifizierte sich Claire Ghiringhelli ungefährdet für das Finalrennen vom Sonntag.


Resultate LUCERNE REGATTA, Samstag, 25.05.2024:

Frauen

Para-Einer (PR1 W1x)
Hoffnungslauf
1. Moran Samuel (ISR) 10:15.38; 2. Anna Sheremet (UKR) 10:25.38; 3. Claire Ghiringhelli (SUI) 10:50.08 (=> Final); 4. Claudia Cicero Sabino (BRA) 11:28.33; 5. Brenda Sardon (ARG) 11:35.84

Einer (W1x)
Halbfinal
1. Karolien Florijn (NED) 07:29.62; 2. Tara Rigney (AUS1) 07:32.57; 3. Alexandra Foester (GER1) 07:35.21; 4. Juliane Faralisch (GER2) 07:38.80; 5. Ieva Adomaviciute (LTU2) 07:39.87; 6. Aurelia-Maxima Janzen (SUI) 07:40.46 (=> B-Final)

Männer

Doppelzweier der Leichtgewichte (LM2x)
Halbfinal
1. Raphaël Ahumada / Jan Schäuble (SUI) 06:14.53 (=> A-Final); 2. Paul O'Donovan / Fintan McCarthy (IRL) 06:15.96; 3. 
Ask Jarl Tjoem / Lars Benske (NOR) 06:27.18; 4. Finn Wolter / Nikita Mohr (GER) 06:32.55; 5. Eber Sanhueza / Cesar Abaroa (CHI) 06:35.60; 6. Sobirjon Safaroliyev /Evgeniy Agafonov (UZB) 06:49.65

Zweier ohne Steuermann (M2-)
Halbfinal
1. Tom George / Oliver Wynne-Griffith (GBR1) 06:32.99; 2. Andrin Gulich / Roman Röösli (SUI) 06:37.81 (=> A-Final); 3. Christopher Baxter / John Smith (RSA) 06:41.45; 4. Benjamin Taylor / Campbell Crouch (NZL2) 06:44.44; 5. Alexander Hedge / Augustine Rodriguez (USA2) 06:47.19; 6. Marco Vicino / Luca Vicino (ITA2) 06:55.90

Vierer ohne Steuermann (M4-)
Hoffnungslauf
1. Frankreich1 05:55.82; 2. Niederlande 05:56.13; 3. Schweiz (Kai Schätzle, Patrick Brunner, Tim Roth, Joel Schürch) 05:59.95 (=> B-Final); 4. Frankreich2 06:01.33; 5. Usbekistan 06:02.59; 6. Chile 06:11.55 


Startzeiten Finalrennen LUCERNE REGATTA, Sonntag, 26.05.2024

B-Finals:

9.30h M4- Kai Schätzle, Patrick Brunner, Tim Roth, Joel Schürch

9.35h W1x Aurelia-Maxima Janzen 

A-Finals:

10.05h PR1 W1x Claire Ghiringhelli 

10.49h M2- Andrin Gulich / Roman Röösli

11.58h LM2x Raphaël Ahumada / Jan Schäuble

13.46h W4x Lisa Lötscher, Célia Dupré, Pascale Walker, Fabienne Schweizer

14.00h M4x Maurin Lange, Scott Bärlocher, Jonah Plock, Dominic Condrau


25.05.2024 / vdg / 14.45h