EM Varese: Wichtige Etappe auf dem Weg zur WM
Knapp vier Wochen vor den Weltmeisterschaften trifft sich Europas Ruderelite vom 31. Juli bis 2. August in Varese (ITA) zu den ersten internationalen Titelkämpfen des Jahres. Für SWISS ROWING sind die Europameisterschaften ein wichtiger Test auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in Amsterdam
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🔗 Aufgebot SWISS ROWING EM Varese
🔗 Startliste Vorläufe Freitag 31. Juli 2026
Der Rennkalender stellt Athletinnen, Athleten und Trainerteams in dieser Saison wieder vor besondere Herausforderungen. Europa- und Weltmeisterschaften finden innerhalb desselben Monats statt und liegen nur etwas mehr als drei Wochen auseinander. Damit präsentiert sich die Situation genau umgekehrt wie im vergangenen Jahr, als zwischen der EM in Plovdiv im Mai und der WM Ende September in Shanghai ein ungewöhnlich langer Zeitraum lag.
Entsprechend unterschiedlich fallen die Strategien der Nationen aus. Einige Verbände verzichten ganz auf einen Start an den Europameisterschaften, andere bestreiten die Titelkämpfe bewusst aus einer intensiven Trainingsphase heraus. Auch für SWISS ROWING liegt der Saisonhöhepunkt an der WM Ende August in Amsterdam. Die EM in Varese dient als wichtiger Formtest und als weitere Standortbestimmung auf dem Weg dorthin.
Nach dem starken Auftritt beim Weltcup auf dem Rotsee setzt SWISS ROWING auf Kontinuität. Sämtliche Boote treten in derselben Besetzung an wie zuletzt in Luzern. Konkurrenz ist in allen Bootsklassen vorhanden: Mehrere Nationen bringen Crews an den Start, die in dieser Saison bereits Weltcup-Finals erreicht und sogar Medaillen gewonnen haben. Entsprechend dürfen in Varese hochklassige und richtungsweisende Rennen erwartet werden.
Alexis Besançon, Headcoach Elite SWISS ROWING: « C'est une étape importante dans la préparation des Championnats du monde. C'est l'occasion de se tester, de voir les progrès réalisés, mais aussi d'aller chercher le meilleur résultat possible – y compris des médailles – afin d'aborder les Championnats du monde avec encore plus de confiance. »
AUSBLICK
Männer-Einer
Im Männer-Einer sind für Varese 18 Boot gemeldet. Für die Schweiz geht der Luzerner Kai Schätzle (SC Luzern) ins Rennen, der bei seinem ersten Auftritt im Skiff am Weltcup in Luzern für Furore sorgte und auf Anhieb in den A-Final fuhr. Von den Gegnern, auf die Schätzle in Varese trifft, waren in Luzern nur der Deutsche Oliver Zeidler und der neutrale Athlet Yauheni Zalaty schneller. Letzterer ist der amtierende Europameister, der derzeit wohl grösste Favorit auf Gold ist allerdings Zeidler. Stefanos Ntouskos, den amtierenden Weltmeister aus Griechenland, wird man bei der EM aber ebenfalls im Auge behalten müssen, auch wenn er sich in Luzern nicht für den A-Final qualifizieren konnte.
Frauen-Einer
Im Einer der Frauen werden insgesamt 16 Boote am Start stehen. Die junge Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone) konnte beim Weltcup in Luzern ihre erste A-Finalteilnahme an einem Weltcup realisieren. Die Favoritenrolle in dieser Konkurrenz steht aber ganz sicher der Siegerin von Luzern und Sevilla, Lauren Henry, zu. Die grösste Gegenwehr für die Britin ist von der Dänin Frida Sanggaard Nielsen, der WM-Bronzemedaillengewinnerin von 2025, von Viktorija Senkutė aus Litauen und von Jovana Arsić aus Serbien zu erwarten, die beide in dieser Saison auch schon Weltcup-Medaillen erringen konnten.
PR1 Frauen-Einer
Pararuderin Claire Ghiringhelli (Società Canottieri Locarno) tritt in Varese mit einer Goldmedaille im Gepäck aus dem jüngsten Weltcup an. Für die EM hat sich das Feld gegenüber Luzern von drei auf sechs Boote erweitert. Zu den Favoritinnen zählt hier die amtierende Welt- und Europameisterin Anna Shermet aus der Ukraine. Doch auch Ghiringhelli ist zu den Medaillenanwärterinnen zu rechnen. Die Niederländerin Eva Mol und die Tschechin Eliska Krejci hatten in der Saison 2025 gegen Ghiringhelli zuletzt das Nachsehen. Auch Ebba Einarsson aus Schweden ist in diesem Jahr in Luzern nach Ghiringhelli ins Ziel gekommen.
Männer-Zweier ohne Steuermann
Für die Medaillen im Zweier-ohne der Männer bewerben sich neben dem Schweizer Boot mit Patrick Brunner (Seeclub Sempach) und Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona) weitere elf Boote. Plock und Brunner gewannen zuletzt am Weltcup in Luzern die Bronzemedaille. Das aussichtsreichste Team auf den Titel stellt Rumänien mit Stefan Berariu und Florin Lehaci. Florin Lehaci ist der letztjährige Europa- und Vizeweltmeister in dieser Bootsklasse. Auch mit seinem neuen Partner Stefan Berariu konnte er 2026 beim Weltcup bereits aufs Podest fahren. Die litauischen Brüder Domantas und Dovydas Stankūnas zählen ebenfalls zum Favoritenkreis um die Medaillen. Sie belegten beim ersten Weltcup in Sevilla Rang drei. In Varese ist ausserdem immer mit den Gastgebern zu rechnen. Die Italiener Matteo Lodo und Giuseppe Vicino gewannen in diesem Jahr beim Weltcup II in Plovdiv die Bronzemedaille.
Frauen-Zweier ohne Steuerfrau
Im Zweier-ohne der Frauen treffen acht Nationen aufeinander. Die erfahrensten Athletinnen im Feld sind die Rumäninnen Adriana Adam und Simona Radiș. Unter ihren Gegnerinnen stehen besonders die Tschechinnen Anna Santrucková und Pavlína Flamiková im Fokus. Das Duo gewann in dieser Saison bei allen drei Weltcups eine Medaille. Zum Kreis der Favoritinnen um die Medaillen zählen nach den Vorleistungen auch die Litauerinnen und das deutsche Boot. Die Schweizerinnen Olivia Roth (Grasshopper Club Zürich, Ruder-Sektion) und Sofia Meakin (Club d’Aviron Vésenaz) bestreiten ihre zweite Regatta zusammen im Zweier-ohne. Bei ihrem Debüt in Luzern belegten sie Rang 11.
Frauen-Doppelzweier
Elf Nationen kämpfen im Frauen-Doppelzweier um die Medaillen. Zu den am meisten eingespielten Crews zählen die Schweizerinnen Salome Ulrich und Fabienne Schweizer (beide Seeclub Luzern). Der einzige Weltcupsieg in diesem Feld ging jedoch auf das Konto der Italienerinnen Clara Guerra und Alice Gnatta, die den zweiten Weltcup für sich entscheiden konnten. Das deutsche Boot mit Lisa Gutfleisch und Sarah Wibberenz war beim Weltcup in Sevilla einen Rang hinter den Schweizerinnen und in Luzern einen Rang davor platziert. Mit der Griechin Dimitra Eleni Kontou ist zudem eine starke U23-Ruderin am Start, die erst vor wenigen Tagen an den U23-Weltmeisterschaften in Duisburg Doppelgold gewann – mit einer anderen Partnerin im Frauen- und dann auch noch im Mixed-Doppelzweier.
Männer-Doppelvierer
Mit elf Booten ist der Doppelvierer der Männer an dieser EM quantitativ gut besetzt. SWISS ROWING wird hier durch Maurin Lange (Seeclub Luzern), Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges), Bojan Reuffurth (Seeclub Zug), Donat Vonder Mühll (Grasshopper Club Zürich, Ruder-Sektion) vertreten.
Die Favoritenrolle dürfte in diesem Feld bei Italien liegen. Nach dem Sieg beim zweiten Weltcup reisen die amtierenden Weltmeister Luca Chiumento, Luca Rambaldi, Andrea Panizza und Giacomo Gentili mit viel Selbstvertrauen an die EM im eigenen Land. Mit einer Gold- und einer Bronzemedaille aus den bisherigen Weltcup-Rennen dieser Saison scheint auch Deutschland nach längerer Zeit wieder eine Formation gefunden zu haben, die um den Titel mitkämpfen kann. Kroatien konnte am Weltcup I in Sevilla mit einer neuformierten Crew hinter Deutschland und den Niederlanden aufs Podest fahren. Die Niederländer treten ebenso wie die neutralen Athleten in einer anderen, schwächer zu erwartenden Besetzung an als im Weltcup. Mit den Tschechen wiederum hat das Schweizer Boot nach Luzern noch eine Rechnung offen, wo das Duell um den Sieg im B-Final um zwei Zehntel zu Ungunsten der Schweizer ausging.
Frauen-Doppelvierer
Im Frauen-Doppelvierer ist die Schweiz eine von insgesamt neun Nationen und tritt mit Lisa Lötscher (Seeclub Luzern), Flavia Lötscher (Seeclub Luzern), Célia Dupré (Club d’Aviron Vésenaz) und Nina Wettstein (Seeclub Stäfa) an. Um den Titel zeichnet sich ein Duell zwischen Deutschland und Grossbritannien ab. Beim ersten Weltcup der Saison setzte sich Deutschland vor den Britinnen durch. Beim dritten Weltcup trafen die beiden Crews erneut aufeinander – diesmal mit einer Veränderung im britischen Boot: Die ehemalige Leichtgewichtsruderin Imogen Grant rückte auf den Schlagplatz und brachte der Mannschaft eine neue Dynamik. So gelang Grossbritannien die Revanche. Nun kommt es bei den Europameisterschaften zum nächsten Aufeinandertreffen der beiden Topfavoriten im Kampf um den Titel. Zum erweiterten Favoritenkreis um die Medaillen zählen auch die Rumäninnen, die in Sevilla den dritten Rang verbuchen konnten, sowie die Griechinnen, die in Luzern vor der Schweiz auf den vierten Rang fahren konnten. Die Schweizerinnen haben sich im Weltcup zweimal den fünften Rang gesichert und sind damit ebenfalls in Lauerposition für die Podestplätze.
Sarnen, 29. Juli 2026 / NS