World Rowing Cup Sevilla: Rang fünf für den Frauen-Doppelvierer als Topresultat

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World Rowing Cup Sevilla: Rang fünf für den Frauen-Doppelvierer als Topresultat

Artikel - World Rowing Cup Sevilla: Rang fünf für den Frauen-Doppelvierer als Topresultat

Der Finaltag am Weltcup in Sevilla hatte es heute in sich. In einer Hitzeschlacht auf dem Rio Guadalquivir im spanischen Sevilla ruderten drei Schweizer Boote in den A-Finals, zwei weitere in den B-Finals. Der Doppelvierer der Frauen sorgte mit einem fünften Rang für das Top-Resultat aus Schweizer Sicht. Der Männer-Zweier-ohne und der Frauen-Doppelzweier beendeten den ersten Weltcup der Saison auf dem sechsten Rang.

>> Resultatübersicht Weltcup Sevilla 31. Mai 2026
>> Bilder Weltcup Sevilla vom 31. Mai 2026 (Detlev Seyb/Maren Derlien)

Bei absoluter Windstille und bereits mittags gefühlten Temperaturen von über 30 Grad, die im Laufe des Tages noch auf fast 40 Grad ansteigen sollten, gingen heute im südspanischen Sevilla die Finals des ersten Ruder-Weltcups der Saison 2026 über die Bühne. Die Schweiz hatte sich mit drei Booten für die A-Finals qualifiziert, zwei weitere standen im B-Final. Doch der Tag war für die Schweizer ein Realitätscheck.

A-Finals 
Frauen 
Doppelvierer
Lisa Lötscher, Flavia Lötscher (beide Seeclub Luzern), Nina Wettstein (Seeclub Stäfa) und Olivia Nacht (Ruderclub Baden) trafen im A-Final auf die Vizeweltmeisterinnen aus Grossbritannien, die WM-drittplatzierten Deutschen, Rumänien, Neuseeland und Kanada.
Die Schweizerinnen wagten einen schnellen Start und gingen mitten im Pulk über die ersten 500 Meter. Bei der Zwischenmarke trennte alle Boote nur wenig mehr als eine Sekunde. In Richtung der Streckenmitte konnten sich vier Boote gemeinsam absetzen, knapp in Front das deutsche Boot. Das Schweizer Quartett verlor hier etwas an Boden und ordnete sich auf dem fünften Rang vor Neuseeland ein. Vorne behauptete Deutschland vor Grossbritannien und Rumänien die Spitze bis ins Ziel. Aber auch die Schweizerinnen kämpften bis zum Schluss mit allen Mitteln und schoben sich im finalen Sprint noch einmal an die viertplatzierten Kanadierinnen heran und von den folgenden Neuseeländerinnen weg. Am Ende trennten den neuformierten Schweizer Doppelvierer sieben Sekunden vom Sieg. Damit erreichte das Boot mit Weltcup-Debütantin Flavia Lötscher beim Weltcupauftakt Rang fünf.

Doppelzweier 
Für den A-Final im Frauen-Doppelzweier standen neben Fabienne Schweizer und Salome Ulrich (beide Seeclub Luzern) die Olympia-Zweiten aus Rumänien, die Niederlande 1, Irland 1 und 2 und die Polinnen am Start. Den schnellsten Start legten die Niederlande 1 mit Lisa Bruijnincx und Tessa Dullemans hin, gefolgt von Polen, Irland 1 und Rumänien. Die Rumäninnen, Ancuta Bodnar und Simona Radis, hielten sich in der frühen Phase des Rennens noch im Hintergrund und zunächst auf dem vierten Rang, vor den Polinnen und dem Schweizer Duo. Doch die Rumäninnen starteten bald ihre Offensive und zogen unaufhaltsam Richtung Spitze. Um Rang zwei und drei stritten sich in der Endphase des Rennens Irland 1 und die Niederländerinnen, mit dem besseren Ende für die Niederlande. Ulrich/Schweizer fanden im heutigen Rennen nicht zu dem effizienten Streckenschlag, der ihnen in den vorangegangenen Rennen gelungen war. So verloren sie über die Mitte des Rennens den Kontakt zu den vorderen Booten und konnten auch nicht wieder aufschliessen. Am Ende resultierte der sechste Rang für den Schweizer Frauen-Doppelzweier.

Männer
Zweier-ohne
Der A-Final im Männer-Zweier-ohne war auf vier Positionen eine Neuauflage des WM-Finals von 2025 in Shanghai. Die damals drittplatzierten Schweizer Patrick Brunner (Seeclub Sempach) und Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona) trafen auf die Weltmeister aus Neuseeland, die rumänischen Vizeweltmeister und das viertplatzierte Boot aus Spanien. Von diesen Booten hatten nur die Rumänen auf einer Position umbesetzt. Dazu kam je ein Boot aus Litauen und Slowenien.
Die Rumänen, Stefan Berariu und Florin Lehaci, hatten den besseren Start, doch die Weltmeister Oliver Welch und Benjamin Taylor (NZL) zogen nach 500 Metern vorbei. Dahinter, aber nicht weit abgeschlagen, folgten die Spanier, die Litauer sowie Slowenien. Bei Jonah Plock und Patrick Brunner war vom Start weg erkennbar, dass mit den Schweizern heute nicht zu rechnen war. Gezeichnet von einem Magen-Darm-Problem konnte Brunner nicht an den starken Auftritten anknüpfen, die das Duo zuletzt gezeigt hatte. So reihte sich das Schweizer Boot von Beginn an auf dem hintersten Rang ein. Unterdessen bauten die Neuseeländer ihren Vorsprung auf Rumänien immer weiter aus und Litauen begab sich auf Bronzekurs vor Spanien und Slowenien  – und so überquerten die Boote auch die Ziellinie.

B-Finals
Frauen
Einer (SUI 1) 
Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone) blieb auch in ihrem dritten Rennen an dieser Regatta ihrer Taktik treu, einen schnellen Start hinzulegen. Am dichtesten folgte ihr die im Einer sehr erfahrene und erfolgreiche Australierin Tara Rigney. Bis zur Streckenhälfte behielt Janzen die Führung, dann ging Rigney vorbei. Anders als im Halbfinal behielt die junge Schweizerin aber das Tempo auch auf der zweiten Streckenhälfte oben. So gelang es nur der Belgierin Mazarine Guilbert, der eine sehr gute zweite Streckenhälfte glückte, Janzen noch einen Rang abzunehmen. Janzen belegte somit im B-Final den dritten und damit neunten Schlussrang. Auf den Rängen vier bis sechs folgten die Niederlande 3 mit der Doppelzweier-Weltmeisterin von 2025, Benthe Boonstra, die junge Rumänin Bianca-Camelia Ifteni und die neutrale Athletin Mariia Zhovner.

Männer
Doppelzweier (SUI 1) 
Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges) und Kai Schätzle (Seeclub Luzern) erwischten in ihrem B-Final einen guten Start. Hinter den Portugiesen Pedro Rodrigues und Tomas Neves, die einen Start-Ziel Sieg hinlegen sollten, positionierten sie sich vorerst auf dem zweiten Rang vor den Franzosen. Alle Boote lagen über den Grossteil der Strecke, wie es in allen Doppelzweier-Kokurrenzen des Wochenendes zu beoachten war, sehr dicht beisammen. Dabei hielt sich Grossbritannien 2 durchgehend im hinteren Bereich des Feldes auf und die Franzosen konstant in der Mitte. Die grössten Positionswechsel gab es im Rennverlauf bei den Schweizern und den Tschechen. Während es den Tschechen gelang, sich vom letzten Rang bei Streckenhälfte auf den zweiten Platz im Ziel vorzuarbeiten, verloren Ahumada/Schätzle auf den letzten 500 Metern drei Ränge. Sie erreichten somit im B-Final den fünften und damit elften Schlussrang.


Fazit Christian Stofer, Direktor SWISS ROWING: «Der erste Weltcup war ein Realitätscheck und die Resultate sind für uns nicht befriedigend. Zwar haben sich drei von sieben unserer Boote gegen sehr gute Konkurrenz für den A-Final qualifiziert, aber unsere Erwartungen waren hier höher. 
Positiv zu erwähnen ist der Frauen Doppelvierer, der im Vorlauf wie im Finale sehr engagierte Rennen in einem hochklassigen Feld gezeigt hat. Das Abschneiden der Männer im Zweier-ohne wiederum ist aufgrund eines Magen-Darm-Problems von Patrick Brunner in der Nacht vor dem Rennen nicht überzubewerten. Aber sicher müssen alle Leistungen, speziell die des Männer Doppelzweiers, der in der letzten Saison ein sicherer Finalkandidat war, analysiert werden.
Es ist zwar noch sehr früh im Jahr, aber diese Regatta hat gezeigt, dass es noch sehr viel zu tun gibt. Es werden sicher alle Boote zu den zweiten Trials im Juni antreten müssen, um die Mannschaften noch einmal zu evaluieren, bevor es dann an den Weltcup in Luzern geht


Sevilla, 31. Mai 2026 / NS