World Rowing Cup Sevilla: Frauen Doppelvierer im A-Final, vier weitere Booten in den Halbfinals
Artikel - World Rowing Cup Sevilla: Frauen Doppelvierer im A-Final, vier weitere Booten in den Halbfinals
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Auf der Regattastrecke mitten im Zentrum der spanischen Stadt Sevilla ging es nach einem starken Wind in den letzten Tagen heute ruhig und fair zu. Die Temperaturen kletterten allerdings schon früh in Richtung der 30 Grad-Marke und darüber hinaus. Mit den Bedingungen konnte sich das Schweizer Team aber gut arrangieren und zeigte bereits vielversprechende Auftritte, die auch schon zu einer ersten A-Finalqualifikation führten.
Frauen
Doppelvierer: Einzug A-Final
Um die erste A-Qualifikation der Saison waren heute die Frauen besorgt, genauer der Frauen-Doppelvierer mit Lisa Lötscher, Flavia Lötscher (beide Seeclub Luzern), Nina Wettstein (Seeclub Stäfa) und Olivia Nacht (Ruderclub Baden). Zwar gingen in dem starken Feld erwartungsgemäss die Vizeweltmeisterinnen aus Grossbritannien schon früh in Führung und behaupteten sich hier auch bis zum Schluss. Doch dahinter auf den Plätzen spielte sich einige Bewegung ab. Denn hier reihten sich im Laufe des Rennens abwechselnd Polen, Kanada und Deutschland auf. Die Schweizerinnen lagen bis über die Streckenhälfte hinweg auf dem fünften Rang. Aber auch sie liessen nie abreissen, sondern blieben den anderen Booten dicht auf den Fersen. In der Auseinandersetzung um Rang vier mit den Polinnen gewannen sie schliesslich deutlich die Oberhand. So erruderte das Schweizer Quartett trotz Rang vier dank des schnelleren Laufs schliesslich über die Zeit noch die Runde der besten sechs.
Einer: Einzug Halbfinal und C-Final
Der Regattatag wurde am Morgen eröffnet mit den Vorläufen im Frauen-Einer und war aus Schweizer Sicht auch gleich im ersten Rennen spannend. Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone), die seit diesem Jahr offiziell der offenen Alterskategorie angehört, ging unter anderem gegen die amtierende Weltmeisterin Fiona Murtagh aus Irland und gegen ihre Langzeitkonkurrentin aus Deutschland, Alexandra Föster ins Rennen. Janzen ging das Rennen von vorne an und setzte sich an die Spitze des Feldes, vor der Weltmeisterin und der deutschen Ruderin. Bis über die Streckenhälfte verteidigte sie diese Position gegen die aufkommenden Ruderinnen, danach aber ging Murtagh vorbei. Beim Sprint auf die Linie konnte auch Föster noch an Janzen vorbeiziehen und die viertplatzierte Rumänin schob sich zuletzt gefährlich heran. Mit Rang drei, aber der schnellsten Zeit der Drittplatzierten, qualifizierte sich Janzen für den Halbfinal.
Gleich im folgenden Lauf startete Sofia Meakin (Club d’Aviron Vésenaz). Sie traf unter anderem auf die erfahrenen Skiff-Ruderinnen aus Litauen, Belgien und Australien. Die direkten Qualifikationsränge eins und zwei gingen an die WM-Viertplatzierte aus Litauen, Victoria Senkute, und an die Belgierin Mazarine Guilbert. Rang drei sicherte sich die Australierin Tara Rigney. Mit Rang fünf zieht Meakin in den C-Final ein.
Doppelzweier Frauen: Einzug Halbfinal
Der dritte Vorlauf im Frauen-Doppelzweier mit den Luzernerinnen Fabienne Schweizer und Salome Ulrich (beide Seeclub Luzern) gehörte zu den umkämpftesten Rennen des Tages. Die beiden bekamen es mit den Niederlanden 1 (zwei Ruderinnen aus dem amtierenden Weltmeisterinnen-Doppelvierer) mit Polen, Deutschland und Irland 1 zu tun. An die Spitze des Feldes setzten sich allerdings zuerst die Polinnen, wobei diese Führung kaum auszumachen war. Über den Grossteil der Strecke lagen alle fünf Boote in einem Bord-an-Bord-Kampf nahezu gleich auf. Erst auf dem letzten Viertel zog sich das Feld langsam auseinander – mit den Niederländerinnen in Führung. Im Schlusssprint wurden die Plätze dann sortiert: Hinter den Niederlanden fuhren die Irinnen über die Ziellinie vor den Polinnen, den Schweizerinnen und den deutschen Frauen. Mit der viertschnellsten Zeit über alle Läufe sicherten sich Ulrich/Schweizer trotzdem souverän den Halbfinaleinzug.
Männer
Zweier-ohne: Einzug Halbfinal
Patrick Brunner (Seeclub Sempach) und Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona) bekamen Spanien, Kroatien, Venezuela und Hongkong zugelost. Die Spanier waren an der WM im letzten Jahr vom Schweizer Duo auf den vierten Rang verwiesen worden. Daher war damit zu rechnen, dass das seit Jahren gemeinsam erfolgreiche Team Canalejo Pazos/Garcia Ordonez ihren Heimvorteil heute nutzen würden. Diese Annahme bestätigte sich. Vom Start weg setzten sich die Spanier an die Spitze, allerdings unmittelbar gefolgt von den Schweizern. Das kroatische Boot mit den Brüdern Loncaric reihte sich auf dem dritten Rang ein, dahinter Venezuela und Hongkong. In dieser Reihenfolge ging es auch über die Ziellinie. Plock/Brunner qualifizierten mit Rang zwei direkt für den Halbfinal.
Doppelzweier: Einzug Halbfinal und C-Final
Im ersten Schweizer Männer-Doppelzweier (SUI 1) gingen Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges) und Kai Schätzle (Seeclub Luzern) unter anderem ebenfalls gegen die Spanier ins Rennen. An der WM konnten sich die Spanier im Doppelzweier auch Rang vier – hier vor den Schweizern – errudern. Sie treten gegenüber Shanghai aktuell auf einem Platz umbesetzt an. Auch in diesem Rennen gelang es dem Gastgeberteam, sich an die Spitze des Feldes zu legen und diese Führung, wenn auch äusserst knapp, gegen die Schweizer zu verteidigen. Lediglich auf den Rängen drei bis fünf spielten sich noch einige Rangkämpfe ab, die zugunsten von Frankreich vor Litauen, Deutschland 2 und den Niederlanden 3 ausgingen.
Maurin Lange (Seeclub Luzern) und Donat Vonder Mühll (Grasshopper Club Zürich) trafen bereits in ihrem Vorlauf auf einige der grössten Favoriten im Doppelzweier. Mit grossem Interesse wurde hier der Auftritt des niederländischen Doppelzweiers van Dorp/Twellaar sowie der Sinkovic-Brüder aus Kroatien verfolgt. Bei seinem zweiten Weltcup-Einsatz überhaupt fand sich der nachnominierte Donat Vonder Mühll also mitten in einem Rennen im Zentrum der Aufmerksamkeit wieder. Doch der Schweizer Doppelzweier zeigte hier wenig Respekt und wollte sich sichtbar mit den genannten Booten messen. Am Ende siegten die Niederländer vor den Briten und Deutschland, während die Brüder Sinkovic aus Kroatien als Viertplatzierte den Einzug in den Halbfinal ebenso verpassten wie Lange/Vonder Mühll auf Rang fünf. Hier gibt es also ein Wiedersehen im C-Final.
Sevilla, 29. Mai 2026 / NS