World Rowing Cup III Luzern: Zwei Medaillen für SWISS ROWING
Fünfmal hatten Schweizer Ruderinnen und Ruderer heute an der LUCERNE REGATTA auf dem Rotsee die Chance, um die Medaillen zu fahren. Und gleich bei den ersten beiden Möglichkeiten wurde diese genutzt. Pararuderin Claire Ghiringhelli und der Zweier-ohne der Männer, Patrick Brunner und Jonah Plock, wiederholten ihre Vorjahreserfolge und fuhren erneut zu Gold und Bronze.
Der Doppelvierer der Frauen platzierte sich auf Rang fünf. Kai Schätzle und Aurelia-Maxima Janzen realisierten mit Rang fünf und sechs die stärksten Einer-Resultate für die Schweiz seit langem.
Jonah Plock und Patrick Brunner sorgten heute bis zum letzten Schlag für maximale Spannung. Claire Ghiringhelli dagegen schonte die Nerven ihrer Fans. Aus den Auftritten der Para-Ruderin und des Männer-Zweiers resultierten für SWISS ROWING heute exakt die gleichen Medaillen in den gleichen Kategorien wie schon 2025. Zusätzlich beendete Kai Schätzle seinen starken Auftritt an diesem Wochenende in seinem ersten Weltcup-A-Final hinter den drei Medaillengewinnern von Olympia 2024 und einem US-amerikanischen Ruderer als Fünfter.
🔗 Resultate World Rowing Cup Luzern auf worldrowing.com
Bilder Finaltag World Rowing Cup Luzern 2026, 28. Juni 2026 (Detlev Seyb)
Rennberichte
Para Einer Frauen
Final A: 1. SUI, 2. SWE, 3. IRL
Claire Ghiringhelli (Societá Canottieri Locarno) machte die Sache schon früh im Rennen klar und schob sich in die Führungsposition vor der schwedischen Ruderin und der Irin. Diesen Vorsprung baute sie über die 2000 Meter hinweg auf einen eindrücklichen Vorsprung aus. Mit ihrem erneuten Sieg auf dem Rotsee meldete sich die Schweizerin nur wenige Monate nach einer gravierenden Operation mit einem Ausrufezeichen auf der Weltbühne zurück.
Claire Ghiringhelli: « Super course ou j’ai retrouve toutes mes sensations. Vraiment contente de gagner ici aujourd’hui piur mon retour a la competition. »
Zweier-ohne Männer
Final A: 1. AUS1, 2. USA, 3. SUI, 4. ESP, 5. GRE, 6. SWE
Dass der Final im Zweier-ohne der Männer ein enges Rennen werden würde, war schon nach dem Halbfinal absehbar. Auf dem Papier kamen alle sechs Finalisten für das Podium in Frage. Auf der Aussenbahn hielten sich die Schweizer über die Strecke hinweg in der aussichtsreichen zweiten Position. Die in Führung liegenden Australier konnten sie dabei zwar nicht gefährden, doch um die weiteren Podestplätze tobte eine verbissene Auseinandersetzung. Die definitive Entscheidung bahnte sich erst im Endspurt an. Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona) und Patrick Brunner (Seeclub Sempach) investierten noch einmal alles. Während sich die US-Amerikaner noch vorbeischieben konnten, sorgten Brunner und Plock gegenüber Spanien diesmal für ein Photofinish, dass die beiden Schweizer aber um die entscheidenden Zehntel für sich entscheiden konnten. Nach 2025 holten Patrick Brunner und Jonah erneut Bronze.
Patrick Brunner: «Wir konnten das Rennen starten, wie wir es uns vorgenommen hatten. Das Ziel war, von Anfang an dabei zu sein und uns gut zu platzieren für den letzte Phase vom Rennen. Vielleicht haben wir hier schon ein bisschen zuviel investiert. Auf den dritten 500 Metern konnten wir jedenfalls nicht mehr ganz so gut mit den Australiern mitziehen und auch die Amerikaner sind an uns vorbeigefahren. So mussten wir am Schluss vom Rennen noch mal alles aus uns herausholen, um den dritten Platz zu verteidigen. Wir hatten uns mehr vorgenommen, sind aber sehr froh, dass es für eine Medaille gelangt hat. Aus taktischer Sicht konnten wir etwas verändern, was uns bei den nächsten Rennen helfen wird. Alles in allem war es ein positives Wochenende für uns.»
Doppelvierer Frauen
Final A: 1. GBR, 2. GER, 3. NED, 4. GRE, 5. SUI, 6. FRA
Der frisch umbesetzte Frauen-Doppelvierer startete heute stark in sein Rennen. Lisa und Flavia Lötscher (beide Seeclub Luzern), Célia Dupré (Club Aviron Vésenaz) und Nina Wettstein (Seeclub Stäfa) konnten sich zu Beginn im Feld behaupten. Die Führung übernahmen schon früh die Britinnen. Dahinter platzierten sich zunächst die Weltmeisterinnen aus den Niederlanden. Lange war für die Schweizerinnen noch die Ausgangsbasis gegeben, mit einem starken Finish in die Gruppe der führenden Boote vorzustossen. Während allerdings die deutschen Frauen eine Aufholjagd von Rang sechs nach vorne starteten und am Ende sogar noch an den Niederländerinnen vorbei auf die zweite Position ziehen konnten, schwand diese Chance für die Schweizerinnen mit grösser werdenden Abstand. Wieder legten die Schweizerinnen alles Verfügbare in den Schlusssprint und zogen damit zuletzt noch an den Französinnen vorbei. Zuletzt erreichten die Schweizer Frauen nach Sevilla die zweite Top-Fünf Platzierung des Jahres im Weltcup.
Einer Frauen
Final A: 1. GBR, 2. IRL, 3. AUS1, 4. GER, 5. BEL, 6. SUI
Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone) machte auf dem Rotsee einen weiteren Schritt in Richtung der internationalen Spitze im Frauen-Einer. Ihre erste A-Finalqualifikation an der LUCERNE REGATTA ging sie ebenso entschlossen an wie die ersten Rennen der Saison. Das erste Streckenviertel absolvierte sie als Schnellste im Feld. Danach gelang es auch nur den beiden Topfavoritinnen aus Irland und Grossbritannien vorbeizuziehen. Eine Weile wehrte Janzen auch noch die Australierin und die deutsche Ruderin ab. Dann aber musste sie auch diese beiden ziehen lassen und wurde zuletzt noch von der Belgierin überholt. Mit Rang sechs realisierte die 22-Jährige Janzen aber ihr bisher bestes Weltcup-Resultat.
Einer Männer
Final A: 1. GER, 2. AIN, 3. USA, 4. NED1, 5. SUI, 6. SLO1
Kai Schätzle (Seeclub Luzern) startete ebenfalls so unerschrocken in sein erste Weltcup-A-Final im Männer-Einer wie er es schon in die vorherigen Läufen getan hatte. Nur der Olympiasieger Oliver Zeidler neben ihm startete noch schneller. Über die ersten 750 Meter konnte sich Schätzle in der dritten Position hinter dem Olympiadritten Simon van Dorp im Rennen halten. Dann kam der US-Amerikaner auf und ging vorbei. Auch Yaheni Zalaty, der Individual Neutral Athlete, schob seinen Bug wie im Halbfinal vor den Luzerner. Schätzle versuchte an den beiden dranzubleiben und behauptete damit den fünften Rang gegenüber dem Slowenen. Als das Tempo auf die Ziellinie hin noch einmal an Fahrt aufnahm wurde, allerdings sogar noch Van Dorp von Zalaty und dem Amerikaner Samuel Melvin vom Podest verdrängt.
Kai Schätzle: «Es war wirklich ein gutes Wochenende, aber auch ein sehr strenges. Noch mehr hat dann nicht dringelegen heute.»
B-Finals
Zweier-ohne Frauen
B-Final: 1. AUS1, 2. RSA, 3. IRL, 4. CHN1, 5. SUI (=> Gesamtrang 11), 6. AIN
Das B-Final Zweier-ohne der Frauen ordnete sich an der Spitze schon sehr früh. Vom Start weg legten sich die Australierinnen in die Führungsposition und behielten diese auch bis ins Ziel bei. Dahinter war allerdings noch einige Bewegung mit mehreren Positionswechseln. Der Schweizer Zweier mit Olivia Roth (Grasshopper Club Zürich) und Sofia Meakin (Club Aviron Vésenaz) hatte wie schon im Halbfinal wieder etwas Anlaufschwierigkeiten und büsste in der frühen Rennphase wichtige Meter ein. Ihre direkten Kontrahentinnen um die Plätze vier bis sechs waren die Individual Neutral Athletes und die Chinesinnen. Die neutralen Athletinnen konnten Roth/Meakin schliesslich hinter sich lassen und sich den fünften Rang hinter China sichern. Rang zwei und drei gingen an Südafrika und Irland
Doppelzweier Frauen
B-Final: 1. SUI (=> Gesamtrang 7), 2. IRL2, 3. GBR, 4. CHN1, 5. AIN, 6. AUT
Der Doppelzweier der Frauen mit Fabienne Schweizer und Salome Ulrich (beide Seeclub Luzern) war im gestrigen Halbfinal in einer Wimperschlag-Entscheidung in den B-Fonal verwiesen worden. Nach der Enttäuschung mobilisierten die beiden Luzernerinnen aber heute neue Kräfte. In der Frühphase des Rennens lag das Feld noch sehr eng beieinander. Die Schweizerinnen hielten sich hier bereits konsequent im Feld. Bis zur Streckenhälfte konnten sie sich dann bereits etwas in Führung schieben, dicht gefolgt von den Irinnen (Boot 2) und dem britischen Boot. Diese drei Boote bleiben auch auf den zweiten 1000 Metern in Schlagweite zusammen. Doch Ulrich/Schweizer liessen sich die Führung nicht mehr streitig machen. Vor Irland und Grossbritannien sicherten sie sich den Laufsieg.
Doppelvierer Männer (Boot 1)
Final B: 1. CZE, 2. SUI1 (=> Gesamtrang 8), 3. POL, 4. IRL, 5. CHN, 6. ESP
Im Startbereich fehlte dem erst vor zehn Tagen formierten Schweizer Doppelvierer noch etwas die Abstimmung. Über die erste Streckenhälfte sortierte er sich zunächst auf dem vierten Rang im Feld ein. Schweiz 1 mit Maurin Lange (Seeclub Luzern) Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges), Bojan Reuffurth (See-Club Zug) und Donat Vonder Mühll (Grasshopper Club Zürich). Doch nach der Hälfte des fanden die vier dann besser zusammen und konnten einen Gang zuschalten. Jetzt gehörten sie neben den tschechen zu den beiden schnellsten Booten auf dem Kurs. Damit gelang es ihnen, das Feld von hinten aufzurollen – vorbei an den polnischen Bronzemedaillengewinnern der WM und an den Iren. Auf die Ziellinie hin waren es nur doch die Tschechen, die vor dem Schweizer Boot lagen. Angetrieben von den lautstarken Fans setzte das Schweizer Quartett sogar noch einen Zielsprint obendrauf und fuhr gefährlich auf die Tschechen auf – am Ende waren es zweniger als zwei Zehntel, die Lange, Ahumada, Reuffurth und Vonder Mühll vom Laufsieg trennten.
Fazit Christian Stofer, Direktor SWISS ROWING: «Wir haben bei unserem Heim-Weltcup auf dem Rotsee heute eine gute Vorstellung des SWISS ROWING Teams gesehen. Es gab eine klare Verbesserung gegenüber dem Weltcup in Sevilla. Sieben von neun unserer Boote konnten sich in den Top-8 platzieren. Das stellt eine gute Ausgangsbasis für die kommenden Höhepunkte des Jahres dar, bedeutet aber auch weiterhin viel Arbeit.
Die Highlights für mich waren heute die Medaille im Zweier-ohne der Männer durch Patrick Brunner und Jonah Plock. Das Boot hat sich damit als verlässlicher Wert bewiesen. Und auch Kai Schätzle hat sich als schnellster Schweizer Ruderer mit vier sehr schnellen Rennen international sehr kompetitiv gezeigt.
Weiter geht es jetzt mit den Schweizer Meisterschaften, bei denen die Elite-Athletinnen und Athleten für ihre Clubs im Einsatz sind. Es folgt ein Trainingslager und im August dann die Europa- und Weltmeisterschaften, für die wir in der kommenden Woche die Selektion vornehmen werden.»
Luzern, 28. Juni 2026 / NS