WM Shanghai: Rang vier und Rang fünf für die Doppelzweier, ebenfalls Rang vier für Claire Ghiringhelli
Artikel - WM Shanghai: Rang vier und Rang fünf für die Doppelzweier, ebenfalls Rang vier für Claire Ghiringhelli
>> Resultate WM Shanghai vom 21.-28. September 2025 (online)
>> Bilder 26. September 2025
Auch an diesem zweiten von vier Finaltagen in Shanghai kam die Schweizer Flotte zum Einsatz. Drei A-Finals waren zu bestreiten sowie ein C- und ein D-Final. Medaillenchancen konnte sich vor allem der Männer-Doppelzweier mit Raphaël Ahumada und Kai Schätzle ausrechnen. Der Frauen-Doppelzweier mit Fabienne Schweizer und Salome Ulrich hatte einen starken Vorlauf mit einem zweiten Rang gezeigt und damit angedeutet, dass er um jeden Platz kämpfen würde. Durch alle Rennen hindurch zeigte das Team hochkompetitive Leistungen und gab sich in keinem Moment geschlagen. Es resultierten heute der jeweils vierte Rang für die Frauen – im Doppelzweier wie im Para Einer – und der fünfte Rang für Schätzle/Ahumada. Olivia Negrinotti rudert im Frauen-Einer auf den siebzehnten Schlussrang und Maurin Lange belegt im Männer-Einer den 20. Rang.
Frauen Doppelzweier
Final A
Der Schweizer Doppelzweier der Frauen gehörte vor der WM nicht zu den Favoritinnen. Diese konnten klar in den hochdekorierten Chinesinnen, den Niederländerinnen wie auch dem griechischen und dem französischen Boot ausgemacht werden. Doch die Schweizerinnen hatten einen maximal engagierten Vorlauf hingelegt und mit der Art und Weise ihres Finaleinzugs gezeigt, dass man sie nicht unterschätzen sollte. Fabienne Schweizer und Salome Ulrich (beide Seeclub Luzern) gingen also in der Rolle der Jägerinnen ins Rennen und da mit viel Biss.
An der Spitze des Feldes bahnte sich von Beginn an ein Bord-an-Bord-Rennen zwischen den Chinesinnen und den Niederländerinnen an, das auch bis ins Ziel andauern sollte. Am anderen Ende des Feldes wiederum richteten sich überraschenderweise die Griechinnen ein, die am Weltcup in Luzern zuletzt noch den dritten Rang belegt hatten. Zwischen den weiteren Teams – den Schweizerinnen, den Ruderinnen der Independent Athletes und den Französinnen – ergab sich ein anhaltender Schlagabtausch um die dritte Medaille. Bei den Französinnen handelte es sich immerhin um die Fünftplatzierten der Olympischen Spiele.
Nach Streckenhälfte lagen diese auch noch auf Rang drei, konnten aber den Angriffen zu Beginn der zweiten Streckenhälfte der anderen Boote nicht standhalten und fielen auf den kommenden Metern auf den fünften Rang hinter die stark rudernden Schweizerinnen und die Independent Neutral Athletes zurück. Ulrich und Schweizer setzten sich auf dem letzten Streckenabschnitt noch einmal kräftig mit den neutralen Athletinnen und den Französinnen auseinander, die Ränge blieben aber schliesslich gleich. Rang vier für die Schweiz hinter den Niederlanden, China, und den Independent Athletes sowie vor den Mitfavoritinnen um die Medaillen Frankreich und Griechenland.
Salome Ulrich: «Wir hatten ein super Rennen. Wir sind gut gestartet und dann haben wir einfach über die Strecke keinen Schlag gezögert, sind immer gegangen, immer gegangen bis am Schluss. Und ich glaube wir können stolz sein auf unsere Leistung hier.»
Fabienne Schweizer: «Wir sind ja auch in die Kleinboote gegangen, um Erfahrungen zu sammeln und uns individuell weiterzuentwickeln und das haben wir über den Sommer wirklich gemacht. Auf den Rennen und den Leistungen hier bauen wir jetzt sicher auf und sehen dann wozu wir noch fähig sind.»
Frauen Para-Einer
Final A
Für die Konkurrenz der Frauen-Para-Einer mit sechs Teilnehmerinnen hatte es vorab schon ein Bahnverteilungsrennen gegeben, das eine gewisse Vorschau für den heutigen Finallauf bot. Dieses Vorrennen gewann die Ukrainerin vor der Südkoreanerin, beide Finalistinnen der Paralympischen Spiele, gefolgt von der Chinesin und auf Rang vier die Schweizerin Claire Ghiringhelli (Società Canottieri Locarno). Auf Rang fünf und sechs platzierten sich mit grösserem Abstand die Ägypterin und die Polin. Ghiringhelli hatte während dieses Vorrennens noch Probleme mit der Einstellung ihres Bootes gehabt und hoffte nun, im Finallauf noch etwas zulegen zu können.
Der unmittelbare Start glückte der Schweizerin gut, hier hatte sie in der Vergangenheit oftmals Mühe. Doch noch in der Startphase gingen einige Schläge wiederum schief und boten der direkten Konkurrentin, der Chinesin, die Chance sich vor Ghiringhelli zu schieben. Die Ukrainerin und die Koreanerin hatten sich derweil schon in die erwartete Führungsposition geschoben, mit Vorteil für die Europameisterin aus der Ukraine.
Die Hitze war diesen Athletinnen auf der 2000 Meter Strecke besonders anzumerken. In allen Booten wurden die Schläge über die Mitte schwer. Anfangs konnte sich Ghiringhelli noch auf der Höhe der Chinesin halten, doch bald musste sie abreissen lassen und es gelang ihr auch nicht noch einmal heranzufahren. Die Platzierungen standen somit weit vor Schluss fest: Die Ukraine gewinnt vor Südkorea und China. Claire Ghiringelli rudert auf den vierten sowie die Ägypterin auf den fünften und die Polin auf den sechsten Rang.
Männer Doppelzweier
Final A
Mit einem Sieg und einem knappen vierten Rang an den beiden Weltcups zählten Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges) und Kai Schätzle (Seeclub Luzern) im Männer-Doppelzweier zum erweiterten Favoritenkreis. In einem Feld aus Olympiasiegern, vorherigen Weltmeistern und Weltcupgwinnern war grundsätzlich jedem der Finalboote ein Coup in Richtung Podest zuzutrauen. Kai Schätzle bestritt mit diesem Rennen seinen ersten A-Final an einer WM überhaupt und Raphaël Ahumada nur ein Jahr nach dem Kategorienwechsel vom Leichtgewicht in die offene Klasse bereits wieder einen A-Final.
Die Strategie der beiden war es, das Rennen mutig anzugehen und von vorne zu fahren. Dieser Plan ging ihnen auch auf. Langsam aber stetig schob sich der Bugball der Schweizer aus dem Feld heraus. Im Übergang auf den Streckenschlag fanden die beiden einen stabilen Rhythmus. Trotzdem brachten sich dann aber die Europameister aus Polen in Führung. Die 500 Meter-Marke überquerten die Schweizer an zweiter Position, Irland und Serbien eng dahinter. Bis zur Streckenhälfte konnten sich dann auch die Iren an den Schweizern vorbeischieben. Die Weltcupsieger von Luzern aus Serbien lagen aber weiterhin hinter ihnen, ebenso wie die Spanier und die Olympiasieger aus Rumänien. Die Rumänen sollten es auch für den Rest des Rennens nicht mehr schaffen, aus der sechsten und letzten Position herauszukommen. So wie sich auch die Polen nicht mehr aus der Führungsrolle verabschiedeten. Im Mittelfeld um die Ränge zwei bis fünf ging es hingegen noch hoch her. Die Iren, die bis vor den Schlusssprint noch auf Rang drei gelegen hatten, mussten sich von den Serben übersprinten lassen, während die Schweizer zusammen mit den Spaniern einen letzten Angriff der Rumänen abwehrten und dabei auch noch einmal auf die Spitze auffuhren. Ins Ziel fuhren Ahumada/Schätzle schliesslich als Fünfte hinter Spanien und vor Rumänien.
Kai Schätzle: «Wir konnten wirklich tolle Rennen fahren jetzt an diesen Weltmeisterschaften, haben es über ein sehr harten Halfinal in den Final geschafft. Wir haben einen tollen Final gemacht, in den wir mutig gestartet sind. Wir sind dabei gewesen im Kampf um die Medaillen. Am Ende hat es nicht ganz gelangt, aber wir ziehen absolut ein positives Fazit von dieser WM.»
Raphaël Ahumada: «Für mich war es in diesem Jahr mit dem Kategorienwechsel vom Leichtgewicht in die offene Klasse ein wichtiges Ziel, an Gewicht und Physis zuzulegen. Und ich bin sehr stolz auf diesen fünften Rang in der schweren Kategorie, den wir zusammen erreicht haben.»
Frauen Einer
Final C
Für Olivia Negrinotti (Società Canottieri Ceresio) stand als letztes Rennen dieser Saison der C-Final im Frauen-Einer auf dem Programm. Hier ging es nochmal darum, ein gutes Rennen abzuliefern. Und die Tessinerin komplettierte die Mannschaftsleistung ebenfalls mit entschlossenem Einsatz. Das Feld machte es ihr hier nicht leicht. Tatsächlich bestand das gesamte Rennen aus Positionswechseln. Lediglich die Niederländerin platzierte sich sehr früh im Rennen auf der hintertesten Position, die übrigen Starterinnen aber stiegen in die unterschiedlichsten Auseinandersetzungen ein. Negrinotti lag bis zur Streckenhälfte in dritter Position, während sich die Italienerin von Rang fünf bis ins Ziel auf eins an allen vorbei vorarbeitete. Die Chinesin führte nach Streckenhälfte, wurde dann aber von der neutralen Athletin abgelöst, die dann aber wiederum zurückfiel. Negrinotti platzierte sich in diesem Gerangel schliesslich auf dem fünften und damit 17. Schlussrang.
Männer Einer
Final D
Maurin Lange (Seeclub Luzern) wollte es nach einem phänomenalen Vorlauf und einem weniger starken Viertelfinallauf heute noch einmal wissen und legte sich vom Start weg an die Spitze des Rennens. Bis über die Mitte des Rennens führte er dieses an, während sich hinter ihm Rangkämpfe abspielten. Unter seinen Kontrahenten war mit Thomas Barras aus Grossbritannien auch einer der Gegner von Lange der letztjährigen Konkurrenz im Doppelvierer-Finale an den Olympischen Spielen. Und diesen wollte er erkennbar nicht vorbeilassen, was ihm gelang. Bis ins Ziel musst Lange nur den Esten vorbeiziehen lassen und belegte damit den zweiten und insgesmt 20. Schlussrang an dieser WM.
Resultate Finals/Halbfinals, 25. September 2025
Frauen Doppelzweier, Final A
1. Roos de Jong, Benthe Boonstra (NED) 06:49.34; 2. Yunxia Chen, Ling Zhang (CHN) 06:50.22; 3. Tatsiana Klimovich, Alena Furman (AIN) 06:53.26; 4. Fabienne Schweizer, Salome Ulrich (SUI) 06:55.35; 5. Elodie Ravera Scaramozzino, Emma Lunatti (FRA) 06:57.29; 6. Evangelia Anstasiadou, Zoi Fitsiou (GRE) 07:04.10
Männer Doppelzweier, Final A
1. Miroslaw Zietarski, Mateusz Biskup (POL) 06:11.97; 2. Martin Mackovic, Nikolaj Pimenov (SRB) 06:13.57; 3. Fintan McCarthy, Philip Doyle (IRL) 06:15.13; 4. Aleix Garcia I Pujolar, Rodrigo Conde Romero (ESP) 06:17.42; 5. Kai Schätzle, Raphaël Ahumada (SUI) 06:19.27; 6. Andrei Sebastian Cornea, Marian Florian Enache (ROU) 06:20.49
Para-Einer Frauen, Final A
1. Anna Sheremet (UKR) 10:18.49; 2. Sejeong Kim (KOR) 10:47.53; 3. Shasha Shao (CHN) 10:50.78; 4. Claire Ghiringhelli (SUI) 11:06.19; 5. Zahras Mohamed (EGY) 12:58.52; 6. Zofia Seweryn (POL) 14:05.80
Frauen Einer Final C
1. Alice Gnatta (ITA) 07 :46.22; 2. Shuxian Zhang (CHN) 07 :46.75; 3. Kira Iuvchenko (AIN) 07:49.88; 4. Shiho Yonekawa (JPN) 07:51.52; 5. Olivia Negrinotti (SUI) 07:52.46 => Schlussrang 17; 6. Claire de Kok (NED) 07:53.11
Männer Einer Final D
1.Mikhail Kushteyn (EST) 07:03.66; 2. Maurin Lange (SUI) 07:06.43 => Schlussrang 20; 3. Thomas Barras (GBR) 07:11.17; 4. Samuel Oskarsson (SWE) 07:14.91; 5. Wei Han (CHN) 07:17.78; 6. Cezary Litka (07:29.62)
Samstag, 27.09.25 (Ortszeit -6h)
Keine Rennen mit Schweizer Beteiligung
Sonntag, 28.09.25 (Ortszeit -6h)
10:05 Uhr (1. Vorlauf) Mixed Doppelzweier (Célia Dupré, Raphaël Ahumada)
10:19 Uhr (1. Vorlauf) Mixed Achter (Fabienne Schweizer, Kai Schätzle, Patrick Brunner, Jonah Plock,
Maurin Lange, Salome Ulrich, Lisa Lötscher, Nina Wettstein, Olivia Nacht (Stfr.))
13:55/14:44 Uhr (Final A/B) Mixed Doppelzweier (Célia Dupré, Raphaël Ahumada)
13:45/14:57 Uhr (Final A/B) Mixed Achter (Fabienne Schweizer, Kai Schätzle, Patrick Brunner, Jonah Plock, Maurin Lange, Salome Ulrich, Lisa Lötscher, Nina Wettstein, Olivia Nacht (Stfr.))
Shanghai, 26. September 2025 / NS