WM Shanghai: Frauen-Doppelzweier steht im A-Final
Artikel - WM Shanghai: Frauen-Doppelzweier steht im A-Final
Heute ging es wieder heiss zu im Water Sports Center von Shanghai. Und das betraf nicht nur das Wetter, das sich nach einem verhangenen Tag gestern heute morgen mit strahlendem Sonnenschein zeigte. Auch lieferten sich weitere Schweizer Boote in ihren Rennen teils hitzige Gefechte mit den Gegnern. Mit einem fulminanten Endspurt setzte sich der Doppelzweier der Frauen durch und sicherte sich in einem engen Rennen bereits den Einzug in den A-Final. Der Doppelzweier der Männer nahm mit einem zweiten Rang den direkten Weg in die nächste Runde und steht jetzt im Halbfinal um die Finalläufe A und B.
Zuletzt gingen die Einer ins Rennen und komplettierten die geschlossene Mannschaftsleistung der ersten Wettkampfrunde mit zwei persönlichen Bestzeiten und der Qualifikation für den Viertelfinal bei den Männern.
Mit einem Teilnehmerinnenfeld aus sechs Nationen hatten die Para-Einer der Frauen heute nur ein obligatorisches Bahnverteilungsrennen zu absolvieren, das Claire Ghiringhelli (Società Canottieri Locarno) auf dem vierten Rang abschloss.
Frauen Doppelzweier
Das Teilnehmerinnenfeld im Frauen-Doppelzweier besteht an dieser WM aus zwölf Booten. Nach dem neuen Qualifikationsmodus von World Rowing bedeutete dies, dass bereits der Vorlauf entschied, ob die nächste und letzte Runde der A- oder der B-Final ist – keine zweite Chance in einem Hoffnungslauf mehr. Es ging also umso mehr darum, bereits im ersten Rennen volle Präsenz zu zeigen.
Der Schweizer Doppelzweier zählte im Vorfeld nicht zu vier gesetzten Booten, denen man aufgrund der Vorleistungen einen Einzug in den A-Final zutraute: den Chinesinnen, Frankreich, Griechenland und die Niederlande. Fabienne Schweizer und Salome Ulrich (beide Seeclub Luzern) trafen in ihrem Vorlauf auf die Französinnen und die Griechinnen.
An die Spitze des Feldes setzte sich aber zuerst mal das Boot aus Usbekistan. Knapp dahinter hielten sich zusammen mit den Französinnen die Schweizerinnen auf, mit knappem Abstand gefolgt von Rumänien und den USA. Die Mitfavoritinnen aus Griechenland durchfuhren erst als sechste die 500 Meter-Marke. Bis zur Streckenhälfte lagen alle sechs Boote noch dicht beisammen, weiterhin in der gleichen Reihenfolge bei den ersten drei Booten. Allerdings war Rumänien etwas zurückgefallen und die Griechinnen hatten sich auf den fünften Rang hinter den USA geschoben. Auf dem Weg zur 1500 Meter-Marke gelang es den US-Amerikanerinnen dann, sich an den Schweizerinnen vorbeizuschieben, während sich Frankreich vorne an die Spitze setzte. Doch hinter den Französinnen wirbelte es das Feld auf dem letzten Streckenabschnitt noch einmal gehörig durch. Gemeinsam mit den Griechinnen aus der vierten und fünften Position heraus starteten die Schweizerinnen den finalen Sprint und zogen zuerst an dem US-Boot und danach den Usbekinnen vorbei. Griechenland setzte sich an die dritte Stelle. Mit einer guten Länge vor den Griechinnen eroberten Schweizer/Ulrich schliesslich mit dem zweiten Vorlaufrang den direkten Einzug in den A-Final, während die Griechinnen sich gerade noch über ihre Laufzeit qualifizieren konnten und knapp vor Usbekistan ins Ziel kamen. Gewonnen wurde der Vorlauf von Frankreich.
Männer Doppelzweier
Das Vier-Boote-Feld im Vorlauf des Männer-Doppelzweiers war geprägt von den amtierenden Olympiasiegern aus Rumänien. Diese zielten von Beginn an darauf ab, das Rennen zu dominieren, indem sie sich in Führung brachten. Dahinter platzierten sich früh die beiden Schweizer, Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges) und Kai Schätzle (Seeclub Luzern), vor den Briten und den USA. An dieser Reihenfolge änderte sich auch bis ins Ziel nichts mehr, sodass Kai Schätzle neben seinem 25. Geburtstag heute auch den Einzug in den Halbfinal feiern konnte.
Frauen Einer
Die favorisierte Dänin Frida Sangaard Nielsen suchte früh die Führung und baute diese bis zur Streckenhälfte souverän aus. Auch die Plätze dahinter waren vom Start weg verteilt: auf Rang Zwei ordnet sich mit der Belgierin die Mitfavoritin für dieses Rennen ein. Auf dem dritten Rang lag die Australierin. Olivia Negrinotti (Società Canottieri Ceresio), die in Shanghai ihre erste WM bestreitet, ging konstant als Vierte über die Strecke. Im Anspruch, den Kontakt zu der Australierin aufrecht zu erhalten, realisierte auch die Tessinerin eine neue persönliche Bestzeit über die 2000 Meter. Als dreizehntschnellsten des Vorlaufzeit verpasste sie schliesslich den Einzug in den Halbfinal nur um eine Sekunde.
Männer Einer
Auch Maurin Lange (Seeclub Luzern), der als letzter aus der Schweizer Equipe mit seinem Vorlauf an der Reihe war, legte ein starkes Rennen hin. Er absolvierte die ersten 500 Meter als Schnellster und versuchte sich dann am Favoriten dieses Rennens, dem Sieger des Weltcups in Luzern aus Neuseeland, Logan Ullrich, zu orientieren. Und das gelang ihm. Damit hielt er sogar einen der Mitfavoriten für diesen Lauf, den Briten Thomas Barras in Schach. An der Spitze des Feldes fand sich allerdings nach Streckenhälfte der Chinese, Ullrich an zweiter Position dahinter, Maurin Lange praktisch gleichauf an dritter Position. Lediglich der fünfte und sechste Rang schienen bereits früh entschieden mit dem Slowenen und dem Ruderer aus dem Irak. Derart eng in der Spitze ging es aber über die gesamte zweite Streckenhälfte weiter. Bei 1500 Metern lag der Schweizer nur eine Sekunde hinter Ullrich und knapp vor dem Briten. Erst auf den letzten Metern fiel der um jede Sekunde kämpfende Lange zurück auf den vierten Rang, allerdings mit einer neuen persönlichen Bestzeit im Gepäck und dem Ticket für den Viertelfinal.
Resultate 2. Vorlauftag, 22. September 2025
Frauen Doppelzweier
1. Elodie Ravera Scaramozzino, Emma Lunatti (FRA) 06:56.82; 2. Salome Ulrich, Fabienne Schweizer (SUI) 06:58.63 => A-Final; 3. Evangelia Anastasiadou, Zoi Fitsiu (GRE) 07:00.28; 4. Anna Prakaten, Malika Tagmatova (UZB) 07:00.58; 5. Isa Isabela Darvin, Grace Joyce (USA); 6. Bianca-Camelia Ifteni, Mariana-Laura Dumitru (ROU) 07:11.30
Männer Doppelzweier
1.Andrei Sebastian Cornea, Marian Florian Enache (ROU) 06:11.88 ; 2. Kai Schätzle, Raphaël Ahumada (SUI) 06:16.83 => Halbfinal A/B; 3. Aidan Thompson, Tobias Schroder (GBR) 06:20.22 ; 4. Samuel Melvin, Andrew Leroux (USA) 06:23.50
Frauen Einer
1. Frida Sangaard Nielsen (DEN) 07:21.10; 2. Mazarine Guilbert (BEL) 07:29.23; 3. Romy Cantwell (AUS) 07:31.37; 4. Olivia Negrinotti (SUI) 07:34.11 => C-Final
Männer Einer
1. Han Wie (CHN) 06:51.40; 2. Logan Ulrich (NZL) 06:52.95; 3. Thomas Barras (GBR) 06:54.66; 4. Maurin Lange (SUI) 06:55.58 => Viertelfinal; 5. Filip-Matej Pfeifer (SLO) 06:58.35; 6. Bakr Al-Dulaimi (IRQ) 07:09.92
Preliminary (Bahnverteilungsrennen) Frauen Para-Einer
1.Anna Sheremet (UKR) 10:06.93; 2. Sejeong Kim (KOR) 10:43.23; 3. Shasha Shao (CHN) 10:49.31; 4. Claire Ghiringhelli (SUI) 11:07.78; 5. Zahraa Mohamed (EGY) 13:38.99; 6. Zofia Seweryn (POL) 14:24.64
Halbfinals Dienstag, 23.09.25 (Ortszeit)
10:43 Uhr (1. Halbfinal) Frauen Zweier-ohne (Célia Dupré/Lisa Lötscher)
10:57 Uhr (2. Halbfinal) Männer Zweier-ohne (Patrick Brunner/Jonah Plock)
Zeitverschiebung
Shanghai hat die China Standard Time (CST) und ist der Schweiz sechs Stunden voraus.
Shanghai, 22. September 2025 / NS