WM Shanghai: Célia Dupré und Raphaël Ahumada gewinnen Bronze im Mixed Doppelzweier
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>> Resultate WM Shanghai vom 21.-28. September 2025 (online)
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Der Fokus des Schweizer Teams bei dieser WM lag auf den olympischen Bootsklassen mit Schwerpunkt auf den Kleinbooten. Bereits hier hatte es ansehnliche Erfolge inklusive einer Medaille gegeben. Die neuen Mixed- Kategorien im Achter und Doppelzweier zum Abschluss des Events wollte man sich aber nicht entgehen lassen. Und so stellte die Schweiz seit 2007 erstmals wieder einen Achter an einer Elite-WM, allerdings zum ersten Mal jeweils hälftig mit Männern und Frauen besetzt. Und wenn es schon darum geht, Geschichte zu schreiben, dann ist auch Célia Dupré nicht weit. Nachdem sie mit Lisa Lötscher zusammen bereits das erste Frauen-Riemenboot an einer WM gestellt hatte, legte sie nun im Mixed Doppelzweier mit Raphaël Ahumada nach.
Mixed Doppelzweier
Der Schweizer Doppelzweier wurde gebildet aus Célia Dupré (Club Aviron Vésenaz) und Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges). Dupré war vorher bereits im Frauen-Zweier-ohne im Einsatz gewesen und hatte den neunten Rang belegt. Ahumada war im Männer-Doppelzweier auf den fünften Rang gefahren. Bereits im Vorlauf des Mixed Rennens am Morgen trafen die beiden Schweizer auf diverse Medaillengewinnerinnen und Finalisten aus anderen Kategorien. Beispielsweise war bei den Chinesen die Vizeweltmeisterin im Doppelzweier der Frauen mit von der Partie. Bei den Iren sass der Vizeweltmeister im Männer-Doppelzweier im Boot.
Kein Grund für Dupré und Ahumada, sich zu verstecken. Entschlossen stiegen die beiden in ihren Vorlauf ein und preschten gleich mit an die Spitze zusammen mit China und den Iren. China versuchte den Vorsprung auszubauen auf die anderen beiden Teams, doch diese hielten dagegen. Bis zur Streckenhälfte hatten die Iren das chinesische Team abgelöst. Auf Rang drei lag hier weiterhin das Schweizer Team. In vierter Position, mit einer offenen Bootslänge Rückstand folgten die Italiener bedrängt von den Neuseeländern. Nur die USA hatten bereits einen grösseren Rückstand. Auf der zweiten Streckenhälfte griffen die Schweizer ebenfalls die Chinesen wieder an und brachten sich bis zur nächsten Zwischenmarke in die zweite Position. Diese gaben sie auch im Schlusssprint um die Plätze nicht mehr her und sicherten sich die historische erste Tei nahme eines Mixed Doppelzweiers im A-Final an einer WM.
Der Final versprach erst recht, spannend zu werden, nachdem die qualifizierten sechs Boote im Vorlauf nur wenige Sekunden auseinandergelegen hatte. Das Schweizer Duo ging das Rennen wieder mit einer Flucht nach vorne an und legte sich damit in Front. Wie erwartet, machte man es ihnen hier aber nicht einfach. Nach 500 Metern lagen die Schweizer minimal in Front, aber die Iren, die Niederländer und die Italiener praktisch auf einer Linie gleichauf. Alle vier Booteüberquerten innerhalb einer Sekunde die Zwischenmarke. Bis zur Streckenhälfte zog sich die Spitze dann etwas auseinander. Dupré und Ahumada passierten die 1000 Meter-Marke knapp hinter den Iren und vor den Niederländern. Auf der zweiten Streckenhälfte machten dann die Iren ernst und zogen dem Rest des Feldes langsam aber stetig davon. Die Schweizer hielten sich auf dem zweiten Rang und versuchten diesen gegen die Niderlande zu verteidigen, doch diese gingen langsam aber stetig vorbei. Zumindest die dritte Position schien Dupré/Ahumada sicher, bis im Schlusssprint auch die Italiener auf Rang vier noch einmal alle verfügbaren Ressourcen aufwendeten, um in die Medaillenränge zu fahren. Doch das konnten die Schweizer bis auf die Ziellinie abwehren, wo zum Schluss ein Photofinish entscheiden musste: Rang drei für die Schweiz hinter Irland und den Niederlanden und vor Italien. Rang fünf und sechs gingen an China und Rumänien. Der ehemaliege Leichtgewichtsruderer Raphaël Ahumada gewinnt damit in seiner ersten Saison nach dem Wechsel in die offene Klasse gleich wieder eine Medaille. Célia Dupré gewinnt ihre erste WM-Medaille auf Elite-Niveau.
Célia Dupré: «Wir haben ein wirklich tolles Rennen gemacht. Es war nicht so schön gerudert, aber mit voller Kraft. Wir haben sogar noch einen kleinen Fehler gemacht, der uns kurz gebremst hat. Aber es war kein grosses Problem. Wir waren vorne und ich habe zu Raphi gesagt wir sind vorne, wir sind immer noch vorne. Und dann haben wir einfach durchgezogen. Am Schluss war mir kurz schwarz vor Augen. Die letzten fünf Schläge waren die schlimmsten im ganzen Rennen.»
Mixed Achter
Seit 2007 hatte die Schweiz zum ersten Mal wieder einen Achter an Weltmeisterschaften im Einsatz. Der Schweizer Achter hatte fünf A-Finalteilnehmer dieser WM an Bord, darunter zwei Medaillengewinner: die Bronzemedaillengewinner im Männer-Zweier-ohne Patrick Brunner und Jonah Plock, Fabienne Schweizer und Salome Ulrich aus dem viertplatzieren Frauen-Doppelzweier sowie den fünftplatzierten im Männer-Doppelzweier Kai Schätzle. Verstärkung erhalten die fünf aus dem Frauen-Zweier-ohne mit Lisa Lötscher, aus dem Doppelvierer der Frauen mit Nina Wettstein und vom Männer-Einer, Maurin Lange. Die Steuerfrau war Olivia Nacht, die ebenfalls im Doppelvierer gerudert ist.
Mit Rumänien und Italien sowie dem tschechischen Boot im Lauf hatten die Schweizer eine harte Nuss zu knacken. Das fünfte Boot in diesem Rennen aus Hongkong war von Beginn an eher in einer Aussenseiterrolle. Der erste gemeinsame Rennstart gelang dem Schweizer Boot noch nicht ideal. Und so musste es die favorisierten Rumänen und die Italiener gleich ziehen lassen. Auch das tschechische Boot hatte den Bugball etwas vor den Schweizern. Lediglich Hongkong lag wie erwartet auf dem letzten Rang. Über die Strecke kam das Boot immer besser in Fahrt, was den Abstand zu den beiden vorderen Booten nicht verkürzte, aber zum Vorteil vor den Tschchen führte. Diesen konnten die Schweizer dann auch gegen die Angriffe der Tschechen bis ins Ziel verteidigen. Mit Rang drei hinter Rumänien und Italien musste das Team auf die Zeiten im nächsten Lauf warten. Doch obwohl dieser insgesamt langsamer war, waren die Zeiten der Dritt- und Viertplatzierten dort schneller, sodass die Schweiz in den B-Final verwiesen wurde.
Die Devise für den B-Final am Mittag stand schnell fest, man wollte diesen gewinnen. Mit einem deutlich besseren Start als am Morgen gelang es dem Achter um Schlagfrau Fabienne Schweizer denn auch, sich gleich an die Spitze des Feldes zu legen. Die unmittelbaren Verfolger waren erneut die Tschechen, die sich aber schnell einen Rückstand von einer guten Bootslänge einhandeln. Die Schweiz zieht ihren Plan konsequent durch und gewinnt am Ende hinter den grossen Rudernationen den B-Final vor Tschechien, China und Hongkong. Das bedeutet Schlussrang sieben beim dieser WM.
Fazit Christian Stofer, Team Manager SWISS ROWING: «Die Zielsetzung von SWISS ROWING lautete, dass vier Boote in die Top 10 rudern, zwei Boote die Qualifikation für den A-Final gelingt und ein Boot davon eine Medaille gewinnen kann. Mit fünf Booten in den Top 10, drei A-Finalplätzen und der eindrücklichen Bronzemedaille von Jonah Plock und Patrick Brunner hat die Schweizer Delegation in Shanghai die Zielsetzungen erreicht, ja sogar übertroffen. Und dabei sind die Mixed-Boote nicht mitgezählt. Die neu zusammengesetzte Nationalmannschaft hat an der nacholympischen Weltmeisterschaft überzeugt und in den Kleinbooten sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern Top-Resultate erzielt. Wir sahen persönliche Bestzeiten in den Skiffs durch Maurin Lange und Olivia Negrinotti. Wir sahen erstmalige WM-Finalqualifikationen von Kai Schätzle und Patrick Brunner. Und die Bronzemedaille im Zweier ohne Steuermann durch Jonah Plock und Patrick Brunner war eine Weltklasse-Vorstellung und verdient höchste Anerkennung. Unsere Boote haben alle ihr Bestes gegeben. Wir sind stolz auf die Leistungen unserer Athletinnen und Athleten. Sie haben hart trainiert für diese Ergebnisse und konnten hier in Shanghai bei heissen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit ihre Leistungsfähigkeit im internationalen Vergleich testen. Sie haben sich alle seit der Weltcup-Regatta in Luzern weiter gesteigert. Der Start in den neuen Olympiazyklus ist für SWISS ROWING geglückt. Die neuen Trainingsreize zeigen im Wettkampf ihre Wirkung und wir dürfen mit Zufriedenheit über das Erreichte die nacholympische Saison abschliessen. Und bei denjenigen Booten, die vielleicht ihre individuelle Zielsetzung nicht ganz erreichen konnten, werden wir im Hinblick auf die Saison 2026 sicher die Weichen richtig zu stellen versuchen. Para-Athletin Claire Ghiringhelli hat ihre erste Weltmeisterschaft mit Rang vier ebenfalls gemeistert und war Teil des guten Teamspirits in der Schweizer Mannschaft. Mit der Bronzemedaille im erstmals ausgetragenen Mixed-Doppelzweier haben Célia Dupré und Raphaël Ahumada ein Ausrufezeichen gesetzt und mit einer Willensleistung die Bronzemedaille verteidigt und so einen zweiten Medaillengewinn für unser Team beigesteuert. Der Mixed-Achter war konkurrenzfähig und durfte sich inmitten der grossen Achternationen sehen lassen. Ich gratuliere dem ganzen Team sehr herzlich zum tollen Auftritt in Shanghai und danke dem Trainer- und Betreuerteam um Headcoach Alexis Besançon für die grosse Arbeit in der ganzen Saison und vor allem auch in den letzten zwei Wochen während der Weltmeisterschaft in Shanghai.»
Resultate 28. September 2025
Mixed Doppelzweier, Vorlauf
1. Fintan Mc Carthy, Margaret Cremen (IRL) 06:39.01; 2. Célia Dupré, Raphaël Ahumada (SUI) 06:40.08; 3. Alice Gnatta, Niels Torre (ITA) 06:41.11; 4. Yunxia Chen, Baishun Liu (CHN) 06:44.10; 5. Kathryn Glen, Benjamin Mason (NZL) 06:48.90; 6. Katheryn Flynn, Jacob Plihal (USA) 07:02.87
Mixed Doppelzweier A-Final
1. Fintan Mc Carthy, Margaret Cremen (IRL) 06:24.22; 2. Roos de Jong, Melvon Twellar (NED) 06:24.01; 3. Célia Dupré, Raphaël Ahumada (SUI) 06:27.18; 4. Alice Gnatta, Niels Torre (ITA) 06:27.25; 5. Yunxia Chen, Baishun Liu (CHN) 06:32.44; 6. Andrei Sebastain Cornea, Ioana Madalina Cornea (ROU) 06:52.35
Mixed Achter Vorlauf
1. Maria Magdalena Rusu, Maria Lehaci, Andrada-Maria Morosanu, Florin Sorin Lehaci, Florin Arteni, Ciprian Tudosa, Stefan Constantin Berariu, Simona Radis, Victoria Stefania Petreanu (Stf.) (ROU) 05:50.02
2. Laura Meriano, Elisa Mondelli, Aisha Rocek, Alice Codato, Giacomo Gentili, Andrea Panizza, Nunzio Di Colandrea, Giovanni Codato, Alessandra Faella (Stf.) 05:56.73
3. Nina Wettstein, Lisa Lötscher, Salome Ulrich, Maurin Lange, Jonah Plock, Patrick Brunner, Kai Schätzle, Fabienne Schweizer, Olivia Nacht (Stf.) (SUI) 06:03.54
4. Michala Pospisilova, Pavlina Flamikova, Jan Cizek, Dalibor Nedela, Jakub Podrazil, Martin Jezek, Anna Santruckova, Albeta Zavadilova, Monika Perglerova (Stf.) (CZE) 06:06.07
5. Wing Yan Winne Hung, King Wan Leung, Wing Wun Leung, Claire Susan Burley, Tik Lun Chan, Pak Hong Chen, San Tung Lam, Siu Po To Sheung Yee Wong (HKG) 06:43.98
Mixed Achter B-Final
1. Nina Wettstein, Lisa Lötscher, Salome Ulrich, Maurin Lange, Jonah Plock, Patrick Brunner, Kai Schätzle, Fabienne Schweizer, Olivia Nacht (Stf.) (SUI) 06:00.60
2. Michala Pospisilova, Pavlina Flamikova, Jan Cizek, Dalibor Nedela, Jakub Podrazil, Martin Jezek, Anna Santruckova, Albeta Zavadilova, Monika Perglerova (Stf.) 06:04.42
3. Xinyu Lin, Ling Zhang, Zifeng Wang, Rui Ju, Dang Liu, Sheng Cong, Wangjia Wangjia, Maolin, Zhang, Jiayi Song (Stf.) (CHN) 06:21.53
4. Wing Yan Winne Hung, King Wan Leung, Wing Wun Leung, Claire Susan Burley, Tik Lun Chan, Pak Hong Chen, San Tung Lam, Siu Po To Sheung Yee Wong (HKG) 06:21.53
Shanghai, 28. September 2025 / NS