WM Amsterdam: Showdown 2026 auf der Bosbaan 

Vom 24. bis 30. August 2026 ist die Weltelite des Rudersports für den Saisonhöhepunkt auf der Bosbaan in Amsterdam (NED) zu Gast. An den dort stattfindenden Weltmeisterschaften wird SWISS ROWING mit zehn Booten an den Start gehen – darunter die frischgebackenen Europameisterinnen im Frauen-Doppelvierer, die EM-Bronzemedaillengewinnerin im Para-Einer der Frauen sowie die WM-Dritten von 2025 im Zweier ohne Steuermann der Männer.


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Die Regatta beginnt am Montag, den 24. August 2026 mit den Vorläufen. Die ersten Einsätze für das SWISS ROWING Team bestreiten die Zweier ohne der Frauen und der Männer und der Doppelzweier der Frauen.


Ausblick

Teams aus 65 Nationen haben für die Weltmeisterschaften 2026 in Amsterdam gemeldet. Die meisten Boote stellt Deutschland mit 21 Meldungen und besetzt damit – mit Ausnahme von zwei Bootsklassen – sämtliche Kategorien. Die Schweiz gehört mit zehn Booten zu den 16 Nationen (plus der Gruppe der neutralen Athleten), die in einer zweistelligen Anzahl an Kategorien an den Start gehen. 

In sämtlichen Bootsklassen ist die Konkurrenz gross. Zwar zeichnen sich in vielen Kategorien ein bis zwei klare Medaillenfavoriten ab. Dahinter ist das Feld jedoch breit und dicht besetzt: Zahlreiche Boote sind in der Lage, sich für die sechs Plätze im A-Final zu qualifizieren und dort um die Medaillen zu kämpfen. Schon kleine Unterschiede können deshalb über den Einzug in den Final oder das vorzeitige Ausscheiden entscheiden. Für Spannung sorgen dabei zusätzlich die Bedingungen auf der Bosbaan: Wechselnde und teilweise schräg einfallende Winde stellen hohe Anforderungen an Technik, Taktik und Anpassungsfähigkeit. Je nach Windrichtung können dabei unterschiedliche Athletentypen wie physisch sehr starke oder leichtere Athletinnen und Athleten im Vorteil sein. 

Besonders im Fokus werden in Amsterdam die Europameisterinnen im Frauen-Doppelvierer stehen. Lisa LötscherFlavia LötscherCélia Dupré und Nina Wettstein wollen an ihr starkes Auftreten an der EM anknüpfen. Zum erweiterten Favoritenkreis der jeweiligen Bootsklasse zählen auf Schweizer Seite auch die WM-Dritten von 2025 im Zweier ohne Steuermann, Patrick Brunner und Jonah Plock. Ebenso sind die Vorjahres-WM-Vierten und Vierten der EM in Varese im Doppelzweier der Frauen, Salome Ulrich und Fabienne Schweizer, Bewerberinnen um einen A-Finalplatz und im besten Fall um die Medaillen. Das Gleiche gilt für Kai Schätzle, der sich sowohl an seinem ersten Weltcup im Skiff als auch an der EM in den Kreis der sechs Besten geschoben hat. Im Para-Einer der Frauen tritt mit Claire Ghiringhelli eine weitere Schweizer Medaillengewinnerin der diesjährigen EM an.


Ausblick nach Bootsklassen
Frauen-Einer 
Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone) hat sich sowohl beim Weltcup in Luzern als auch an der EM in Varese in den A-Final gerudert und ist hier jeweils Sechste geworden. In Amsterdam bestreitet die 22-Jährige ihre achte WM – U19- und U23-Weltmeisterschaften eingeschlossen.
Als Topfavoritinnen im Frauen-Einer allerdings treffen die Britin Lauren Henry, die bei Weltcups und EM in diesem Jahr ungeschlagen dasteht, und die Olympiasiegerin Karolien Florijn aufeinander. Deren Konkurrenz um die Medaillen wird vor allem in der amtierenden Weltmeisterin aus Irland, Fiona Murtagh, bestehen, im Weiteren in der Dänin Frida Sanggaard Nielsen, der WM-Bronzemedaillengewinnerin von 2025, in Viktorija Senkutė aus Litauen, die jeweils Zweite in Sevilla und an der EM war, und in Jovana Arsić aus Serbien, die in dieser Saison auch schon Weltcup- und EM Medaillen erringen konnte. Beim Kampf um den Einzug in die Medaillenrunde werden zudem die Australierin Tara Rigney, die Belgierin Mazarine Guilbert, die Ukrainerin Kateryna Dudchenko und die Deutsche Alexandra Föster wieder ein Wörtchen mitreden wollen.

PR1 Frauen-Einer 
Pararuderin Claire Ghiringhelli (Società Canottieri Locarno) war in diesem Jahr zweimal international im Einsatz und konnte beide Male eine Medaille mit nach Hause bringen. Nach dem Weltcup in Luzern mit drei Booten und der EM mit einem Sechs-Boote-Feld stehen für Amsterdam ganze zehn Boote im Meldeergebnis. 
Den Favoritenstatus hat sich an der EM in Varese die amtierende Welt- und Europameisterin Anna Sheremet aus der Ukraine gesichert. Ebenfalls in der Saison 2026 bereits angetreten sind neben Ghiringhelli, der Siegerin von Luzern, auch die Niederländerin Eva Mol sowie Ebba Einarsson aus Schweden. Eva Mol war 2025 zuletzt hinter Ghiringhelli, an der EM in Varese aber vor ihr platziert. Ebba Einarsson war bisher immer hinter Ghiringhelli zu finden. Auf die Chinesin Lili Wang traf die Schweizerin zuletzt an den Paralympics in Paris, wo die Chinesin schneller war. Das Gleiche gilt für die Brasilianerin Claudia Cicero Dos Santos, die ein echtes Urgestein im Pararudern darstellt. Die Polin Magdalena Mozgala erreichte in Varese den sechsten Rang hinter Ghiringhelli, während die weiteren drei Starterinnen aus Belgien, Ägypten und Italien in Amsterdam ihr internationales Debüt geben.

Männer-Einer 
Die grösste Bootsklasse nach Meldungen ist der Männer-Einer. Das Feld besteht aus 41 Booten inklusive dem Luzerner Kai Schätzle (Seeclub Luzern). Als heissester Anwärter auf den Titel hat sich in diesem Jahr der Deutsche Oliver Zeidler aufgedrängt, der sowohl beide Weltcupeinsätze als auch die EM für sich vergoldete. Am nächsten war ihm dabei der neutrale Athlet Yauheni Zalaty gekommen, der in allen drei Fällen gleich hinter Zeidler über die Ziellinie fuhr. 
Hinter diesen beiden wiederum war das Feld halbwegs offen. An jeder der drei Regatten ging die Bronzemedaille an einen anderen Athleten. In Sevilla war es der Belgier Tristan Vandenbussche, in Luzern der US-Amerikaner Samuel Melvin und an der EM in Varese der amtierende Weltmeister aus Griechenland, Stefanos Ntouskos. Doch auch Kai Schätzle hatte sich gleich bei seinem ersten Weltcup-Einsatz im Skiff in den Kreis der A-Finalisten katapultiert und diese Leistung an der EM bestätigt. Zusätzlich wird für die finale Runde mindestens mit dem EM-Viertplatzierten Mihai Chiruta aus Rumänien und mit dem Italiener Gabriel Soares zu rechnen sein, wie nicht zuletzt auch mit dem Iren Fintan Mc Carthy. Für alle Athleten wird der Weg in den Final mit mehreren zu überstehenden Läufen in jedem Fall lang werden. 

Frauen-Zweier ohne Steuerfrau
Im Zweier-ohne der Frauen treten 19 Nationen gegeneinander an. Für die Schweiz sind erneut Olivia Roth (Grasshopper Club Zürich) und Sofia Meakin (Club d’Aviron Vésenaz) im Einsatz, die bei ihrem Team-Debüt beim Weltcup in Luzern Rang elf und an der EM den sechsten Rang belegen konnten. Topfavoritinnen sind die Rumäninnen Adriana Adam und Simona Radiș, die in Varese als Doppel-Europameisterinnen im Zweier-ohne und im Achter vom Platz gingen. Beim Weltcup I in Sevilla war Adam noch mit einer anderen Partnerin am Start und hier in den B-Final gefahren. Das konstanteste Team der Saison sind die Tschechinnen Anna Santrucková und Pavlína Flamiková, die bei jedem Grossevent eine Medaille gewinnen konnten. Die Sieg in Luzern holten allerdings die US-Amerikanerinnen Regina Salmons und Mia Levy, die auch an der WM in der Auseinandersetzung um die Medaillen zu erwarten sind. Zum Kreis der potenziellen A-Finalistinnen zählen nach den Vorleistungen auch die Chileninnen, die Französinnen, die Deutschen, die Litauerinnen und die Australierinnen. 

Männer-Zweier ohne Steuermann 
Das Feld im Zweier-ohne der Männer besteht in Amsterdam aus 23 gemeldeten Booten. Patrick Brunner (Seeclub Sempach) und Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona) sind die Bronze-Medaillengewinner der letzten WM hinter Neuseeland und Rumänien und die Bronzemedaillengewinner des Weltcups III in Luzern. Alle drei Teams sind, mit nur einer Umbesetzung im rumänischen Boot, auch in Amsterdam am Start, wobei sich Neuseeland und Rumänien in dieser Saison jeweils wieder vor den Schweizern platzieren konnten. Daneben gab es weitere Nationen, die 2026 das Podest besteigen durften. Dazu zählt vor allem die australische Kombination aus Alexander Hill und Angus Dawson, die in Abwesenheit der Neuseeländer den Weltcup in Luzern gewannen. Die Italiener Matteo Lodo und Giuseppe Vicino errangen in diesem Jahr beim Weltcup II in Plovdiv und an der EM in Varese die Bronzemedaille. Ebenfalls heisse Anwärter auf einen Platz im A-Final sind nach den Vorergebnissen mindestens noch die Spanier, die Griechen, die Litauer und die Iren.

Frauen-Doppelzweier 
Zwanzig Nationen werden im Frauen-Doppelzweier erwartet. Mit Roos de Jong und Benthe Boonstra ist es die Gastgebernation, die das am stärksten favorisierte Boot ins Rennen schicken. Die amtierenden Weltmeisterinnen haben diesen Status zuletzt auf dem Rotsee mit einem Sieg untermauert. Sie gewannen vor zwei Booten aus den USA, von denen eins auf einer Position umbesetzt mit Grace Joyce und Isabela Darvin an den Start geht. Ebenfalls im Final standen in Luzern die Irinnen und die Polinnen. Wobei der Weltcup in Luzern auch gezeigt hat, wie eng es derzeit in den Kleinbooten zugeht. Die Schweizerinnen Salome Ulrich und Fabienne Schweizer (beide Seeclub Luzern) waren hier nach der A-Finalqualifikation in Sevilla um Sekundenbruchteile in den B-Final verwiesen worden, den sie dann gewannen. Als Viertplatzierte von Varese sind sie ebenfalls in den Kreis der A-Finalanwärterinnen zu rechnen. Gleiches gilt für die neutralen Athletinnen, die Europameisterinnen wurden, die zweitplatzierten Griechinnen, die drittplatzierten Litauerinnen sowie für die Deutschen, die Polinnen und die Italienerinnen.

Männer-Doppelvierer
Neunzehn Boote im Männer-Doppelvierer der Männer sind ebenfalls eine stattliche Meldezahl. Der Schweizer Doppelvierer wird wie in Luzern und an der EM aus Maurin Lange (Seeclub Luzern), Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges), Bojan Reuffurth (Seeclub Zug) und Donat Vonder Mühll (Grasshopper Club Zürich) bestehen. Hier bestritten die vier ihre finalen Rennen jeweils im B-Final.
In dieser Bootsklasse gibt es eine Gruppe von Favoriten um die Medaillen. Die Sieger von Sevilla und Varese waren die Deutschen, die allerdings in Luzern das Nachsehen hatten hinter den Briten und den Niederländern. Die hoch gehandelten Italiener erreichten nach einem Sieg bei ihrem einzigen Weltcupauftritt dieses Jahres in Plovdiv an ihrer Heim-EM in Varese als amtierende Weltmeister nicht den A-Final. Ähnlich schwer taten sich zuerst die letztjährigen WM-Dritten aus Polen, die beim Weltcup I auf den sechsten Rang fuhren und in Luzern im hinteren B-Final endeten. In Varese allerdings standen sie dann wieder als Zweite auf dem Podest. Kroatien konnte am Weltcup I in Sevilla und an der EM in Varese mit einer neuformierten Crew als Dritter aufs Podest fahren.

Frauen-Doppelvierer
Im Frauen-Doppelvierer stellen sich vierzehn Nationen dem Wettbewerb. Mit Lisa Lötscher (Seeclub Luzern), Flavia Lötscher (Seeclub Luzern), Célia Dupré (Club d’Aviron Vésenaz) und Nina Wettstein (Seeclub Stäfa) treten für die Schweiz die amtierenden Europameisterinnen an. Bis zur EM galten die Boote aus Deutschland und Grossbritannien als herausragende Favoritinnen, die sich sowohl an der EM als auch an der WM um den Titel duellieren würden. Doch diese Gewissheit haben die vier Schweizerinnen mit ihrem Auftritt auf dem Lago die Varese deutlich ins Wanken gebracht. Hier belegten die Deutschen den zweiten Rang und die Britinnen sogar nur Rang vier. 
Allerdings werden die Karten unter den Bedingungen in Amsterdam wieder neu gemischt werden. Unter anderem werden sie wohl auch dem niederländischen Quartett entgegenkommen, das als amtierender Weltmeister mit Rang fünf in Luzern noch nicht vollends überzeugen konnte, auf der Heimstrecke aber sicher seine Vorteile nutzen wird. Zum erweiterten Favoritenkreis um die Medaillen gehören im Weiteren die Rumäninnen, die in Sevilla und Varese den dritten Rang verbuchen konnten, sowie die Griechinnen, die in Luzern vor der Schweiz auf den vierten Rang fuhren. Auch die USA werden zu beachten sein. Sie gewannen Weltcup II und platzierten sich zum Teil in Doppelzweiern in Luzern auf dem Podest.

 

Die Ausblicke auf die Mixed-Bootsklassen (Doppelzweier und Achter) folgen in der Wettkampfwoche.
 

Sarnen, 19. August 2026 / NS

Bilder WM Amsterdam Training 22. August 2026 (Detlev Seyb/Maren Derlien)

Bilder WM Amsterdam, Training 21. August 2026 (Detlev Seyb/Maren Derlien)