WM Amsterdam: Rang vier für Aurelia-Maxima Janzen und den Mixed Doppelzweier

Vor einer beeindruckenden Kulisse mit zehntausenden lautstarken Fans sind heute auf der Bosbaan in Amsterdam die Ruder-Weltmeisterschaften 2026 zu Ende gegangen. SWISS ROWING war am Schlusstag noch in drei Medaillenrennen vertreten. Mit dem vierten Rang im Frauen-Einer erzielte die 22-jährige Aurelia-Maxima Janzen ein Weltklasseergebnis. Auch der Mixed-Doppelzweier mit Célia Dupré und Raphaël Ahumada erreichte Rang vier. Kai Schätzle beendete die Regatta im Männer-Einer mit einem Sieg im B-Final und damit auf dem siebten Gesamtrang.

Der letzte Tag der Weltmeisterschaften in Amsterdam bot noch einmal eine ganze Bandbreite an Entscheidungen. Bei wechselnden Wetterbedingungen standen mit den Achtern und den Einern die grösste und die kleinste Bootsklasse im Fokus. Hinzu kamen die Finals in den Mixed-Bootsklassen.

Mit Aurelia-Maxima Janzen im Skiff hatte SWISS ROWING ein weiteres Boot im A-Final am Start. Janzen trat gegen die versammelte Weltspitze der vergangenen Jahre an und behauptete sich dabei stark. Die Schweizerin kämpfte bis ins Ziel um die vorderen Plätze und lieferte sich ein Fotofinish mit der Litauerin Viktorija Senkute. Hinter der amtierenden Europameisterin Lauren Henry, der letztjährigen Weltmeisterin Fiona Murtagh und der Olympiasiegerin Karolien Florijn belegte Janzen den vierten Rang.

Als letztes Schweizer Boot qualifizierte sich am Morgen der Mixed-Doppelzweier über den Halbfinal für den A-Final. Célia Dupré und Raphaël Ahumada zeigten auch dort eine starke Leistung und verpassten mit Rang vier das Podest nur knapp.

Den Abschluss der Regatta bildete der im vergangenen Jahr neu eingeführte Mixed-Achter. Noch einmal die Schweizer Farben vor der bis auf den letzten Platz besetzten Tribüne zu vertreten, war für das Team ein besonderes Highlight. Sportlich musste sich die Schweizer Crew den grossen Ruder- und Achternationen geschlagen geben und belegte den sechsten Rang.

Damit beendet SWISS ROWING die Weltmeisterschaften 2026 mit zwei Medaillen und insgesamt fünf Booten in den A-Finals.

 

Fazit von Christian Stofer, Direktor SWISS ROWING

«Die Weltmeisterschaften haben uns vieles aufgezeigt, und wir nehmen zahlreiche neue Erfahrungen mit nach Hause. Wir konnten die von uns gesetzten Medaillenziele erreichen und haben durch unsere Athletinnen und Athleten einige Weltklasserennen gesehen. Gleichzeitig gab es auch Überraschungen, die uns in gewissen Rennen in eine schwierige Position gebracht haben.
Das Highlight der Regatta war der Frauen-Doppelzweier mit dem phänomenalen Halbfinalsieg und der anschliessenden Bronzemedaille. Salome Ulrich und Fabienne Schweizer haben seit der Europameisterschaft einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Auch der vierte Rang von Aurelia-Maxima Janzen ist ein absolutes Weltklasseresultat einer sehr jungen Athletin und verdient grossen Respekt.
Im Frauen-Doppelvierer waren nach dem Europameistertitel die Erwartungen zu Recht hoch. Über die gesamte Regatta hinweg fehlte jedoch noch die nötige Konstanz. Gleichzeitig hat die Crew erneut gezeigt, dass sie ein ernstzunehmendes Boot ist.
Ein weiteres Highlight war die Bronzemedaille von Claire Ghiringhelli im Para-Einer. Sie ist die erste WM-Medaille für die Schweiz im Para-Rudern.
Bei den Männern hatten wir leider kein Boot im A-Final. Der Sieg von Kai Schätzle im B-Final ist ein starkes Ergebnis, und er hat insgesamt eine gute Regatta gezeigt. Die Erfahrung aus solchen Rennen wird ihn sicherlich auch für die Zukunft stärken. Die weiteren Männerresultate müssen wir nun analysieren.
Beim generellen Niveau der Wettkämpfe hat sich deutlich gezeigt, dass das nacholympische Jahr vorbei ist und das Leistungsniveau wieder sehr hoch ist. Das zeigt sich auch an den in Amsterdam gefahrenen Weltbestzeiten. Im kommenden Jahr wird dieses Niveau weiter steigen. In der bevorstehenden Winter- und Trainingssaison wartet deshalb viel Arbeit auf alle Beteiligten, damit wir 2027 konkurrenzfähig sind.
Auch wenn der Wind insbesondere in der ersten Wochenhälfte Einfluss auf die Wettkämpfe genommen hat, war dies eine gigantische und stimmungsvolle Ruder-WM, die hervorragend organisiert war. Zehntausende Zuschauerinnen und Zuschauer sorgten für eine mitreissende Atmosphäre und boten den Athletinnen und Athleten die verdiente Bühne

 

Rennberichte

A-Finals
Frauen-Einer
1. GBR, 2. IRL, 3. NED, 4. SUI, 5. LTU, 6. SRB

Nach der erfolgreichen Qualifikation für den A-Final hatte Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone) die Chance, ihren fünften Rang von den Europameisterschaften zu verbessern.
Die Schweizerin startete stark ins Rennen und hielt sich auf der ersten Streckenhälfte im Pulk der Führenden mit den Niederlanden und Grossbritannien. Die Litauerin Viktorija Senkute versuchte, in die Spitze vorzustossen, was ihr jedoch nicht gelang.
Die konstanteste Leistung zeigte die favorisierte Britin Lauren Henry. Sie arbeitete sich konsequent vom zweiten Platz an die Spitze und konnte sich anschliessend einen komfortablen Vorsprung mit offenem Wasser herausfahren. Auf der zweiten Streckenhälfte kam die von hinten aufrückende Irin Fiona Murtagh immer stärker auf und überholte die niederländische Olympiasiegerin Karolien Florijn noch auf dem Weg zu Silber.
Henry sicherte sich souverän den Sieg und damit die erste Goldmedaille für Grossbritannien im Frauen-Einer überhaupt. Für Aurelia-Maxima Janzen blieb mit Rang vier ein undankbarer Platz neben dem Podest. Mit vier starken Rennen an diesen Weltmeisterschaften unterstrich die 22-Jährige jedoch ihr grosses Potenzial. Gegenüber dem fünften Rang an den Europameisterschaften in Varese vor vier Wochen bedeutete das Resultat eine weitere deutliche Steigerung.


Mixed-Doppelzweier
Halbfinal
1. USA, 2. SUI, 3. IRL, 4. ITA, 5. HUN, 6. AUT
Célia Dupré (Club Aviron Vésenaz) und Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges) erwischten im Halbfinal einen schnellen Start. Rasch bildete sich eine Dreiergruppe mit Irland und den USA. Zunächst lagen die Iren an der Spitze, ehe die Schweiz vorbeizog. Irland fiel hinter die USA auf Rang drei zurück.
Die Schweizer Crew ruderte mit einer konstant hohen Schlagzahl und behauptete sich lange an der Spitze. Trotz des deutlichen Vorsprungs auf Rang vier schenkten sich die drei führenden Boote im Hinblick auf die Bahnverteilung im Final nichts. Bis kurz vor dem Ziel lagen Dupré und Ahumada in Führung, ehe die USA im Endspurt noch knapp vorbeizogen. Rang drei ging an Irland mit der Vorjahressiegerin Margaret Cremen.

 

Final
1. NED, 2. IRL, 3. USA, 4. SUI, 5. ESP, 6. GER
Im A-Final preschten Célia Dupré und Raphaël Ahumada erneut aus dem Starblock. Ebenfalls stark kamen die Iren aus den Startblöcken und übernahmen zunächst die Führung. Auch die favorisierten Niederländer mischten an der Spitze mit: Im Boot sassen der Doppelzweier-Weltmeister Simon van Dorp und die Vize-Weltmeisterin dieser Bootsklasse Roos de Jong. Auch die USA lagen auf Medaillenkurs.
Nach der Hälfte der Strecke trennten die vier führenden Boote lediglich zwei Sekunden. Deutschland und Spanien waren zu diesem Zeitpunkt bereits einige Sekunden zurück.
Im dritten Streckenviertel setzten sich die Niederländer an die Spitze, gefolgt von Irland und den USA. Mit einem starken Spurt beim Eingang ins letzte Streckenviertel versuchte die Schweizer Crew noch einmal, zu den Medaillenplätzen aufzuschliessen. Dupré und Ahumada konnten den Abstand nochmals verkürzen, mussten anschliessend jedoch wieder etwas abreissen lassen. Im Ziel verteidigten sie den vierten Rang vor den stark aufkommenden Spaniern.

 

Mixed-Achter
1. ROU, 2. NED, 3. USA, 4. FRA, 5. GER, 6. SUI
Zum Abschluss der Regatta trat SWISS ROWING im Mixed-Achter mit vier Athletinnen und vier Athleten an, die bereits Rennen in anderen Bootsklassen bestritten hatten. Im Schweizer Boot sassen die Bronzemedaillengewinnerinnen im Doppelzweier, Salome Ulrich und Fabienne Schweizer (beide Seeclub Luzern), gemeinsam mit Olivia Roth (Grasshopper Club Zürich) und der Schlagfrau des Doppelvierers, Lisa Lötscher (Seeclub Luzern). Die Hälfte der Männer bildeten Patrick Brunner (Seeclub Sempach) und Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona) aus dem Zweier ohne Steuermann sowie Maurin Lange (Seeclub Luzern) und Donat Vonder Mühll (Grasshopper Club Zürich), die beide im Männer-Doppelvierer gestartet waren.
Mit den Niederlanden, den USA, Rumänien, Deutschland standen nahezu ausschliesslich die grossen Ruder- und Achternationen am Start. Die Schweizer Crew verlor bereits früh den Anschluss an die Spitze und reihte sich auf dem sechsten Rang ein, den sie auch mit ins Ziel nahmen. Der Sieg ging an Rumänien – jene Nation, die bereits kurz zuvor den Frauen-Achter gewonnen hatte.


B-Finals
Männer-Einer
1. SUI, 2. ROU, 3. DEN, 4. GRE, 5. IRL, 6. AIN
Kai Schätzle (Seeclub Luzern) traf im B-Final unter anderem auf den letztjährigen Weltmeister Stefanos Ntouskos. Der Schweizer heftete sich vom Start weg an die Fersen des Griechen. Auch der Rumäne Mihai Chiruță liess Ntouskos nicht davonziehen. Gemeinsam mit dem unter neutraler Flagge startenden Aleksandr Kovalskii setzte sich das Quartett zunächst an die Spitze und bedrängte Ntouskos von allen Seiten. Auf dem zweiten Streckenviertel musste Kovalskii abreissen lassen. Damit formierte sich eine Dreierspitze: Griechenland führte, Rumänien folgte auf Position zwei, Kai Schätzle lag dicht dahinter auf Rang drei.
So ging es über die 1000-Meter-Marke. Bei 1300 Metern gelang es Chiruță, am Griechen vorbeizuziehen. Schätzle blieb dran, fuhr im Schlepptau des Rumänen mit und übernahm kurz darauf die zweite Position.
Doch damit gab sich der Schweizer noch lange nicht zufrieden. Während seine Konkurrenten mit hohen Schlagzahlen aggressiver über die Strecke gegangen waren, hatte Schätzle seine Kräfte offenbar gut eingeteilt. Bei 1500 Metern zündete er den Turbo: Mit einem starken Endspurt zog er auch an Chiruță vorbei und baute seinen Vorsprung bis ins Ziel auf mehr als eine halbe Bootslänge aus.
Hinter dem Rumänen folgte der stark aufkommende Däne, dahinter Ntouskos, Irland und der unter neutraler Flagge startende Athlet. Mit seinem Sieg im B-Final sicherte sich Kai Schätzle damit den siebten Gesamtrang an den Weltmeisterschaften in Amsterdam. 


Amsterdam, 30 .August 2026 / NS

Bilder WM Amsterdam, 30. August 2026 (Detlev Seyb/Maren Derlien)