WM Amsterdam: Frauen-Doppelzweier stürmt in den A-Final
Der dritte Wettkampftag an den Weltmeisterschaften in Amsterdam hielt für das Team von SWISS ROWING ganz unterschiedliche Aufgaben bereit. Salome Ulrich und Fabienne Schweizer sicherten sich im Halbfinal bereits das Ticket für den A-Final. Aurelia-Maxima Janzen und Kai Schätzle starteten erst heute mit ihren Vorläufen in die Regatta und qualifizierten sich in den Skiff-Konkurrenzen für die Viertelfinals.
Während die einen in den Vorläufen ihre ersten Rennen an dieser WM bestritten, standen für den Frauen-Doppelzweier und den Männer-Zweier ohne Steuermann bereits die Halbfinals an. In beiden Fällen konnten diese beinahe als vorgezogene Finals betrachtet werden. Der Frauen-Doppelzweier bewältigte seine Aufgabe mit Erfolg und zog in den A-Final ein. Für den Männer-Zweier ohne Steuermann resultierte der Einzug in den B-Final, während der Frauen-Zweier ohne Steuerfrau die Regatta im C-Final abschloss.
Rennberichte
Halbfinals
Frauen-Doppelzweier
1. SUI, 2. NED, 3. CAN, 4. LTU, 5. AIN, 6. UKR
Salome Ulrich und Fabienne Schweizer (beide Seeclub Luzern) hatten heute im Halbfinal eine schwere Aufgabe vor sich. Nach dem Vorlauf kam es erneut zum Aufeinandertreffen mit den amtierenden Weltmeisterinnen aus den Niederlanden, Roos de Jong und Benthe Boonstra. Den Vorlauf hatten die Niederländerinnen für sich entschieden. Hinzu kam das gesamte Podest der Europameisterschaften von Varese, bei denen die Schweizerinnen Vierte geworden waren: die Europameisterinnen, die unter neutraler Flagge starten, sowie die damals zweitplatzierten Griechinnen und die drittplatzierten Litauerinnen.
Die schnellste Startphase gelang den Litauerinnen, die sich zusammen mit den Kanadierinnen auf der ersten Streckenhälfte von den Niederländerinnen und den Schweizerinnen absetzen konnten. Zunächst sah es so aus, als würden sich die Schweizerinnen auf der ungünstigen vierten Position festfahren. An der Spitze wechselte die Führung bis rund 500 Meter vor dem Ziel zwischen Litauen und Kanada hin und her.
Dann zündeten sowohl die Niederländerinnen als auch die Schweizerinnen ihren Schlussspurt und zogen an Litauen und Kanada vorbei. Die Schweizerinnen zeigten dabei eine fulminante Energieleistung und konnten sich sogar knapp an die Spitze setzen. Die Niederländerinnen folgten auf Rang zwei, während die Litauerinnen noch hinter die Kanadierinnen zurückfielen. Im A-Final am Freitag treffen die Schweizerinnen damit zum dritten Mal in dieser Woche auf die Lokalmatadorinnen aus den Niederlanden.
Salome Ulrich, SUI W2x: «Wir waren das ganze Rennen über auf dem vierten Rang und in Kontakt mit den A-Final-Qualifikationsplätzen. Bei 1400 Metern haben wir dann angegriffen, unser Herz machen lassen und uns von unserem intuitiven Flow tragen lassen. Es hat richtig Spass gemacht.»
Männer-Zweier ohne Steuermann
1. NZL, 2. AUS, 3. ROU, 4. GBR, 5. GRE, 6. SUI
Auch Patrick Brunner (Seeclub Sempach) und Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona) standen heute vor einer grossen Herausforderung, wollten sie doch ihren Erfolg vom letzten Jahr wiederholen. Im Halbfinal trafen drei der Medaillengewinner der letztjährigen WM aufeinander: Neuseeland, Rumänien und die Schweiz. Hinzu kamen die Australier, die den Weltcup in Luzern vor den Schweizern gewonnen hatten, die Griechen, die an der EM vor den Schweizern lagen, sowie Grossbritannien.
Die schnellsten Starter waren die Rumänen, die sich zunächst knapp an die Spitze des Feldes setzten. Schnell bildete sich ein Führungspulk mit den Rumänen, den Neuseeländern und den Australiern, wobei die Rumänen ihre Führung schon bald an die Neuseeländer verloren. Auf den Rängen vier und fünf, zunächst nur knapp dahinter, reihten sich die Briten und die Schweizer ein. Die Griechen fielen leicht zurück.
Im Rennverlauf wechselten die Geschwindigkeiten unter den Booten immer wieder, und es schien, als wäre der Rückstand auf Rang drei für die Schweizer mit ihren starken Endspurtfähigkeiten noch nicht zu gross. Zeitweise konnten sie auch etwas Boden auf die vorausfahrenden Boote gutmachen.
Doch im Kampf um die Finalplätze konnten heute die meisten Boote noch einmal mobilisieren. Während sich die Australier auf den zweiten Rang schoben, verteidigten die Rumänen den dritten Rang gegen die aufkommenden Boote. Nachdem es zunächst so aussah, als könnten die Schweizer die Briten überholen, legten sich diese wieder vor. Zuletzt zogen auch noch die Griechen an Brunner und Plock vorbei.
Der Rückstand der Schweizer auf Rang drei betrug im Ziel vier Sekunden, auf die Spitze waren es sieben Sekunden. Damit stehen Brunner und Plock am Freitag im B-Final.
Vorläufe
Frauen-Einer
1. RSA, 2. IRL, 3. SUI, 4. BRA, 5. SYR
Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone) traf heute im Vorlauf auf die amtierende Weltmeisterin aus Irland, Fiona Murtagh. Eine andere Athletin wollte in diesem Rennen allerdings den Ton angeben: die Südafrikanerin Paige Bladenhorst, die in dieser Saison bisher nur am Weltcup in Luzern in Erscheinung getreten war und dort den neunten Rang belegt hatte.
Bladenhorst überraschte die favorisierten Athletinnen Murtagh und Janzen, setzte sich vom Start weg an die Spitze und war nicht bereit, diese Führung wieder herzugeben. Janzen folgte ihr auf dem zweiten Rang, Murtagh blieb knapp dahinter. Auf der zweiten Streckenhälfte zog Murtagh an der Schweizerin vorbei, während Bladenhorst weiterhin die Führung behauptete.
Janzen liess sich von Murtagh jedoch nicht abschütteln. Konsequent blieb sie an der Irin dran und suchte ihre Chance auch im Endspurt. Dadurch schoben sich die drei Boote auf den letzten Metern noch einmal eng zusammen. Bladenhorst sicherte sich den Sieg vor Murtagh und Janzen.
Mit der insgesamt fünftschnellsten Zeit über alle Läufe qualifizierte sich Janzen über die Zeit ebenfalls für den Viertelfinal.
Männer-Einer
1. SUI, 2. AIN1, 3. BEL, 4. FIN, 5. KUW
Nicht weniger als sieben Vorläufe wurden heute im Männer-Einer ausgetragen. Die Konkurrenz für den Luzerner Kai Schätzle (SC Luzern) war aufgrund der bisherigen Resultate vor allem vom Belgier Tristan Vandenbussche zu erwarten. Dieser war am Weltcup in Sevilla hinter den beiden Topfavoriten dieser WM, dem Deutschen Oliver Zeidler und dem neutralen Athleten Yauheni Zalaty, auf den dritten Podestplatz gerudert.
Heute war es allerdings zunächst der neutrale Athlet Aleksandr Kovalskii, der am schnellsten ins Rennen startete. Dicht dahinter ordnete sich Schätzle ein, während der Belgier bereits zu Beginn hinter dem Schweizer lag. Mit dem Vorsatz, die bestmögliche Position herauszuholen, zog Schätzle auf dem zweiten Streckenviertel an Kovalskii vorbei.
Während der neutrale Athlet seinen Vorsprung auf den drittplatzierten Belgier weiter ausbaute, zog auch der Schweizer an der Spitze weiter davon. Schliesslich sicherte er sich mit mehr als einer Bootslänge Vorsprung auf Kovalskii den Sieg und damit das Ticket für den Viertelfinal. Die Ränge vier und fünf belegten Finnland und Kuwait.
C-Final
Frauen-Zweier ohne Steuerfrau
1. RSA, 2. CHN, 3. ESP, 4. SUI, 5. BRA, 6. JPN
Für Olivia Roth (Grasshopper Club Zürich) und Sofia Meakin (Club d’Aviron Vésenaz) stand mit dem C-Final heute bereits das letzte Rennen der Regatta im Zweier-ohne an. Das Rennen entwickelte sich zu einer klaren Angelegenheit: Alle sechs Boote bezogen früh ihre Positionen und gaben diese bis ins Ziel nicht mehr her.
Die Führung übernahmen die Südafrikanerinnen vor den Chinesinnen und den Spanierinnen. Dahinter folgten die Schweizerinnen, Brasilien und Japan.
In dieser Reihenfolge passierten die sechs Boote schliesslich auch die Ziellinie. Mit Rang vier beendeten Meakin und Roth die Regatta im Zweier ohne Steuerfrau auf dem 16. Schlussrang.
Amsterdam, 26. August 2026 / NS