WM Amsterdam: Salome Ulrich und Fabienne Schweizer belohnen sich mit Bronze

Nach langem Anlauf haben sich Salome Ulrich und Fabienne Schweizer heute an der WM in Amsterdam mit Bronze im Frauen-Doppelzweier für ihre starken Leistungen belohnt. Bereits im Halbfinal hatten sie mit einem beeindruckenden Sieg gegen die amtierenden Weltmeisterinnen ein Ausrufezeichen gesetzt. Im Final bewiesen sie dann erneut Nervenstärke und grosses Selbstvertrauen. Sie liessen sich vom starken Feld nicht beeindrucken, hielten mit den favorisierten Booten mit und verteidigten ihren Medaillenrang bis ins Ziel. Hinter Irland und den Niederlanden durften sie schliesslich über Bronze jubeln.

An der Bosbaan war heute vor allem eines gefragt: Geduld. Zunächst sorgten schwierige Windverhältnisse für Bahnverlegungen, später zwang ein heftiges Gewitter mit starkem Regen die Organisatoren zu einem kompletten Unterbruch der Rennen. Doch Salome Ulrich und Fabienne Schweizer liessen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Souverän hängten sie sich an die führenden Boote und kämpften Schlag für Schlag um ihre Medaille. Diesen Platz liessen sie sich bis zum Schluss nicht mehr nehmen. Damit sorgten die beiden Luzernerinnen für die erste Medaille eines Schweizer Frauenbootes an einer WM.

Auch Aurelia-Maxima Janzen und Kai Schätzle hielten die Schweizer Medaillenträume am Leben. Beide sicherten sich mit Rang zwei im Viertelfinal souverän das Ticket für die Halbfinals

Weniger glücklich verlief die Regatta hingegen für die Vorjahres-Medaillengewinner Patrick Brunner und Jonah Plock. Die beiden fanden an der WM in Amsterdam nicht zu ihrer gewohnten Stärke und konnten nicht an ihre überzeugenden Vorleistungen anknüpfen. Im B-Final belegten sie Rang elf. 


Rennberichte
A-Final
Frauen-Doppelzweier
1. IRL, 2. NED, 3. SUI, 4. POL, 5. CAN, 6. ITA
Nach ihrem fulminanten Halbfinalsieg gegen die amtierenden Weltmeisterinnen aus den Niederlanden hatten Salome Ulrich und Fabienne Schweizer (beide Seeclub Luzern) auf einer der Favoritenbahnen Stellung bezogen. Mit einem sehr soliden Start, bei dem sich keins der Boote relevant absetzen konnte, ging es auf die Strecke. Zuerst fielen die Italienerinnen auf der Mittelbahn um gut eine Länge aus dem Feld zurück. Die Schweiz hielt sich ohne Wasser dazwischen im Trio der Führenden von den Niederländerinnen und den Irinnen flankiert – voraus mit leichtem Vorteil die Niederlande. Doch auch die Polinnen liessen sich nicht vollständig abschütteln. Mit leichtem Vorsprung ging die Dreiergruppe über den mittleren Teil der Strecke. Irland konnte in der 2. Streckenhälfte aufschliessen zu den Niederländerinnen und legte sich kaum etwas mehr als einen Bugball dahinter, die Schweiz hielt sich weiter auf Rang drei. 500 Meter vor dem Ziel war dann bereits ein sichtbares Loch aufgerissen zwischen den Schweizerinnen und den viertplatzierten Polinnen. Vorne versuchten sich die Niederländerinnen, angefeuert von tausenden Fans auf der Heimtribüne, abzusetzen, wurden allerdings von den stark sprintenden Irinnen abgefangen. Der Abstand nach hinten war für Ulrich und Schweizer inzwischen auch deutlich und führte nach einer Serie von vierten Plätzen an Grossanlässen endlich zur langersehnten und verdienten Medaille.

Viertelfinals
Frauen-Einer
1. IRL, 2. SUI, 3. AUS, 4. DEN, 5. ROU, 6. PAR
Der Viertelfinal von Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone) hatte es bereits in sich. Janzen startete wie schon im Vorlauf gegen die amtierenden Weltmeisterin Fiona Murtagh. Mit der Dänin Frida Sanggaard Nielsen war ausserdem die WM-Bronzemedaillengewinnerin von 2025 vertreten sowie die erfahrene Australierin Tara Rigney, die ebenfalls eine heisse Anwärterin auf die Finalrunde darstellt. Hinzu kamen die Rumänin und eine Ruderin aus Paraguay.
Nach einer verhaltenen Startphase Murtaghs im Vorlauf ging die Irin heute wie auch Janzen und Rigney schnell aus dem Startblock. Die Dänin fiel bereits früh leicht hinter das Führundsduo zurück, während die weiteren beiden Ruderinnen schon bald nicht mehr den Anschluss an das vordere Feld halten konnten. Murtagh zog über die Mitte um gut eine Länge von Janzen und Rigney weg, die nichts schenkten und den grössten Teil der Strecke auf einer Höhe ruderten. Als Janzen am Schluss des Rennens noch einen Angriff auf Murtagh wagte, die bis zu diesem Zeitpunkt nie weiter weg gelegen hatte als eine gute Bootslänge, musste auch die Irin noch einmal alles mobilisieren. Janzen verkürzte den Abstand auf die Irin bis ins Ziel auf weniger als eine Sekunde. Mit Rang zwei, den sie schliesslich mit einem komfortablen Vorsprung von über fünf Sekunden vor Rigney herausfuhr qualifizierte sich Janzen für den morgigen Halbfinal.

Männer-Einer
1. GER, 2. SUI, 3. IRL, 4. SLO, 5. BEL 6. UZB
Kai Schätzle (Seeclub Luzern) traf in diesem Viertelfinal direkt auf der Goldfavoriten dieser Regatta, Oliver Zeidler. Hinzu kamen der Leichtgewichts-Olympiasieger Fintan Mc Carthy aus Irland, wie schon im Vorlauf der Belgier Vandenbussche sowie der Slowene und der Uzbeke.
Das Rennen begann mit einem schnellen Start, der zunächst den Deutschen leicht in der Defensive sah. Doch Zeidler konnte die Geschwindigkeit zusammen mit Kai Schätzle am besten auf hohem Niveau stabilisieren. Mit einem massiven Sprint nach der 500 Meter-Marke setzte sich Zeidler dann aber nachhaltig vom Feld und von Schätzle ab. Hinter Schätzle ordnete sich der Ire ein, vor dem Slowenen, dem Belgier und dem Uzbeken. Es etablierte sich eine Dreiergruppe aus dem Deutschen, dem Schweizer und dem Iren, die mit einem komfortablen Vorsprung vor den folgenden drei Booten über die Strecke ging. An der Reihenfolge der führenden Ränge änderte sich über die Strecke nichts mehr, sodass Schätzle mit Rang zwei souverän das Ticket für den morgigen Halbfinal löste.

B-Final
Männer-Zweier ohne Steuermann
 1. GRE, 2. GBR, 3. NOR, 4. AIN, 5. SUI, 6. CRO
Die Vorjahres-Medaillengewinner Patrick Brunner (Seeclub Sempach) und Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona) im Männer-Zweier-ohne gingen mit einem guten Start ins Rennen, fanden aber nicht zu dem gemeinsamen Streckenschlag, der sie in den letzten eineinhalb Jahren ausgezeichnet hatte. An der Spitze des Feldes fanden sich daher bald die neutralen Athleten zunächst vor den Schweizern. Doch den Angriffen der Briten, Griechen, und Norweger hatten Plock und Brunner heute nichts Wirksames entgegenzusetzen. Am Ende resultierte in diesem Final der fünfte und damit elfte Schlussrang. Der Sieg im B-Final ging an die Griechen.


Amsterdam, 28. August 2026 / NS

Bilder WM Amsterdam, 28. August 2026 (Detlev Seyb/Maren Derlien)