Wasser ist sein Element, jetzt und in Zukunft

Wasser ist sein Element, jetzt und in Zukunft

Artikel - Wasser ist sein Element, jetzt und in Zukunft

Ohne Wasser gibt’s kein Leben und auch keinen Rudersport. Roman Röösli hat sich ganz dem Thema Wasser verschrieben.

Vorletzte Woche ist sie endlich eingetroffen, die Bestätigung der Oxford University. Roman Röösli wird im Herbst 2021, nach den Olympischen Spielen in Tokio, an der renommierten britischen Universität das Masterstudium in «Water Science, Policy & Management» absolvieren. «Die letzten paar Wochen sass ich wie auf Nadeln», gibt der Luzerner zu. Die Zusage von Oxford galt ursprünglich nämlich für den Herbst 2020. «Mit der Verschiebung der Olympischen Spiele um ein Jahr fand ich mich plötzlich mit der Frage konfrontiert, ob ich meine Pläne in Oxford vielleicht begraben muss.» Glücklicherweise erneuerte die Oxford University nun ihre Einladung für das Folgejahr.

Wassermanagement – ein breites Aufgabengebiet

«Grundsätzlich hat es genügend Wasser auf der Welt», erklärt Roman Röösli. «Oft aber befindet es sich nicht am richtigen Ort oder das vorhandene Wasser ist nicht trinkbar.» Wassermanagement ist ein zukunftsträchtiges und breitgefächertes Aufgabengebiet. Im Masterstudiengang werden nicht nur Grundlagen in Wasserchemie, Biologie und Physik vermittelt, sondern auch moderne Technologien für eine funktionierende Grundwasserversorgung, sanitäre Anlagen, Abwassersysteme, etc., vorgestellt. Das Wassermanagement beinhaltet zudem Lehrgänge zum schonungsvollen Umgang mit der vielerorts knappen Ressource und die Umsetzung von wasserbezogenen Projekten in der Politik. 

Passend zu seiner beruflichen Zukunft sicherte sich Roman Röösli vor einiger Zeit ein Praktikum am Wasserforschungsinstitut der ETH, der EAWAG in Kastanienbaum, Luzern. Beim ursprünglich geplanten Praktikumsbeginn in diesem Herbst wären die Olympischen Spiele zu Ende gewesen. Neu steht im Oktober die Ruder-EM auf dem Wettkampfkalender. Das Praktikum ist mit Headcoach Edouard Blanc abgesprochen und geht perfekt mit dem Training einher. Zwei Monate lang wird er an zwei Tagen der Woche als Praktikant Wasserproben nehmen und die Wissenschaftler bei der Analyse unterstützen. Roman Röösli weiss mit Doppelbelastungen umzugehen. So legte er vor zwei Jahren gewisse schriftliche Prüfungen für seinen Bachelorabschluss auch mal während einer Weltcupregatta in seinem Hotelzimmer ab, natürlich unter ständiger Aufsicht des Verbandsdirektors. 

Offizieller Botschafter für ein Wasserprojekt von World Rowing

Seit dem vergangenen Herbst ist Roman Röösli Botschafter des Weltruderverbands World Rowing beim Projekt «Kafue River & Rowing Centre». Unter der Führung von WWF Zambia will das Projekt die Wasserforschung, Wissensvermittlung und den Sport in einem einmaligen Zentrum vereinen. «Ich freue mich über meine Botschafterrolle. Das Projekt ist wichtig und verdient mehr Aufmerksamkeit.» Seine Aufgaben als Botschafter beschränken sich aktuell auf Repräsentationstätigkeiten, sind aber künftig ausbaubar.

Ruderhochburg Oxford  

Nach den Olympischen Spielen in Tokio wird sich Roman Röösli in Oxford schliesslich einen weiteren Kindheitstraum erfüllen. «Das Studium ist für meine Zukunft natürlich absolut wegweisend. Gleichzeitig aber reizt mich auch die Chance auf einen Sitz im berühmten Oxford-Achter.» Röösli weiss, dass neben dem anspruchsvollen Studium täglich zwei Rudertrainings auf ihn warten. Im Frühjahr 2022 will er sich dann beim berühmten Achterrennen «The Boat Race»  zwischen den Universitäten Oxford und Cambridge in den Riemen legen. Es wäre eine Premiere für einen Schweizer, der nie für eine andere Nation gestartet ist.

vdg/28.07.2020