Vorschau Weltmeisterschaften Shanghai vom 21.-28. September 2025

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Vorschau Weltmeisterschaften Shanghai vom 21.-28. September 2025

Artikel - Vorschau Weltmeisterschaften Shanghai vom 21.-28. September 2025

Der Höhepunkt der internationalen Regattasaison steht vor der Tür – die Ruder-Weltmeisterschaften in China. Die Wettkämpfe werden vom 21. bis 28. September im Shanghai Water Sports Center ausgetragen. SWISS ROWING bietet an den Weltmeisterschaften zehn Boote auf.

>>  Provisorischer Zeitplan WM Shanghai vom 21.-28. September 2025 (Link)
>>  Meldeergebnis WM Shanghai vom 21.-28. September 2025 (Link)                     

Für die Schweiz sind an den kommenden Welt-Titelkämpfen acht Teams – oder genauer: zehn Teams gemeldet. Mit der stärksten Bilanz aus der bisherigen Saison gehen der Zweier ohne mit Patrick Brunner und Jonah Plock und der Doppelzweier der Männer Raphaël Ahumada und Kai Schätzle ins Rennen ebenso sowie Pararuderin Claire Ghiringhelli. Alle drei Teams konnten an den Weltcups bzw. an den Europameisterschaften Podestplätze erringen. 

An ihre starken Vorstellungen im Vorfeld wollen auch der Zweier ohne (Célia Dupré/Lisa Lötscher) und der Doppelzweier der Frauen (Fabienne Schweizer/Salome Ulrich) in Shanghai anknüpfen. Die einzige Umbesetzung im Team gegenüber dem letzten Einsatz bei der LUCERNE REGATTA gab es im Doppelvierer der Frauen. Sofia Meakin, die bisher ausbildungsbedingt abwesend war, rückt nun in das Boot mit Olivia Roth, Nina Wettstein und Olivia Nacht. Olivia Negrinotti wird ebenso wie Maurin Lange den Einer besetzen. 

Neu im Weltmeisterschafts-Programm sind zwei Mixed-Kategorien: der Doppelzweier und der Achter. Beide Bootsklassen können gemäss Reglement nur mit Athletinnen und Athleten besetzt werden, die bereits in anderen Bootsklassen gemeldet sind. Die Schweiz bietet sowohl einen Mixed-Doppelzweier als auch einen Mixed-Achter auf. 

Wettkampfort
Das Shanghai Water Sports Center bietet eine künstliche Regattastrecke, die direkt an den Dianshan-See im Westen der Metropole grenzt. Sämtliche Wettkampfanlagen wurden 1983 erbaut und für die aktuellen Weltmeisterschaften umfassend erneuert. 

Zeitplan
Die Weltmeisterschaften beginnen am Sonntag, den 21. September mit den Vorläufen in einigen Bootsklassen und enden am Sonntag, 28. September, mit den Vorläufen und Finals in den Mixed-Rennen. Der Grossteil der Rennen ist jeweils auf den Vormittag angesetzt.

Zeitverschiebung
Shanghai hat die China Standard Time (CST) und ist der Schweiz sechs Stunden voraus. 


Vorläufe mit Schweizer Beteiligung (Ortszeit Shanghai)
Sonntag, 21.09.25
ab 10:19 Uhr (1. Vorlauf)          Frauen Zweier-ohne     (Célia Dupré, Lisa Lötscher)
ab 10:37 Uhr (1. Vorlauf)          Männer Zweier-ohne    (Patrick Brunner/Jonah Plock)
ab 11:03 Uhr (1. Vorlauf)          Frauen Doppelvierer     (Olivia Roth, Sofia Meakin, Nina Wettstein, Olivia Nacht)

Montag, 22.09.25
ab 10:05 Uhr (1. Vorlauf)          Frauen PR1 Einer          (Claire Ghiringhelli)
ab 10:47 Uhr (1. Vorlauf)          Frauen Doppelzweier    (Fabienne Schweizer/ Salome Ulrich)
ab 10:59 Uhr (1. Vorlauf)          Männer Doppelzweier  (Raphaël Ahumada/Kai Schätzle)
ab 14:05 Uhr (1. Vorlauf)          Frauen Einer                 (Olivia Negrinotti)
ab 14:31 Uhr (1. Vorlauf)          Männer Einer               (Maurin Lange)

Die Auslosungen für die definitiven Läufe und Startzeiten erfolgt am Samstag, 20. September um 15:00 Uhr (Ortszeit).

 

AUSBLICK
Die internationale Regattasaison hielt und hält für die Eliteklasse in diesem Jahr einige Herausforderungen bereit. Prognosen für die Weltmeisterschaften sind daher nicht ganz einfach zu treffen.

Es begann damit, dass der erste internationale Wettkampf im neuen Olympiazyklus – zehn Monate nach Paris – gleich in den europäischen Titelkämpfen bestand. Nachdem die Schweizer Bootszusammensetzungen erst wenige Wochen vor den Europameisterschaften bestimmt worden waren, suchten die Teams hier noch sichtbar nach Abstimmung und Form. Immerhin gelang es bereits zwei Booten in die A-Finals vorzustossen. Claire Ghiringhelli ruderte sogar zu einer Medaille. 

Die folgende Weltcupserie bot in diesem Jahr nur zwei statt der üblichen drei Austragungsorte, die dafür aber im knappen Abstand von jeweils zwei Wochen auf die Europameisterschaften folgten. Bereits beim ersten Weltcup in Varese zeigte die Entwicklungskurve des Schweizer Teams unter anderem mit zwei Podestplätzen steil nach oben. Nach einer Bestätigung der Formkurve in Luzern war der erste Teil der Saison aber bereits wieder abgeschlossen. Da die Weltmeisterschaften sehr spät in der Saison liegen, folgte eine Wettkampfpause von rund drei Monaten. Diese bot allen Nationen und Teams die Möglichkeit, die Arbeit und die Ergebnisse der Saison auszuwerten und noch einmal in das Training zu investieren sowie sich auf die ungewohnten klimatischen Bedingungen in Shanghai vorzubereiten.

Männer
Doppelzweier 
Die Gesamtweltcup-Gewinner im Doppelzweier Raphaël Ahumada (Forward Rowing Club Morges) und Kai Schätzle (Seeclub Luzern) treffen an den Weltmeisterschaften auf 19 Konkurrenten. Das hochwertige Feld versammelt alle Medaillengewinner der bisherigen Saison. Hierbei handelt es sich beispielsweise um die Europameister aus Polen, die an den beiden Weltcups aber jeweils in den Doppelvierer wechselten. Auch die Vize-Europameister aus Rumänien werden in gleicher Besetzung antreten. In Luzern hatten die Rumänen aus medizinischen Gründen nach dem Halbfinal abmelden müssen. Die Iren, die sowohl in Plovdiv als auch in Luzern auf das Podest fahren konnten, setzen in Shanghai auf eine zur Hälfte neue Paarung. Vom gemeldeten serbischen Boot wurden die Schweizer in Plovdiv knapp geschlagen. In Luzern war die Distanz zwischen den beiden Booten wieder nicht gross, doch konnten die Serben damit den Sieg einfahren, während die Schweizer als Sieger von Varese diesmal Rang vier belegten. Der italienische Doppelzweier fuhr bei den Europamesierschaften auf Rang vier, in Varese sicherten sie sich den zweiten Rang hinter und in Luzern den zweiten Rang vor den Schweizern.

Zweier-ohne
Mit 23 gemeldeten Nationen ist der Zweier-ohne der Männer an den Weltmeisterschaften die zweitgrösste Bootsklasse nach dem Männerskiff. Patrick Brunner (Seeclub Sempach) und Jonah Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona) gehörten wie ihre Schweizer Kollegen im Doppelzweier bei jeder der drei Regatten im Frühjahr zum Kreis der A-Finalisten. Nach Rang fünf an den Europameisterschaften sicherten sie sich an beiden Weltcups den dritten Rang. 
Sie werden in Shanghai erneut auf die Europameister und des Weltcups in Luzern aus Rumänien treffen. Ebenfalls am Start ist das neuseeländische Duo, das in Varese zum Sieg fahren konnte und in Luzern den zweiten Rang belegte. Die in Plovdiv drittplatzierten Spanier haben sich bis dato nicht mehr gezeigt. Die Italiener, die in Plovdiv noch vor den Schweizern und in Varese dann dahinter waren, setzen auf eine neue Kombination. Die Olympiasieger von Paris aus Kroatien, die in Varese knapp vor dem Schweizer Boot als zweite ins Ziel kamen, setzen in Shanghai auf den Vierer ohne. Neu oder wieder zum Feld der Medaillen-Anwärter dazu stösst dafür neben dem irischen Zweier, der in dieser Besetzung in Paris auf Rang fünf fahren konnte, auch eine neue starke Kombination aus den Niederlanden.

Einer
Im Männerskiff sind für Shanghai 36 Meldungen eingegangen. Maurin Lange (Seeclub Luzern), der für die Schweiz im Einer am Start stehen wird, konnte nach einer Verletzungsphase in diesem Jahr erst in Luzern in die Saison starten. Der Schlagmann des Doppelvierers von Paris erreichte im Einer in Luzern den 27. Rang. Für Lange war die lange Trainingsphase über den Sommer eine besonders wichtige Zeit des Aufbaus.
Unter den Favoriten für den Weltmeistertitel sind mit Oliver Zeidler und Stefanos Ntouskos der amtierende Weltmeister und die Gewinner der letzten beiden Olympischen Spiele. Der Holländer Simon van Dorp, der Olympiadritte von Paris, ist ebenso am Start wie der Ruderer der Independent Neutral Athletes Yauheni Zalaty, der Olympiazweiter war und aktueller Europameister und zweiter von Luzern ist. Der Sieger von Luzern, der Neuseeländer Logan Ulrich stellt sich als Neuentdeckung der Saison ebenfalls wieder der Konkurrenz.

Frauen
Doppelzweier
Das Team der Schweizer Frauen stand beim Start in die Saison noch in anderen Kombinationen am Start als heute. Als Siegerin der internen Trials bestritt Fabienne Schweizer (Seeclub Luzern) die Europameisterschaften im Skiff. Salome Ulrich (Seeclub Luzern) sass damals im Doppelvierer. Nach dem achten Rang für den Skiff und Rang sieben für den Doppelvierer gab es in Varese neue Bootzusammensetzungen. Der Doppelzweier mit Schweizer und Ulrich fuhr hier auf Anhieb ins Finale und belegte Rang fünf. In Luzern verpassten die beiden den A-Final denkbar knapp, legten aber mit einem Sieg im B-Final ein starkes Statement ab. 
Zum Kreis der Final- und Medaillenanwärterinnen zählen unter den zwölf gemeldeten Nationen in dieser Bootsklasse sicher die Gastgeberinnen aus China, die sowohl Varese als auch Luzern zuoberst auf dem Podest standen. Ebenso zu den Favoritinnen sind die Niederländerinnen zu zählen, die in zur Hälfte anderer Kombination den Europameistertitel und in gleicher Besetzung wie in Shanghai in Luzern den zweiten Rang erringen konnten. Auch auf die Griechinnen und die Französinnen ist zu achten. Die Griechinnen sind in einer anderen Kombination Vize-Europameisterinnen und dritte von Luzern. Die Französinnen belegten in Luzern zuletzt Rang drei.

Zweier-ohne
Lisa Lötscher (Seeclub Luzern) war an den Europameisterschaften noch Teil des Doppelvierers. Für den Weltcup in Varese erhielt sie dann Célia Dupré (Club d'Aviron Vésenaz) an die Seite gestellt, die studienbedingt bis dato abwesend war. Die beiden sollten das erste Schweizer Frauen-Riemenboot im Weltcup-Zirkus bilden. Mit einem Sieg im B-Final nach nur wenigen gemeinsamen Trainingsausfahrten bestätigten die beiden das Projekt. Als Steigerung fuhr der Zweier-ohne in Luzern in den A-Final, wo sie schliesslich Rang sechs belegten. Nun wird es also auch den ersten Riemen-Frauenzweier aus der Schweiz an Weltmeisterschaften geben. 
Zu achten ist in diesem Feld aus 17 Booten besonders auf die Rumäninnen, die sowohl die Europameisterschaften als auch Luzern gewinnen konnten. Hinter den Rumäninnen errangen in Luzern die Tschechinnen den zweiten Rang. In Varese war es noch den Niederländerinnen gelungen, sich zwischen diese beiden Boote auf das Podest zu schieben. In Plovdiv waren es die Italienerinnen, die sich den zweiten Rang sichern konnten vor den Britinnen. Die Ruderinnen aus Tschechien waren damals sechste. Grossbritannien belegte in Luzern erneut Rang drei.

Doppelvierer
Der Schweizer Frauen-Doppelvierer ist in diesem Jahr zum dritten Mal in einer anderen Besetzung am Start. Nach dem siebten Rang an den Europameisterschaften und dem Entscheid, das Frauenteam beim Weltcup in Varese durchgängig in Kleinbooten (auch gegeneinander) antreten zu lassen, gab es in Luzern wieder einen Doppelvierer. Dieser stand mit Olivia Roth (Grasshopper Club Zürich), Nina Wettstein (Seeclub Stäfa), Olivia Negrinotti (Club Canottieri Ceresio), Olivia Nacht (Ruderclub Baden)im A-Final und belegte hier Rang fünf. Für die Weltmeisterschaften rückt nun Sofia Meakin (Club d'Aviron Vésenaz) an die Stelle von Olivia Negrinotti. 
Zum Kreis der Favoritinnen zählen im Doppelvierer in erster Linie die Britinnen, die Deutschen und die Niederländerinnen, was der Reihenfolge der Platzierungen an den Europameisterschaften entspricht. Varese wurde von den Niederländerinnen in einer leicht veränderten Besetzung vor den Deutschen gewonnen und in Luzern siegten schliesslich die Deutschen vor den Rumäninnen.

Einer
Für die Schweiz geht Olivia Negrinotti (Club Canottieri Ceresio) im Einer der Frauen ins Rennen. Negrinotti war Ersatzruderin an denn Europameisterschaften, bestritt den Weltcup in Varese im Skiff, wo sie auf den 15. Rang rudern konnte, und in Luzern wechselte die Tessinerin in den Doppelvierer. Im Juli konnte sie an den World University Games in Duisburg dann wiederum im Einer einen starken vierten Rang erreichte. 
Im Einer der Frauen hat in diesem Jahr vor allem die Britin Lauren Henry auf sich aufmerksam gemacht. Sie konnte alle drei grossen Regatten für sich entscheiden – und das erst noch mit beeindruckendem Vorsprung. Im Weiteren ist auf die Irin Fiona Murtagh zu achten, die an den Europameisterschaften wie in Luzern Silber gewinnen konnte. Die Dänin Frida Sanggaard Nielsen war sowohl an den Europameisterschaften wie in Luzern dritte.

Mixed
Doppelzweier, Achter
Die erstmals an Weltmeisterschaften ausgefahrenen Mixed Kategorien Doppelzweier und Achter stossen bei ihrer Premiere auf grosses Interesse. Im Mixed-Achter haben mit zehn Booten ebenso viele Nationen gemeldet wie jeweils im Achter der separaten Frauen- und Männerkategorie. Im Doppelzweier sind es elf Boote.
Die Mixed-Boote müssen jeweils zur Hälfte aus Frauen und Männern bestehen. Aktuell gilt zudem die Regel, dass hier nur Athletinnen und Athleten gemeldet werden dürfen, die bereits in einer anderen Bootsklasse am Start waren. Viele Nationen bieten ihre besten Athletinnen und Athleten für diese Rennen am Abschlusstag der Regatta noch einmal auf. Darauf, wie sich die Kombinationen bewähren, gibt bisher lediglich ein Rennen in Varese einen Hinweis. Hier waren drei Boote gemeldet und die USA gewannen vor Deutschland und Italien. 
Für den Doppelzweier setzten sich in einem internen Selektionsrennen Célia Dupré und Raphaël Ahumada als Team durch. Den Achter bilden Nina Wettstein, Salome Ulrich, Lisa Lötscher, Patrick Brunner, Jonah Plock, Kai Schätzle, Maurin Lange, Fabienne Schweizer und Olivia Nacht als Steuerfrau.

Das Schweizer Team absolviert die letzten Trainings wie alle anderen Nationen direkt in Shanghai und hat dort das Training in der heissen und schwülen Luft aufgenommen.


Sarnen, 17. September 2025 / NS