U23-WM Poznan: Bronzemedaille für Nicolas Chambers und Séric Critchley

U23-WM Poznan: Bronzemedaille für Nicolas Chambers und Séric Critchley

Artikel - U23-WM Poznan: Bronzemedaille für Nicolas Chambers und Séric Critchley

U23-WM Poznan: Bronze BM2-
In einem eng umkämpften Finalrennen der Zweier-ohne eroberten Nicolas Chambers und Séric Critchley die Bronzemedaille und sorgten so für einen Medaillengewinn für SWISS ROWING. Der Doppelvierer sorgte mit Halbfinalrang drei für den insgesamt vierten Schweizer A-Finalplatz.

>> Startliste U23-WM 2025 für Sonntag, 27. Juli 2025 (PDF)
>> Resultat-Zusammenfassung U23-WM Poznan vom Samstag, 26. Juli 2025
>> Resultatblatt A-Final im Zweier ohne Stm. U23 (PDF)
>> Fotos U23-WM Poznan vom Samstag, 26. Juli 2025 (Fotos: Detlev Seyb/Maren Derlien)

Aufgrund der Halbfinalzeiten von gestern durfte im A-Final der Zweier-ohne Männer ein spannendes Rennen erwartet werden. Und die Prognose wurde zur Realität. Das Schweizer Boot reihte sich am Start als Halbfinalsieger neben dem türkischen Boot - Gewinner des anderen Halbfinals - auf. Es waren denn auch die Türken, welche den schnellsten Start erwischten und ihren Anspruch auf eine Medaille von Anfang an zeigten, indem sie die Führung übernahmen und das Rennen mit einer knappen Bootslänge Vorsprung anführten. Dahinter folgte das Boot aus Deutschland, das ein sehr starkes Rennen zeigte, die Briten und das Schweizer Boot. Nicolas Chambers und Séric Critchley lagen bei der ersten Zwischenzeit auf Rang drei und konnten sich auf dem zweiten Streckenviertel auf den zweiten Zwischenrang vorschieben. Auch nach drei Vierteln der Strecke tauchte das Schweizer Boot hinter der weiterhin führenden Türkei an zweiter Stelle auf. Es waren nun aber plötzlich die Briten, welche sich mit hoher Bootsgeschwindigkeit zurückmeldeten in den Kampf um die Medaillen. Eine Zeit lang sah es aus, als würde das deutsche Boot allenfalls aus der Medaillenentscheidung fallen, aber die beiden Deutschen fanden nochmals eindrückliche Bootsgeschwindigkeit. So ruderten Deutschland, die Schweiz und Grossbritannien wie am Start ausgerichtet mit gleicher Geschwindigkeit auf die Ziellinie zu und kamen auch dem türkischen Boot immer näher. Die Türken retteten ihr eindrückliches Rennen ins Ziel und dahinter konnte man es nicht von blossem Auge erkennen, wie der Ausgang war und das Zielbild musste entscheiden. Gold gind an die Türkei, Silber ging an das deutsche Boot, welches 0.27s vor Nicolas Chambers und Séric Critchley platziert wurde. Somit ging die Bronzemedaille verdientermassen an das Schweizer Boot, das eine eindrückliche und sehr reife Vorstellung zeigte während allen Rennen dieser U23-WM. Chambers/Critchley vermochten die Briten Chute/Bell um 0.08 Sekunden zu distanzieren und verwiesen die beiden starken Briten auf den unbeliebten vierten Rang. Séric Critchley sagte nach dem Rennen, dass es sehr aufregend war Teil dieses A-Finals zu sein. Sie hätten alles gegeben, konnten nicht noch mehr aufdrehen und wussten im Ziel auch nicht, auf welchem Platz sie ankamen. Er war sehr glücklich, dass er gleich bei der ersten A-Finalqualifikation an einer World Rowing Regatta eine Medaille gewinnen konnte. 
Die Bronzemedaille von Nicolas Chambers und Séric Critchley ist die erste Medaille für die Schweiz im Riemenrudern in der offenen U23-Männerklasse seit Bestehen von U23-Weltmeisterschaften und daher von besonders grosser Bedeutung für SWISS ROWING. Die beiden Athleten vom Club d'Aviron Vevey hatten im Frühling bereits an der internationalen Regatta in Ghent ihre Stärke mit zwei Tagessiegen aufgezeigt und sich seither kontinuierlich weiterentwickelt. Gecoacht wurde der Zweier für die U23-WM von Michelle Darvill. 

Séric Critchley und Nicolas Chambers am Tag nach dem Medaillengewinn: "Thank you to our coach Michelle, Anne-Marie, Martin, Christian, Club aviron Vevey and everyone who has helped us get to this point. This journey has been about so much more than just the efforts of this year. We still remember when we first started rowing one of our biggest dreams was to race internationally together in the pair. Yesterday, after a hard-fought race, we finally got to live that dream."

Männer-Doppelvierer wird im Halbfinal Dritter und steht somit im A-Final 
Einen guten Tag hatte der Männer-Doppelvierer mit Gian Luca Egli, Shamall Suero Santana, Donat Vonder Mühll und Nicolas Berger. Nach guten Vorlauf am letzten Donnerstag wusste die Mannschaft, dass sie in der 16 Boote umfassenden Konkurrenz mit den besten Booten mithalten kann. Mit den Briten und dem Boot aus Tschechien standen zwei Boote mit am Start, die sich bereits im Vorlauf ein enges Duell geliefert hatten. Weiter waren die USA, Slovakei und Griechenland am Start. Den besten Start erwischte das Boot aus Tschechien, welches das Rennen über drei Viertel der Strecke anführte vor Grossbritannien und der Schweiz. Der Schweizer Doppelvierer lag von Anfang an auf dritter und damit finalberechtigter Position und hatte immer eine gute Bootsgeschwindigkeit und konnte die direkt neben ihnen rudernden Amerikaner immer mit einer knappen Bootslänge auf Distanz halten, auch wenn diese unweigerlich versuchten, zu den Schweizern aufzuschliessen. Auf der zweiten Streckenhälfte war der britische Vierer das schnellste Boot auf dem Wasser und vermochte zu Tschechien aufzurücken und diese auch gleich zu überholen, aber auch die Schweizer waren nun dauernd schneller als die schnell gestarteten Tschechen. So rückte das Spitzentrio wieder etwas näher zusammen. Grossbritannien, Tschechien und die Schweiz holten sich in diesem Halbfinal die Qualifikation für den A-Final. Aus dem anderen unglaublich eng umkämpften Halbfinal ziehen Polen, Deutschland und das mit individuellen, neutralen Athleten besetzte Boot in den A-Final ein. 

Laura Villiger mit Rang vier im Leichtgewichts-Skiff
Die für den Seeclub Luzern startende Leichtgewichts-Skifferin Laura Villiger zeigte ein mutiges Finalrennen in Poznan und hat an einer Medaille geschnuppert heute. Villiger startete sehr gut ins Rennen und lag bis zur Streckenhälfte hinter der starken Italienerin Melissa Schinacariol an zweiter Position. Auf dem dritten Streckenviertel holten die Boote aus Südafrika und Deutschland auf, aber Villiger wehrte sich tapfer. Im Endspurt waren die Athletinnen aus Südafrika und Deutschland dann aber deutlich schneller und so rutschte Villiger noch aus den Top 3 und musste im Ziel mit dem vierten Rang Vorlieb nehmen. Die Athletinnen aus Irland und Simbabwe hielt sie aber deutlich auf Distanz. Mit dem vierten Rang gelang Villiger gegenüber dem Vorjahr (Rang 10) ein deutlicher Aufstieg im Klassement der Leichtgewichts-Frauen. 

Auch die Platzierungsrennen in den B- und C-Finals blieben hart umkämpft
In den B-Finals schlossen heute vier Schweizer Boote die U23-WM ab und kämpften um bestmögliche Platzierungen. Besonders spannend war das Rennen im Vierer ohne Steuerfrau. Katarina McMahon, Barbara McMahon, Alexia von der Schulenburg und Emma Ming starteten gut ins Rennen und spielten eine Hauptrolle in diesem Rennen. Nachdem Chile auf der ersten Streckenhälfte geführt hatte, waren es im Mittelteil der Strecke die Lokalmatadorinnen aus Polen, welche am schnellsten unterwegs waren und den Chileninnen bei der 1500m-Marke die Führung abnahmen. Der Schweizer Vierer lag lange an zweiter Stelle und aufgrund der verschiedenen Positionswechsel kam es zu einem besonders spannenden Zieleinlauf. Vier Boote stürmten auf die Ziellinie zu, wobei der österreichische Vierer auf der Aussenbahn noch vorne stürmte. Vier Boote innerhalb einer Bootslänge auf der Ziellinie erfreuten das Publikum. Polen gewann den B-Final vor Österreich, der Schweiz, Chile, Deutschland und Australien. Damit wird der Schweizer Vierer auf Rang 9 im Gesamtranking klassiert. Im 10. Schlussrang klassiert ist der Zweier-ohne von Maria Rosa Wicki und Lena Schwab. Ebenfalls einen 10. Rang erreichte WM-Newcomer Niklas Frei im Skiff der Leichtgewichts-Männer. Mit dem 12. Schlussrang musste der Doppelzweier mit Ivo Löpfe und Alexander Bannwart Vorlieb nehmen. Skiffier Leonardo Salerno wurde in seinem Rennen im C-Final Zweiter und wird damit in der Schlussrangliste im 29 Boote umfassenden Startfeld auf Rang 14 abschliessen. 

Zwei weitere A-Finals und ein B-Final am Sonntag
Die U23-WM 2025 in Poznan geht morgen Sonntag zu Ende. Aus Schweizer Sicht sind zwei weitere A-Finalrennen und ein B-Final auf dem Programm. Die Doppelvierer der Frauen und Männer sowie Skifferin Aurelia-Maxima Janzen kommen zum Einsatz. Hier sind die Startzeiten: 

  • 10:17 Uhr: Doppelvierer Frauen (Flurina Parrillo, Lotta Plock, Seraina Stirnimann, Zoé Heer) im B-Final
  • 11:15 Uhr: Doppelvierer Männer (Gian Luca Egli, Shamall Suero Santana, Donat Vonder Mühll, Nicolas Berger) im A-Final
  • 12:26 Uhr: Skiff Frauen (Aurelia-Maxima Janzen) im A-Final

Sarnen, 26. Juli 2025/cs.