U23-EM Račice (CZE): Aurelia-Maxima Janzen zum vierten Mal U23-Europameisterin im Frauen-Skiff

U23-EM Račice (CZE): Aurelia-Maxima Janzen zum vierten Mal U23-Europameisterin im Frauen-Skiff

Artikel - U23-EM Račice (CZE): Aurelia-Maxima Janzen zum vierten Mal U23-Europameisterin im Frauen-Skiff

Sechs Wochen nach den Weltmeisterschaften der Altersklasse U23 in Polen wurde an diesem Wochenende die U23-EM ausgetragen. Für eine historische Leistung sorgte Aurelia-Maxima Janzen, die sich kurz nach ihrem zweiten Weltmeistertitel noch ihren vierten Europameistertitel in Serie im Frauen-Skiff dieser Altersklasse mit einem Start-Ziel-Sieg sicherte.

Insgesamt standen sieben von neun Schweizer Booten in den A-Finals.

>> Bilder Finaltag U23-EM Račice, Sonntag 7. September 2025 (Detlev Seyb/Maren Derlien)
>> Resultate U23-EM Račice (online)
>> Resultatübersicht Finals U23-EM Račice (PDF)

Am ersten Tag war es sieben der neun Schweizer Boote gelungen, über die Vorläufe und Halbfinals, eine Qualifikation für den A-Final zu erringen. Schon hier zeigte Aurelia-Maxima Janzen (Scuola Canottaggio Caslano e Malcantone), dass ein Sieg im Frauen-Skiff nur über sie führen würde. Mit einem klaren Vorlauf- Sieg zog sie in den A-Final ein. 

Frauen
Einer
Aurelia-Maxima Janzen war an diesem Wochenende erneut eine Klasse für sich. Die 21-Jährige war neben ihren Einsätzen an U23-Titelkämpfen in den vergangenen beiden Jahren bereits in der Eliteklasse und an den Olympischen Spielen aktiv gewesen. Für ihre letzte Saison in U23-Kategorie hatte sie sich, auch aufgrund ihres Studiums, noch einmal auf diese fokussiert. 
Mit diesem Fokus ging Janzen auch ihren Finallauf an. Mit Nachdruck, aber ohne grosse Eile suchte sie von Beginn des Rennens an die Spitze. Bereits nach den ersten 500 Metern hatte sie Wasser zwischen sich und auf die folgenden beiden Ruderinnen aus Belgien und Slowenien gebracht. Ihr Vorsprung betrug zu diesem Zeitpunkt schon komfortable fünf Sekunden und wurde von ihr über die Strecke hinweg immer weiter ausgebaut. So fuhr Janzen ungefährdet ihrem vierten Europameistertitel und bereits der fünften Medaille (Silber 2021) auf Stufe U23-Europameisterschaften entgegen. Damit schliesst sie ihre U23-Zeit als erfolgreichste Schweizer U23-Ruderin aller Zeiten ab.

Einer Leichtgewichte
Laura Villiger (Seeclub Luzern) trat wie schon an der U23-WM im Einer der Leichtgewichte für die Schweiz an. Bei sechs gemeldeten Booten hatte sie anstelle eines Vorlaufs am gestrigen Samstag ein Preliminary-Race für die Bahnverteilung im Finallauf zu absolvieren. Hier belegte sie Rang vier. Am Finaltag zeigte sich, dass dieses Vorrennen bereits den richtigen Ausblick auf das Rennen um die Medaillen gegeben hatte. Schon früh im Rennen ordneten sich die Positionen analog zu den Ergebnissen am Samstag ein, Griechenland in Führung vor Deutschland und Italien, Laura Villiger auf Rang vier. An dieser Reihenfolge änderte sich bis ins Ziel nichts mehr. Was für die Luzernerin nach Rang vier an der WM auch Rang vier an der EM bedeutete.

Zweier ohne Steuerfrau
Das Schweizer Schwesternduo Barbara und Katarina McMahon (beide Belvoir Ruderclub Zürich) war an der U23-WM im Vierer-ohne unterwegs. Aufgrund der studienbedingten Abwesenheit der anderen beidenTeamkolleginnen, stand für die beiden Zürcherinnen aber ein Wechsel in den Zweier-ohne an. In dieser Bootsklasse hatten sie bereits früher im Jahr vielversprechende Leistungen gezeigt. 
Den Vorlauf am Samstag gingen McMahons dann auch gleich mit Selbstbewusstsein an und wurden belohnt. Mit Rang zwei sicherten sie sich den direkten Finaleinzug. Die viertschnellste Zeit über beide Vorläufe liess auch bereits eine Richtung für den A-Final erkennen. 
Im Final am Sonntag zeigten die Schweizerinnen wiederum eine starke erste Rennphase, die sie zusammen mit den Rumäninnen und Boot 1 der Individual Neutral Athletes in die Führungsposition brachte. Bis zur Streckenhälfte sah man dann ein Zurückfallen des Schweizer Bootes. Die Österreicherinnen schoben sich an ihnen vorbei und auch noch vor die Rumäninnen auf Rang zwei. Lange sah es nach einem Lauern in vierter Position aus. Die beiden Boote dahinter lagen bereits weiter zurück. Doch auf dem letzten Teilstück zeigte sich, dass die aufgerissene Lücke bereits zu gross war. Zwar konnten die beiden Schwestern mit ihrem Endspurt noch einmal zu den vor ihnen liegenden Rumäninnen aufschliessen, diese aber nicht mehr von einem Podestplatz verdrängen. So resultierte im Ziel der vierte Rang für den Schweizer Zweier.

Doppelvierer
Der Schweizer Frauen-Doppelvierer war wie schon an der WM die jüngste Mannschaft im Team – alle vier Ruderinnen waren im vergangenen Jahr noch in der U19-Kategorie unterwegs. Nach Rang sieben bei der WM sollte es für die vier – Flurina Parrillo (Seeclub Sempach), Lotta Plock (Ruderclub Rapperswil-Jona), Seraina Stirnimann (Seeclub Sempach) und Zoé Herr (Seeclub Sursee) – in Račice ein Platz im A-Final werden. 
Mit Rang zwei im Vorlauf konnte das Boot dieses Ziel dann auch realisieren. Im Finallauf gelang den Schweizerinnen dann ein schneller Start, mit dem sie nach dem ersten Streckenviertel auf Höhe der stärksten Booten lagen. Beim Übergang in einen effizienten Streckenschlag hatte das Quartett aber Mühe und büsste etwas an Boden ein. Im weiteren Streckenverlauf kristallisierte sich dann immer deutlicher das Podest aus dem Boot der Independent Athletes, den Italienern und den Rumäninnen heraus. Bedrängt wurden die Rumäninnen noch vom deutschen Boot. Die Schweizerinnen reihten sich schliesslich auf Schlussrang sechs ein.

Männer 
Einer
Die Einerkonkurrenz der Männer wurde von Schweizer Seite durch Leonardo Salerno (Club Canottieri Lugano) bestritten. Salerno hatte an der U23-WM den C-Final gewonnen und damit Rang 13 belegt. In Račice gelang ihm als Dritter im Vorlauf über seine Laufzeit die Qualifikation für den Halbfinal A/B. Dieses wiederum schloss er als Vierter ab und zog damit in den B-Final ein. 
Im B-Final setzte sich der Tessiner auf einer der Mittelbahn für die favorisiserten Teams von Beginn an an die Spitze und gab diese Führungsposition bis zum Schluss auch nicht mehr her. Sieg im B-Final und damit Rang sieben für Leonardo Salerno.

Einer Leichtgewichte
Niklas Frei (Seeclub Küsnacht) hatte bei sieben gemeldeten Booten ebenfalls einen Vorlauf zu bestreiten. Hier belegte er Rang drei. Die sechstschnellste Zeit reichte ihm aber für den Einzug in den A-Final. Im Finallauf handelte sich Frei dann schnell einen Rückstand ein. Die vorderen Boote machten schon bald die Platzierungen unter sich aus und für Frei zeichnete sich der sechste Rang als Endergebnis ab.

Zweier ohne Steuermann
Die Bronzemedaillengewinner der WM im Zweier-ohne Nicolas Chambers und Séric Critchley (beide Club de l’aviron Vevey) wurden nach der U23-WM krankheitsbedingt während mehrerer Wochen im Training zurückgeworfen. Die EM begann daher im Vorlauf nicht nach Wunsch. Rang vier wurde es für die beiden. Allerdings hievten sie sich über ihre Laufzeit noch als sechste in den A-Final. Für den A-Final wurde dann allerdings die Entscheidung getroffen, Critchley aus dem Rennen zu nehmen und auf den Ersatzruderer zurückzugreifen. Mit Noah von Tavel an der Seite, mit dem Chambers im vergangenen Jahr den EM Titel im Vierer ohne gewinnen konnte, ging er mutig ins Rennen. So konnte sich das Boot auf der ersten Streckenhälfte im Feld halten. Dann allerdings riss hinter den ersten beiden Booten eine Lücke auf und drei Boote, darunter die Schweizer, stritten sich um Rang vier. Die beiden Schweizer gaben sich nicht auf und kämpften bis zur Ziellinie, konnten aber die Medaillenränge nicht mehr gefährden. Rang fünf für den Schweizer Männer Zweier-ohne.

Doppelzweier
Ivo Löpfe (See-Club Zug) und Alexander Bannwart (Seeclub Stansstad) waren eins von zwei Schweizer Booten, die aufgrund der Meldezahl ein Halbfinal zu bestreiten hatten. Den Vorlauf aus vier Booten meisterte das Duo souverän und qualifizierte sich mit einem Sieg für die nächste Runde. Auch die Aufgabe im Halbfinal lösten die beiden souverän. Hinter Deutschland platzierten sie sich auf dem zweiten Rang und zogen zusammen mit diesen und den drittplatzierten Esten in den A-Final ein. 
Im Finallauf warteten dann unter anderem die frischgebackenen U23-Weltmeister aus Italien, die sich auch gleich an die Spitze des Feldes setzten. Dahinter spielte sich in der ersten Streckenhälfte ein enges Rennen ab. Bei 500 Metern lagen lediglich die Esten bereits etwas zurück. Bei 1000 Metern waren es für Löpfe/Bannwart dann allerdings schon drei Sekunden auf die Medaillen. Die Platzierungen waren zu diesem Zeitpunkt schon festgelegt, Italien vor Griechenland auf den Medaillenrängen, dahinter Lettland und die Schweiz auf Rang fünf. Und so ging es schliesslich auch über die Ziellinie.

Doppelvierer
Der Doppelvierer war im Vorfeld der EM durch etwas Verletzungspech gegangen, stand aber schliesslich in der gleichen Besetzung wie an der WM in Poznan am Start, wo er sich in den A-Final hatte kämpfen können. Mit Rang drei und der siebtschnellsten Zeit gelang ihm dies an diesem Wochenende nicht. Es wartete der B-Final.
Hier drehten die vier Männer – Shamall Suero Santana (Rowing Club Bern), Gian Luca Egli (Seeclub Stansstad), Nicolas Berger (Rowing Club Bern), Donat Vonder Mühll (Basler Ruderclub) – dann aber zum Abschluss der Saison noch einmal richtig auf und legten einen soveränen Start-Ziel-Sieg vor. Rang sieben also für den Doppelvierer der Männer.

 

Resultate Finals U23-Europameisterschaften in Račice vom 7. September 2025

Frauen
Skiff Frauen U23 (BW1x), Final A
1.Aurelia-Maxima Katharina Janzen (SUI) 07:47.13; 2. Cato Vanheste (BEL) 07:59.21; 3. Ruby Cop (SLO) 08:03.34; 4. Lena Gresens (GER) 08:04.49; 5. Freideriki Amalia Ntani (GRE) 08:07.39; 6. Diana Ploetan (MDA) 08:14.64

Skiff Frauen Leichtgewicht U23 (BLW1x), Final A
1.Dimitra Kontou (GRE) 07:52.72; 2. Ayse Guenduez (GER) 07:56.26; 3. Melissa Schincariol (ITA) 08:06.64 ; 4. Laura Villiger (SUI) 08:18.15; 5. Theresa Berger (AUT) 08:29.45; Valeriia Kultenko (UKR) 08:43.17

Zweier ohne Stf. Frauen U23 (BW2-), Final A
1. Sofiia Ozhereleva, Anastasiia Smagina (AIN2) 07:26.38 ; 2. Lisa Zehetmair, Laura Swoboda (AUT) 07:29.26; 3. Teodora Lehaci, Denisa Mihaela Vasilica (ROU) 07:30.11;  4. Katarina McMahon, Barbara McMahon (SUI) 07:33.54; 5. Kira Kavalenka, Dziyana Plisava (AIN2) 07:41.22; 6. Angelica Erpini, Sofia Anastasia Ascalone (ITA) 07:41.36

Doppelvierer Frauen U23 (BW4x), Final A
1.Valeryia Shendzel, Veranika Anatska, Tatsiana Pratasevich, Viyaleta Karatysh (AIN) 06:44.68; 2. Irene Gattiglia, Gaia Chiavini, Alice Gnatta, Aurora Spirito (ITA) 06:45.63; 3. Anca-Andreea Culidiuc, Ioana Gabriela Christecu (ROU), Sonia Teodora, Stejara Olariu (ROU) 06:48.08; 4. Anna Schiefer, Frederike Patorra, Rianne Lagerpusch, Charlotte Burgdorf (GER) 06:48.17; 5. Amelia Pawlowksa, Maria Taczek, Julia Cwiklinska, Wiktoria Syrytczyk (POL) 06:57.36; 6. Zoé Heer, Seraina, Stirnimann, Lotta Plock, Flurina Parrillo (SUI) 06:59.22


Männer
Skiff Männer U23 (BM1x), Final B
1.Leonardo Salerno (SUI) 07:13.51 => Rang 7; 2. Ioannis Kamaledakis (GRE) 07:18.37; 3. Dmitri Antiuhov (MDA) 07:20.37; 4. Aljaz Kunstelj (SLO) 07:21.96; 5. Marcus Lorgen Cannon (NOR) 07:23.67; 6. Savin Rodenburg (BEL) 07:25.75

Skiff Männer Leichtgewicht U23 (BLM1x), Final A
1.Halol Kaan Koroglu (TUR) 07:02.39; 2. Luca Borgonovo (ITA) 07:09.39; 3. Angelos Kaoudis Athanasiadis (GRE) 07:11.93; 4. Mikita Karneyeu (AIN) 07:19.06; 5. Luca Britten (GER) 07 :19.54 ; 6. Niklas Frei (SUI) 07:34.17

Zweier ohne Stm. Männer U23 (BM2-), Final A
1.Cosmin Iulian Plesescu, Fabrizio-Alexandru Scripcariu (ROU) 06:34.60 ; 2. Aytimur Selcuk, Enes Biber (TUR) 06:38.84 ; 3. Alessandro Timpanaro, Giuseppe Bellomo (ITA) 06:40.87; 4. Lino Zastrow, Julius Kaim (GER); 5. Noah Von Tavel, Nicolas Chambers (SUI) 06:48.97; 6. Nikita Lbzo, Aleksandr Sliusar (AIN) 06:49.12

Doppelzweier Männer U23 (BM2x), Final A
1.Josef Giorgio Marvucic, Marco Prati (ITA) 06:24.27; 2. Konstantinos Giannoulis, Iason Mouselimis (GRE) 06:27.00; 3. Yannik Sens, Jakob Geyer (GER) 06:31.00; 4. Patriks Strazds, Emil Niks Donovs (LAT) 06:33.95 ; 5. Alexander Bannwart, Ivo Löpfe (SUI) 06:34.14; 6. Kaarel Kiiver, Christopher Hein (EST) 06:35.53

Doppelvierer Männer U23 (BM4x), Final B
1.Shamall Suero Santana, Gian Luca Egli, Nicola Berger, Donat Vonder Mühll (SUI) 05:59.57 => Rang 7; 2. Paulius Petkevicius, Motiejus Valciukas, Konradas Minkus, Ivar Liepis (LTU) 06:02.91; 3. Alexandar Nikolov, Valentin Andonov, Alexander Kirov, Iliyan Stoilov (BUL) 06:05.31; 4. Bogdan Murariu, Jan Andrei Bercea, Sebastian Vasile Osoianu, Ilie Lucian Aparaschivei (ROU) 06:05.44
 
Sarnen, 8. September / NS