U19-WM Trakai: Bronzemedaille für den Doppelvierer
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Beim internationalen Saisonhöhepunkt der Nachwuchskategorie U19 waren in diesem Jahr knapp 600 Athleten aus 47 Nationen im Einsatz. Die U19-Weltmeisterschaften in Trakai (Litauen) gingen über fünf Tage und hatten für das gesamte Schweizer Team mindestens drei Rennen im Gepäck. Wie bei allen übrigen Events des Weltruderverbands wurde auch an der U19-WM in diesem Jahr das neue Progressionssystem ohne Hoffnungsläufe umgesetzt. Wer seine Chance auf die Medaillen erhalten wollte, musste also bereits im Vorlauf eine sehr starke Leistung zeigen oder wurde direkt in die «kleinen» Finals verwiesen. Nur die ersten beiden Ränge im Lauf oder eine der schnellsten Zeiten über die Läufe hinweg ermöglichten das Weiterkommen.
Der Schritt in den Halbfinal gelang allen vier Schweizer Booten erfolgreich. Hier trafen die Teams dann aber auf einige Widerstände. Die beiden Doppelzweier und der Einer zogen daraufhin in die B-Finals weiter. Der Doppelvierer der Junioren qualifizierte sich mit einem äusserst knappen dritten Rang für den A-Final. Am heutigen Finaltag drehten die Schützlinge von Nachwuchs-Nationaltrainerin Anne-Marie Howald dann alle noch einmal richtig auf.
Anne-Marie Howald, Nachwuchsverantwortliche und Headcoach U19/U23 SWISS ROWING: «Es ist ein erfreulicher Morgen gewesen für uns alle. Auch diejenigen, denen es gestern weniger gut gelaufen ist, sind heute wieder aufgestanden und haben ihre Sache sehr gut gemacht. Der Doppelvierer ist seinen Finalstart im Wissen, dass sie gut trainiert haben und gute Prognosen hatten, viel konsequenter und mutiger angegangen. Das ist mit einer Medaille belohnt worden.»
Junioren
Doppelvierer
Dem Schweizer Doppelvierer war bewusst, dass er gleich am Start voll herausgehen und sich im vorderen Feld halten muss. Denn nach einem souveränen Sieg im Vorlauf war der Halbfinal eher als Zitterpartie angelegt gewesen. Hier hatte am Ende nur eine Zehntelsekunde gegenüber dem Boot der litauischen Gastgeber über den Einzug in den A-Final entschieden. Doch ihren Traum von einer Medaille wollten die amtierenden U19-Vizeeuropameister Gabriel Hars (Club d’Aviron Vésenaz), Moritz Petry (Basler Ruder-Club), Matteo Müller (Seeclub Sursee) und Constantin Feuerstein (Grasshopper Club Zürich) noch nicht aufgeben. Auf einer der Aussenbahnen gingen sie ihren Final mit echtem Nachdruck an und brachten über das Rennen hinweg auch mehr Konstanz auf. So gelang es ihnen, sich auch nach der schnellen Startphase erfolgreich im Feld der führenden Boote zu halten. An der Spitze kristallisierte sich schnell eine Führung des Favoritenbootes aus Deutschland heraus, das hauptsächlich durch Italien bedrängt wurde. Doch die Schweizer hielten den Kontakt und setzten sich auf die dritte Position. Hier wurden sie hart bedrängt von den U19-Europameistern aus Polen und den Rumänen, hielten aber energisch dagegen. In der Schlussphase konnten sie sich sogar noch etwas Luft verschaffen vor den viertplatzierten Rumänen und hinter Deutschland und Italien die Bronzemedaille für sich absichern.
Einer
Wie schon an den diesjährigen U19-Europameisterschaften wurde die Schweiz im Einer durch Sebastiano Wicki (Club Canottieri Lugano) vertreten. Wicki belegte damals den vierten Rang. Unter den gemeldeten 26 Teilnehmern in Trakai waren auch die drei Medaillengewinner der EM. Mit einem Vorlaufsieg bestätigte Wicki zu Beginn der Regatta dann seine Klasse. Den an der EM vor ihm platzierten Ruderer aus Tschechien konnte er bereits hier hinter sich lassen. Im Halbfinal erwischte Wicki ein weniger gutes Rennen und am Ende fehlten ihm knappe 1.5 Sekunden auf den dritten Rang, der ihn in den A-Final gebracht hätte. Doch Enttäuschung liess der Tessiner nicht gelten und er investierte alles in seinen letzten Lauf. Im heutigen B-Final legte er einen souveränen Start-Ziel-Sieg hin und verwies den nächsten folgenden Ruderer aus Grossbritannien um mehrere Längen auf den zweiten Rang. Dies bedeutete einen starken siebten Schlussrang unter den weltbesten Nachwuchsskullern für Sebastiano Wicki.
Doppelzweier
Im Doppelzweier der Junioren gab es Meldungen aus 24 Nationen. Das Schweizer Boot mit Mark Studhalter (Seeclub Luzern) und Rémy Christ (Seeclub Biel) war ebenfalls schon für die U19-EM selektioniert gewesen. Allerdings bremste damals ein Infekt den Luzerner Studhalter während des Wettkampfs aus und der B-Final wurde an seiner Stelle mit dem Ersatzruderer Emil Fassone (Seeclub Biel) bestritten.
In Trakai gelang Christ/Studhalter der Start in die Regatta dann erfolgreich. Über Rang zwei im Vorlauf qualifizierten sie sich direkt für den Halbfinal. Hier wurden sie allerdings wiederum durch ein technisches Missgeschick ausgebremst. Bei einem Ruderfehler beim Warmfahren verbog sich unbemerkt ein Teil der Ruderhalterung (Dolle). Beim Versuch, dem schnell startenden deutschen und griechischen Boot zu folgen, passierte dann schon in der Frühphase des Rennens ein weiterer Fehler mit einem kurzzeitigen Verlust des Ruders. Zwar konnte die Fahrt schnell wieder fortgesetzt werden, doch der Rhythmus war dahin. Es resultierte Rang fünf und damit der Einzug in den B-Final am Sonntag.
Wie Sebastiano Wicki wollten auch diese beiden das nicht auf sich sitzen lassen und legten im B-Final ein starkes Rennen vor. Lange auf dem zweiten Rang hinter Bulgarien liegend, zündeten sie zusammen mit den drittplatzierten Neuseeländern noch ein starkes Finish und konnten sich auf der ersten Position über die Ziellinie schieben. Das bedeutete Gesamtrang sieben für die beiden Schweizer.
Juniorinnen
Doppelzweier
Im Doppelzweier der Juniorinnen gab es für das Schweizer Boot vor der Regatta noch keinen Anhaltspunkt für den Stand innerhalb der Konkurrenz. Der Doppelzweier mit Olivia Leunig (Seeclub Küsnacht) und Soley Rusca (Club Canottieri Lugano) wurde auf die WM hin neu gebildet. Leunig hatte die EM noch im Einer bestritten und Rusca im Doppelvierer.
In Trakai bekamen es die beiden mit 17 gemeldeten Nationen zu tun. Einen Favoritenstatus hatten sich vorab vor allem die Griechinnen erarbeitet. Im Vorlauf ruderten die beiden Schweizerinnen auf den dritten Rang, qualifizierten sich aber über ihre Zeit für den Halbfinal. Den Halbfinal beendete das Duo dann auf dem vierten Rang und zog damit in den B-Final ein. Im Rennen um die Ränge sieben bis zwölf der schnellsten Nachwuchs-Doppelzweier der Welt nahmen Rusca/Leunig ihr Herz ebenfalls noch einmal in die Hand und kämpften um jeden Platz. Sie schlossen die Regatta mit Rang drei und damit dem neunten Gesamtrang ab.
Resultate Finals U19-Weltmeisterschaften in Trakai vom 10. August 2025
Junioren
Doppelvierer Junioren (JM4x), Final A
1.Miklas Scheer, Oskar Mueller, Eric Mengebier, Florian Schulze (GER) 06:12,23; 2. Elia Bressan, Pietro Zampaglione, Leonardo Bellomo, Giovanni Paoli (ITA) 06:15,55; 3. Constantin Feuerstein, Matteo Müller, Moritz Petry, Gabriel Hars (SUI) 06:17,42; 4. Paul Alin Corodescu, David Costel Chitic, Ivan Petcovici, Sebastian-Constantin Lupu (ROU) 06 20,29; 5. Blazej Baranski, Oskar Fryc, Wiktor Sobieszek, Tymon Konopka (POL) 06:21,51; 6. Anze Bizjak, Luka Valic, Jaka Dolar, Jakob Korbar (SLO) 06:26,44
Doppelzweier Junioren (JM2x), Final B
1. Mark Studhalter, Rémy Christ (SUI) 06:59.88; 2. Nathan Strachan, Harrison Lightfoot (NZL) 07:00.25; 3. Alexander Kirov, Valentin Andonov (BUL) 07:00.93; 4. Luke Purdie, Tobias Elias (AUS) 07:03.55; 5. Max Fullman, Joseph Mccarthy (GBR) 07:04.10 ; 6. Mateusz Wojciechowski, Alan Zapalowski (POL) DNS
Skiff Junioren (JM1x), Final B
1. Sebastiano Wicki (SUI) 07:35.90; 2. Joseph Wellington (GBR) 07:43.77; 3. Viktor Jurga (SVK) 07:45.79; 4. Hugo Slangen (NED) 07:48.46; 5. Tomas Kala (CZE) 07:50.88; 6. Nikolozi Kharchilava (GEO) 08:02.33
Juniorinnen
Doppelzweier Juniorinnen (JW2x), Final B
1. Martyna Brzoska, Eleonore Moons (BEL) 07:42.99; 2. Alice Ozbolt, Viola Della Bella (ITA) 07:44.11; 3. Olivia Leunig, Soley Rusca (SUI) 07:46.60; 4. Jade Burnand, Krissy Xavier (RSA) 07:47.45; 5. Patricia Boland, Lucy Yabsley (AUS) 07:52.99; 6. Nil Sevindik, Derin Kumuk (TUR) 08:01.27
Sarnen, 10. August 2025 / NS