U19-WM Plovdiv: Silbermedaille für Olivia Leunig im Skiff
Der letzte Tag der U19-Weltmeisterschaften im bulgarischen Plovdiv stand aus Schweizer Sicht im Zeichen der Skiffs. Sowohl bei den Juniorinnen als auch bei den Junioren war SWISS ROWING im A-Final vertreten. Mit einem herausragenden Wettbewerb über alle vier Regattatage sicherte sich Olivia Leunig am Ende die Silbermedaille. Der Dritte der Europameisterschaften, Rémy Christ, fuhr bei den U19-Männern heute auf den starken fünften Rang.
🔗 Resultatliste Finals, 9. August 2026
Bei den diesjährigen Weltmeisterschaften der Kategorie U19, die vom 6. bis 9. August in Plovdiv (BUL) durchgeführt wurden, sorgte Olivia Leunig (Seeclub Küsnacht) mit einem zweiten Rang für das Schweizer Top-Ergebnis. Wie ihr männlicher Gegenpart Rémy Christ (Seeclub Biel) hatte Leunig bereits bei den U19-Europameisterschaften im Mai in Brandeburg (D) in dieser Bootsklasse im Final gestanden. Christ gewann damals Bronze, Leunig beendete die Regatta mit einem für sie unglücklichen sechsten Rang. Die WM jedoch sollte zum Wettkampf der Küsnachterin werden. Schon den Vorlauf schloss Leunig mit einem Sieg und der schnellsten Zeit aller 26 Starterinnen ab, darunter auch das gesamte Podium der U19-EM. Ebenso souverän zog die Schweizerin über Viertelfinal und Halbfinal – hier erneut mit der schnellsten Zeit – in den A-Final ein, wo sie sich nur der furios rudernden U19-Europameisterin aus Italien geschlagen geben musste.
Olivia Leunig: "Die ganze Regatta ist super gelaufen für mich. Jedes Rennen war gut und nach jedem Rennen bin ich happy zum Steg gekommen, weil es so abgelaufen ist, wie ich es mir erhofft hatte. Ich muss sagen, ich hatte ein bisschen Angst, dass irgendwann der Knick kommt, wo es dann nicht mehr gut geht, aber das war nicht so. Es war auch wirklich eine super Stimmung im ganzen Team, was das Ganze noch cooler gemacht hat am Finaltag. Zum Finale haben sich die anderen dann auch alle 250 Meter aufgestellt und haben mit den Kuhglocken geläutet und das hat mich extrem motiviert über die letzten 1000 Meter. Es war einfach overall ein super Wettkampf."
Rémy Christ hatte den Wettbewerb ebenfalls mit einem Vorlaufsieg eröffnet. In den Zwischenläufen gelang es ihm jeweils souverän über einen zweiten und einen dritten Rang das Ticket in die nächste Runde zu lösen. Im Final fuhr er lange mit den Besten mit und platzierte sich am Ende auf dem fünften Rang.
RENNBERICHTE
A-Finals, 9. August 2026
Juniorinnen-Einer
1. ITA, 2. SUI, 3. GRE, 4. GER, 5. AIN2, 6. CHN
Die Goldmedaille im Juniorinnen-Einer sollte heute über die U19-Europameisterin Alizee Ribolzi gehen. Nachdem die Italienerin im Halbfinal gegenüber der endsprintstarken Olivia Leunig das Nachsehen hatte, verfolgte sie im Final diesmal erkennbar die Strategie, sich mit einem schnellen Start schon früh und so weit wie möglich vom Feld und von Leunig abzusetzen. Und das gelang ihr sehr bald mit eindrücklichen zwei Längen. Das Rennen dahinter allerdings sorgte für maximale Spannung. Wie sich die Italienerin ausgerechnet hatte, war Olivia Leunig wiederum nicht die schnellste Starterin. Die Schweizerin ordnete sich zu Beginn sogar nur auf dem fünften Rang ein, hinter den starken Ruderinnen aus Griechenland und Deutschland sowie hinter einer neutralen Athletin. Lediglich die Chinesin bewegte sich von Beginn an am Schluss des Feldes. Doch über die Mitte des Rennens hinweg begann sich das Feld zu verschieben. Auf dem wichtigen dritten Streckenviertel brachte sich Leunig wie schon in den Läufen zuvor in eine gute Ausgangsposition für den finalen Spurt und zog bis zur 1500-Meter-Marke an der neutralen Athletin, der Deutschen und hauchdünn auch an der Griechin vorbei. Mit vier Booten auf Medaillenkurs nahezu gleichauf ging es auf die letzten 500 Meter. Während der Vorsprung für die Italienerin an der Spitze, trotz der Bord-an-Bord-Kämpfe hinter ihr ausreichte, zog Leunig unaufhaltsam in die zweite Position und brachte diese schliesslich vor der Griechin Paschalina Mouratidou ins Ziel, die ihrerseits ihren Podestplatz im Photo Finish gegen die Ruderin aus Deutschland verteidigte.
Junioren-Einer
1. GRE, 2. NOR, 3. BEL, 4. GER, 5. SUI, 6. LTU
Der A-Final im Skiff der Junioren lag heute im Wesentlichen in der Hand des griechischen U19-Europameisters Iason Mouselimis. Auch der Norweger, der Deutsche und der Belgier, auf die Rémy Christ heute traf, waren alte Bekannte aus dem A-Final der U19-EM im Mai dieses Jahres. Die Dramaturgie des Rennens gestaltete sich diesmal allerdings etwas anders als damals. Als schnellster Starter zeigte sich heute der Belgier, der im Mai knapp durch Christ vom Podest verdrängt worden war. Am dichtesten folgen konnte der Grieche, dem es bis zur Hälfte des Rennens dann auch gelang, sich die Spitzenposition zu sichern. Ebenfalls in den Pulk der ersten drei konnte sich der Norweger vorschieben. Der Deutsche Oskar Müller und Christ hielten sich aber in Schlagweite dieser Boote auf Rang vier und fünf auf. Nur der litauische Ruderer hatte schon früh nichts mehr mit dem Ausgang des Rennens zu tun. An der Spitze des Feldes brachte Mouselimis ungefährdet den Sieg ins Ziel, dahinter glückte es dem Norweger Raphael Arkadiusz Pintsch schliesslich noch am Belgier vorbeizuziehen, der seinerseits genug Abstand zum Deutschen herausgefahren hatte. Für Rémy Christ resultierte schliesslich im Feld von 25 Startern der starke fünfte WM-Rang.
Sarnen, 9. August 2026 / NS