U19-WM-Bronze für Lina Kühn im Juniorinnen-Einer

U19-WM-Bronze für Lina Kühn im Juniorinnen-Einer

Artikel - U19-WM-Bronze für Lina Kühn im Juniorinnen-Einer

Zwei Monate nach EM-Bronze gewann Lina Kühn im Juniorinnen-Einer auch die WM-Bronzemedaille. Der Junioren-Doppelzweier mit Ivo Löpfe und Ondrej Zedka belegte den starken fünften WM-Rang. Der Junioren-Doppelvierer wurde Siebter.

Insgesamt platzierten sich vier Boote der Alterskategorie U19 und sieben Boote der U23 in den Top Ten der kombinierten Nachwuchs-WM.  


==> Bildergalerie U19-WM Varese, Sonntag, 31.07.2022 (Fotograf: Detlev Seyb) 


Die kombinierte «Mega-Nachwuchs-WM» auf dem Lago die Varese war eine logistisch anspruchsvolle Veranstaltung, bot aber eine Woche lang ausgezeichneten und hochklassigen Rudersport, liess die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über sich hinauswachsen und führte aus Schweizer Sicht zu Top-Resultaten. Nach den zwei Silbermedaillen am gestrigen Finaltag der U23-WM durfte auch heute am Finaltag der U19-WM gejubelt werden.  

Lina Kühn gewinnt WM-Bronze im Juniorinnen-Einer
Vor zwei Monaten, an der U19-EM im Mai, hatten die Griechin Aikaterini Gkogkou, die Italienerin Aurora Spirito und Lina Kühn das Podium geteilt. Der Abstand der drei Ruderinnen hatte im Ziel des A-Finals gerade mal 0,88 Sekunden getrennt. Einer Demonstration gleich kam darum gestern im Halbfinal des Juniorinnen-Einers der grosse Vorsprung von acht Sekunden der Griechin. 

Lina Kühn war für das heutige Finalrennen also gewarnt. Geschickt antizipierte sie den schnellen Start der Griechin und liess sich vorerst nicht abschütteln. Die 500-Meter-Marke überquerte sie gerade mal 0,87 Sekunden hinter der Griechin. Diesen zweiten Zwischenrang galt es zu verteidigen, während Aikaterini Gkogkou vorneweg ihren Vorsprung stetig ausbaute. Die drittplatzierte Deutsche Rebekka Falkenberg wurde alsbald von der Italienerin Aurora Spirito überholt. Auf den letzten 500 Metern zeigte die Italienerin ein völlig entfesseltes Rennen. Lauthals unterstützt vom Publikum am Lago die Varese gelang es ihr, sich auf den letzten Metern noch an Lina Kühn vorbeizuschieben. Die drei Einer-Ruderinnen Gkogkou, Spirito und Kühn gewannen damit innerhalb von zwei Monaten an der EM als auch an der WM in derselben Reihenfolge Gold, Silber und Bronze. Für Lina Kühn war es bereits die zweite WM-Medaille an einer U19-WM, nachdem sie 2021 im Juniorinnen-Doppelvierer Gold gewonnen hatte. Diese Resultate zeigen das hohe Leistungspotenzial der jungen Zürcherin. Um den Schritt vom Nachwuchs in die Elite-Welt zu schaffen, wird Lina Kühn ab Oktober die Spitzensport-Rekrutenschule der Schweizer Armee absolvieren.   

5. Rang für den Junioren-Doppelzweier mit Ivo Löpfe und Ondrej Zedka
Die gesamte WM-Woche hindurch hatten der Zuger Ivo Löpfe und der Waadtländer Ondrej Zedka mit ihrem angriffigen Ruderstil überrascht und beeindruckende Rennen gerudert. Das machte natürlich neugierig auf den A-Final. Der Start gelang den Schweizern zwar, war aber nicht schnell genug, um sich in der vorderen Hälfte des Finalrennens einzureihen. Vorneweg drückte das türkische Boot auf die Tube, gefolgt von den gewohnt hochtourig rudernden Italienern. Die 500-Meter-Marke passierten alle sechs teilnehmenden Boote innerhalb von 3,23 Sekunden. Alles war noch möglich. Die Mitwind-Bedingungen machten das Rennen aber technisch anspruchsvoll und zusätzlich schnell. Die Schweizer ruderten bis zur 1500-Meter-Marke auf dem sechsten Zwischenrang. Ganz ihrem angriffigen Stil geschuldet, gingen Löpfe / Zedka danach aufs Ganze. Es gelang den beiden, ihren Rückstand von zwei Sekunden auf die fünftplatzierten Kroaten (bei der 1500-Meter-Marke) im Ziel in einen Vorsprung von zwei Sekunden umzuwandeln und belegten damit den 5. Rang. Was für ein Endspurt - was für ein letzter Streckenabschnitt. Dieser 5. WM-Rang im 27 Boote umfassenden Teilnehmerfeld war ein Ausrufezeichen, machte Spass und Lust auf mehr. 

Junioren-Doppelvierer: Sieg im B-Final und 7. WM-Rang
Eine gesunde Portion Wut im Bauch war heute bei Nicolas Berger, Gian Luca Egli, Leonardo Salerno und Alexander Bannwart zu spüren nach der knappen Nicht-Qualifikation für den A-Final gestern. Es lag nun am Junioren-Doppelvierer, im B-Final diese Scharte auszuwetzen. Den schnellsten Start erwischte jedoch die Ukraine. Die 500-Meter-Marke passierten die Schweizer als Dritte hinter der Ukraine und den USA. Bis zur Streckenhälfte liessen sie die USA hinter sich und fuhren auf die Ukraine auf. Noch vor der 1500-Meter-Marke übernahm das Schweizer Boot die Führung. Die Ukraine aber konterte und so musste es der Endspurt richten. Es kam zum Fotofinish: Die Schweiz gewann das Rennen mit 0,17 Sekunden Vorsprung auf die Ukraine. Dieser Sieg im B-Final entspricht dem 7. WM-Rang.

Der Juniorinnen-Doppelzweier mit Alexa von der Schulenburg und Flavia Lötscher stach kraftvoll in den B-Final. Nach 500 Metern lagen die beiden knapp hinter Kanada auf dem zweiten Zwischenrang. Bis zur Streckenhälfte aber schoben sich die Boote aus Rumänien und Österreich an die Schweizerinnen heran und setzten sie ordentlich unter Druck. Mit letzter Kraft wehrte sich das Schweizer Boot und setzte zu einem Endspurt an. Zum Schluss reichte es für den vierten Rang, was dem 10. WM-Rang entspricht. 

Früher am Morgen waren die D- und C-Finals ausgetragen worden. Der Vierer-ohne mit Jonas Frei, Luka Jankovic, Robin Ruchti und Valentino Gasch gewann den D-Final vor dem Boot aus Ägypten und platzierte sich damit auf dem 19. WM-Rang. Nicolas Chambers belegte im C-Final des Juniorenskiffs den vierten Rang, was dem 16. WM-Rang entspricht. 

Das Fazit des Verbandsdirektors Christian Stofer:
«Wir haben mit drei Medaillen für das Schweizer Nachwuchsteam erneut eine erfolgreiche Weltmeisterschaft erlebt. Die U23-Nationalmannschaft hinterliess einen besonders starken Eindruck, wenn man bedenkt, dass bereits viele U23-AthletInnen in der Schweizer Elite-Nationalmannschaft integriert sind und in Varese nicht teilnahmen. Sechs Boote im A-Final sind deutlich mehr als der Saisonauftakt im Mai vermuten liess. Dass Aurelia-Maxima Janzen an ihrer dritten WM bereits ihre dritte WM-Medaille gewinnen konnte, spricht für die grosse Klasse der 18-jährigen Bernerin. Gian Struzina überzeugte im Leichtgewichtsskiff und zeigte nach EM-Bronze im letzten Herbst, dass er auf U23-Stufe nun konstant zu den Medaillen-Kandidaten gehört. Etwas bitter sind die beiden vierten Plätze in den Frauen-Doppelzweiern der leichten und schweren Klasse. Insbesondere deshalb, weil Olivia Negrinotti und Thalia Ahumada das Rennen über mehr als die Hälfte angeführt hatten. Unter dem Strich schnitt die U23-Gruppe besser ab als erwartet. 

Bei den Juniorinnen glänzt die Bronzemedaille von Lina Kühn. Sie hat die ganze Saison hindurch gezeigt, dass sie das stärkste Schweizer U19-Boot ist. Dass sie wie im Vorjahr sowie im Mai an der EM Medaillen gewinnen konnte, zeigt das grosse Potenzial von Lina Kühn. Der fünfte Rang von Ivo Löpfe / Ondrej Zedka ist eine ganz feine Leistung und hochverdiente Klassierung für diese auf die WM hin neu zusammengestellte Kombination. Der Junioren-Doppelvierer kam leider etwas zu spät in der Regatta in Schwung, hat aber mit dem Sieg im B-Final einen versöhnlichen Abschluss dieser U19-WM gefunden. Leider gab es auch Platzierungen ausserhalb der Top Zwölf, was die Gesamtbilanz im U19-Bereich etwas trübt. Für die U19 ist die internationale Saison abgeschlossen, während für die U23-AthletInnen am 3./4. September 2022 die U23-EM auf dem Programm steht. SWISS ROWING wird die Ergebnisse nun analysieren und dann die Selektionen für diese kontinentale U23-Meisterschaft vornehmen.»


Resultate U19-WM Varese vom Sonntag, 31.07.2022:

Einer Juniorinnen (JW1x)
A-Final (Ränge 1-6)
1. Aikaterini Gkogkou (GRE) 07:35.64; 2. Aurora Spirito (ITA) 07:41.09; 3. Lina Kühn (SUI) 07:41.91; 4. Rebekka Falkenberg (GER) 07:45.82; 5. Jente Jongsma (NED) 07:47.39; 6. Luca Padar (HUN) 07:56.52

Doppelzweier Juniorinnen (JW2x)
B-Final (Ränge 7-12)
1. Anna Pamenter / Cait Whittard (CAN) 07:06.40; 2. Bianca Camelia Ifteni / Shara-Stefania Gusa (ROU) 07:08.78; 3. Greta Haider / Emma Gutsjahr (AUT) 07:12.64; 4. Alexa von der Schulenburg / Flavia Lötscher (SUI) 07:15.48 (=> 10. U19-WM-Rang); DNS Saule Kryzeviciute / Ula Jonusaite (LTU); DNS Sakura Tokita / Marin Kanematsu (JPN)

Einer Junioren (JM1x)
C-Final (Ränge 13-18)
1. Ulrik Pharo Lohne (NOR) 07:09.30; 2. Zih-Chen Lin (TPE) 07:12.31; 3. Charles Boldt (USA) 07:12.56; 4. Nicolas Chambers (SUI) 07:18.69 (=> 16. U19-WM-Rang); 5. Oscar Santos (PAR) 07:26.84 ; 6. Christopher Hein (EST) 07:42.16

Doppelzweier Junioren (JM2x)
A-Final (Ränge 1-6)
1. Jakob Geyer / Ole Hanack (GER) 06:21.52; 2. Halil Kaan Koroglu / Ahmet Ali Kabadayi (TUR) 06.22.97; 3. Marco Selva / Marco Dri (ITA) 06:24.42; 4. Auke Kloosterman / Gunnar Van Den Hoogen (NED) 06:25.93; 5. Ivo Löpfe / Ondrej Zedka (SUI) 06:29.16; 6. Ivan Talaja / Marin Smoljanovic (CRO) 06:31.51

Doppelvierer Junioren (JM4x)
B-Final (Ränge 7-12)
1. Schweiz (Nicolas Berger, Gian Luca Egli, Leonardo Salerno und Alexander Bannwart) 05:57.20 (=> 7. U19-WM-Rang); 2. Ukraine 05:57.37; 3. Rumänien 06:00.34; 4. USA 06:01.69; 5. Niederlande 06:03.40; 6. Bulgarien 06:03.70

Vierer ohne Steuermann Junioren (JM4-)
D-Final (Ränge 19-24)
1. Schweiz (Jonas Frei, Luka Jankovic, Robin Ruchti, Valentino Gasch) 06:22.10 (=> 19. U19-WM-Rang); 2. Ägypten 06:31.19


31.07.2022 / vdg / 17.26h (Letztes Update: 01.08.2022 / 9.20h)