Titelverteidigung für Ahumada/Schäuble und Silber im Männer-Doppelvierer

Titelverteidigung für Ahumada/Schäuble und Silber im Männer-Doppelvierer

Artikel - Titelverteidigung für Ahumada/Schäuble und Silber im Männer-Doppelvierer

Titelverteidigung von Jan Schäuble und Raphaël Ahumada
Raphaël Ahumada und Jan Schäuble verteidigten ihren Europameistertitel im Leichtgewichts-Doppelzweier erfolgreich. Der Doppelvierer der Männer mit Maurin Lange, Scott Bärlocher, Jonah Plock und Dominic Condrau ruderte das Rennen des Lebens und gewann die Silbermedaille.

>> Fotos EM Szeged vom Samstag, 27. April 2024 (Fotos: Detlev Seyb/Maren Derlien, SWISS ROWING)

(27.04.2024) Erfolgreicher Tag in Szeged für das Schweizer Ruder-Nationalteam. Raphaël Ahumada und Jan Schäuble verteidigten ihren Europameistertitel im Leichtgewichts-Doppelzweier erfolgreich. Der Doppelvierer der Männer mit Maurin Lange, Scott Bärlocher, Jonah Plock und Dominic Condrau ruderte das Rennen des Lebens und sicherte sich hinter Italien die Silbermedaille. Im Para-Rowing sicherte sich Claire Ghiringhelli mit dem Sieg in ihrem Rennen einen Quotenplatz für die Paralympics 2024 in Paris. Andrin Gulich und Roman Röösli qualifizierten sich mit einem Halbfinalsieg als achtes Schweizer Boot für den A-Final.  

Der seitliche Gegenwind auf der Regattastrecke von Szeged führte am dritten von vier Wettkampftagen an der EM in Szeged zu langsamen Zeiten. Das Fairness-Komitee hatte schon zu Beginn des Regattatages entschieden, die Bahnen wiederum aufgrund der Resultate aus Vor- und Hoffnungsläufen umzusetzen. Auf die Finalläufe hin wurden die Bahnen dann nochmals komplett neu vergeben.

Raphaël Ahumada und Jan Schäuble verteidigen ihren EM-Titel souverän
Im Leichtgewichts-Doppelzweier traten Raphaël Ahumada und Jan Schäuble als Titelverteidiger zum Finalrennen an. Sie starteten gut ins Rennen und übernahmen von Anfang an die Führung. Das Feld war auf den ersten 500 Metern noch nahe zusammen. An zweiter Position ruderte direkt neben den Schweizer Boot Italien, die Bezwinger von Ahumada/Schäuble beim Saisonauftakt in Varese. Das Boot der beiden Schweizer lief sehr gut und sie bauten ihre Führung bis zur Streckenmarke auf einen komfortablen Vorsprung von einer Bootslänge aus. Jan Schäuble sagte nach dem Rennen: «Die ersten tausend Meter sind sehr gut gelungen. Nach Streckenhälfte haben wir nicht mehr so präzis zusammengearbeitet und etwas an Geschwindigkeit verloren. Aber wir haben uns wieder zusammengefunden und konnten im Endspurt nochmals von unseren Verfolgern wegrudern.» Auch gemäss der offiziellen Zeitmessung ruderten die beiden Schweizer auf dem dritten Streckenviertel die drittschnellste Zeit, konnten aber im Schlussabschnitt wieder die zweitbeste Zeit realisieren. Italien, das zwischenzeitlich näher an die Schweizer herangekommen war, musste sich nun plötzlich gegen die stark aufkommenden Norweger wehren. Ahumada/Schäuble brachten den Sieg ungefährdet und mit einer Bootslänge Vorsprung ins Ziel und siegten vor Italien und Norwegen. Damit verteidigten Ahumada/Schäuble ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich.

Männer-Doppelvierer mit dem «Rennen des Lebens» zur Silbermedaille
Maurin Lange, Scott Bärlocher, Jonah Plock und Dominic Condrau boten heute eine Paradevorstellung im Männer-Doppelvierer. Der Schweizer Doppelvierer erwischte einen fantastischen Start und ruderte hinter Italien an zweiter Stelle. Die vier Schweizer fielen mit einer hohen Schlagzahl auf und machten zu keinem Zeitpunkt im Rennen den Eindruck, die zweite Position aus den Händen zu geben. Auf den Aussenbahnen kamen Polen und Grossbritannien immer näher an die Schweizer heran. Im Endspurt, der schon im Vorlauf sehr gut gelungen war, entwickelte das Schweizer Quartett nochmals zusätzliche Geschwindigkeit und verteidigte den zweiten Platz. Hinter Italien ruderte der Schweizer Doppelvierer auf den zweiten Rang und gewann die Silbermedaille. Für alle vier Athleten ist es die erste Meisterschaftsmedaille auf Elite-Stufe und damit ein grosser Meilenstein in den Karrieren der vier aufstrebenden Athleten. Maurin Lange sagte nach dem Rennen: «Unser Trainer Ian Wright hat uns gesagt, dass wir auf der ersten Streckenhälfte besser mitgehen müssen als im Vorlauf und auf der zweiten Streckenhälfte das Rennen unseres Lebens rudern sollen. Das hat sehr gut funktioniert. Wir freuen uns riesig, aber ich realisiere momentan noch gar nicht, was wir gerade geleistet haben.»

Frauen-Doppelvierer auf Rang fünf
Der Frauen-Doppelvierer mit Lisa Lötscher, Célia Dupré, Sofia Meakin und Fabienne Schweizer startete ebenfalls offensiv ins Rennen, erwischte einen guten Start und hielt die zweite Position sowohl nach 500 Metern als auch bei Streckenhälfte. Auf dem dritten Streckenabschnitt kamen die Boote aus Frankreich und Deutschland immer näher an die Schweizerinnen heran. Bei 1500 Metern schob sich das Feld zusammen und die Schweizerinnen hatten Mühe mit dem Steuern des Bootes im Gegenwind. Sie kamen gefährlich nahe an die Bojen heran. Trainer Nick Lloyd teilte nach dem Rennen mit, dass die Athletinnen bei ca. 1550 Metern leider eine Berührung mit einer Boje hatten und einen grossen Bremser hatten, bei welchem sie den Anschluss verpassten. Obwohl sich die vier Schweizerinnen tapfer wehrten, konnten sie das Tempo der Boote aus Deutschland und Frankreich nicht mehr mitgehen und rutschten auf die fünfte Position ab. Um den Sieg kämpften die Ukraine und Grossbritannien. Die Engländerinnen setzten sich durch und holten den Europameistertitel vor der Ukraine und Deutschland. Das Schweizer Boot kam auf Rang fünf im Ziel an.

Einen sechsten Platz gab es im Leichtgewichts-Doppelzweier der Frauen für Eline Rol und Olivia Nacht. Die beiden Athletinnen versuchten von Anfang an den Kontakt zu halten und lagen bei der ersten Zwischenzeit auf Rang fünf vor Grossbritannien, mussten die Britinnen dann aber passieren lassen und konnten nicht mehr ins Rennen eingreifen.

Gulich/Röösli ziehen mit einem Sieg im Halbfinal in den Final ein
Andrin Gulich und Roman Röösli traten heute zum Halbfinal an. In diesem trafen sie unter anderen wie schon vor zwei Wochen beim Weltcup in Varese auf die kroatischen Olympiasieger, die Gebrüder Sinkovic. Gulich und Röösli übernahmen gleich von Anfang an die Spitze und ruderten ihr Rennen mit rund sieben bis 10 Metern Vorsprung auf die Boote aus Kroatien und Italien ins Ziel. Die anderen drei Boote lagen weiter zurück und konnten nie ernsthaft in die Verteilung um die Startplätze im A-Final eingreifen.  So waren es denn auch diese drei Boote, welche das Ticket für den A-Final vom Sonntag sicherten. Im anderen Halbfinal qualifizierten sich die Boote aus Grossbritannien, Rumänien und den Niederlanden für das Finalrennen. Roman Röösli bilanzierte den heutigen Halbfinal wie folgt: «Es ist uns gut gegangen und wir sind mit der heutigen Leistung zufrieden. Wir haben unseren Rennplan gut umgesetzt und gut kommuniziert im Boot. Es war aufgrund des Gegenwinds ein langes Rennen und im letzten Teil der Strecke wurden auch die Wellen spürbar. Insgesamt war es ein gutes Rennen.»

Para-Ruderin Claire Ghiringhelli sichert der Schweiz einen Quotenplatz für die Paralympics
Claire Ghiringhelli hat ihr Entscheidungsrennen im Rahmen der europäischen Qualifikationsregatta deutlich gewonnen und sichert der Schweiz damit erstmals einen Quotenplatz im Rudern für paralympische Spiele. 
Claire Ghiringhelli hat das Rennen gegen die Ruderinnen aus Schweden und Dänemark überlegen in der Zeit von 11:38,79 gewonnen. Vom Start weg übernahm sie die Führung im Rennen und baute diese mit jedem Ruderschlag aus. Ein einziger Startplatz wurde heute vergeben. Damit ist die Pflichtaufgabe erfüllt, nachdem Claire Ghiringhelli an der letzten Ruder-WM in Belgrad (Serbien) kurzfristig Forfait erklären musste aufgrund einer Thrombose. Sie war nach dem Rennen überaus glücklich und erleichtert: «Ich bin so glücklich. Es war das Ziel hier in Szeged den Quotenplatz zu sichern und ich habe es erreicht. Ich war so enttäuscht, dass ich letztes Jahr für die WM ein Sportverbot hatte und nicht starten durfte. Jetzt freue ich mich für die Schweiz, das Para-Rowing, für meine Betreuer sowie für mich selbst.»

Szeged, 27. April 2024/cs.

Startzeiten für die Rennen mit Schweizer Beteiligung am Sonntag, 28. April 2024

09:58 Uhr    B-Final        Skiff Frauen (Aurelia-Maxima Janzen)
11:35 Uhr    A-Final        Skiff Leichtgewichte Männer (Andri Struzina)
12:20 Uhr    A-Final        Vierer ohne Steuermann (Kai Schätzle, Patrick Brunner, Tim Roth, Joel Schürch)
12:51 Uhr    A-Final        Zweier ohne Steuermann (Andrin Gulich, Roman Röösli)
13:24 Uhr    A-Final        Doppelzweier Frauen (Jeannine Gmelin, Nina Wettstein)

Resultate Europameisterschaften in Szeged (Ungarn), Samstag, 27. April 2024

Frauen
Einer Para-Rowing (PR1 W1x)
Finalrennen der europäischen Qualifikationsregatta für die Olympischen und Paralympischen Spiele 
1. Claire Ghiringhelli (SUI) 11:38,79; 2. Ebba Einarsson (SWE) 12:03.11; 3. Chinette Lauridsen (DEN) aufgegeben. Claire Ghiringhelli sichert damit der Schweiz einen Quotenplatz für die Paralympics in Paris 2024.  

Doppelzweier Leichtgewichte (LW2x)
A-Final
1. Cozmiuc/van Groningen (ROU) 7:29,63; 2. Fitsiou/Kontou (GRE) 7:31,94; 3. Crosio/Rodini (ITA) 7:33,73; 4. Grant/Bates (GBR) 7:34.68; 5. Jasinska/Sobocinska (POL) 7:39,82; 6. Olivia Nacht/Eline Rol (SUI) 7:44.64.

Doppelvierer (W4x)
A-Final
1. Brayshaw/Anderson/Scott/Henry (GBR) 6:41,19; 2. Kozhenkova/Verkhogliad/Dudchenko/Dovgodko (UKR) 6:43,02; 3. Greiten/Menzel/Gutfleisch/Voelz (GER) 6:46,63; 4. Ravera-Scaramozzino/Lefebvre/Roche/ Aernoudts (FRA) 6:46.77; 5. Lisa Lötscher/Célia Dupré/Sofia Meakin/Fabienne Schweizer (SUI) 6:50.09;  6. Morosan/Ungureanu/ Ciotau/Dumitru (ROU) 6:53,17.

Männer
Doppelzweier Männer Leichtgewichte (LM2x)
A-Final 
1. Raphaël Ahumada / Jan Schäuble / (SUI) 6:47.56 (Titelverteidigung); 2. Soares/Oppo (ITA) 6:49,83; 3. Tjoem/Benske (NOR) 6:50,06; 4. Simanek/Vrastil (CZE) 6:52,43; 5. Carracedo Ferrero/Horta Pombo (ESP) 6:53,08; 6. Gaus/Leerkamp (GER) 6:53,81.

Zweier ohne Steuermann (M2-)
2. Halbfinal
1. Andrin Gulich/Roman Röösli (SUI) 7:01,67; 2. Sinkovic/Sinkovic (CRO) 7:03,83; 3. Comini/Codato (ITA) 7:05,78; 4.  Canalejo Pazos/Garcia Ordonez (ESP) 7:18,47; 5. Sisma/Nedela (CZE)  7:22,43;  6. Hinrichs/Kammann (GER) 7:27,18. Gulich/Röösli somit im A-Final vom Sonntag.  

Doppelvierer (M4x)
A-Final
1.Gentili/Chiumento/Panizza/Carucci (ITA) 6:03,93; 2. Maurin Lange/Scott Bärlocher/Jonah Plock/Dominic Condrau (SUI) 6:04,66; 3. Baranski/Zietarski/Biskup/Czaja (POL) 6:05,33; 4. Thomas/Haywood/Barras/Dixon (GBR) 6:05,96; 5. Prundeanu/Horodisteanu/Baitoc/Nicoara (ROU) 6:06,96. 6. Poolak/Endrekson/Raja/Kushteyn (EST) 6:09,46.