Silbermedaille für den JM-Doppelvierer an der U19-EM in Kruszwica 2025
Artikel - Silbermedaille für den JM-Doppelvierer an der U19-EM in Kruszwica 2025
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Schon die Vorläufe und Halbfinals im Doppelvierer der Junioren am Samstag versprachen einen spannenden Endlauf. Mindestens vier Boote konnten sich danach Hoffnung auf den Titel machen. Das Schweizer Boot mit Gabriel Hars (CA Vésenaz), Matteo Müller (SC Sursee), Moritz Petry (Basler RC) und Constantin Feuerstein (GC Zürich) machte denn auch von Beginn des Rennens an deutlich, dass sie ein Wörtchen mitreden wollten bei der Vergabe der Titel. Moritz Petry und Constantin Feuerstein konnten im Jahr zuvor bereits die Bronzemedaille im Doppelvierer gewinnen - Polen war damals Zweiter. In diesem Jahr lag das Ziel ganz zuoberst auf dem Podest.
Schnell entwickelte sich also ein Zweikampf zwischen den Schweizern und dem polnischen Boot, ein Bord-an-Bord-Kampf mit einem minimalen Vorteil für die Polen. Dicht gefolgt und bedrängt wurde das Duo von den Teams aus Belgien und Italien. Als kurz nach der 1000 m-Marke gesprintet wurde, hatte die Schweizer Crew einen Moment Mühe, die Angriffe um sich herum abzuwehren. Polen konnte etwas Distanz gewinnen und die beiden Folgeboote aufschliessen. Hier stabilisierten sich die Schweizer aber wieder und hielten Position zwei. Trotz der bereits hohen Geschwindigkeit und angeschoben durch den starken Mitwind wurde auf den letzten 300 m in allen Booten zum Sprint angesetzt. Getrieben vom Zweikampf um die Bronzemedaille zwischen Italien und Belgien lief die Schweiz auch noch einmal auf die Polen auf. Auf der Ziellinie war der Abstand schliesslich denkbar knapp, mit Rang zwei bis vier innerhalb einer Sekunde und nur einer Sekunde weniger für die siegreichen Polen. Eine hart erkämpfte und verdiente Silbermedaille für Gabriel, Matteo, Moritz und Constantin.
Moritz Petry: "Das Rennen hat uns aufgezeigt, dass wir seit München einen grossen Schritt vorwärts gemacht haben und die Medaille war die Bestätigung dafür. Jetzt bereiten wir uns für die nächsten Selektionen vor und wollen nochmals einen grossen Schritt in Richtung Weltmeisterschaft machen."
Die zweite A-Finalqualifikation für die Schweiz hatte Sebastiano Wicki (CC Lugano) im Skiff erkämpft. Er ging sein Finalrennen mit einem starken Start an, liess in der Übergangsphase aber etwas zu weit abreissen gegenüber einigen Konkurrenten. Über die Distanz des Rennens behauptete er sich konstant zwischen Rang vier und fünf - weit voraus der Österreicher - doch in Schlagweite der weiteren Platzierten. Auf den letzten 500 m begann sich das Feld noch einmal stark zusammenzuschieben, auch der Vorsprung des Österreicher schrumpfte erheblich, doch in den Kampf um die Medaillen, in dem der direkte Gegner um Rang vier noch kenterte, konnte der Tessiner am Ende nicht mehr eingreifen. So resultierte der etwas undankbare, aber sehr starke vierte Rang im Junioren Einer.
B-Finals
Den Auftakt des Tages machte aus Schweizer Sicht das B-Final mit Olivia Leunig. Die junge Küsnachterin hatte ein starken Vorlauf gezeigt und sich damit für das Halbfinal qualifiziert. Hier musste sie dann noch dem knappen Abstand zwischen den beiden erstklassig besetzten Läufen Tribut zollen. Am kommenden Morgen konnte sie aber wiederum ein starkes Rennen zeigen und sich in den schwierigen Verhältnissen mit einer schnellen Zeit auf dem 2. Rang (Gesamtrang 8) behaupten. Auch für Anne-Marie Howald eine starke Leistung im 1. Jahr U19.
Auch im Vierer ohne war das Level sehr hoch und zusätzlich stellten die Bedingungen die jungen Schweizer Tino Herrmann, Maximilian Gasch, (Beide Basler RC), Alexander Bodmer, Levi Lechner (beide GC Zürich) vor grosse Herausforderungen. So hatten sie ausser mit dem Gegner, mit vielen weiteren Dingen zu kämpfen, darunter dem starken Wind und den Wellen. In diesem Kampf konnten sie es in Kruszwica nicht über den letzten Platz hinaus bringen.
Im Junioren Doppelzweier hatte sich schon am Vorlauftag bei Mark Studhalter (SC Luzern) ein aufkommender Infekt angedeutet. So entschied man, für das B-Final am Sonntag den Ersatzmann an seiner Stelle einzusetzen. So kam es mit Rémy Christ und Emil Fassone zu einem reinen Clubboot des Seeclubs Biel. In dieser Kombination konnte der Doppelzweier im Rennen bis 1500 m stark mitmischen, dann aber wie bereits in der Originalbesetzung im Vorlauf die Pace nicht bis zum Schluss durchbringen. So resultierte der 5. Rang (Gesamtrang 11), allerdings nur vier Sekunden hinter den Siegern des B-Finals.
Der Doppelvierer der Juniorinnen mit Liv Egli, Ilaria Moi (beide RC Zürich), Anouk Lüthi (Solothurner RC) und Soley Rusca (CC Lugano) fand sich nach einem Vorlauf und ohne Hoffnungslauf inmitten von zwei weiteren Booten im B-Final wieder. Hier riskierten sie von Beginn an alles und zeigten ein starkes Rennen. Dabei liessen sie sich auch von den schwierigen Bedingungen nicht beeindrucken und konnten noch einmal zeigen, was in ihnen steckt. So konnten sie das kleine Final souverän gewinnen (Gesamtrang 7). Für Nachwuchschefin Anne-Marie Howald "das Highlight" der B-Finals am Vormittag.
Resultate Finals am Sonntag 25. Mai 2025
Einer Juniorinnen, Final B:
1. ROU 07:41,64 -- 2. SUI (Olivia Leunig) 07:44,31 -- 3. HUN 7:44,62 -- 4. LAT 07:45,97 -- 5. MDA 07:51,29 -- 6. UKR 08:30,44
Vierer ohne Junioren, Final B:
1. SRB 06:08,84 -- 2. CRO 06:10,08 -- 3. SUI (Tino Herrmann, Maximilian Gasch, Alexander Bodmer, Levi Lechner) 06:16,43
Doppelzweier Junioren, Final B:
1. ROU 06:24,25 -- 2. POL 06:26,15 -- 3. CZE 06:26,29 -- 4. TUR =6:26,40 -- 5. SUI (Emil Fassone, Rémy Christ) 06:28,95 -- 6. ESP 06:29,27
Doppelvierer Juniorinnen, Final B:
1. SUI (Liv Egli, Ilaria Moi, Anouk Lüthi, Soley Rusca) 06:37,26 -- 2. LTU 06:39,07 -- 3. TUR 06:46,34
Einer Junioren, Final A:
1. AUT 06:46,72 -- 2. HUN 06:47,98 -- 3. CZE 06:50,92 -- 4. SUI (Sebastiano Wicki) 06:54,90 -- 5. NOR 07:03,10 -- 6. LTU DNF
Doppelvierer Junioren, Final A:
1. POL 05:45,51 -- 2. SUI (Gabriel Hars, Matteo Müller, Moritz Petry, Constantin Feuerstein ) 05:47,10 -- 3. ITA 05:47,62 -- 4. BEL 05:47,95 -- 5. SLO 05:51,35 -- ROU 06:00,98
Sarnen, 25. Mai 2025 / NS