Roman Röösli / Barnabé Delarze auf Medaillenkurs

Roman Röösli / Barnabé Delarze auf Medaillenkurs

Artikel - Roman Röösli / Barnabé Delarze auf Medaillenkurs

Drittes Rennen und dritter Sieg für Roman Röösli / Barnabé Delarze im Doppelzweier. Mit ihrem Start-Ziel-Sieg im Halbfinal gehören die WM- und EM-Zweiten morgen im A-Final zu den Medaillenkandidaten. Alle anderen Schweizer Halbfinalisten rudern am Sonntag im B-Final.

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Es war eine gewagte Strategie, die Roman Röösli und Barnabé Delarze für ihren Halbfinal im Doppelzweier gewählt hatten. Mit einem Blitzstart überraschten die Schweizer ihre Konkurrenz und setzten sich von Beginn weg an die Spitze. Gewagt war die Strategie auch darum, weil die Schweizer Crew bei einer derart hohen Pace über genügend Reserven verfügen musste, um jede Unwägbarkeit des Rudersports zu kontern. «Wir konnten das Boot heute Ruderschlag für Ruderschlag gegen den Wind schicken», kommentierte Roman Röösli das starke Rennen. Es gab 2000 Meter lang keinen Wackler und kein Zögern. Mit ihrem Rennen von der Spitze weg demonstrierten die beiden ein beeindruckendes Selbstvertrauen und liessen keine Sekunde lang Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen. 

Hinter den Schweizern entbrannte der Kampf um die zwei verbleibenden A-Finalplätze. Grossbritannien, China und Deutschland schenkten sich keinen Millimeter. Im Ziel konnte sich Grossbritannien noch bis auf 75 Hundertstel an Röösli / Delarze herankämpfen, Deutschland folgte auf Rang 3 mit weiteren 21 Hundertstel Rückstand. China hingegen ging leer aus und rudert morgen im B-Final. Im A-Final treffen die Schweizer morgen auf die Europameister aus Polen. Wer sich an den knapp entgangenen EM-Titel von Röösli / Delarze vor drei Wochen in Luzern erinnert, kann sich ausrechnen, dass hier noch eine Rechnung offen sein dürfte. «Den Endspurt haben wir noch nicht voll ausgeschöpft», lässt sich Röösli ein Stück weit in die Karten blicken. «Morgen wird ein heisses Rennen. Denn heute platzierten sich alle Finalboote praktisch innerhalb von einer Sekunde. Wir freuen uns darauf.» 

Rol / Merz im B-Final
Frédériqe Rol und Patricia Merz sind sich hart umkämpfte Rennen inzwischen gewöhnt. Auch im heutigen Halbfinal war nichts Anderes zu erwarten. Die Schweizerinnen lagen nach 500 Metern auf dem dritten Zwischenrang und vorerst auf Finalkurs. Italien aber, das sich mit der frischgebackenen Europameisterin im Leichtgewichtsskiff verstärkt hat, räumte das Feld von hinten auf und zog am Schweizer Boot und zwischenzeitlich gar an China vorbei. Parallel dazu setzte sich Neuseeland noch vor der 1000-Meter-Marke an die Spitze. Während dahinter sowohl China als auch Italien keine Anzeichen von Schwäche zeigten, schafften es Rol / Merz nicht mehr, die aufgerissene Lücke zu schliessen und wurden als Vierte in den B-Final verwiesen.

Ebenfalls im B-Final rudern am Sonntagvormittag die beiden Leichtgewichtsdoppelzweier der Männer. Als 5. (Jan Schäuble, Matthias Fernandez) und 6. (Fiorin Rüedi, Julian Müller) lag ein Platz im A-Final für beide Schweizer Boote nicht in Reichweite. Die Finalplätze gingen an Italien, Australien und Kanada.

Das Überraschungsboot von gestern, der Vierer-ohne, konnte seinen Exploit nicht wiederholen, ruderte im Halbfinal auf den 5. Rang und kämpft somit morgen um die Ränge 7-12. Nicht nach Plan lief der Halbfinal für Pascale Walker im Fraueneiner. Walker lag nach 500 Metern auf dem 5. Rang und konnte den Anschluss an die Spitze nicht mehr herstellen. Sie wurde schliesslich Sechste.

Zwei Schweizer Boote bestritten heute den C-Final. Nico Stahlberg, der tags zuvor den Einzug unter die besten 12 verpasst hatte, wurde hinter dem Niederländer Guillaume Krommenhoek Zweiter und platzierte sich im 14. Gesamtrang. Das zweite Leichtgewichtsboot der Frauen mit Sofia Meakin und Eline Rol ruderte im C-Final hinter Kanada und Australien auf den dritten Rang. Der 15. Gesamtrang ist ein Achtungserfolg für die Westschweizerinnen. Sie peilen an der U23-WM, die im Juli in Sarasota (Florida/USA) stattfindet, einen Spitzenplatz an.


Resultate Samstag, 22.06.2019 

Frauen Einer (W1x)
Halbfinal
1. Magdalena Lobnig (AUT) 8:04.84 2. Kara Kohler (USA) 8:05.10 3. Emma Twigg (NZL1) 8:11.33 4. Samantha Voss (NZL) 8:15.04 5. Yan Jiang (CHN) 8:15.06 6. Pascale Walker (SUI) 8:26.41 (=> B-Final)

Männer Einer (M1x)
C-Final
1. Guillaume Krommenhoek (NED) 7:20.99 2. Nico Stahlberg (SUI) 7:22.47 (14. Gesamtrang) 3. Anders Backeus (SWE1) 7:29.88 4. Lukas Reim (AUT) 7:31.14 5. Luuk Adema (NED2) 7:32.55 6. Kristian Vasilev (BUL1) 7:37.52

Männer Doppelzweier (M2x)
Halbfinal
1. Roman Röösli / Barnabé Delarze (SUI) 6:35.02 (=> A-Final) 2. Graeme Thomas / John Collins (GBR) ) 6:35.77 3. Stephan Krüger / Tim Ole Naske (GER) 6:35.98 4. Liang Zhang / Zhiyu Liu (CHN) 6:36.37 5. Andrea Cattaneo / Luca Chiumento (ITA1) 6:57.81 6. Domenico Montrone / Simone Venier (ITA2) 7:04.09

Männer Vierer-ohne (M4-)
Halbfinal
1. Polen 6:18.65 2. Italien 6:20.05 3. Südafrika 6:22.53 4. USA1 6:25.44 5. Schweiz (Augustin Maillefer, Paul Jacquot, Joel Schürch, Markus Kessler) 6:26.13 (=> B-Final) 6. Grossbritannien 2 6:31.06

Frauen Doppelzweier Leichtgewichte (LW2x)
Halbfinal 
1. Jackie Kiddle / Zoe McBride (NZL) 7:28.05 2. Danden Pan / Wenyi Huang (CHN) 7:32.89 3. Federica Cesarini / Valentina Rodini (ITA) 7:33.64 4. Frédérique Rol / Patricia Merz (SUI1) 7:36.03 (=> B-Final) 5. Imogen Grant / Eleanor Piggott (GBR1) 7:39.54 6. Kirsten McCann / Nicole van Wyk (RSA) 7:44.96
C-Final
1. Ellen Gleadow / Jennifer Casson (CAN) 7:34.67 2. Alice Arch / Sarah Pound (AUS) 7:38.39 3. Sofia Meakin / Eline Rol (SUI2) 7:41.57 (15. Gesamtrang) 4. Marie Moerch-Pedersen / Katrine Olsen (DEN) 7:43.30 5. Olga Svirska / Evita Bole (LAT) 7:57.11

Männer Doppelzweier Leichtgewichte (LM2x)
Halbfinal 
1. Pietro Ruta / Stefano Oppo (ITA) 6:45.93 2. Leon Chambers / Hamish Parry (AUS) 6:46.76 3. Maxwell Lattimer / Patrick Keane (CAN) 6:47.00 4. Peter Zelinka / Marek Reznak (SVK) 6:52.13 5. Jan Schäuble / Matthias Fernandez (SUI2) 6:55.32 (=> B-Final) 6. Fiorin Rüedi / Julian Müller (SUI1) 7:05.56 (=> B-Final)