Max Schubiger ist neuer Präsident der Schiedsrichterkommission von SWISS ROWING

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Max Schubiger ist neuer Präsident der Schiedsrichterkommission von SWISS ROWING

Artikel - Max Schubiger ist neuer Präsident der Schiedsrichterkommission von SWISS ROWING

Nach dem Abschied von Gaby Isenschmid Weber rückt mit Max Schubiger nun ein Vertreter der jüngeren Generation an die Spitze der Schiedsrichterkommission. Im Interview verrät uns der neue Präsident alles über seinen Werdegang und seine Motivation als Schiedsrichter.

Die Schiedsrichterkommission von SWISS ROWING hat das Regattajahr 2025 als Übergangsjahr genutzt, um die Nachfolge von Gaby Isenschmid Weber zu planen. Die Kommission hat in kollegialer Abstimmung Max Schubiger zuhanden des Vorstands von SWISS ROWING zur Wahl empfohlen. Der Vorstand ist dieser Empfehlung gefolgt und hat Max Schubiger per Anfang 2026 zum Präsidenten der Schiedsrichterkommission gewählt.

Auch die weiteren Zuständigkeiten innerhalb der Schiedsrichterkommission wurden neu bestätigt. Die Verantwortung für die Ausbildung verbleibt bei Blaise Neyroud und Patrick Sequeira-Byron. Der Bereich RED/Zeitmessung wird weiterhin von Michael Zwahlen betreut. Cornelia Wodnik ist seit 2023 Mitglied der Kommission und verantwortet weiterhin das europäische Austauschprogramm für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter mit internationaler Lizenz. Clemens Stampfli, der seit April 2025 als designiertes Mitglied tätig war, ist seit Beginn des Jahres offiziell Teil der Kommission.

Max Schubiger (*1985) fand nach seiner erfolgreichen Karriere als Juniorruderer schnell den Weg ins Schiedsrichterwesen. Er erwarb 2009 die internationale Schiedsrichterlizenz und ist seit 2013 Mitglied der Schiedsrichterkommission. Er verfügt über einen Masterabschluss in Politikwissenschaft (Universität Bern) und ist beruflich beim Bundesamt für Sport tätig.

Was treibt Max Schubiger an bei seinem ehrenamtlichen Engagement, und was verbindet ihn mit dem Rudersport?

SWISS ROWING: Max, hast du selbst leistungssportmässig gerudert? Bist du heute noch aktiv, wenn ja in welchem Club?
Max Schubiger: Ich bin 1997 als zwölfjähriger Junior in den Basler Ruder-Club eingetreten. Bereits früh habe ich im Doppelvierer mit etwas älteren Kollegen erste Regatten bestritten (z.B. im Schneegestöber von Küssnacht a. R.). Danach konnte ich im Doppelzweier der damaligen C-Juniorenkategorie Erfolge feiern und am Rotsee gewinnen. Mein damaliger Ruderpartner und Freund, Olivier Stucki, erkrankte dann in jungen Jahren an einer Leukämie. Das unterbrach seine Ruderlaufbahn und mein Weg führte in den Einer. Leider konnte sich «Oli» nicht von seiner Krankheit erholen und verstarb viel zu früh. Das war sehr prägend, hat mich jedoch stark an den Rudersport gebunden. Meine «Karriere» bei den Junioren blieb fortan recht erfolgreich mit weiteren Rotseemedaillen (SM), unter anderem dem Juniorentitel mit Simon Niepmann im Zweier ohne. Diese ermöglichte uns die Teilnahme an der Junioren-WM 2003 in Athen. – Das war ein Fiasko, denn der Testevent für die Sommerspiele von Athen 2004 fiel Wind und Wetter zum Opfer. Rückblickend wäre das zweifellos eine geeignete Coastal-Regatta gewesen. 

Wie bist du dann dazu gekommen Schiedsrichter zu werden und was hat dich an der Aufgabe fasziniert? 
Meine wichtigste Motivation war es, nach der aktiven Karriere als Athlet dem Rudersport nicht den Rücken zu kehren. Ich war dermassen mit dem (Renn-)Rudern verbunden, dass ich mir eine völlige und abrupte Abkehr davon nicht vorstellen mochte. Da ich aber durchaus auch aus zeitlichen Gründen mit dem intensiven Training aufgehört habe, kam ein Trainerdasein für mich nicht in Frage. Ohnehin hielt ich mich damals für nicht besonders geeignet, als «Ruderlehrer» tätig zu werden. 
Ein deutscher TV-Sportsender warb einmal mit dem Slogan «mittendrin, statt nur dabei» – das trifft so ziemlich zu als Ruderschiedsrichter. Das Regattawesen von der «anderen Seite» zu erleben, den Ruderinnen und Ruderern bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten, auch etwas zurückzugeben, das alles empfand (und empfinde!) ich als sehr sinnstiftend. Zudem haben wir im Schiedsrichterkollegium immer einen etwas knappen Bestand. Ich wurde mit offenen Armen empfangen, als (junger) Neuling ist das natürlich schön.

Übrigens: Wir empfangen und begrüssen natürlich weiterhin mit grosser Freude neue Kolleginnen und Kollegen (junge und jung Gebliebene!). Ich bin der Ansicht, dass die Tätigkeit in der Jury eine wunderbare Möglichkeit ist, die eigene Ruderkarriere weiterzuführen. Ganz ohne zeitintensive Trainings, aber mit gleicher Akribie und Ambition! 
Ich habe meine «neue Karriere» auch möglichst ambitioniert verfolgt, so dass ich im frühestmöglichen Zeitpunkt die internationale Schiedsrichterlizenz erwerben konnte. Mit damals 24 Jahren war ich weltweit einer der jüngsten internationalen Schiedsrichter.

Wann und warum hast du dich dann entschieden, auch der Schiedsrichterkommission beizutreten?
Wir haben im BRC eine grosse Schiedsrichtertradition. Früher Luzi Probst(†), Roland Breitenmoser und insbesondere Felix Peter – selber lange Zeit Mitglied der Schiedsrichterkommission – waren wichtige Vorbilder für mich. Felix darf ich auch als Mentor bezeichnen, dank ihm habe ich viel lernen können. Mit seinem Austritt aus der Kommission 2013 wurde ein Platz frei und die Gelegenheit, auf dieser Stufe für das Schiedsrichterwesen einzustehen, war von Beginn sehr motivierend. 
Mit dieser Tätigkeit setzte ich mein Engagement für den Rudersport fort, nachdem ich auch im Vorstand des BRC wirken durfte. Unsere Kommission ist auch eine Art Vorstand, wenngleich wir vor allem koordinative Arbeit wahrnehmen und unseren Stand nach innen und aussen vertreten. Ich mag solche Aufgaben und so habe ich mich sehr über die Anfrage des damaligen Obmanns, Paul Dätwyler, gefreut. Nach Erlangen der internationalen Schiedsrichter-Lizenz 2009 war das für mich ein guter weiterer Entwicklungsschritt.

Was war ausschlaggebend dafür, dass du zugestimmt hast, Gaby als Vorsitzender der Schiedsrichterkommission zu beerben?
Wir wussten, dass Gaby Isenschmid Weber den Kommissionsvorsitz abgeben würde und es gibt verschiedene Personen, die für diese Aufgabe infrage kamen. Nach einem Übergangsjahr haben wir in der Kommission die Frage der Nachfolge kollegial besprochen. Das ausgesprochene Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen der Kommission hat meine Entscheidung erleichtert. Dieser Zuspruch war mir wichtig. 
Ich bin der Überzeugung, dass Führungsarbeit in Teams wahrgenommen werden soll. Daher sehe ich mich eher als "Primus inter pares", denn ohne meine Kollegin und die vier Kollegen könnte ich die Anforderungen nicht zufriedenstellend erfüllen. Deswegen war und ist es für mich entscheidend, das "winning Team" nicht zu verändern und die Aufgabenfelder in der bewährten Kompetenz der Kolleginnen und Kollegen zu belassen.

Welche Ziele hast du dir gesteckt für deine Arbeit als Präsident der Schiedsrichterkommission?
Mein Ziel ist es, die gute Arbeit, wie sie unter Gabys Führung etabliert werden konnte, zu pflegen und weiterhin auf hohem Niveau Rudersport zu ermöglichen – dies zusammen mit den Regattaveranstaltern. Wir haben ein wunderbares und sehr kompetentes Kollegium, zu dem es Sorge zu tragen gilt. Wir dürfen nicht vergessen, dass alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter ehrenamtlich tätig sind. Das in die Regatten investierte Engagement, die Zeit, Geduld und das Pflichtbewusstsein für sichere und faire Rennen einzustehen, verdient Anerkennung. Wir haben auch Spass beim Schiedsrichtern, klar! Ich denke, dass wir derzeit sehr gut aufgestellt sind.

Gleichwohl kann ich nicht auf den Appell verzichten: Wir brauchen pro Regatta rund 15 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter und das Kollegium ist einer natürlichen Fluktuation ausgesetzt. Es ist wichtig und richtig, dass wir immer wieder neue Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter ausbilden können. 
Ich kann es heute (noch) nicht als Ziel ausrufen, aber als Wunsch äussere ich es: Jeder an den Regatten teilnehmende Club möge mindestens eine Schiedsrichterin oder einen Schiedsrichter stellen! Das wäre eine grosse Sache und Ausdruck eines gemeinsam und solidarisch getragenen Regattawesens!

Was ich auch nicht auf die lange Bank schieben möchte, ist meinen Dank auszusprechen: Allen Kolleginnen und Kollegen gilt meine Anerkennung, dass sie sich als Jurymitglieder Wochenende für Wochenende ehrenamtlich einsetzen. Sie nehmen ihre Verantwortung gerne wahr und ich erachte es als Privileg, mit so vielen tollen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen und unserem Sport so auch etwas zurückzugeben.

(Foto: v.l.n.r. Michael Zwahlen, Clemens Stampfli, Cornelia Wodnik, Max Schubiger, Blaise Neyroud, Patrick Sequeira-Byron. Foto: Gaby Isenschmid Weber)

Sarnen 28. Januar 2026 / NS