Licht und Schatten an der U23-EM in Duisburg

Licht und Schatten an der U23-EM in Duisburg

Artikel - Licht und Schatten an der U23-EM in Duisburg

An den U23-Europameisterschaften in Duisburg holte sich die Schweizer Delegation vier Startplätze in den A-Finals. Die beiden Grossboote, der Doppelvierer der Frauen und der Männervierer ohne Steuermann, wurden beide Vierte.

Der einzige internationale Wettkampf für die Nachwuchsruderinnen und -ruderer in diesem Corona-Jahr fand an insgesamt zwei Renntagen in Duisburg statt.

Für die besten Resultate waren die beiden Schweizer Grossboote besorgt. Der Vierer ohne Steuermann mit Jonah Plock, Patrick Brunner, Dominic Condrau und Nils Schneider zeigte ein starkes Rennen. Das Boot lag nach der 500 Meter-Marke auf dem fünften Zwischenrang. Dann drehte das Team auf und überholte das deutsche Boot noch vor der Streckenhälfte. Als nächstes klebten sich die Schweizer an die Fersen der Griechen. Sie konnten die Lücke aber nicht mehr schliessen und belegten schliesslich mit einer Sekunde Rückstand auf die drittplatzierten Griechen den vierten Rang. Der Frauendoppelvierer mit Célia Dupré, Lisa Lötscher, Salomé Ulrich und Nina Wettstein kämpfte auf der Aussenbahn eines äusserst engen Finalrennens und lag 500 Meter vor dem Ziel auf dem vierten Zwischenrang.  Dann setzten sie zu einem langen Schlussspurt an, kamen den drittplatzierten Rumäninnen immer näher, vermochten sie aber nicht mehr abzufangen und ruderten als Vierte ins Ziel.

Zwischenfälle in den Doppelzweier-Rennen
Die Teilnahme in der offenen Gewichtsklasse war eigentlich als eine «Challenge» gedacht gewesen. Die jungen Westschweizerinnen Sofia Meakin und Eline Rol, die bereits im Elite-Nationalkader trainieren, stellten sich der Herausforderung und liessen sich auch von einer unverschuldeten Kollision mit einem Motorboot während des Hoffnungslaufs nicht aus der Ruhe bringen. Bei der Wiederholung des Hoffnungslaufs am Sonntagmorgen sicherten sie sich den anvisierten Startplatz im A-Final. Dass die beiden Ruderinnen bereits ein Rennen in den Beinen hatten, war im A-Final spürbar. Sie wehrten sich vehement und belegten schliesslich den sechsten Rang. 

Einen Dämpfer erlitt der Männer-Doppelzweier mit Tim Roth und Kai Schätzle im Halbfinal vom Sonntagvormittag. In exzellenter Ausgangslage rudernd passierte rund 500 Meter vor dem Ziel ein Ruderfehler, der das Boot praktisch zum Stillstand brachte. Die hinter den Schweizern rudernden Boote zogen aufgrund der Havarie vorbei. Damit verloren sie den sicher geglaubten A-Finalplatz an das Boot aus Italien. Da nützte auch ein eindrücklicher Schlussspurt nichts mehr. Das Schweizer Boot belegte mit einem Rückstand von nur drei Hundertstelsekunden auf Italien den vierten Rang. Im B-Final gaben sich Roth / Schätzle schliesslich keine Blösse und siegten souverän mit einem Start-Ziel-Sieg. Damit reisen die beiden mit dem siebten Gesamtrang zurück in die Schweiz. 

Nach dem Sieg im Hoffnungslauf am Vortag zeigte der leichte Doppelzweier mit Raphael Ahumada und Gian Struzina auch im Halbfinal ein kämpferisches Rennen, verpasste den Einzug in den A-Final aber um 43 Hundertstelsekunden. Im B-Final rangen die Schweizer bis ins Ziel mit dem spanischen Boot, wurden aber um acht Hundertstelsekunden auf den dritten Platz verwiesen, welcher der neunte EM-Gesamtrang bedeutet. Ahumada / Struzina ruderten an ihrer ersten Teilnahme auf U23-Ebene offensive Rennen und wussten dadurch zu gefallen.

Das Finalrennen des leichten Frauen-Doppelzweiers war aufgrund der Teilnehmerzahl gesetzt worden. Die Titelverteidigerinnen Chiara Cantoni und Olivia Nacht mussten mitansehen, wie die entfesselt rudernden Italienerinnen sich den Europameistertitel schnappten. Die Schweizerinnen wurden Vierte.

Maurin Lange musste im Männereiner gleich zwei Rennen innerhalb von 2 ¼ Stunden bestreiten. Zuerst ging es um den Halbfinal für den C- respektive D-Final. Schliesslich holte er sich den Sieg im D-Final und den 19. Gesamtrang. Tommaso Fassone belegte im C-Final des Leichtgewichtseiners den dritten Rang und wurde gesamthaft 15.. 

Die Rennen in Duisburg fanden unter Einhaltung einer strikten Maskenpflicht und Hygienemassnahmen sowie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Für Teilnehmende aus Risikoländern war die Vorlage eines aktuellen negativen Corona-Tests notwendig gewesen.

Fazit des Verbandsdirektors Christian Stofer:
«Es gab Licht und Schatten an dieser Regatta. Die erwarteten Finalqualifikationen sind gelungen, auch wenn der Gewinn einer Medaille in diesem Jahr fehlt. Unsere Athletinnen und Athleten haben in dieser Saison gut trainiert. Dennoch konnten wir an diesem Wochenende nicht alles wie gewünscht umsetzen. Es fehlte in gewissen Situationen sicher auch die Rennpraxis, so dass wir zu oft durch ein paar wenige Hundertstelsekunden das ungünstigere Ende für uns behielten. Die Gruppe bringt viel Talent mit, das weiterentwickelt werden muss.»

Fotogalerie vom Sonntag, 06.09.2020

Resultate Sonntag, 06.09.2020

Offene Gewichtsklasse
Frauen Doppelzweier (BW2x)
Hoffnungslauf
1. Alessandra Montesano / Clara Guerra (ITA) 7:03.73 2. Sofia Meakin / Eline Rol (SUI) 7:07.27 => A-Final 3. 
Ivana Jurkovic / Josipa Jurkovic (CRO) 7:08.67 4. Lucine Ahyi / Clara Valinducq (FRA) 7:26.24
A-Final
1. Simona Geanina Radis / Nicoleta-Ancuta Bodnar (ROU) 7:08.47 2. Alessandra Montesano / Clara Guerra (ITA) 7:17.31 3. Marie-Sophie Zeidler / Lisa Gutfleisch (GER) 7:22.75 4. Aspasia Christodoulidis / Sofia Theochari (GRE) 7:24.98 5. Isabel van Opzeeland / Benthe / Boonstra (NED) 7:28.15 6. Sofia Meakin / Eline Rol (SUI) 7:33.07

Frauen Doppelvierer (BW4x)
A-Final
1. Deutschland 6:39.21 2. Niederlande 6:41.58 3. Rumänien 6:43.65 4. Schweiz (Célia Dupré, Lisa Lötscher, Salomé Ulrich, Nina Wettstein) 6:44.43 5. Polen 6:47.78 6. Italien 6:52.22

Männer Einer (BM1x)
Halbfinal für C-/D-Final
1. Uladzislau Ramanenkau (BLR) 7:11.60 2. Koxme Burutaran (ESP) 7:13.91 3. Andre Pinto (POR) 7:14.63 4. Maurin Lange (SUI) 7:15.27 => D-Final 
D-Final
1. Maurin Lange (SUI) 7:17.66 => 19. Gesamtrang 2. Alexandru Masnic (MDA) 7:21.93

Männer Doppelzweier (BM2x)
Halbfinal
1. Ronan Byrne / Daire Lynch (IRL) 6 :22.86 2. Ivan Corsunov / Alexandr Bulat (MDA) 6 :26.20 3. Edoardo Rocchi / Sebastiano Carrettin (ITA) 6 :26.84 4. Tim Roth / Kai Schätzle (SUI) 6:26.87 => B-Final 5. Anthony Girerd / Adam Le Gal (FRA) 6.36.28 6. Emil Neykov / Stanimir Haladzhov (BUL) 6 :44.21
B-Final
1. Tim Roth / Kai Schätzle (SUI) 6:32.28 => 7. Gesamtrang 2. Aleksandr Matveev / Nikita Eskin (RUS) 6:34.35 3. Lorenz Lindorfer / Jakob Stadler (AUT) 6:41.52 4. Anthony Girerd / Adam Le Gal (FRAU) 6:41.52 5. Isak Ivan Zvegelj / Filip-Matej Pfeifer (SLO) 6:43.19 6. Emil Neykov / Stanimir Haladzhov (BUL) 6:49.08

Männer Vierer ohne Steuermann (BM4-)
A-Final
1. Rumänien 5:56.64 2. Italien 6:00.10 3. Griechenland 6:00.96 4. Schweiz (Jonah Plock, Patrick Brunner, Dominic Condrau, Nils Schneider) 6:02.00 5. Deutschland 6:06.11 6. Polen 6:12.19

Leichtgewichte
Frauen Doppelzweier (BLW2x)
Final
1. Silvia Crosio / Giulia Mignemi (ITA) 6 :58.68 2. Margaret Cremen / Aoife Casey (IRL) 7 :04.49 3. Cosima Clotten / Luise Asmussen (GER) 7:11.27 4. Chiara Cantoni / Olivia Nacht (SUI) 7:17.67

Männer Einer (BLM1x)
C-Final
1. Nodari Martoleki (GEO) 7 :21.12 2. Samuel O’Neill (IRL) 7 :27.25 3. Tommaso Fassone (SUI) => 15. Gesamtrang

Männer Doppelzweier (BLM2x)
Halbfinal
1. Matteo Tonelli / Arturo Rotta (ITA) 6:32.42 2. Elar Loot / Ander Koppel (EST) 6:33.66 3. Stavros Soularikas / Petros Theodoridis (GRE) 6:33.66 4. Raphael Ahumada / Gian Struzina (SUI) 6 :34.06 => B-Final 5. Obbe Durk Tibben / David van Velden (NED) 6 :37.16 6. Artur Kunka / Kirill Goriachev (RUS) 6:51.45
B-Final
1. Obbe Durk Tibben / David van Velden (NED) 6:32.46 2. Gerard Andreu Gallisa / Dennis Carracedo (ESP) 6 :35.16 3. Raphael Ahumada / Gian Struzina (SUI) 6 :35.24 => 9. Gesamtrang 4. Jonas Friedrich / Vojtech Malek (CZE) 6:41.74 5. Peter Turi / Vencel Galcso (HUN) 6:44.05 6. Artur Kunka / Kirill Goriachev 6:46.11