Jeannine Gmelin und Roman Röösli/Barnabé Delarze holen je WM-Silber

European Rowing Championships
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Jeannine Gmelin und Roman Röösli/Barnabé Delarze holen je WM-Silber

Artikel - Jeannine Gmelin und Roman Röösli/Barnabé Delarze holen je WM-Silber

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Tolle Schweizer Leistungen in Plovdiv am letzten WM-Finaltag. 2 A-Finalchancen und beide Boote erreichten das Podest. Jeannine Gmelin wurde hinter der Irin Sanita Puspure Zweite. Roman Röösli und Barnabé Delarze holten sich im Doppelzweier hinter den Franzosen auch Silber

Jeannine Gmelin gewann im Fraueneiner hinter der entfesselten Irin Sanita Puspure die Silbermedaille. Ebenfalls WM-Silber erkämpften sich in einem packenden Finish Roman Röösli und Barnabé Delarze im Doppelzweier der offenen Gewichtsklasse. Mit drei Silbermedaillen und insgesamt fünf Booten in den Top Ten zieht SWISS ROWING eine ausgesprochen positive WM-Bilanz. 

>> Re-Watch A-Final Skiff Frauen WM Plovdiv 
>> Re-Watch A-Final Doppelzweier Männer WM Plovdiv

>> Bildergalerie 8. Wettkampftag WM Plovdiv (Fotos: Detlev Seyb, SWISS ROWING)

Auch wenn Jeannine Gmelin im Final ein schneller Start gelang, gegen die Irin Sanita Puspure fand sie heute kein Rezept. Puspure riss schon auf den ersten 500 Metern eine Lücke von rund einer Bootslänge auf, welche Jeannine Gmelin im Verlaufe des Rennens nicht mehr zu schliessen vermochte. «Ich kam hierher, um zu gewinnen», sagte sie nach dem Rennen. «Klar bin ich im ersten Moment enttäuscht. Aber ich sehe auch das grosse Ganze und weiss, dass ich im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio auf Kurs liege.» Dass ihr eigenes Rennen nicht nach ihrem Geschmack verlaufen war, verhehlte sie im Ziel nicht. «Es war nicht mein bestes Rennen der Saison, und ich tat mich mit den Bedingungen schwer. Aber damit muss ich zurechtkommen. Die Bedingungen waren für alle gleich.» Wegen schwierigen Windverhältnissen waren am Morgen die Aussenbahnen 5 und 6 den Favoritinnen zugeteilt worden, wovon sowohl Puspure als auch Gmelin profitierten. 

Jeannine Gmelins Palmares bleibt auch in diesem Jahr unerreicht: Mit ihren Siegen an allen Weltcups, dem Sieg an der prestigeträchtigen Royal Henley Regatta, dem Europameistertitel im August in Glasgow und der heutigen WM-Silbermedaille ist und bleibt sie weiterhin die «Femme à battre» im Fraueneiner.  (>> Resultat Skiff Frauen A-Final)

Mit Silber belohnter Infight des Doppelzweiers
Im Final des Männer Doppelzweiers war das Feld hochkarätig besetzt und eine Prognose äusserst schwierig. Hellwach stürzten sich Roman Röösli und Barnabé Delarze in die ersten Rennmeter. «Wir fanden rasch in unseren Rhythmus», erinnerte sich Barnabé Delarze im Ziel. Die Abschnittsmessung nach 500 Metern passierten fünf Boote innerhalb von 1,39 Sekunden. Röösli/Delarze lagen in bester Ausgangslage auf dem dritten Zwischenrang und überholten bis zur 1000 Meter-Marke das deutsche Boot. «Ich fokussierte mich auf unser Boot und versuchte nicht hinaus zu schauen», sagte Roman Röösli. «Barnabé behielt die Übersicht.» Bug an Bug kämpften sie auf dem dritten Streckenabschnitt mit dem Boot aus Grossbritannien. Nach 1500 Metern hatten die Briten den Bugball vorne. Dann starteten Röösli/Delarze ihren gefürchteten Endspurt. Barnabé Delarze: «Als wir definitiv auf einem Medaillenplatz lagen, sagte ich nochmals Spurtschläge an, denn wir wollten noch mehr.» Das Duo sicherte sich mit der Silbermedaille die erste gemeinsame WM-Medaille. Beide unisono: «Das macht Lust auf mehr.» 

Roman Röösli erwies sich in dieser Saison mit einem Podestplatz bei allen Weltcups, der EM und WM als Schweizer Medaillengarant. Eine ausgesprochen positive Entwicklung zeigte auch Barnabé Delarze, der verletzungshalber erst beim dritten Weltcup des Jahres in Luzern in die Rudersaison steigen konnte. (>> Resultat Doppelzweier Männer A-Final)

Nico Stahlberg WM-9. im Männereiner
Zwei Stunden früher war Nico Stahlberg im B-Final des Männereiners Dritter geworden. Bis zur letzten Abschnittsmarke bei 1500 Metern führte der Weissrusse Dzianis Mihal. Dicht dahinter lag auf der ersten Streckenhälfte Nico Stahlberg auf dem zweiten Zwischenrang. Dann wuchtete sich der Däne Sverri Nielsen am Ostschweizer vorbei. Während Polen noch auf den zweiten Rang vorrückte, gelang es Stahlberg, den Weissrussen hinter sich zu lassen und verteidigte den dritten Rang bis ins Ziel. Mit dieser starken Leistung egalisierte Nico Stahlberg als WM-9. sein letztjähriges WM-Resultat und zeigt im Männereiner Konstanz auf hohem Niveau. (>> Resultat Skiff Männer B-Final)

Im C-Final des Frauendoppelzweiers belegten Valérie Rosset und Pascale Walker den vierten Platz, was insgesamt der 16. WM-Rang bedeutet. Dem Duo gelang mit einem langen Spurt die beste Abschnittszeit des Teilnehmerfeldes auf den letzten 500 Metern. (>> Resultat Doppelzweier Frauen C-Final)

Positives Fazit von SWISS ROWING
Verbandsdirektor Christian Stofer zieht nach dem letzten Rennen in Plovdiv eine ausgesprochen positive WM-Bilanz: «Das ist ein fantastisches Ergebnis. SWISS ROWING hat mit drei Silbermedaillen und fünf Top Ten-Plätzen seine Zielsetzungen übertroffen. Jeannine Gmelin ist und bleibt unsere absolute Leaderin im Frauenbereich. Zudem ist die WM-Medaille des Doppelzweiers mit Röösli/Delarze enorm viel wert. Auch Michael Schmid ist im Leichtgewichtseiner mit seiner Konstanz auf Weltklasse-Niveau ein verdienter WM-Zweiter. Ebenfalls in der Weltspitze angekommen sind Frédérique Rol und Patricia Merz mit ihrer ersten WM-Finalqualifikation in der olympischen Bootsklasse Leichtgewichts-Doppelzweier. Die jahrelange Aufbauarbeit im nationalen Ruderzentrum Sarnen trägt Früchte. Die Schweiz ist inzwischen in zwei olympischen Bootsklassen zum Medaillenträger vorgerückt. Das ist ein Fortschritt verglichen zum letzten Jahr. Darauf lässt sich aufbauen. Es gilt nun kontinuierlich weiterzuarbeiten, denn es gibt keine Garantien.»

Resultate Sonntag, 16.09.2018:

FINAL
Frauen Einer (W1x)

1. Sanita Puspure (IRL) 7 :20,12 2. Jeannine Gmelin (SUI) 7:25,93 3. Magdalena Lobnig (AUT) 7:29,51 4. Kara Kohler (USA) 7:30,41 5. Fie Udby Erichsen (DEN) 7:33,15 6. Annekatrin Thiele (GER) 7:41,68

Männer Doppelzweier (M2x)
1. Matthieu Androdias / Hugo Boucheron (FRA) 6:05,16 2. Roman Röösli / Barnabé Delarze (SUI) 6:06,49 3. Christopher Harris / John Storey (NZL) 6:06,71 4. Jack Beaumont / Angus Groom (GBR) 6:08,03 5. Lars Hartig / Timo Piontek (GER) 6:16,77 6. Marian-Florian Enache / Ioan Prundeanu (ROU) 6 :18,73

B-FINAL
Männer Einer (M1x)

1. Sverri Nielsen (DEN) 6:49,30 2. Natan Wegrzycki-Szymczyk (POL) 6:50,24 3. Nico Stahlberg (SUI) 6:51,84 (9. WM-Rang) 4. Dzianis Mihal (BLR) 6:52,71 5. Marko Marjanovic (SRB) 6:54,75 DNS Bendeguez Petervari-Molnar (HUN)

C-FINAL
Frauen Doppelzweier (W2x)

1. Aileen Crowley /Monika Dukarska (IRL) 6:54,55 2. Melita Abraham / Antonia Abraham (CHI) 6:57,29 3. Kiri Tontodonati / Valentina Iseppi (ITA) 6:58,17 4. Valérie Rosset / Pascale Walker (SUI) 7:01,04 (16. WM-Rang) 5. Yana Dementieva / Nataliya Dovgodko (UKR) 7:06,34 6. Nicoleta-Ancuta Bodnar / Larisa Elena Rosu (ROU) 7:09,23

Plovdiv, 16. September 2018/vdg