Insgesamt fünf Schweizer Boote in den WM-Halbfinals

Insgesamt fünf Schweizer Boote in den WM-Halbfinals

Artikel - Insgesamt fünf Schweizer Boote in den WM-Halbfinals

Mit Jeannine Gmelin im Fraueneiner, Roman Röösli / Barnabé Delarze im Doppelzweier, Frédérique Rol / Patricia Merz im leichten Doppelzweier der Frauen sowie Jan Schäuble im Leichtgewichtseiner qualifizierten sich heute vier weitere Boote für den WM-Halbfinal.

Gemeinsam mit dem gestern qualifizierten Vierer ohne Steuermann kämpfen in den nächsten zwei Tagen fünf Schweizer Boote um den Einzug in den A-Final. 

>> Bilder Viertelfinal-Tag vom 28. August 2019 (Bilder: Detlev Seyb/Maren Derlien, SWISS ROWING)

Zum zweiten Mal in dieser Saison traf Einerruderin Jeannine Gmelin heute im WM-Viertelfinal auf die Dominatorin der aktuellen Rudersaison, die Neuseeländerin Emma Twigg. Diese liess auch heute keinen Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen und setzte sich früh leicht vom Feld ab. Bei Streckenhälfte lag Jeannine Gmelin auf dem zweiten Zwischenrang. Der Rückstand betrug vorerst lediglich eine Luftkastenlänge. Auf der zweiten Streckenhälfte konnte Twigg ihren Vorsprung zwar noch etwas ausbauen, Gmelin aber ruderte kontrolliert als Zweite ins Ziel und qualifizierte sich souverän für den Halbfinal. «Ich ruderte technisch sauber und fand einen guten Rhythmus», bilanzierte Jeannine Gmelin nach dem Rennen. «Die WM-Woche ist lang und vier Rennen bedeuten, dass man strategisch und kräftemässig geschickt vorgehen muss. Insofern fühle ich mich nach dem Vorlauf und Viertelfinal jetzt bereit für den Halbfinal.»

Röösli / Delarze und das Muskelspiel der Briten 

Im Viertelfinal des Männer-Doppelzweiers trafen Roman Röösli und Barnabé Delarze auf die Briten Graeme Thomas und John Collins, welche sie in dieser Saison schon mehrfach hinter sich gelassen hatten. Bis 600 Meter vor dem Ziel führten die Schweizer. «Unser Rennen war schon viel besser als im Vorlauf», sagte Roman Röösli. Dann aber liessen die Briten ihre Muskeln spielen und schoben sich an den Schweizern vorbei. Bei der 1500-Meter-Marke lagen Röösli / Delarze 39 Hundertstel hinter dem Boot aus Grossbritannien. Ihr Endspurt brachte die Schweizer zwar nochmals nahe an die Briten heran, aber es reichte um 21 Hundertstel nicht für den Sieg. Roman Röösli nimmt es gelassen: «Wir sind auf Kurs. Darauf lässt sich aufbauen. Und im Spurt haben wir natürlich noch nicht alles gezeigt.» Im Halbfinal werden die Karten ohnehin wieder neu gemischt. 

Rol / Merz: mit Selbstvertrauen in den Halbfinal

Hochverdient ist auch die Halbfinal-Qualifikation von Frédérique Rol und Patricia Merz im leichten Doppelzweier. Sie holten sich im Viertelfinal mit einem beeindruckenden Endspurt den zweiten Rang hinter Grossbritannien. «Wir haben heute ein höheres Level erreichen können», sagte Frédérique Rol nach dem Rennen. «Wir blieben jederzeit gelassen und vertrauten in unser Rennen.» Bis 500 Meter vor dem Ziel lagen die Schweizerinnen auf dem dritten Rang, der bereits für die Halbfinal-Qualifikation gereicht hätte. Aber sie wollten noch mehr. Auf den letzten 300 Metern rangen sie das Boot aus Italien nieder und kämpften sich bis auf zwei Sekunden an die Britinnen heran. 

Schäuble: Erneut starker Auftritt mit einem cleveren Rennen

Jan Schäuble schaffte die Halbfinal-Qualifikation im Leichtgewichtseiner auf eindrückliche Art und Weise. Bis nach Streckenhälfte führte der 19-jährige Hergiswiler. Dann ging es Bugball an Bugball mit dem Boot aus Mexiko auf den nächsten Streckenabschnitt. Alexis Lopez Garcia übernahm zwar schliesslich die Spitze. Schäuble blieb aber bis zum Zielstrich dicht am Mexikaner dran und holte sich mit exakt einer Sekunde Rückstand Rang Zwei. 

Drei Boote schafften die Halbfinal-Qualifikation heute nicht. In den Viertelfinals im leichten Doppelzweier flogen regelrecht die Fetzen. Ein hartes Ausscheidungsrennen erwischten entsprechend auch Fiorin Rüedi und Andri Struzina. Bis zur 1000-Meter-Marke lagen die beiden auf dem 3. Rang, der für ein Weiterkommen gereicht hätte. Vor ihnen lagen China und Australien. Dann erhöhten die Belgier auf der Nebenbahn die Schlagzahl und schoben sich an Rüedi / Struzina vorbei. Auf den letzten 500 Metern konnten die Schweizer nicht mehr kontern und wurden Vierte, während die entfesselten Belgier sogar noch Australien auf den dritten Rang verwiesen. «Mehr ging heute nicht», sagte Schlagmann Fiorin Rüedi. «Das war das beste Rennen, das wir erwarten konnten. Leider reichte es noch nicht für ein Weiterkommen.»

Ebenfalls knapp verpasste Nico Stahlberg im Einer die Halbfinal-Qualifikation. Über die Strecke hatte er sich auf dem dritten Zwischenrang halten können, während sich vorne Griechenland und die Niederlande einen Schlagabtausch lieferten. Auf den letzten Spurtmetern setzten Weissrussland und Aserbeidschan zu einem Duell an und schlossen zu Stahlberg auf. Dies beflügelte den Ruderer aus Aserbeidschan, welcher den Schweizer schliesslich noch auf den vierten Rang verwies. «Ich habe gekämpft», sagte Nico Stahlberg. «Aber am Schluss zählt, wer den Bugball zuerst über der Ziellinie hat. Meiner war es heute nicht.»

Im Hoffnungslauf des Frauen-Doppelzweiers belegten Sofia Meakin und Pascale Walker den vierten Rang. Bis zur Streckenhälfte lag das Boot auf dem dritten Zwischenrang. Kanada und Weissrussland waren in Front, jedoch noch in Reichweite. Über den Hoffnungslauf konnten sich nur die ersten beiden Boote für den Halbfinal qualifizieren. Auf der zweiten Streckenhälfte zeichnete sich ab, dass Meakin / Walker die Lücke nicht würden schliessen können. Am Ende mussten sich die Schweizerinnen von Grossbritannien noch auf den vierten Rang verweisen lassen.


Resultate Mittwoch, 28.08.2019:

Offene Gewichtsklasse

Frauen Einer (W1x)
Viertelfinal
1. Emma Twigg (NZL) 7:28.20 2. Jeannine Gmelin (SUI) 7:32.19 (=> Halbfinal A/B) 3. Laila Youssifou (NED) 7:33.90 4. Annekatrin Thiele (GER) 7:46.80 5. Aikaterini Nikolaidou (GRE) 7:51.54 6. Veronica Toro Arana (PUR) 7:54.58

Männer Einer (M1x)
Viertelfinal
1. Stef Broenink (NED) 6:48.75 2. Stefanos Ntouskos (GRE) ) 6:51.81 3. Aleksandar Aleksandrov (AZE) 6:52.22 4. Nico Stahlberg (SUI) 6:54.98 (=> Halbfinal C/D) 5. Pilip Pavukou (BLR) 6:55.88 6. Thibaut Verhoeven (FRA) 7:00.76

Frauen Doppelzweier (W2x)
Hoffnungslauf
1. Andrea Proske / Gabrielle Smith (CAN) 7:02.65 2. Krystsina Staraselets / Tatsiana Klimovich (BLR) 7:03.78 3. Kyra Edwards / Ruth Siddorn (GBR) 7:08.80 4. Sofia Meakin / Pascale Walker (SUI) 7:12.17 (=> Halbfinal C/D)

Männer Doppelzweier (M2x)
Viertelfinal
1. Graeme Thomas / John Collins (GBR) 6:14.21 2. Roman Röösli / Barnabé Delarze (SUI) 6:14.42 (=> Halbfinal A/B) 3. Caleb Antill / David Bartholot (AUS) 6:16.26 4. Trevor Jones / Matthew Buie (CAN) 6:18.68 5. Cristian Rosso / Rodrigo Murillo (ARG) 6:23.66 6. Justin Keen / Erik Frid (USA) 6:41.18

Leichtgewichte
Männer Einer (LM1x)

Viertelfinal
1. Alexis Lopes Garcia (MEX) 6:54.59 2. Jan Schäuble (SUI) 6:55.59 (=> Halbfinal A/B) 3. Rainer Kepplinger (AUT) 6:55.96 4. Jan Cincibuch (CZE) 6:58.85 5. Uncas Batista (BRA) 7:00.49 6. Luka Radonic (CRO) 8:11.45

Frauen Doppelzweier (LW2x)
Viertelfinal
1. Imogen Grant / Emily Craig (GBR) 6:59.09 2. Frédérique Rol / Patricia Merz (SUI) 7:01.30 (=> Halbfinal A/B) 3. Federica Cesarini / Valentina Rodini (ITA) 7:03.84 4. Denise Walsh / Aoife Casey (IRL) 7:07.17 5. Weronika Deresz / Katarzyna (POL) 7:07.33 6. Jenniffer Zuniga / Yulisa Lopez Guerra (GUA) 7:44.48

Männer Doppelzweier (LM2x)
Viertelfinal
1. Junjie Fan / Man Sun (CHN) 6:25.11 2. Niels van Zandweghe / Tim Brys (BEL) 6:26.12 3. Leon Chambers / Hamish Parry (AUS) 6:26.96 4. Fiorin Rüedi / Andri Struzina (SUI) 6:27.49 (=> Halbfinal C/D) 5. Stanislav Kovalov / Igor Khmara (UKR) 6:31.31 6. Marek Reznak / Peter Zelinka (SVK) 6:31.36