Gelungener WM-Auftakt für die drei EM-Medaillengewinner

Gelungener WM-Auftakt für die drei EM-Medaillengewinner

Artikel - Gelungener WM-Auftakt für die drei EM-Medaillengewinner

Mit je einem Vorlaufsieg sind die Bronzemedaillengewinner der Ruder-EM in München erfolgreich in die Ruder-WM gestartet. Raphaël Ahumada und Jan Schäuble im LM2x, aber auch Andri Struzina im LM1x gelang ein souveräner Start-Ziel-Sieg.

Jeannine Gmelin belegte im Frauen-Einer den dritten Rang. Sie und drei weitere Schweizer Boote können sich am Montag im Hoffnungslauf für die nächste WM-Runde qualifizieren. Fünf Schweizer Boote bestreiten ihren WM-Auftakt erst am Montag. 


==>  Bildergalerie Ruder-WM Racice, Sonntag, 18.09.2022 (Fotograf: Detlev Seyb)


Windiges und wechselhaftes Wetter begrüsste die rund 900 Ruderinnen und Ruderer aus 65 Nationen zum WM-Auftakt im tschechischen Racice. Am ersten Renntag standen die Vorläufe insbesondere in den Kleinbooten auf dem Programm. 

Als erster der drei EM-Bronzemedaillengewinner machte sich Andri Struzina im Leichtgewichtseiner daran, das WM-Revier abzustecken. Im Gegensatz zum Zielbereich, wo die Windböen das Rennen unberechenbar machten, herrschten am Start bessere Ruderverhältnisse, was Struzina ausnützte. «Um heute zu punkten, wollte ich auf der ersten Streckenhälfte die nötige Zeit herausholen», erklärte er im Ziel. Er stieg forsch ins Rennen und suchte unverzüglich die Führung. «Mir war schon in den Trainings aufgefallen, dass mir die Starts aktuell ausgezeichnet gelingen.» Nach 500 Metern erhöhte er den Druck und setzte zum Zwischenspurt an. «Ein Zeichen an meine Mitstreiter. Ihnen sollte die Lust vergehen, heute überhaupt noch gegen mich anfahren zu wollen.» Bezüglich Rennstrategie im Viertelfinal (Mittwoch, ab 10.28h) sieht er aktuell nur marginalen Anpassungsbedarf. «Auf den ersten 1000 Metern angriffig rudern und das Rennen auf hohem Level zu Ende bringen. Dann kommt’s gut.» 

Raphaël Ahumada und Jan Schäuble standen dem Zuger Trainingskollegen in Sachen Entschlossenheit in nichts nach und ruderten ihr Rennen ebenfalls von der Spitze weg. Lagen die Schweizer bei der 500-Meter-Marke erst hauchdünn vor China, setzten sie sich im zweiten Streckenviertel Schlag um Schlag von ihren Verfolgern ab. «Ziel war es, heute sehr gut zusammenzuarbeiten», erklärte Jan Schäuble. «Das ist uns gut gelungen, insbesondere auf der zweiten Hälfte.» Während Deutschland und Spanien an China vorbeizogen, kontrollierten die Schweizer das Rennen von der Spitze aus und steuerten das Boot fehlerlos durch den zunehmenden Wellengang. «Die Bedingungen waren heute für alle anspruchsvoll», so Raphaël Ahumada. In den anderen Vorläufen dominierten ihre grössten WM-Konkurrenten ebenso. «Die meisten unserer Konkurrenten kennen wir mittlerweile recht gut. Das Studium der Gegner beschränken wir darum auf ein gesundes Mass», sagte Jan Schäuble. 

Vier Schweizer Boote kämpfen im Hoffnungslauf um das Weiterkommen
Jeannine Gmelin ruderte heute ihre erste Wettkampfbelastung seit ihrer COVID-Erkrankung an der EM in München. «Ich ging entsprechend ohne grosse Erwartungen ins Rennen», sagte sie im Ziel. Nicht als Schnellstarterin bekannt, lag sie von Beginn weg auf dem dritten Rang. «Ich fand zwar einen guten Rhythmus, konnte aber das Rennen schlecht einschätzen, weil zwischen mir auf der Aussenbahn und den vor mir liegenden Booten auf den Bahnen 4 und 5 eine recht grosse Distanz war.» Vorneweg ruderte die Französin Emma Lunati aus Frankreich ein couragiertes Rennen, sekundiert von der Deutschen Alexandra Föster. Weil aber einzig die Vorlaufsiegerin direkt in den Halbfinal weiterkam, setzte sich die Deutsche nach der Halbzeit an die Spitze, um sie nicht wieder herzugeben. Jeannine Gmelin sparte ihre Spurtschläge für den nächsten WM-Ernstkampf im Hoffnungslauf (Montag, ab 15.51h) und belegte den dritten Rang. 

Auch im Frauen-Leichtgewichtseiner kam nur die Vorlaufsiegerin direkt in den Halbfinal. Eline Rol musste bereits auf den ersten Rennenmetern einsehen, dass es gegen die Europameisterin aus Rumänien, Ionela Cozmiuc, heute kein Rezept geben würde. Die Rumänin erarbeitete sich bis zur Rennmitte einen Vorsprung von fünf offenen Längen und verdoppelte ihn noch bis ins Ziel. Dahinter platzierte sich Eline Rol als Zweite und rudert ihren Hoffnungslauf am Dienstagvormittag, ab 10.54h.

Im Männer-Einer versuchte Scott Bärlocher bis zuletzt den ungarischen Olympioniken Bendeguz Petervari-Molnar abzufangen. Dieser schnappte sich aber den letzten Qualifikationsplatz und verwies Scott Bärlocher in den Hoffnungslauf vom Montag, ab 15.30h. 

Als Fünftplatzierte bestreiten auch Jonah Plock und Maurin Lange im Zweier ohne Steuermann am Montagnachmittag, ab 16.33h, den Hoffnungslauf. Im gleichen Vorlauf wie die Europameister aus Rumänien gestartet, lagen die für ein direktes Weiterkommen benötigten Ränge heute ausser Reichweite. 


Resultate WM Racice (CZE) vom Sonntag, 18.09.2022:

Frauen
Einer der Leichtgewichte (LW1x)

Vorlauf
1. Ionela Cozmiuc (ROU) 07:31.54; 2. Eline Rol (SUI) 07:48.42 (=> Hoffnungslauf); 3. Georgia Nesbitt (AUS) 07:51.75; 4. Marie-Louise Dräger (GER) 07:53.34; 5. Wing Wun Leung (HKG) 08:00.85; 6. Mariya Chernets (KAZ) 08:38.19

Einer Frauen (W1x)
Vorlauf
1. Alexandra Föster (GER) 07:33.44; 2. Emma Lunatti (FRA) 07:36.15; 3. Jeannine Gmelin (SUI) 07:39.00 (=> Hoffnungslauf); 4. Alison Bergin (IRL) 07:48.85; 5. Tabea Minichmayr (AUT) 08:02.92; DNS Yi-Ting Huang (TPE)

Männer
Einer Männer Leichtgewichte (LM1x)
Vorlauf
1. Andri Struzina (SUI) 07:00.27 (=> Viertelfinal); 2. Dale Flockhart (GBR) 07:03.52; 3. Lukasz Sawicki (POL) 07:05.39; 4. Hugh Moore (IRL) 07:12.41; 5. James Mccullough (USA) 07:22.61; 6. Ghaith Kadri (TUN) 7:23.77

Einer Männer (M1x)
Vorlauf
1. Benjamin Davison (USA) 06:54.02; 2. Bastian Secher (DEN) 06:59.26; 3. Bendeguz Petervari-Molnar (HUN) 07:05.21; 4. Scott Bärlocher (SUI) 07:06.62 (=> Hoffnungslauf); 5. Mindaugas Griskonis (LTU) 07:13.34

Doppelzweier der Leichtgewichte (LM2x)
Vorlauf
1. Raphaël Ahumada / Jan Schäuble (SUI) 06:16.70 (=> Viertelfinal); 2. Arno Gaus / Paul Leerkamp (GER) 06:19.53; 3. Manel Balastegui / Caetano Horta Pombo (ESP) 06:20.70; 4. Weichun Chen / Man Sun (CHN) 6:25.72; 5. Christopher Stockley / Matthew Robert George Dunham (NZL) 6:39.10; 6. Sobirjon Safaroliyev / Shakhzod Nurmatov (UZB) 6:43.83

Männer Zweier ohne Steuermann (M2-)
Vorlauf
1. Sergiu Bejan / Marius Cozmiuc (ROU) 06:27.74; 2. Michael Grady / Justin Best (USA) 06:31.35; 3. Anton Loncaric / Patrik Loncaric (CRO) 06:34.49; 4. Bruno Bachmair / Christoph Seifriedsberger (AUT) 06:35.70; 5. Jonah Plock / Maurin Lange (SUI) 06:49.50 (=> Hoffnungslauf)


Startzeiten Montag: 19.09.2022

10.26h LW2x; Frédérique Rol / Patricia Merz (Heat 1, 1. => Halbfinal; 2.. => Hoffnungslauf)

11.02h W2x; Fabienne Schweizer / Nina Wettstein (Heat 3; 1.-2. => Halbfinal, 3.. => Hoffnungslauf)

12.17h M4-; Tim Roth, Andrin Gulich, Joel Schürch, Roman Röösli (Heat 4; 1.-2. => Halbfinal, 3.. => Hoffnungslauf)

12.35h W4x; Célia Dupré, Pascale Walker, Lisa Lötscher, Salome Ulrich (Heat 3; 1.-3. => Halbfinal; 4.. => Hoffnungslauf)

12.53h M4x; Patrick Brunner, Kai Schätzle, Nils Schneider, Dominic Condrau (Heat 3; 1.-2. => Halbfinal, 3.. => Hoffnungslauf)

15.44h M1x; Scott Bärlocher (Hoffnungslauf 3; 1.-2. => Viertelfinal; 3.. => Halbfinal E/F)

15.58h W1x; Jeannine Gmelin (Hoffnungslauf 2; 1.-2. => Halbfinal, 3.. => Halbfinal C/D)

16.33h; M2-; Jonah Plock / Maurin Lange (Hoffnungslauf 1; 1.-2. => Halbfinal, 3.. Halbfinal C/D)


18.09.2022 / vdg / 16.15 Uhr