Are you ok? Sprich darüber, wenn es sich falsch anfühlt

Are you ok? Sprich darüber, wenn es sich falsch anfühlt

Artikel - Are you ok? Sprich darüber, wenn es sich falsch anfühlt

SWISS ROWING unterstützt die Initiative von Swiss Olympic für physische wie auch psychische Integrität im sportlichen Leistungsumfeld. Eng begleitet wird die verbandsinterne Umsetzung von Vorstandsmitglied Annemarie Lüthy.

«Sprich darüber, wenn es sich falsch anfühlt» und «Hol dir Support» sind die Kernbotschaften der laufenden Kampagne von Swiss Olympic. Gerade im Leistungssport sind Athletinnen und Athleten darauf angewiesen, dass ihre hohe Leistungsbereitschaft weder von Trainerinnen und Trainern noch von Mittrainierenden untergraben oder negativ beeinflusst wird. 

SWISS ROWING unterstützt das Engagement von Swiss Olympic und verfügt mit Annemarie Lüthy über ein Vorstandsmitglied, das sich mit ihrer 20-jährigen Erfahrung als Präsidentin der Schulpflege von Schöftland, davon 11 Jahre als Präsidentin des Verbandes der aargauischen Schulpflegepräsidien, und nicht zuletzt als langjährige Präsidentin des Seeclub Sursee seit Jahren mit ethischen Fragen zum Verhalten von Lehrpersonen gegenüber beeinflussbaren jungen Menschen auseinandersetzt. 

Annemarie Lüthy, verschiedene Medienberichte zu Mängeln im Umgang mit Trainierenden im Schweizer Leistungssport haben die Schweiz schockiert und waren Anlass, dass Swiss Olympic die Anlaufstelle «Integrity» ins Leben gerufen hat. Wie stark hast Du diesen Prozess begleitet?

Erstens einmal haben die Schlagzeilen die Schweizer Sportwelt wachgerüttelt und mich betroffen gemacht, dass solche Missstände jahrelang vertuscht werden konnten.

Mein zweiter Gedanke galt Swiss Rowing: Wo stehen wir?

Ich selber bin seit 2019 im Vorstand und seit diesem Jahr Ethikverantwortliche und mit dem Thema stark verbunden. In diversen Gesprächen und Workshops konnte ich zu den brennendsten Fragen Stellung nehmen.

Es ist gut, dass diese unabhängige Stelle auf nationaler Ebene geschaffen wird und sich die Betroffenen melden können. Es ist aber ebenfalls wichtig, dass die betroffenen Verbände bei Vorfällen möglichst rasch mit einbezogen werden, damit allfällige vorhandene Missstände zusammen mit Fachpersonen aufgearbeitet und korrigiert werden können. 

Wo steht der Verband SWISS ROWING hinsichtlich ethischer Grundsätze?

SWISS ROWING orientiert sich an ethischem Verhalten und steht hinter der Ethik-Charta von Swiss Olympic und hat dies in den SWISS ROWING-Statuten verankert. Bezüglich Ethik haben wir eine Vierjahresplanung, die mit Swiss Olympic zusammen überprüft wurde.

SWISS ROWING analysiert mit Interesse und Aufmerksamkeit die Ergebnisse aus der Swiss Olympic Card Holder Befragung, die bei allen Inhaberinnen und Inhabern der Swiss Olympic Cards und Swiss Olympic Talent Cards durchgeführt wurde. Es sind Workshops geplant mit Vertretern des Vorstandes und von Swiss Olympic.

Es ist uns ein Anliegen, die Kampagne von Swiss Olympic auch mit Aktivitäten auf unseren eigenen Social Media-Kanälen zu unterstützen.

In wie fern gibt es aus der Schulpflege ein klares Beurteilungskonzept, wo die Grenzen liegen zwischen Förderung und Verletzung und/oder Überforderung?

Ich möchte Schule und Spitzensport nicht unbedingt miteinander vergleichen. Schule ist staatlich organisiert und obligatorisch. Spitzensport dagegen ist immer freiwillig und in der Regel nicht staatlich kontrolliert (ausgenommen Teilnehmende in der Spitzensport RS und «Sport-Angestellte» der Armee).

Gesundheit und Prävention in allen Facetten werden staatlich begleitet, überwacht und überprüft. Die nötigen Ressourcen kommen ebenfalls vom Staat und hängen nicht davon ab, ob die Schule Weltmeister hervorbringt oder nicht. Und genau dort ist der grosse Unterschied zwischen Sport und Schule.

(Spitzen-)Sport ist stärker von finanziellem Support / Sponsoring abhängig als die Schule, und daher ist der Erfolg in einem Sportverband sehr hoch zu gewichten. Erfolg = Unterstützungsgelder. Kein Erfolg = schwindende Mittel. Insofern ist es im Schulbereich «einfacher» Grenzen zu setzen zwischen Fördern und Überfordern als im Sport.

Aber nichtsdestotrotz müssen diese Grenzen zwischen gesundem Fordern und ungesundem Überfordern gesetzt und eingehalten werden. Dafür braucht es eine klare Kommunikation und auch das nötige Verständnis aller Sportbehörden, die letztlich für die Mittelverteilung zuständig sind.


Hier geht's direkt zur Anlauf- und Erstberatungsstelle Integrity 

Details zur Kampagne «Are you ok?»


14.10.2021/vdg