Stéphane Trachsler als SRV-Präsident wiedergewählt | www.swissrowing.ch

Stéphane Trachsler als SRV-Präsident wiedergewählt

Artikel - Stéphane Trachsler als SRV-Präsident wiedergewählt

SRV-Vorstand 2017-2020 Gruppenfoto
Der Schweizerische Ruderverband (SRV) führte seine 144. Delegiertenversammlung in Lausanne durch. Der Konferenzsaal im olympischen Museum in Lausanne bot den Delegierten der rund 76 Mitgliedervereine einen ausgezeichneten Rahmen für die Jahresversammlung.

Im Zentrum der Versammlung standen die Gesamterneuerungswahlen des Vorstandes. Präsident Stéphane Trachsler wurde für eine zweite vierjährige Amtszeit in geheimer Wahl einstimmig wiedergewählt. Ebenso wird er auch in Zukunft durch seine ebenfalls einstimmig wiedergewählten Vizepräsidenten Heinz Schaller und Neville Tanzer in der Verbandsführung unterstützt. Neu im SRV-Vorstand Einsitz nehmen Sabine Horvath für das Ressort Kommunikation sowie Erich Pfister (Ressort Breitensport). Sie wurden ebenso einstimmig ins Amt gewählt wie die für eine zweite Amtszeit gewählte Finanzchefin Germaine Bauer. Die Delegierten beschlossen zudem eine Gebührenerhöhung für Wettkampflizenzen. Die zusätzlich eingenommenen Mittel sollen für eine Weiterentwicklung von Videoübertragungen an den nationalen Ruderregatten eingesetzt werden.

Lausanne Sports, Section Aviron, feiert dieses Jahr sein 100jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass zeichnete Lausanne Sports für die einwandfreie Organisation der 144. SRV-Delegiertenversammlung verantwortlich. Der Rahmen für die Jahresversammlung war einzigartig. Im ehrwürdigen olympischen Museum konnte zum Ende des olympischen Vierjahreszyklus auf das Olympiajahr 2016 Rückschau gehalten werden. 2016 war für den Schweizerischen Ruderverband in vielerlei Hinsicht ein sehr erfolgreiches Jahr. Nebst den Erfolgen der Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, von welchen die Schweizer Ruderdelegation mit Olympiagold im leichten Vierer-ohne sowie zwei olympischen Diplomen zurückgekehrt war, waren vor allem die Inbetriebnahme der neuen Wettkampfanlagen am Rotsee sowie die Vergabe der Austragungsrechte für die Ruder-EM 2019 in Luzern Highlights im Verbandsjahr.

Einstimmigkeit bei den geschäftlichen Traktanden

Die geschäftlichen Traktanden wie die Genehmigung der Jahresberichte und Jahresrechnung 2015/2016, die Genehmigung der Zielsetzungen 2017 sowie das Budget 2017 wurden an der Versammlung, welche von Verbandspräsident Stéphane Trachsler speditiv geleitet wurde, allesamt einstimmig und im Sinne des Vorstandes entschieden. 

Verbandspräsidium einstimmig wiedergewählt

2016 war für den Schweizerischen Ruderverband ein Wahljahr mit Gesamterneuerungswahlen. Mit Ausnahme von Andreas Csonka (Grasshopper Club Zürich), der am Vorabend neu in den Exekutivrat von Swissolympic gewählt wurde, standen alle Ämter zur Neubesetzung offen. Der seit vier Jahren als SRV-Präsident amtierende Stéphane Trachsler (Société Nautique de Genève) wurde in geheimer Wahl für eine zweite Amtsdauer von vier Jahren gewählt. Gleiches gilt für die beiden Vizepräsidenten Heinz Schaller (Ruderclub Reuss Luzern) und Neville Tanzer (Forward Rowing Club Morges), welche ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt wurden. Alle drei Amtsinhaber wurden einstimmig wiedergewählt.

SRV-Vorstand 2017-2020 Gruppenfoto
Bild SRV-Vorstand 2017-2020 (Foto: Stöh Grünig)

Aufgrund der statutarischen Amtszeitbeschränkungen traten mit Ursula Wehrli und Jos Dokbrijder zwei Vorstandsmitglieder nach acht Jahren von ihren Ämtern zurück. Beiden Vorstandsmitgliedern wurde als Dank für ihre Mitarbeit in der Verbandsführung das goldene Ehrenruder des Schweizerischen Ruderverbandes verliehen. Neu in den Vorstand gewählt wurden Sabine Horvath (Basler Ruder-Club) für das Ressort Kommunikation sowie Erich Pfister (Seeclub Arbon) als Verantwortlicher für den Breitensport. Beide neuen Vorstandsmitglieder erzielten bei der geheimen Wahl ebenso ein Glanzresultat mit der maximalen Stimmenzahl wie die für eine zweite Amtszeit kandidierende Finanzchefin Germaine Bauer (Ruderclub Cham).

Erhöhung der Gebühren für Wettkampflizenzen beschlossen

Lebhaft diskutierten die Delegierten bei einem Sachthema im Zusammenhang mit dem Regattawesen. Es ging um die Weichenstellung, ob an nationalen Ruderregatten nach einem dreijährigen Testbetrieb auch in Zukunft Videoübertragungen der Rennen realisiert und angeboten werden sollen. Da für die Dienstleistung an den sechs grossen, nationalen Regatten ein neues Finanzierungsmodell notwendig wurde, stand eine Erhöhung der Gebühren für SRV-Wettkampflizenzen zur Diskussion. Nach Darlegung der verschiedenen Positionen und engagierter Diskussion lehnte die Delegiertenversammlung zunächst einen Antrag aus Mitgliederkreisen ab, um danach einem Alternativvorschlag des SRV-Vorstandes zuzustimmen, die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der Videoübertragungen zu schaffen, indem die Gebühren für Wettkampflizenzen (bisher: Fr. 25.- pro Jahr, neu: Fr. 50.- pro Jahr) per sofort erhöht werden. Die damit gewonnen Mittel zur Finanzierung der Video-Dienstleistungen werden vom Schweizerischen Ruderverband, dem künftig auch eine Koordinationsfunktion in diesem Thema zukommt, in einem zweckgebundenen Fonds verwaltet.

Rudersportliche Erfolge 2016

Das Ruderjahr 2016 geht als erfolgreiches Ruderjahr in die Geschichtsbücher ein. Dank der olympischen Goldmedaille im Vierer-ohne Leichtgewichte in der Besetzung Mario Gyr (Seeclub Luzern), Simon Niepmann (Seeclub Zürich/Basler Ruderclub), Simon Schürch (Seeclub Sursee) und Lucas Tramèr (Club d’Aviron Vésenaz/Basler Ruderclub) durfte sich der Schweizer Rudersport über olympisches Edelmetall freuen. Dem Olympiasieg war für die gleiche Mannschaft auch die Titelverteidigung an der Europameisterschaft in Brandenburg vorangegangen. Mit dem fünften Rang von Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster) im Skiff Frauen und des siebten Platzes im Männer-Doppelvierer (Barnabé Delarze, Augustin Maillefer (beide Lausanne Sports, Section Aviron), Nico Stahlberg (Ruderclub Kreuzlingen) und Roman Röösli (Seeclub Sempach)) wurden zusätzlich zwei Olympiadiplomplätze errudert. An den U23-Weltmeisterschaften zeigten die Nachwuchsathleten ihr Können. Den U23-Weltmeistertitel in neuer Weltbestzeit im leichten Zweier-ohne der Altersklasse U23 erruderten Joel Schürch (Seeclub Sursee) und Fiorin Rüedi (Grasshopper Club Zürich). Über die U23-Silbermedaille im Leichtgewichts-Frauen-Doppelvierer konnten sich Pauline Delacroix (Club d’Aviron Vésenaz), Serafina Merloni (Seeclub Stansstad), Fabienne Schweizer (Seeclub Luzern) und Lara Eichenberger (Ruderclub Uster) freuen.

Wanderpreise an die besten Clubs überreicht

Traditionellerweise werden an der Delegiertenversammlung auch die Trophäen in den verschiedenen Gesamtwertungen übergeben. Der Seeclub Luzern konnte sich als bester Club der Schweizer Meisterschaften 2016 würdigen lassen. Er verteidigte seine führende Position aus dem Vorjahr und Gewann den „Preis der Ehrenmitglieder“ wieder. Mit dem Wanderpreis „Challenge Fovanna“ wird der Club mit der anlässlich der Schweizermeisterschaften erfolgreichsten Nachwuchsabteilung (U17 und U15) ausgezeichnet. Preisträger in diesem Jahr ist der Basler Ruder-Club. Sieger beim „President’s Cup“ - für den Club mit den besten Achterresultaten über alle Achterrennen an nationalen Regatten und Langstreckenrennen - wurde der See-Club Zug.

Neues SRV-Ehrenmitglied und zweimalige Vergabe des Swiss Rowing „Lifetime Award“

Für seine vielfältigen Verdienste im Schweizer Rudersport wurde die SRV-Ehrenmitgliedschaft an Franz Fischer (Seeclub Sursee) vergeben. Franz Fischer war dank seines Engagements für die Ruder-Nachwuchserfolge der 1990er-Jahre mitverantwortlich. Heute zeichnet er als Sportchef im Rahmen der Sportförderung der Armee mitverantwortlich für ein effizientes Fördersystem im Schweizer Spitzensport. Erstmalig wurde der Swiss Rowing „Lifetime Award“ vergeben. Die ersten Preisträger sind Hans-Peter Kurth (Ruderclub Baden) und Stefan Fabian (Club Canottieri Lugano). Hans-Peter Kurth war über 30 Jahre als Schiedsrichter aktiv und leitete 20 Jahre den RED-Dienst, welcher das Regatta-Managementsystem sowie die ordnungsgemässe Zeitmessung an Ruder-Regatten sicherstellt. Stefan Fabian ist seit über 60 Jahren ehrenamtlich als Trainer für den Rudersport tätig. Der 80jährige Stefan Fabian versicherte in seinen Dankesworten, dass er weiter aktiv Trainer bleiben werde.

Die nächste ordentliche Delegiertenversammlung findet 2017 in Morges (VD) statt. Der Forward Rowing Club Morges sicherte sich die Austragungsrechte gegenüber dem ebenfalls kandidierenden Seeclub Stäfa.

Lausanne, 26. November 2016 / Christian Stofer