Entscheide ausserordentlicher FISA-Kongress Tokyo 2017

  Ausserordentlicher FISA-Kongress Tokyo vom 10./11. Februar 2017

Der ausserordentliche FISA-Kongress in Tokyo ist mit den Schlussabstimmungen zu Ende gegangen. Hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Entscheidungen:

Olympia-Programm
Bei der Abstimmung über das Olympiaprogramm, das die FISA dem Int. Olympischen Komitee (IOC) für die Olympia-Regatta 2020 in Tokyo vorlegen wird, hatte der Antrag des FISA-Council eine Mehrheit. Der vom Schweizerischen Ruderverband (SRV) unterstützte Antrag, den Männer-Vierer-ohne (offene Klasse) durch den leichten Frauen-Vierer-ohne zu ersetzen, erreichte 67 Stimmen (41.6%), während der FISA-Antrag 94 Stimmen (58.4%) erhielt. Damit wird dem IOC vorgeschlagen, dass der leichte Männer-Vierer durch den Vierer ohne Steuerfrau (offene Kategorie) ersetzt wird. Die Absicht der Delegierten war es, die gleiche Anzahl von Ruder-Rennen für Männer und Frauen auf olympischer Ebene anzubieten. Eine Männer-Bootsklasse musste daher einer Bootsklasse für die Frauen weichen. 

Weitere wichtige Entscheidungen im Zusammenhang den FISA-Statuten und dem Code des Courses waren:

American Samoa neu 151. FISA-Mitglied
American Samoa wurde mit Applaus als 151. FISA-Mitglied willkommen geheissen.

Kongress-Delegierte
Die Einführung einer Quote, welche die Anzahl der Delegierten pro Mitgliedsverband für den FISA-Kongress an ein Gender-Kriterium knüpfen wollte, wurde knapp abgelehnt.

Amtszeitbeschränkung / Alterslimite
Für Mitglieder des FISA-Council wurde eine Amtszeitbeschränkung von maximal 12 Jahren im gleichen Amt eingeführt. Generell wurde die Alterslimite für FISA-Mandatsträger auf 70 Jahre festgelegt. Auch die FISA-Schiedsrichter dürfen neu bis zu ihrem 70. Altersjahr ihre Funktion ausüben.

Bootsklassen für Weltmeisterschaften
Der ausserordentliche FISA-Kongress hat festgelegt, dass die Bestimmung der Bootsklassen für Weltmeisterschaften, U23- und Juniorenweltmeisterschaften an den FISA-Kongress vom nächsten Oktober in Sarasota weitergegeben wird und zuerst der definitive Entscheid des IOC über das Olympiaprogramm 2020 abgewartet wird. Für 2017 kommen an Weltcups und Weltmeisterschaften die gleichen Bootsklassen zur Austragung wie 2016.

Nationalitäten
Für Junioren/-innen gilt neu, dass sie bis zum Ende des Juniorenalters für ihr Aufenthaltsland starten dürfen, auch wenn sie nicht die entsprechende Nationalität besitzen. Ausnahmebewilligungen durch das FISA Executive Committee für die U23-Kategorie sind noch immer möglich, sofern eine Einbürgerung zeitnah erfolgen kann.

Steuerleute
Neu gilt, dass Steuerleute geschlechtsneutral behandelt werden. Das heisst: Frauen dürfen Männerboote steuern und Männer dürfen Frauenboote steuern. Vorbehalten bleiben gesonderte Bestimmungen an Olympischen Spielen.

Leichtgewichtsrudern
Die geltenden Gewichtslimiten sowie die Berechnung der Gewichte von Leichtgewichtsmannschaften bleiben unverändert. Der FISA-Council hat angekündigt, aufgrund der vielen Diskussionen um das Leichtgewichtsrudern, eine volle Review zum Leichtgewichtsrudern durchzuführen.

Para-Rowing
Die Renndistanz für Para-Rowing wurde mit ganz grosser Mehrheit neu auf 2000 Meter festgelegt. 

Werberichtlinien
Die Werberichtlinien werden weiter flexibilisiert. Neu werden innerhalb einer Mannschaft verschiedene Sponsoren auf Caps und Socken akzeptiert, solange die Farbe und das Design identisch sind.
Weiter wurde ein Antrag des SRV vom FISA-Council genehmigt, der die Anzahl der verfügbaren Werbeflächen auf einer Seite eines Bootes an die Anzahl der Rollsitze in einem Boot knüpft. Die genauen Ausführungsbestimmungen wird der FISA-Council demnächst erlassen. Eine zusätzliche vertikale Werbefläche auf der Seite der Rennanzüge wurde ebenfalls genehmigt.

>> Medienmitteilung FISA vom 11. Februar 2017